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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich bin immer wieder überrascht, wie schrecklich unentspannt die Welt 2016 immernoch tickt.

Ich stehe ja dazu, dass es in der Beziehung zwischen Mann und Frau auch heute noch zumindest teilweise gesunde, richtige und wichtige Rollenverteilung gibt.

Ich stehe auch dazu, dass ich manchmal sexistische Machosprüche raushaue, in denen oft auch einfach ein Stück Wahrheit steckt.

Man sollte aber seine Denke und sein Handeln immer wieder neu überdenken und nie stehen bleiben.

Ich kenne einige Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle. Zuallererst muss man festhalten, dass das Menschen wie du und ich sind. Sie haben Ängste und Sorgen, sie lachen und weinen, sie machen ihren Job und sind Teil unserer Gesellschaft. Die Tatsache, dass man viele nichtmals erkennt, weil sie sich nicht erkenntlich machen wollen, zeigt schon ein Problem unserer Gesellschaft. Man muss Angst vor dem eigenen Ich haben.

Really, was juckt es mich, ob ein Mann einen Mann liebt? Oder eine Frau eine Frau? Oder beides?

Wer muss denn hier bitteschön Angst haben, mal an eine Transe zu geraten, der/die es dann auch noch verheimlicht? Die, die ich kenne, gehen sehr ehrlich und teils sogar progressiv damit um, wenn man sich die Mühe macht, jemanden als Mensch kennenzulernen. Und wenn man an einen/eine gerät, die es verheimlicht... nun, ich bin als Hetero auch schon an Frauen geraten, die mir im Vorfeld über gewisse Dinge nicht die Wahrheit gesagt haben. Es gibt immer und überall solche und solche. So what?

Ich hab in Köln mal an der Theke ein vermeintliches Mädel angemacht, hab sie befummelt und dann festgestellt, dass da unten was ist, was ich da so irgendwie nicht erwartet habe. :ugly: Ich hab zwar zuerst geguckt, wie eine Kuh wenn's blitzt, aber danach haben wir gelacht und es ist nichts passiert.

Und wenn ich mal mit einem transsexuellen Mann Sex haben sollte, der mir vorher nichts gesagt hat, dann... ja, was dann? Fällt mir dann ein Arm ab? Werde ich sterben? Bin ich für den Rest meines Lebens psychisch lädiert? Really? Wenn's geil war und ich mich dem Menschen hingezogen fühle, dann ist es eben so. Wenn nicht, dann nicht. Wie bei Hetero-Frauen auch.

Eigentlich ist das Leben ganz einfach.
 
Ich blende da gar nichts aus. Ich respektiere und akzeptiere jeden der sich mit seinem angeborenen Geschlecht nicht identifizieren kann. Mehr sogar noch, denn ich besitze soviel Empathie, dass ich mir vorstellen kann, wie unglaublich schlimm sowas für einen betroffenen Menschen sein muss.

Trotzdem werde ich ja wohl für mich entscheiden dürfen, ob ich mit so einem Menschen intim werden möchte/kann oder nicht. Und ich könnte das eben nicht.
So weit bin ich da eigentlich bei dir.
Aber wenn mir die Frau gefällt, was hindert mich daran? Ich glaube ich hätte Angst vor den Reaktionen der Gesellschaft. Ich glaube das is bei mir das Problem und das irgendwie traurige.
 
Wir sind da wohl als Gesellschaft auch einfach noch nicht soweit das solche Dinge keine Rolle mehr spielen. Umso mehr Respekt gebührt den Menschen die in solchen und auch vielen anderen Belangen wertvolle Pionierarbeit leisten.
 
Ist es nicht völlig absurd, dass diese Frauen vor dem Flirten sagen sollen, dass sie eine Geschlechtsumwandlung hinter sich haben? Gerade weil die Gesellschaft das so abstoßend findet (obwohl es dank moderner Medizin wirklich teilweise gar keinen erkennbaren Unterschied zwischen diesen und anderen Frauen gibt), werden sie es natürlich immer verschweigen.

