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Megabahnstreik - was denkt ihr?

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Auch das finde ich in der ganzen Diskussion sehr daneben. So ein "Profilneurotiker" befiehlt nicht mal eben einen Streik. Dem geht eine Urabstimmung der Mitgliederbasis voraus. Sympathisch ist der Typ mir auch nicht, aber wenn man sich darum schert sollte man in diesem Land wohl besser nicht Chef einer Gewerkschaft oder genauso auch der Deutschen Bahn werden. Es ist nicht seine Aufgabe mich bei seinem Anblick zum Lächeln zu bringen.

Für mich ist der Streik auch inhaltlich sehr begründet, kenne Leute bei der Bahn, die davon betroffen sind. Einer ist jahrzehntelang Betriebsrat, hat sogar schon ein Buch geschrieben, da schlackert man nur mit den Ohren über den Umgang mit den Mitarbeitern. Aber wie schon gesagt über den Inhalt und die Materie unterhalte ich mich nicht mehr. Das ist mir zu müßig :)

Wenn man sieht, wie sich die Politik in Dinge einmischen will, zu denen sie gesetzlich eigentlich mal gepflegt die Schnauze zu halten hätte, bringt mich das eigentlich weit mehr zum Kotzen. Wenn man dann auch noch hört, dass man am liebsten die Rechte der Richter in Karlsruhe einschränken möchte, weil die in letzter Zeit zu "unbequeme Entscheidungen gefällt haben", dann tendiert das für mich persönlich in Richtung Verfassungsfeindlichkeit.

Für mich sind die weinenden Persönchen, die N24 nachher wieder vor die Kamera zerrt genauso unerträglich (ich freu mich aber trotzdem drauf sie nachher zu sehen), wie Leute, die nach der "zweiten Kasse" schreien, weil drei Leute vor ihnen dran sind oder bei Hotlines anrufen, weil der Mitarbeiter zu unfreundlich war. Ich kann das alles nicht mehr ernst nehmen und habe auch kein Mitleid - da für nichts und niemanden Solidarität zurückkommt. Aussagen wie "Die sollen ja streiken, aber nicht auf unseren Rücken", kann ich eh nicht begreifen. Die Leute hören sich ja selbst nicht mehr zu, wenn sie sauer sind. Meist bekomme ich das Gefühl, Mitarbeiter in diesen Bereichen werden als rechtelose Diener angesehen, die dafür zu sorgen haben, dass man genauso pünktlich am Montag morgen zur Arbeit kommt, wie am Sonntag morgen um 3 von der Zechtour wieder nach Hause.

Qft!
 
Ja bin halt selbständig und bringe mich selbst dazu soviel zuarbeiten. Ja ich bin sicherlich in gewisser Weise mein eigener Sklave aber trotzdem frei und muss vor niemandem kriechen oder mich rechtfertigen.
 
Wenn sich die ganzen Vorstände die Säcke vollhauen kräht kein Hahn danach aber wenn der Arbeiter mehr fordert dann wird ein Thread erstellt :ugly:

Das sagt schon viel aus in welche Richtung es schon seit einigen Jahren in diesem Land geht :dhoch:
 
Du arbeitest also augenscheinlich nicht in Italien ;D Da kriecht man mit knapp 70% Abgaben als Selbstständiger, aber schon ganz gewaltig. Streiken kann man als Selbstständiger dann auch nicht wirklich.
 
Wenn sich die ganzen Vorstände die Säcke vollhauen kräht kein Hahn danach aber wenn der Arbeiter mehr fordert dann wird ein Thread erstellt :ugly:

Das sagt schon viel aus in welche Richtung es schon seit einigen Jahren in diesem Land geht :dhoch:
Und dass andere Arbeiter dadurch nicht zu ihrer Arbeit kommen ist okay? Ok.
 
Und dass andere Arbeiter dadurch nicht zu ihrer Arbeit kommen ist okay? Ok.

