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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ohne das jetzt groß ausführen zu wollen (auch weil es dann weiter in andere Bereiche geht), bin ich schon der Überzeugung, dass Sprache es vermag, auch Stereotypen zu bilden und zu festigen.

Das will ich gar nicht bestreiten, da ich die Sprache bzw. Kommunikation ebenfalls als mächtig erachte. Mächtig genug um der Sache habhaft zu werden ABER in diesem Fall konzentrieren wir uns nur auf einen Teilaspekt der Sprache, nämlich zu sehr auf die Syntax, statt auf Semantik und Pragmatik, was nicht hinreichend zu sein scheint. Wie bereits erwähnt, die geschlechtergerechte Sprache will einen Zustand herbeiführen den anderen Sprachen bereits besitzen, da sie sich aufgrund ihrer Grammatik erst gar nicht damit herumschlagen müssen, stehen aber dennoch vor exakt denselben Problemen, die manche dadurch zu lösen glauben.

Es gilt die Bedeutung zu ändern und nicht die Zeichen zu ändern. Deswegen finde ich zB solche Kampagnen [Link eines obigen Posts] tausendmal sinnvoller als dieses manchmal schon wahnhaft betriebene Unterfangen der geschlechtergerechten Sprache. Es muss von Medien, Werbung und nicht zuletzt von den Eltern ein anderes Rollenbild vorgelebt werden und solche Kampagnen sind hier mMn viel wirkungsvoller als im Aktionismus auf einigen Zeichen herumzureiten, der bei denen, die sich gegen diesen Eingriff wehren, im schlimmsten Falle nur zu einer noch vehementeren Ablehnung der Gleichberechtigungsdebatte führt. Das wäre schade, denn die Idee der geschlechtergerechten Sprache ist ja nur ein Teilaspekt der Gleichberechtigung - meiner Meinung nach eben der fragwürdigste.
 
Das will ich gar nicht bestreiten, da ich die Sprache bzw. Kommunikation ebenfalls als mächtig erachte. Mächtig genug um der Sache habhaft zu werden ABER in diesem Fall konzentrieren wir uns nur auf einen Teilaspekt der Sprache, nämlich zu sehr auf die Syntax, statt auf Semantik und Pragmatik, was nicht hinreichend zu sein scheint. Wie bereits erwähnt, die geschlechtergerechte Sprache will einen Zustand herbeiführen den anderen Sprachen bereits besitzen, da sie sich aufgrund ihrer Grammatik erst gar nicht damit herumschlagen müssen, stehen aber dennoch vor exakt denselben Problemen, die manche dadurch zu lösen glauben.

Es gilt die Bedeutung zu ändern und nicht die Zeichen zu ändern. Deswegen finde ich zB solche Kampagnen [Link eines obigen Posts] tausendmal sinnvoller als dieses manchmal schon wahnhaft betriebene Unterfangen der geschlechtergerechten Sprache. Es muss von Medien, Werbung und nicht zuletzt von den Eltern ein anderes Rollenbild vorgelebt werden und solche Kampagnen sind hier mMn viel wirkungsvoller als im Aktionismus auf einigen Zeichen herumzureiten, der bei denen, die sich gegen diesen Eingriff wehren, im schlimmsten Falle nur zu einer noch vehementeren Ablehnung der Gleichberechtigungsdebatte führt. Das wäre schade, denn die Idee der geschlechtergerechten Sprache ist ja nur ein Teilaspekt der Gleichberechtigung - meiner Meinung nach eben der fragwürdigste.
Ok, da fehlt mir schlicht das Wissen, um noch weiter darüber diskutieren zu können, sorry.

Ich hab mich bisher auch nur mit dem Thema aus der Perspektive auseinandergesetzt, warum (!) es notwendig ist, richtig zu gendern etc. pp.
Die konkrete Umsetzung obliegt dann bei Sprachwissenschaftlern und der Geschlechterforschung. Ich als Soziologe und Politologe, gib nur die Anweisungen, warum was gemacht werden sollte und warum es wichtig ist. :gerri:
 
Ja gut, Bayerischer Rundfunk, was hab ich auch anderes erwartet.

