Wir haben fast den ganzen Schocktober geschafft, zwei Filme sind aber noch offen. Ich hatte heute eigentlich einen ganz anderen Film auf dem Plan doch dieser Film wurde mir gestern ans Herz gelegt mit dem Hinweiß das dies ein absoluter Tipp ist. Ich habe ihn gesehen und wusste sofort das ich ihn heute unbedingt vorstellen muss. Einige haben sicher auch noch nie davon gehört und ich muss ihn einfach empfehlen sodass ihr auch in den Genuss des Filmes kommt. Ich rede von:
Nr. 30:
Suspiria (1977)
Gleich zu Beginn muss ich sagen das dieser Film einschlägt und einen danach prägt. Er ist so anders und außergewöhnlich, man kann einfach gar nicht aufhören zu schauen. Kurz zur Story: Suzy Bannion reist von Amerika ins deutsche Freiburg, um an einer renommierten Ballettschule ihr tänzerischen Können auf Weltklasse-Niveau zu bringen. Was Suzy nicht weiß: Innerhalb der düsteren Gemäuer der Tanzschule gehen unheimliche Dinge vor. Ein Mädchen nach dem anderen wird auf bizarre Weise ermordet. Story ist eigentlich recht simpel, aber die Umsetzung und visuelle Darstellung sind absolut fantastisch. Hier wird ein wahrer Klassiker des Horror-Genres und der bis heute beste Film des "italienischen Hitchcocks" Dario Argento geboten.
Suspiria ist ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk, das alle Sinne des Zusehers beansprucht, um nicht zu sagen bombardiert. Argento experimentierte hier mit speziellen Spiegeln und manipulierten Linsen in der jeder Winkel des Bildschirms leuchtet, selbst die Nacht-Szenen sind nicht schwarz, sondern in dunkles rot getaucht. Die Sehnerven des Zusehers werden permanent reiz überflutet. Ebenso fantastisch und vorallem prägend ist hier die ungemein effektive Filmmusik von Dario Argentos Haus-und-Hof-Band Goblin
. Es gibt eine bestimmte Melodie die immer wieder auftaucht und in jeder Szene so dermaßen verstärkt das man noch ein bisschen mehr zusammen zuckt. Unglaublich stark. Die Todesszenen sind auch heute noch sehr gut gemacht, 1977 mussten diese wohl einen neuen Standard gesetzt haben. Sehr gut wie man sich diese Szenen auch heute noch anschauen kann. Einziges Manko des Films ist das Ende bzw die Auflösung des Plots. Wirkt leider zu random, was man noch verschmerzen könnte aber wie der Gegner dann bekämpft wird geht dann zu schnell. Der gesamte Aufbau dahin ist klasse, spannend und ohne langweilige Punkte gemacht, das hätte man auch beim Final Act noch bisschen ausbauen können. Das bleibt aber auch das einzige was man hier anmerken kann, sonst ist das Ding einfach ein Meisterwerk. Hier wird was sehr schönes, fast schon großes geboten was jeder gesehen haben sollte.
7,5/10