Ich kann/will mich nicht an der allgemeinen Diskussion beteiligen, weil mir dazu schlicht das Wissen fehlt, aber dein letzter Punkt ist doch mit einer der Punkte, die ein Streik ja auch erreichen will.

Ein Streik der niemanden erreicht interessiert auch nicht.
 
Was ist an der Wahrung der im Grundgesetz verankerten Rechte noch gleich maßlos? (Stichwort Tarifautonomie)

Vielleicht solltest du dich mal informieren, worum es der GDL bzw. dessen Mitglieder wirklich geht. Die haben jedes Recht auf dieses Streik! Einer Schlichtung und somit ein Verzicht auf seine im GG verankerten Rechte würde nur ein völliger Vollidiot zustimmen. Die Bahn verweigert sich hier eindeutig dem GG und dies auf Kosten aller Bahnkunden
Naja, Weselsky will mit dem Streik vor allem mehr Macht als die EVG besitzen. Für mich ist dies kein Grund für einen Streik zu Lasten der Bevölkerung. Was die Forderungen für die Arbeitnehmer betrifft ist man sich ja ziemlich Nahe gekommen. Denke da wären viele schon froh 4,7% mehr zu bekommen. Jetzt ist das aber nicht entscheidend für den Streik. Und da kommt für mich eben die Maßlosigkeit ins Spiel. Ginge es alleine um die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung, dann hätte ich dafür Verständnis. Aber wer nun ein Mitspracherecht einfordert für Mitarbeiter fremder Arbeitnehmergruppen, handelt sicherlich nicht unbedingt im Sinne aller Mitglieder der GDL wenn dabei eine Einigung mit der Bahn ausgeschlossen wird.

Aber das ist nur meine Meinung. Ginge es tatsächlich nur um den Arbeitnehmer bei dem Streik, könnte ich das unterstützen. Politisches profilieren hat meiner Meinung immer einen faden Beigeschmack, wenn man mit einem Streik diese Macht eben auch missbraucht.
 
Och ich denk mal, das viele sie einfach als selbstverständlich hinnehmen und sich um deren Belange einen Dreck scheren. Sieht man ja auch an den vielen Statements, die die Medien so einfangen. Und ich glaub irgendwie kaum, dass sie die besonders klugen absichtlich rausschneiden. Da es eben keine Diener sind, ja nicht mal Beamte, muss man diese von der Politik hausgemachten Arbeitskämpfe dann auch einfach mal hinnehmen. Wenn der Betrieb normal läuft, setze ich natürlich auch voraus, dass sie ihren Job machen wofür sie bezahlt werden, genauso wie sie das von mir verlangen, wenn sie bei mir vorbeikommen würden. Bei der Arbeit streikt man halt nicht, aber: Beim Streik wird eben auch nicht gearbeitet. Wenn mir einer der "Die-sollen-ja-streiken,aber..."-Klugschnacker erklären würde, wie ein Lokführer streiken soll, ohne dass der Zug stehen bleibt, wäre ich sicherlich ein wenig schlauer.

Und "überstrapaziert" ist wieder so ein Wort, das generell zu Streiks in Deutschland eigentlich gar nicht passt. Auch nicht zu dem, was die GdL bisher so gemacht hat. Die Kunden am Bahnsteig pöbeln sich die Köpfe auch schon in der ersten Stunde eines nicht mal eintägigen Warnstreiks rot, als wäre das infrastrukturlose Dritte-Welt-Land nahe.
 
Naja, Weselsky will mit dem Streik vor allem mehr Macht als die EVG besitzen. Für mich ist dies kein Grund für einen Streik zu Lasten der Bevölkerung. Was die Forderungen für die Arbeitnehmer betrifft ist man sich ja ziemlich Nahe gekommen. Denke da wären viele schon froh 4,7% mehr zu bekommen. Jetzt ist das aber nicht entscheidend für den Streik. Und da kommt für mich eben die Maßlosigkeit ins Spiel. Ginge es alleine um die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung, dann hätte ich dafür Verständnis. Aber wer nun ein Mitspracherecht einfordert für Mitarbeiter fremder Arbeitnehmergruppen, handelt sicherlich nicht unbedingt im Sinne aller Mitglieder der GDL wenn dabei eine Einigung mit der Bahn ausgeschlossen wird.