Bildschirmfoto 2018-06-16 um 15.17.56.png
 
Ich hatte letztens im The Last of Us 2-Thread geschrieben, dass ich nicht sehe, dass lesbische Beziehungen in Videospielen sonderlich fortschrittlich seien, da sie immer noch eine typische Männerfantasie sind und wir auf der anderen Seite kaum homosexuelle Männer sehen. Im ERA war jemand noch etwas aufmerksamer und erkannte, dass selbst heterosexuelle Frauen unterrepräsentiert sind.

Entwickler Dontnod sprach diese Diskrimierung auch direkt an. "We had people tell us, 'You can't make a dude like the player kiss another dude in the game, that's going to feel awkward.'" Heterosexualität würde auch oft als Schwäche angesehen werden und starke Frauen wie Aloy in Horizon zeigten Stärke, indem sie Annäherungen von Männern ablehnen.

Ich fand diese Beobachtung ziemlich interessant und auch traurig und wollte sie mal teilen.

https://www.resetera.com/threads/th...osexual-women-in-games-is-unacceptable.50377/
 
Muss ehrlich sagen, ich hab damit auch so meine Schwierigkeiten. Einen Liebesfilm, in dem es um die Liebe zweier Männer geht, kann ich nicht auf die selbe Weise schauen/genießen wie nen Film mit einem Hetero-Pärchen. Funktioniert einfach nicht für mich. Is leider so.
 
Ja, geht den meisten heterosexuellen Männern so. Wenn ich eine Frau spiele in einem Rollenspiel, wähle ich auch eine lesbische Beziehung. Als ich darüber nachdachte, fiel mir allerdings Lollipop Chainsaw ein. Klar, ich fand Juliet geil und das ist ein gutes Argument für das Game. Aber ihre Liebe zu Nick hatte interessanterweise eine ganz andere Wirkung als man erwarten würde. Das war eine sehr ehrliche (auch sexuelle) Anziehung von ihrer Seite. Dadurch fand ich das Ende auch sehr bewegend und romantisch. Die Kussszene war keine Szene für den notgeilen Typen, sondern das Ende einer Liebesgeschichte. Hat mir gefallen und interessant, dass gerade dieses Game sowas bot.
 
Das ist aber etwas, dass mir generell schon häufig aufgefallen ist. Egal, ob jetzt ein selbsterstellter Charakter, aber auch genauso sehr vorgegebene Charaktere wie Nathan Drake, der Master Chief, Lara Croft und alle anderen, ein Großteil aller Spieler sieht sich selbst immer noch wenigstens in geringen Teilen in ihrem Charakter reflektiert, weswegen wir ja auch häufig nicht so richtig stark definierte Charaktere vorgegeben kriegen, und wenn doch werden diese meistens verspottet.

Da ist es dann auch für den durchschnittlichen Dudebro "eklig" zu sehen, wie der eigene Charakter einen Mann küsst. Da würde mich tatsächlich mal interessieren, wie es statistisch aussieht um Spiele wie Mass Effect oder Dragon Age. Wo dann auch heterosexuelle Männer einen weiblichen Charakter spielen, aber dann automatisch immer auch die Romance mit einem weiblichen Gruppenmitglied eingehen, weil lesbische Beziehung ist ja hot, und igitt, ich will doch nicht sehen, wie meine Shepard dann Jacob küsst oder so...
 
Also die Wahl hatte ich glaub ich noch nie und ich würde sie so auch nicht treffen. Gerade in nem Videospiel ist der Beziehungsstatus für mich überhaupt nicht relevant, ob die Person dadurch schwach wirkt oder nicht. Da spielen doch ganz andere Aspekte ne Rolle.

