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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich hab' dazu ja auch ein Seminar im Studium gehabt "Sprache und Gender" o. ä. und muss sagen, dass es eigentlich nur od. hauptsächlich über die Sprache geht, wenn man etwas in den Köpfen ändern will. Von daher muss ich @Alexicious in jedem Punkt Recht geben.
Finde die Diskussion darum aber auch sehr spannend. Vieles ist aber auch so dermaßen festgefahren in den Köpfen, so z. B., dass sich Sprache nicht ändern würde oder sogar dürfe. Was so tatsächlich ja auch die AfD raushaut. Das ist halt einfach total falsch. Deswegen nutze ich, zumindest in wissenschaftlichen Arbeiten auch nur noch die Gendergerechte Schreibweise.

Finde deine Anekdote deiner Kindheit aber auch sehr interessant, @Alexicious. Meine Kindheit war eigentlich positiv überwiegend durch meine Mutter geprägt, dadurch, dass mein Vater sehr narzisstisch ist und mich und meine Geschwister so behandelt hat, wie man Kinder nicht mehr behandeln sollte. Das und die Krankheit meines Vaters hat mich natürlich total geprägt und ich bin heute selber Vater und meine Frau arbeitet als Ärzt_in, während ich studiere.
 
Als ich mein erstes Auto damals ein wenig pimpen wollte hab ich meine damalige Freundin gefragt ob sie mir das Fahrwerk für den Karren nicht einbauen könne. Da hab ich aber von paar Kumpels blöde Sprüche geerntet die im Kfz Bereich tätig sind. :ugly:
War mir egal. Sie wusste wie das geht und ich hab was gelernt.
 
Ohne jetzt alles im Detail vorher gelesen zu haben, aber ich finde es schon schwer, in das Verhaltensmuster "zurückzufallen" oder es damit erklären zu wollen, dass die Unterschiede (welche auch immer) nunmal einfach so sind.

Unsere Kultur hat sich eben dahin entwickelt, es war nicht immer gleich und untersteht immer jeglichen Wandel, also da auf den Status Quo zu pochen (wie bei der Sprache im Allgemeinen auch, wie @Monkey47 schon geschrieben hat), ist einfach nicht richtig.

Warum also nicht sich dem nähern, was die Biologie uns vorgibt?
Kulturell gesehen gibt es bei uns nur Mann und Frau (äußert sich an so profanen Dingen wie Anrede, Toiletten, etc.) und wir haben recht deutliche Vorstellungen davon, wie ein Mann oder eine Frau sich zu Verhalten hat, was Aufgrund unserer Erziehung und Sozialisation auch einfach in uns steckt, ohne, dass das jetzt als gut oder schlecht zu bewerten wäre.

Biologisch gesehen gibt es nunmal einfach mehr, in anderen Ländern ist es normal, dass ein sog. 3. Geschlecht kulturell existiert und diesem auch Räume/Sprache etc. geschaffen werden.

Warum uns also dem nicht annähern, sei es jetzt auch erstmal nur der Frau/Mann Sache?
Die bestehenden Geschlechter (bzw. der Mann) verlieren ja dadurch nichts, es wird ja nur um einige Dinge erweitert.
Und das sollte für eine offene, aufgeklärte, wissenschaftliche und sich ständig verändernde Gesellschaft doch kein Problem darstellen.
 
Gibt's denn da überhaupt 'ne neutrale Anrede wenn nicht Mann oder Frau?

Viele non-binary oder genderfluid Menschen bevorzugen ein Plural-"sie", wenn man über sie spricht und vermeiden Anreden auch völlig. Vor- und Nachname eben.

@Alexicious
Wie identifierzierst du dich denn? Nicht als Weiblich?

Doch, mittlerweile schon. Ich hab aber auch eine Zeit gebraucht, um mit mir ins Reine zu kommen und zu akzeptieren, dass etwa kurze Haare, andere optische Merkmale, bestimmte Klamotten/Hobbies/Vorlieben, usw. ebenfalls alles "weiblich" sein kann und vor allem auch darf.

Genau darum geht es mir ja auch. Dass Frauen nicht abfällig als "Mannsweib" tituliert werden oder als "unweiblich" oder gar "eklig" angesehen werden, wenn sie sich dagegen entscheiden, ihren Körper so herzurichten, wie das momentan noch vorherrschende Bild von "Weiblichkeit" es einfordert.

Ich möchte erreichen, dass es aufhört, dass kleine Mädchen mit kurzen Haaren und Sport-Hobbies sich in Frage stellen (lassen müssen), weil über sie gesagt wird "an der ist ein Junge vorbeigegangen".

Ich bin nicht genderfluid, aber an manchen Tagen ist mir dennoch eher nach Makeup und Kleid, an anderen eher das komplette Gegenteil und das eine schließt das andere für mich eben nicht aus.

Anderes Beispiel: Wenn ein cis-Mann Wimperntusche aufträgt oder einen Rock trägt, ist er für mich auch nicht sofort trans, schwul oder Crossdresser. Ich gehe einfach erstmal davon aus, dass das einer ist, der einfach Röcke mag und seine Augen so ansprechender findet.

Wenn ein Junge mit Puppen spielen möchte, ist das für mich kein Grund zur Panik. Ich gehe eher davon aus, dass aus dem mal ein gutes Elternteil werden könnte.
 
Warum also nicht sich dem nähern, was die Biologie uns vorgibt?
Kulturell gesehen gibt es bei uns nur Mann und Frau

Biologisch gesehen gibt es nunmal einfach mehr

DAS musst du mir jetzt erklären, auch wenn ich mich vielleicht bis auf die Knochen blamiere.