Aber das ist nur meine Meinung. Ginge es tatsächlich nur um den Arbeitnehmer bei dem Streik, könnte ich das unterstützen. Politisches profilieren hat meiner Meinung immer einen faden Beigeschmack, wenn man mit einem Streik diese Macht eben auch missbraucht.


4,7% hört sich erst einmal ganz supi an aber in zwei Stufen und bei einer Laufzeit von 29 Monaten ist es nicht wirklich gut ;) Die EVG fordert hier im übrigen ganze sechs Prozent :gerri:

Das ist aber eh nicht der wirkliche Streitpunkt! Der Knackpunkt ist die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn. Diese machen genau die gleiche Arbeit und haben zusätzlich sogar noch weitere Aufgaben, sollen aber schlechter bezahlt werden. :vogel: Des weiteren möchte die GDL eben auch für all ihre Mitglieder Tarifverträge abschließen können. Also lediglich ihr durch das GG gegebenes Recht nutzen. Dies aber verweigert die Bahn! Man will eben unbedingt unterschiedliche Regelungen für ein und dieselbe Mitarbeitergruppe vermeiden... Diese gibt es allerdings bereits jetzt bei der Bahn und diese darf es auch geben. Die Lokführer kämpfen hier auch in erster Linie nicht um eigene Interessen, sondern für die Kollegen (Lokrangierführer & Zugbegleiter) So etwas ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich.

Welche anderen Möglichkeiten haben die Mitarbeiter? Streik ist die einzigste Handlungsmöglichkeit und das dies eben zu Lasten der Bevölkerung geht, ist nun einmal leider so und lässt sich nicht vermeiden. Die GDL muss sich auch nicht bei der Bevölkerung beliebt machen! Die müssen nur für ihre Mitglieder kämpfen und genau das wird hier gemacht :dhoch:
 
Lese da nur die pure Angst der EVG vor Machtverlust raus :gerri: Also was man der GDL aktuell so gerne vorwirft :D

Würdest du dich als GDL-Mitglied nicht auch von der GDL vertreten lassen wollen und als EVG-Mitglied eben von der EVG? Ich schon! :waah: Sehe daran absolut nix verwerfliches
 
Lese da nur die pure Angst der EVG vor Machtverlust raus :gerri: Also was man der GDL aktuell so gerne vorwirft :D

Würdest du dich als GDL-Mitglied nicht auch von der GDL vertreten lassen wollen und als EVG-Mitglied eben von der EVG? Ich schon! :waah: Sehe daran absolut nix verwerfliches
Naja, die EVG überlegt ja auch zu streiken. Dann aber eben nur um tatsächliche Arbeitnehmerthemen umzusetzen. Eine Kooperation zwischen EVG und GDL wäre aus meiner Sicht nach auch sinnvoll, aber das scheint nicht im Interesse der GDL zu sein. So wird ein zusätzlicher Konkurrenzkampf zwischen den Gewerkschaften geschürt, was aus meiner Sicht nur noch zu mehr Streitereien in Zukunft führen wird. Und diese sind dann auch wohl immer mit Streiks verbunden.

Wie gesagt, Streiken schön und gut. Wenn es um Arbeitnehmerthemen geht auch okay. Aber vor nem Streik sollten ernsthafte Verhandlungen stehen. Und da sollte eben die GDL mit der EVG lieber zusammenarbeiten, als dass da jeder sein eigenen Süppchen kocht. Zumal die Forderungen eben nicht meilenweit auseinander liegen.
 
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