Natürlich nicht. Man nimmt, womit man sich selbst am besten identifizieren kann oder was man sehen will. Es geht aber auch eher darum, dass Entwickler (aktiv) heterosexuelle Frauen vermeiden, obwohl sie eine weitaus größere Bevölkerungsgruppe sind.

Das ist aber etwas, dass mir generell schon häufig aufgefallen ist. Egal, ob jetzt ein selbsterstellter Charakter, aber auch genauso sehr vorgegebene Charaktere wie Nathan Drake, der Master Chief, Lara Croft und alle anderen, ein Großteil aller Spieler sieht sich selbst immer noch wenigstens in geringen Teilen in ihrem Charakter reflektiert, weswegen wir ja auch häufig nicht so richtig stark definierte Charaktere vorgegeben kriegen, und wenn doch werden diese meistens verspottet.

Da ist es dann auch für den durchschnittlichen Dudebro "eklig" zu sehen, wie der eigene Charakter einen Mann küsst. Da würde mich tatsächlich mal interessieren, wie es statistisch aussieht um Spiele wie Mass Effect oder Dragon Age. Wo dann auch heterosexuelle Männer einen weiblichen Charakter spielen, aber dann automatisch immer auch die Romance mit einem weiblichen Gruppenmitglied eingehen, weil lesbische Beziehung ist ja hot, und igitt, ich will doch nicht sehen, wie meine Shepard dann Jacob küsst oder so...

Uncharted ist da übrigens auch ein interessantes Beispiel. Spielt man in den Hauptteilen Drake, zeigt Chloe offen ihre Sexualität bzw. ihre Anziehung zu ihm und kokettiert mit lasziven Sprüchen. Spielt man dann Chloe in The Lost Legacy wirkt sie asexuell.

Ich versteh schon nicht, warum ich ne Frau spielen sollte, wenn ich die Wahl habe.
Da ich hetero bin, wüsste ich auch nicht, warum ich eine schwule Beziehung in einem Spiel wählen sollte. Aber: es sollte die Möglichkeit geben für die, die es wollen.

Es geht in erster Linie natürlich nicht um die Wahl. Ich habe das Beispiel nur gebracht, weil natürlich auch ich als heterosexueller Mann lieber lesbische Beziehungen sehe als eine Frau, die aktiv ihrer Heterosexualität nachgeht.

Ich habe das Gefühl, ihr versteht die Problematik dahinter nicht. Am besten den Post mal lesen.

Doch, ne Frau spiele ich schon gerne, wenn sich die Wahl ergibt. Auch bei Ego-Spielen wie zuletzt Prey.

Auch ein interessantes Beispiel. Spielt man Morgan als Mann in Prey, ist er heterosexuell. Spielt man Morgen als Frau, hatte sie eine Beziehung mit einer anderen Frau.
 
Wenn es ne Frau zu wählen gibt, nehme ich eigentlich immer die Frau. Grund? Weil fast jeder nen Mann spielt. So zumindest mein Eindruck
 
Es geht in erster Linie natürlich nicht um die Wahl. Ich habe das Beispiel nur gebracht, weil natürlich auch ich als heterosexueller Mann lieber lesbische Beziehungen sehe als eine Frau, die aktiv ihrer Heterosexualität nachgeht.

Also ich sehe und verstehe die Problematik schon. Und es wird sicherlich auch so sein. Das Prey-Beispiel zeigt's ja auch. Aber ich würde mich da trotzdem herausnehmen. In Serien und Filmen sehe ich z.B. sehr gerne Frauenrollen, die selbstbewusst und aktiv ihrer Heterosexualität nachgehen. HBO-Serien sind voll von solchen Beispielen.
 
