The Guard
In Galway an der Westküste Irlands sorgt Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) für Recht und Ordnung. Aber wirklich ernst nimmt er seinen Job nicht. Da kommt es schon mal vor, dass einem Unfallopfer die Drogen geklaut und diese gleich selbst konsumiert werden. Die Lieferanten für solche Muntermacher interessieren Boyle kaum, auch nicht, als ein Mord zu beklagen ist. Doch mit der Ankunft des FBI-Agenten Wendell Everett (Don Cheadle) ändert sich dies. Der afroamerikanische Spezialist hat dem Kokainschmuggler-Ring den Kampf angesagt.
Doch Everett merkt schnell, dass im Westen Irlands vieles anders abläuft als in den USA. Damit er nicht vollkommen verloren ist, wird ihm ausgerechnet der leicht rassistische Boyle an die Seite gestellt. So ist Boyle zuerst mehr Hindernis als Hilfe für den FBI-Agenten. Als jedoch Boyles junger Partner Aidan McBride (Rory Keenan) verschwindet, die Drogenschmuggler seine Lieblingsprostituierte bedrohen und ihn versuchen zu bestechen, ist für Boyle Schluss mit lustig.
Schon der Start ist gelungen:
Sgt. Boyle blickt in die nasskalte Landschaft, wirft sich Amphetamine von gerade bei einem Autounfall verunglückten Jugendlichen ein und lässt danach den Satz "what a beautiful fuckin' day" folgen.
Der Film ist zwar eher gemächlich, hat aber trotzdem auch ein wenig Action zu bieten und wird nie langweilig. Dazu kommt Boyle der einfach genial ist. Da müssen sich Don Cheadle und Mark Strong hinten anstellen. Wobei auch das Verbrechertrio seine Szenen hat und munter drauflos philosophieren.
Jedenfalls ein sehr toller Film mit einer coolen Location, guter Story und schwarzem Humor.
8/10
Jersey Boys
Der junge Francis Castelluccio (John Lloyd Young) lebt in einem armen Viertel New Jerseys und hält sich mit seinen älteren Kumpels Tommy (Vincent Piazza) und Nick (Michael Lomenda) mit kleinen krummen Geschäften über Wasser. Abends stehen Tommy und Nick mit ihrer Band Variety Trio auf der Bühne und heizen dem Publikum mit frischen Popklängen ein. Als Frankie als Gastsänger für das Trio auftritt und die Zuschauer begeistert zurücklässt, wird er in die Band aufgenommen. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Die Musiker werden festgenommen und Tommy wandert für sechs Monate ins Gefängnis.
In der Zwischenzeit arbeitet der Youngster, der seinen Namen auf Frankie Valli unbenannt hat, an seiner Karriere. Beschützt und gefördert wird der Junge von Mafiaboss Gyp DeCarlo (Christopher Walken), der vom Talent seines Sprösslings sehr angetan ist. Zusammen mit Nick und nach seiner Entlassung auch mit Tommy unterschreiben sie ihren ersten Plattenvertrag und verpflichten den Songwriter und Keyboarder Bob Gaudios (Erich Bergen). Mit den neuen Songs kommt der Erfolg, und schon bald sind The Four Seasons der neue Stern am Himmel.
Beim Kino hier in der Nähe gibt es seit der Renovation ein Ciné + Diné Programm. Jeweils am Donnerstag kommt ein Film, dazu gibt es ein 3-Gang Menü. Klingt gut und ist es auch. Der Saal ist eigens dafür eingerichtet und das Essen war toll. Auch den Film konnte neben dem Essen gut mitverfolgen.
Leider gibt es nicht eine sehr grosse Auswahl an Filmen, die in diesem Programm gezeigt werden. U.a. kommt „Fading Gigolo“ und „Une Rencontre“. Nicht gerade meine Filme. Da fiel die Wahl halt auf Jersey Boys, die Verfilmungs des gleichnamigen Musical, welches auf der Geschichte der Four Seasons basiert. Und ein Film von Clint Eastwood geht eigentlich immer.
Ich kannte die Four Seasons zuvor noch nicht richtig. Die Songs kennt wohl jeder, aber die Band so gut wie niemand. Die Story ist zwar sehr 08/15-mässig, aber der Film bringt eine gute Stimmung rüber. Die 60er wurden sehr gut umgesetzt und der Dialekt der Jungs aus New Jersey ist einfach toll. Vor allem Vincent Piazza gefiel mir sehr gut. Kann man sich durchaus mal geben, auch weil nicht nur gesungen wird (vom Gesang her würde ich es mit dem Johnny Cash Film vergleichen: Sie singen nur an Konzerten und in Aufnahmestudios). Alles in allem ist der Film etwas zu lang geraten, man hätte einige Szenen kürzen oder sogar ganz rausstreichen können, ohne das es dem Film geschadet hätte. Gute Musik und schöne Bühnenbilder mit einigen noch unbekannteren Schauspielern. Ich war positiv überrascht.
7/10