Zum Glück steigt bei solchen Themen die gesellschaftliche Akzeptanz. Im Mittelalter vermutete man Dämonen bei behinderten Kindern, vor 80 Jahren hat man sich gegen die Rassenmischung gewehrt und jetzt sollen Menschen am besten ein Schild mit ihrem gebürtigen Geschlecht tragen. Ich hoffe, dass in 50 oder 100 Jahren die Freundin und andere Menschen in dieser Situation ihre Vergangenheit nicht verschweigen müssen und trotzdem als Frauen (oder je nachdem Männer) angesehen werden.
 
pansexualität. ich wusste gar nicht, was es alles für begriffe gibt.

gendern ist echt so ne sache. in meiner welt gibt es ungefähr 2 geschlechter: männer und frauen. ab und zu haut die natur einen raus, dann werden "zwitter" (ich mein das nich abwertend oder böse, falls man das so verstehen kann) geboren. wie ich gestern gelernt habe sind das also intersexuelle. und dann gibts ja noch die frau, im körper eines mannes, die lieber ein mammut wäre.

tut mir leid, ich komme da nicht mit. und ganz ehrlich: es ist mir auch egal. soll jeder sein was er/sie/es will und sich oder dem eigenen geschlecht einen eigenen namen geben, den es noch nicht gibt, weil die welt keine rücksicht nimmt und was weiß ich...

ich finde die diskussionen darüber insgesamt albern und lächerlich. das tut mir ehrlichgesagt leid, weil ich diesen menschen nix böses will und sicher will ich mich über niemanden lustig machen oder erheben (es sei denn es ist ein rechter, aber wir sind hier nicht im politikthread).

aber sind wir doch mal ehrlich: ist das normal? nein, ist es nicht. normalität oder "die norm" zeichnet sich dadurch aus, dass es die überweigende mehrheit betrifft und die sind nunmal männer oder frauen.

ist es aber deswegen schlimm oder verwerflich? nein, auf keinen fall. diese menschen fühlen so, sehen sich so. das sollte, das muss man akzeptieren. ich hab ja auch keine ahnung, wo das herkommt. ob das eine psychische erkrankung ist, ob da etwas im gehirn auf die falsche stelle drückt oder ob das keinen "grund" hat, sondern einfach so vorkommt. nicht, dass das was ändern würde.

womit ich wieder beim thema wäre: es ist mir egal. egal bedeutet in dem fall aber auch, dass ich das nicht totquatschen muss/will. dass es mir auf den sack geht, falls sowas wie ein schild vor sich hergetragen wird: seht her, ich bin anders! mein geschlecht hat einen neuen namen und im grunde besteht es nur aus mir!

das erinnert mich an den vielfachen umgang mit homosexualität. es wird ja auch erwartet, dass homosexualität in der gesellschaft als "normal" angesehen wird. dabei gibt es neben homosexuellen und veganern wenig gruppen die so penetrant ihre ansichten oder neigungen vor sich hertragen und sich permanent als opfer darstellen, dass eine normalisierung in der gesellschaft fast gar nicht möglich ist. ich teile die meinung, die hier schon mal genannt wurde: erst wenn ich es nicht mehr erwähnen muss, ist es in der normalität angekommen.

ich bin der überzeugung, dass homosexuelle sich in unserer gesellschaft nicht mehr wirklich verstecken müssen. anders, als in vielen anderen ländern der welt. ja, wir sind noch nicht am ende der entwicklung, aber ich denke insgesamt auf einem guten, auf dem richtigen weg.

etwas entspannung täte jedem gut. und deshalb finde ich es auch unangebracht, auf gerri und seine meinung einzuschlagen. er möchte keinen sex mit einer person, die mal ein mann war. na und? ich möchte keinen sex mit männern, mit dicken oder ungepflegten frauen. mit bodybuilderinnen, mit frauen rechter gesinnung oder sonstwas. würde es mich stören mit einem ehemaligen mann geschlafen zu haben? keine ahnung. würde ich es vorher wissen wollen? ja, vermutlich schon.
ob ihr wollt oder nicht: es verändert die situation. und so wenig, wie die person etwas dafür kann im falschen körper zu leben, so wenig kann ihr gegenüber etwas für ihr gefühl dass es doch irgendwo ein mann ist. ich finde, das sollte man ihr auch zugestehen. denn im gegensatz zur akzeptanz von homosexualität ist das etwas, was einen persönlich direkt betrifft. und man kann das, so denke ich zumindest, sehr wohl für sich selber ablehnen ohne der betroffenen person ihre daseinsberechtigung abzusprechen oder ihr vorzuwerfen krank oder nur ein witz der natur zu sein.

zu diesem thema gibt es übrigens auch einen plot in der großartigen serie ally mcbeal. da wird, wie ich finde, interessant mit dem thema gearbeitet und es auch ganz gut dargestellt. dass das alles eben nicht so einfach ist und die konfrontierte person nicht einfach nen schalter umlegen kann.
 