Uncharted ist da übrigens auch ein interessantes Beispiel. Spielt man in den Hauptteilen Drake, zeigt Chloe offen ihre Sexualität bzw. ihre Anziehung zu ihm und kokettiert mit lasziven Sprüchen. Spielt man dann Chloe in The Lost Legacy wirkt sie asexuell.
Habe Lost Legacy noch nicht gespielt, und die alten PS3-Teile nur in Let's Plays sehen können, aber zumindest in den Trailern zu LL hatte ich auch ähnlich das Gefühl, dass sie von der Personality leicht anders wirkte, als in den alten Teilen wo sie ja doch recht viel mit Nathan flirtete...

Muss aber sagen, dass ich das schon sehr schade finde, da mich das "Problem", dass mein Charakter eine sexuelle Anziehung zu einem anderen Geschlecht als das von mir selbst präferierte hat, nicht so richtig betrifft.
Spiele grade Fallout 4 aus Jux nochmal und musste von vorne anfangen, da ich als ich meine Pro gekriegt hab, vergessen hab meinen Spielstand mit zunehmen. Beim ersten Run zum Launch hatte ich einen männlichen Charakter und Piper ge-romanced, jetzt spiele ich einen weiblichen Charakter und romance MacCready. Auch bei den Bioware-RPGs habe ich so viele Spiel-Durchläufe gemacht, dass ich nahezu jede Beziehung mit jedem irgendwie mal durch (hihi) hab.

Ist halt nur schade, weil in Spielen, die feste Charaktere haben, man durch diesen Trend viel weniger Variation hat. Grade was weibliche Protagonisten in AAA-Spielen angeht, gleichen die sich nahezu auf ein Haar heutzutage, wie es letzte Gen in der Shooter-Welle der weiße, dunkelhaarige CoD-Soldat mit Bartstoppeln, den man überall in Spielen gesehen hat.
 
Uncharted ist da übrigens auch ein interessantes Beispiel. Spielt man in den Hauptteilen Drake, zeigt Chloe offen ihre Sexualität bzw. ihre Anziehung zu ihm und kokettiert mit lasziven Sprüchen. Spielt man dann Chloe in The Lost Legacy wirkt sie asexuell.

...weil sie in lost legacy niemanden anziehend fand?
 
Natürlich nicht. Man nimmt, womit man sich selbst am besten identifizieren kann oder was man sehen will. Es geht aber auch eher darum, dass Entwickler (aktiv) heterosexuelle Frauen vermeiden, obwohl sie eine weitaus größere Bevölkerungsgruppe sind.



Uncharted ist da übrigens auch ein interessantes Beispiel. Spielt man in den Hauptteilen Drake, zeigt Chloe offen ihre Sexualität bzw. ihre Anziehung zu ihm und kokettiert mit lasziven Sprüchen. Spielt man dann Chloe in The Lost Legacy wirkt sie asexuell.



Es geht in erster Linie natürlich nicht um die Wahl. Ich habe das Beispiel nur gebracht, weil natürlich auch ich als heterosexueller Mann lieber lesbische Beziehungen sehe als eine Frau, die aktiv ihrer Heterosexualität nachgeht.

Ich habe das Gefühl, ihr versteht die Problematik dahinter nicht. Am besten den Post mal lesen.



Auch ein interessantes Beispiel. Spielt man Morgan als Mann in Prey, ist er heterosexuell. Spielt man Morgen als Frau, hatte sie eine Beziehung mit einer anderen Frau.

Ich sehe da jetzt ehrlich gesagt nicht so ein Problem. Ich finde es zwar auch gut, wenn ein Spiel das mal aufgreift - oder noch besser die Wahl bietet - aber als Standard in der Gaming Branche möchte ich das eher nicht. Es gibt auch imo schlicht keinen großen Markt dafür. Wenn ich mit Aloy Rache nehme und Robotorsaurier kille, will ich bestimmt nicht nebenbei noch ne tiefgründige heterosexuelle Beziehung miterleben (müssen). Vor allem deshalb nicht, weil es nur sehr wenige talentierte Designer gibt, die sowas umsetzen können, ohne nervig und/oder peinlich zu sein.
 
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