Es gibt biologisch gesehen mehr als Mann und Frau? Echt jetzt? Mal von "Zwittern" abgesehen.

Ist es nicht eher so, dass es als Geschlechter (also biologisch gesehen) nur männlich und weiblich gibt? Und der ganze Rest sich im Kopf eines Menschen ggfls. im Laufe des Lebens entwickelt? Das ändert aber doch nicht die ursprüngliche Biologie.

Genau wie mit der Sprache. Und die deutsche Sprache bietet wie fast keine andere Sprache auf der Welt die Möglichkeit, jeden so anzusprechen, wie es sich gehört.

Sehr geehrter Herr @CandleWaltz

Sehr geehrte Frau @Alexicious

Sehr geehrte Damen und Herren

Sehr geehrte Studentinnen, sehr geehrte Studenten (Frauen werden in den letzten beiden Anreden sogar zuerst genannt)

Sehr geehrtes Konsolentreff

Sehr geehrte(r) Dr. Zimtzicke

Und wenn mir eine augenscheinliche Frau sagt, dass sie in Wirklichkeit jetzt ein Mann ist, dann spreche ich sie eben als Mann an.


Gerade im Bereich der Sprache fühlt sich das für mich nach Aktionismus an, um nach aussen hin zu symbolisieren, dass sich etwas verändern muss.
 
DAS musst du mir jetzt erklären, auch wenn ich mich vielleicht bis auf die Knochen blamiere.

Es gibt biologisch gesehen mehr als Mann und Frau? Echt jetzt? Mal von "Zwittern" abgesehen.

Ist es nicht eher so, dass es als Geschlechter (also biologisch gesehen) nur männlich und weiblich gibt? Und der ganze Rest sich im Kopf eines Menschen ggfls. im Laufe des Lebens entwickelt? Das ändert aber doch nicht die ursprüngliche Biologie.

Genau wie mit der Sprache. Und die deutsche Sprache bietet wie fast keine andere Sprache auf der Welt die Möglichkeit, jeden so anzusprechen, wie es sich gehört.

Sehr geehrter Herr @CandleWaltz

Sehr geehrte Frau @Alexicious

Sehr geehrte Damen und Herren

Sehr geehrte Studentinnen, sehr geehrte Studenten (Frauen werden in den letzten beiden Anreden sogar zuerst genannt)

Sehr geehrtes Konsolentreff

Sehr geehrte(r) Dr. Zimtzicke

Und wenn mir eine augenscheinliche Frau sagt, dass sie in Wirklichkeit jetzt ein Mann ist, dann spreche ich sie eben als Mann an.


Gerade im Bereich der Sprache fühlt sich das für mich nach Aktionismus an, um nach aussen hin zu symbolisieren, dass sich etwas verändern muss.
Biologisch gesehen gibt es mehr, ja. Da das aber auch kein Feld ist, auf dem ich mich zu Hause fühle, überlasse ich das lieber anderen oder Google.
Aber anerkannt ist es schon seit einiger Zeit: http://www.tagesspiegel.de/wissen/g...gibt-mehr-als-zwei-geschlechter/13386730.html

Zu den Anreden, da wäre ja eine geschlechtsneutrale Anrede gut. Ich muss auch mal suchen, ob ich was zu den Ländern finde (z.B. Mexico), wie die dieses "Problem" sprachlich, und darüber hinaus, lösen.

Sprache ist da einfach ein plastisches Mittel, mit dem man eine Änderung so gut verdeutlichen kann.
Fällt mir immer auf, wenn ich ältere Texte lese, wie antiquiert das alles klingt und sich da in vielen Bereichen einfach Dinge geändert haben, die jetzt common sense sind.
Also warum nicht in der Sprache progressiv denken und einige Dinge versuchen durchzusetzen, die dann auch irgendwann in den Köpfen ankommen und so zur Normalität werden?
 
Biologisch gesehen gibt es mehr, ja. Da das aber auch kein Feld ist, auf dem ich mich zu Hause fühle, überlasse ich das lieber anderen oder Google.
Aber anerkannt ist es schon seit einiger Zeit: http://www.tagesspiegel.de/wissen/g...gibt-mehr-als-zwei-geschlechter/13386730.html

Zu den Anreden, da wäre ja eine geschlechtsneutrale Anrede gut. Ich muss auch mal suchen, ob ich was zu den Ländern finde (z.B. Mexico), wie die dieses "Problem" sprachlich, und darüber hinaus, lösen.

Sprache ist da einfach ein plastisches Mittel, mit dem man eine Änderung so gut verdeutlichen kann.
Fällt mir immer auf, wenn ich ältere Texte lese, wie antiquiert das alles klingt und sich da in vielen Bereichen einfach Dinge geändert haben, die jetzt common sense sind.
Also warum nicht in der Sprache progressiv denken und einige Dinge versuchen durchzusetzen, die dann auch irgendwann in den Köpfen ankommen und so zur Normalität werden?
steht da irgendwo welche das sind und warum? beim lesen raucht mir der schädel, daher hab ichs nur überflogen.
 
Also warum nicht in der Sprache progressiv denken und einige Dinge versuchen durchzusetzen, die dann auch irgendwann in den Köpfen ankommen und so zur Normalität werden?

Das frage ich mich auch immer. Sprache ist von sich aus sehr flexibel und das hat seine Gründe. Aber anstatt zu kommunizieren, errichtet man mit strikten Gesetzen Mauern, deren Durchbruch getadelt werden muss. Und gerade im mitteleuropäischen Raum ist man noch peinlich stolz darauf.
 
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