War denn schonmal jemand in der Situation?
Klingt hier ja so, als ob man sich vor männerfressenden Transgendern regelrecht verstecken müsste.

Ich weiß nicht, woher der Gedanke kommt, dass bestimmte Personengruppen sexuell besonders aktive "JägerInnen" seien...
Meine beste Freundin ist eine lesbische, asexuelle Transfrau, der könnte man eine hochattraktive Frau um den Bauch binden und sie würde keinen Sex wollen.

und jetzt sollen Menschen am besten ein Schild mit ihrem gebürtigen Geschlecht tragen.

Das paradoxe ist eben, dass ängstliche menschen gern wohlgeordnete Schubladen haben möchten und brauchen, in die sie ihre Umwelt einsortieren und stecken können. Aber wenn die Menschen, die nicht in diese engen Laden passen (wollen), sich dann bequemere herrichten, damit sie für die ängstliche Meute passender "sortiert" werden können, dann gefällt den Ängstlichn das eben auch nicht. Schon gar nicht, wenn sie dann eben auch ihr eigenes "Label" (nämlich cisgender) aufgedrückt bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber wie auch immer. Wenn ihr solche Menschen als Betrüger und als Transvestiten abstempelt, seid ihr halt intolerant und urteilt über diese Menschen noch bevor ihr euch mit ihnen auseinandergesetzt habt.
Ich würd mich mit ihm auseinandersetzen, es geht hier nicht um Ausgrenzung. Trotzdem würde ich mich von niemandem deswegen anlügen lassen. Hier gehören doch immer noch zwei dazu, wie wäre es daher, an beide zu denken? Und die Begründung, dass der andere es vielleicht nicht merken könnte, ist ja wohl denkbar schlecht. Wenn zwei zusammenfinden die das geil finden, ist alles super.
 
Ein ganzer interessanter Einblick in die Welt der Kathoey (thailändische Ladyboys) und der Stellung innerhalb der thailändischen Kultur, bietet im übrigen John Burdett in seinen Crime-Romanen. Nur mal so nebenbei, weil die Frage irgendwann hier kurz angeschnitten wurde.
 
das mag ja sein, aber sie hatten bei mir jetzt nicht unbedingt den eindruck erweckt, er würde diesen menschen ihre daseinsberechtigung absprechen. und da stehen dann die reaktionen, die er erhalten hat auch nicht unbedingt im richtigen verhältnis.
Ist halt auch ein emotionsbeladenes Thema, in dem die eine Seite die andere Seite nicht so ganz versteht teilweise.
Ich finde es halt immer schwierig, wenn so stark verallgemeinert wird und "andersartigen Personen" bestimmte Attribute zugesprochen werden, die eigentlich nur ins Negative gehen.
 
Ich würd mich mit ihm auseinandersetzen, es geht hier nicht um Ausgrenzung. Trotzdem würde ich mich von niemandem deswegen anlügen lassen. Hier gehören doch immer noch zwei dazu, wie wäre es daher, an beide zu denken? Und die Begründung, dass der andere es vielleicht nicht merken könnte, ist ja wohl denkbar schlecht. Wenn zwei zusammenfinden die das geil finden, ist alles super.

Du nennst sie einen 'er' und behauptest solche Frauen würden sich nur verkleiden. Ja, doch, das ist Ausgrenzung.
 
Ist halt auch ein emotionsbeladenes Thema, in dem die eine Seite die andere Seite nicht so ganz versteht teilweise.
Ich finde es halt immer schwierig, wenn so stark verallgemeinert wird und "andersartigen Personen" bestimmte Attribute zugesprochen werden, die eigentlich nur ins Negative gehen.
ja, da bin ich bei dir, aber am ende hat er nur gesagt, dass er sowas vorher wissen möchte und es dann ablehnt. was ja nicht heißt, dass er die person als solche ablehnt.
 
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