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Niemand hat sie geprügelt und niemand hat sie totgeschrien. Man hat sich nur angesehen, wem die hinterher rennen und was für Aussagen sie gemacht haben (uns nein, ich meine nicht dieses windelweiche, hinterhergeschobene "Positionspapier") und hat dann darauf reagiert!

Vielleicht sollten sie sich mal klar werden, warum sie so unzufrieden sind und was sie eigentlich stört. Und dann müssen sie den Dialog suchen. Einfach nur stumm irgendwo mitrennen und eine fiktive Islamierung für alle ihre Probleme und Sorgen verantwortlich zu machen, ist zwar bequem, aber auch ... mir fällt kein anderes Wort ein: dumm. Und wenn sie nicht für dumm gehalten werden wollen, dann müssen sie sich schon ein wenig mehr anstrengen.
 
Ich kann Pediga weiterhin "nur" als Symptom begreifen und nicht als echte Bewegung. Und wenn man nicht damit anfängt, diese Symptome ernstzunehmen und etwas gegen die Ursachen zu tun, dann wird eines, vielleicht nicht allzu fernen Tages, eine richtig organisierte Bewegung entstehen, mit den richtigen Führungskräften und die wird sich von der unzufriedenen Masse in die Parlamente wählen lassen.

Und ich kann nicht mal sagen, dass dies nicht sogar mit einer gewissen Richtigkeit passieren würde. Man bekommt immer mehr den Eindruck, dass es mit dem etablierten Kräften bergab geht. Sie verlieren massiv an Glaubwürdigkeit und reagieren meist entnervt oder mit oberlehrerhafter Arroganz. Das ist Merkels Ära der Alternativlosigkeit! Die etablierten Parteien spielen uns etwas vor und hinter verschlossenen Türen besteht seit Jahren Konsens über das, was tatsächlich getan werden "muss". Man versucht uns seit Jahren einen wirtschaftlichen Höhenflug vorzugaukeln, aber davon kriegen immer Weniger etwas ab. Das System an sich ächzt und stöhnt an allen Ecken. Die Schulen sind marode und oft in einem nahezu hoffnungslosem Zustand, immer mehr Menschen stürzen in den Niedriglohnsektor ab und die Arbeitslosenzahlen werden konsequent frisiert. Es wird alles nur noch schöngeredet und gerechnet und die Medien sind meist nur noch dafür da, uns das alles hübsch und alternativlos zu servieren. Und dann heißt es plötzlich wieder pathetisch, es wären unsere Werte, die wir hier und dort verteidigen müssen. Tatsächlich gibt es überhaupt keine Werte, die wirklich etwas zählen, wenn es darum geht unsere Interessen durchzusetzen.
Ich kann schon verstehen, wenn es vor allem die alten Ossis sind, die immer öfter sagen, dass haben wir alles schon mal erlebt. Die Leute spüren, dass sie belogen werden und ihnen wahre Alternativen vorenthalten werden.
 
Spricht ja auch nichts dagegen wenn man gegen sowas auf die Straße geht und ECHTE Missstände anprangert. Aber wer schon mit der Patriotismuskeule daher kommt und gegen Gespenster demonstriert den kann man nur belächeln. Das Volk ist hier eindeutig in einer Selbstbildungspflicht um die wahren Probleme im Land zu erkennen. Aber eine Gesellschaft die sich von RTL und Bildzeitung ernährt hat halt nur eine sehr begrenztes Denkspektrum und sobald die Probleme sich zu sehr verstricken und das begreifbare übersteigen lässt der Drang nach dagegen vorzugehen. Also sucht man sich primitivere Feindbilder die man einfacher denunzieren kann und schon ist der Pöbel hell auf.
 
Eben. Dann sollten die Unzufriedenen und gefühlt zu kurz Gekommenen mal erläutern, was sich hinter dem Symptom verbirgt. Der aufkommende Islamismus ist es ja wohl kaum. Und die sonst so geäußerte Melange an Nölereien kommt kaum über das allgemeine "ich bin mit der Allgemeinsituation unzufrieden" hinaus. Was soll man damit anfangen?

Heinz Bude hat das in der letzten ZEIT schön analysiert: es geht den Leuten zwar gut, aber sie fühlen sich nicht wertgeschätzt und denken, daß sie unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Eine Mischung aus Neid, Mißgunst und verpaßten Chancen.
 
