Mir hat die vierte Staffel gut gefallen, an die ersten beiden kommt aber - wie schon die dritte Staffel - auch sie nicht heran.
Während viele die erste der drei Episoden am schwächsten fanden, würde ich die letzte als schwächste bewerten. Mir ging "Das letzte Problem" zu sehr ins Melodramatische mit einem mir zu perfekten Antagonisten, ungewohnten Logiklöchern und einem recht unglaubwürdigen Schauplatz. Wirkte alles recht konstruiert und mit allem um Sherlock herum gerade zum Ende hin etwas gehetzt. Ich will den Begriff der Abstrusität eigentlich vermeiden, aber erstmalig (und leider ausgerechnet im Staffelfinale) habe ich das Gefühl gehabt, dass die Serie ein wenig den Faden und damit ihre eigentlichen Stärken verliert. Dagegen war die zweite Episode das zweifellose Highlight der Staffel.
Umso mehr wünsche ich mir daher eine fünfte Staffel, die beweist, dass Sherlock und Watson wieder zu alter Stärke finden und - so banal es klingt - einfach "nur" mysteriöse Mordfälle mit Deduktionen aller Art lösen. Keine Familientragödien, dafür wieder einen starken Bösewicht aufbauen, der eine oder mehr Staffeln trägt. Ist natürlich leichter gesagt als getan, immerhin hat die Serie spätestens mit Staffel 4 in Sachen Dramatik, Charakterbeziehungen und Extremsituationen schon so ziemlich alles auf die Spitze getrieben. Da noch einen "Wow"-Effekt zu liefern, dürfte schwierig werden.
Und fraglich ist ja bekanntlich bei Sherlock auch, ob und wenn ja wann eine nächste Staffel letztlich kommt. Freeman und Cumberbatch werden von Jahr zu Jahr populärer und beschäftigter. Beide sind eingebunden in die Marvel-Filme. Ich befürchte, dass es wohl drei Jahre (wenn nicht länger) dauern dürfte, ehe sich die Türen zur 221b Baker Street wieder öffnen.