The Guest
Der neuste Film von Autoren-Regie-Gespann Simon Barrett und Adam Wingard, die uns bereits fantastische Genreperlen wie verschiedene Kurzfilme (bspw. in der Horror-Sammlung
V/H/S) oder den genialen Home Invasion-Slasher
You're Next beschert haben. Auch
The Guest reiht sich nahtlos in ihre sehenswerte Filmografie ein und stellt im weitesten Sinne wieder einen Home Invasion-Thriller dar. Diesmal aber mit weniger Horror und Blut, dafür aber mehr schwarzem Humor, Psychospielchen und Action - von letzterer aber deutlich weniger als der etwas falsch aufgezogene Trailer vermuten lässt.
Worum es geht? Um David (erschreckend sympathisch: Dan Stevens), einem gut aussehenden, charmanten und überaus hilfsbereiten Ex-Soldaten, der eines Tages bei Familie Peterson vor der Haustüre steht, um Anteil am Tod ihres Sohnes und seines guten Soldaten-Freundes zu nehmen. Von nun an wird er ein schützendes Auge auf die Petersons haben, hat er ihm im Tode versprochen. Und dieses Versprechen löst er nun ein.
The Guest ist kein simpler Schnellschuss-Action-Thriller, sondern ein gewitzter (Psycho-)Thriller, der an den richtigen Stellen spannende Fragen aufwirft, den Zuschauer lange Zeit im Unklaren über die Absichten der Beteiligten lässt und somit bis zum actionreichen Finale gut unterhält. Ich würde den Film am ehesten als "Independent-Bourne mit schnörkelloser 80er Jahre-Inszenierung" beschreiben. Die Story ist nämlich gut gestrickt, auch wenn sie das Rad nicht neu erfindet, und erzeugt eine angenehme Grundanspannung. Die filmische Umsetzung ist reduziert, geradlinig, spielt aber sehr schön mit Musik und den gelungenen Settings. Action wird nur sehr selten, dann aber treffsicher in kurzen, handgemachten Gewaltausbrüchen eingesetzt. Und der düstere Humor, der eher zwischen den Zeilen stattfindet, sorgt immer wieder für ein herzhaftes Grinsen.
Dan Stevens mimt den einerseits beängstigend unterkühlten und zwielichtigen, andererseits aber auch zuvorkommenden und charmanten Soldaten dabei ganz hervorragend und wird von einer zauberhaften und ausdrucksstarken Maika Monroe unterstützt, von der wir in Zukunft hoffentlich noch mehr sehen werden. Ich mag die starken und weniger stereotypen Frauenbilder, die Barrett und Wingard in ihren Filmen zeichnen.
Runder Film, würde ich sagen. Obwohl die Handlung im Endeffekt ziemlich wenig bietet und der rasante Action-Trailer die falsche Geschwindigkeit vermittelt, ist
The Guest ein spannender und die meiste Zeit über sehr "cooler" Thriller, der sich glücklicherweise nicht nur auf Action verlässt, sondern stattdessen interessante Home Invasion-Aspekte aufgreift und genau die richtige Mischung aus bösem Witz, Brutalität und Spannungsmomenten bietet.
7/10 Cosmopolitans