Eben. Dann sollten die Unzufriedenen und gefühlt zu kurz Gekommenen mal erläutern, was sich hinter dem Symptom verbirgt. Der aufkommende Islamismus ist es ja wohl kaum. Und die sonst so geäußerte Melange an Nölereien kommt kaum über das allgemeine "ich bin mit der Allgemeinsituation unzufrieden" hinaus. Was soll man damit anfangen?

Dazu hättest du ja eigentlich nur mal vor die Haustür gehen brauchen, um mit den Menschen zu reden.
 
Klar, bei Montagsdemo selber natürlich, da war mit reden ja auch nicht viel. Aber ich wohne ja auch sonst in der Stadt und nicht in einer geschlossenen Wessi-Community ;)
 
Würde wahrscheinlich schon reichen, wenn wir mal wieder eine seriöse Partei hätten, die konservative Politik vertritt. Der Politikbereich ist ja verwaist, seit Merkel links zum Überholen angesetzt hat und alle ernsthaften Konkurrenten ausgeschaltet hat oder klein hält. Ist nur noch die CSU übrig und das sind keine Konservativen sondern Schwachköpfe und Irre :D.
 
Eine seriöse, konservative Partei hätte aber deutlich weniger Wählerpotential, als die heutige CDU. Da ändern auch einige unzufriedene Konservative nichts dran. Das weiß auch Mutti Merkel :D
 
ja sie werden wütend wieder die cdu wählen :D

Und wenn man sich mal anschaut, wie die sächsische CDU so aufgestellt ist, dürften sich dort viele PEGIDA-Anhänger gut aufgehoben fühlen. Heute in der SZ dazu: Der sächsische Irrweg. Ich meine, der Jugendverband der CDU nennt sich dort ernsthaft "Junge Union Sachsen & Niederschlesien", wtf? Heißt der saarländische Verband "Junge Union Saarland & Elsass-Lothringen"? :O_o:

Und von mundtotmachen kann man beileibe auch nicht reden @Frequenzberater. Dazu auch ein Gastkommentar aus der heutigen SZ: kolossale Bühne für die Rassisten von Pegida. Sicher nicht in allen Punkten sehr akkurat analysiert, aber über zu wenig Aufmerksamkeit und öffentliche Wahrnehmung kann sich Pegida nun wahrlich nicht beschweren. Dass sie es dennoch nicht geschafft haben ein wirkliches Anliegen zu artikulieren und man sich weiter mit den ominösen und diffusen "Ängsten der Menschen", die man doch bitteschön ernst nehmen müsse, zufrieden geben muss, ist umso erstaunlicher.
 
Dass sie es dennoch nicht geschafft haben ein wirkliches Anliegen zu artikulieren und man sich weiter mit den ominösen und diffusen "Ängsten der Menschen", die man doch bitteschön ernst nehmen müsse, zufrieden geben muss, ist umso erstaunlicher.

Das ist eigentlich nur in der Hinsicht erstaunlich, dass alle Beteiligten so diszipliniert waren und konsequent geschwiegen haben. Keine Pöbeleien, keine Meinungsäusserungen gegenüber der Presse lautete das Credo der Pegida-Führer und das haben sie durchgehalten.

Ansonsten ist es nicht erstaunlich. In dem Moment, wo man sich für oder gegen etwas entscheidet, gefährdet man natürlich auch die Teilnehmerzahlen. Es ist wohl strategisch klüger gewesen, sich unter dem größten gemeinsamen Nenner zu versammeln.

Insofern hat der SZ-Artikel natürlich Recht, das war ne super Werbeveranstaltung für die neue Rechte. Hunderttausende haben zuhause vor dem TV sicherlich zustimmend genickt.
 
Und glaubt ihr wirklich dass die ganzen Pegidas dann alle einfach verschwinden? Die Leute lösen sich doch nicht einfach in Luft auf. Man hat sie erfolgreich klein geprügelt, aber die Frustration wird weiter wachsen. Unbequeme Meinungen tot zu schreien ist sicher nicht das Prinzip einer gut funktionierenden Demokratie. Ich prophezeihe, dass das Echo gewaltiger zurück kommt als vielen lieb ist. Und dann ist das Geheule wieder groß und keiner versteht warum.
Was hat das denn mit unbequemen Meinungen zu tun?!
 
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