Sega: "Wir wollten damals mit Sony eine Konsole bauen"
24.02.15 - Kurz bevor Sony mit der PlayStation 1994 auf den Markt kam, gab es Pläne, dass Sega und Sony gemeinsam eine Konsole bauen. Das sagte Tom Kalinske, ehemaliger Präsident und CEO von Sega in der Zeit von 1990 bis 1996, in einem Interview auf GamesIndustry.
Das Unterfangen scheiterte aber, weshalb Kalinske Sega den Rücken kehrte. Seiner Meinung nach konnte Sega seitdem auch nicht gegen Sony, Microsoft oder Nintendo im Hardware-Geschäft bestehen.
Kalinske meint, dass Sega heute noch gut aufgestellt sein könnte, hätte der Konzern vor rund zwanzig Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen. Sega und Sony hatten damals die Möglichkeit, zusammenzuarbeiten.
Kalinske, Olaf Olafsson (Sony Interactive CEO) und Mickey Schulhof (Sony Corporation of America Präsident und CEO) hatten vereinbart, gemeinsam eine Konsole zu bauen. Die Entwicklungskosten wollten sie sich teilen, ebenso die möglichen Verluste in den Anfangsjahren.
Sega war in den 80er und frühen 90er Jahren Sony im Bereich Spiele-Software haushoch überlegen und hätte sein Wissen und seine Marken in den Deal miteingebracht. Kalinske sah in dieser Zusammenarbeit einen großen Gewinn für Sega.
Die Kooperation wurde Sonys Geschäftsführung vorgeschlagen, die zustimmte und sie als "großartige Idee" bezeichnete. "Ob wir das Ganze dann Sega-Sony oder Sony-Sega genannt hätten, wen interessiert's? Wir gingen dann zu Sega und der Vorstand lehnte die Idee ab, was meiner Meinung nach die dämlichste Entscheidung in der Geschichte des Unternehmens war", sagt Kalinske.
"Und von dem Augenblick an, hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass sie in Japan noch länger die richtigen Entscheidungen treffen können." Daraufhin verließ Kalinske Sega.
Quelle:
www.gamefront.de