Ohne das jetzt groß ausführen zu wollen (auch weil es dann weiter in andere Bereiche geht), bin ich schon der Überzeugung, dass Sprache es vermag, auch Stereotypen zu bilden und zu festigen.
Das will ich gar nicht bestreiten, da ich die Sprache bzw. Kommunikation ebenfalls als mächtig erachte. Mächtig genug um der Sache habhaft zu werden ABER in diesem Fall konzentrieren wir uns nur auf einen Teilaspekt der Sprache, nämlich zu sehr auf die Syntax, statt auf Semantik und Pragmatik, was nicht hinreichend zu sein scheint. Wie bereits erwähnt, die geschlechtergerechte Sprache will einen Zustand herbeiführen den anderen Sprachen bereits besitzen, da sie sich aufgrund ihrer Grammatik erst gar nicht damit herumschlagen müssen, stehen aber dennoch vor exakt denselben Problemen, die manche dadurch zu lösen glauben.
Es gilt die Bedeutung zu ändern und nicht die Zeichen zu ändern. Deswegen finde ich zB solche Kampagnen [Link eines obigen Posts] tausendmal sinnvoller als dieses manchmal schon wahnhaft betriebene Unterfangen der geschlechtergerechten Sprache. Es muss von Medien, Werbung und nicht zuletzt von den Eltern ein anderes Rollenbild vorgelebt werden und solche Kampagnen sind hier mMn viel wirkungsvoller als im Aktionismus auf einigen Zeichen herumzureiten, der bei denen, die sich gegen diesen Eingriff wehren, im schlimmsten Falle nur zu einer noch vehementeren Ablehnung der Gleichberechtigungsdebatte führt. Das wäre schade, denn die Idee der geschlechtergerechten Sprache ist ja nur ein Teilaspekt der Gleichberechtigung - meiner Meinung nach eben der fragwürdigste.
