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Ryse
Der Kampf gegen die Feinde ist recht simpel gehalten. Man hat die Möglichkeit auszuweichen, zu blocken, mit dem Schwert zu schlagen und den Gegner mit dem Schild weg zustoßen um seine Deckung zu öffnen. Die gegnerischen Einheiten bestehen aus nur wenigen nicht individuellen Charaktermodellen, was es aber leicht ermöglicht zu erkennen welche Taktik man gegen diese konkrete Einheit anwenden muss.
Neben dem Schwert stehen auch Pila und Skorpione zur Verfügung. Mit dem Pila können auch über große Distanzen feindliche Einheiten anvisiert und ausgeschaltet werden. Besonders hilfreich ist der Pila gegen Bogenschützen. An manchen Orten stehen auch stationäre Skorpione, die man als riesige Armbrüste mit automatischer Nachladefunktion bezeichnen kann. Man kann sich sicher sein das es diese Waffe zu der Zeit der Römer noch nicht gegeben hat, aber wen interessiert es? Die Waffe weiß zu gefallen und den Anspruch ein vollkommen Historisch korrektes Rom zu zeigen hat das Spiel eh nicht.
Ein nützliches Tool, das man sich für Kämpfe mit einer größeren Truppe von Feinden aufheben sollte, ist der Fokus. Der Fokus verlangsamt die Feinde die sich im Wirkungsradius befinden, man selbst jedoch bewegt sich in normalen Tempo weiter. Die verlangsamten Feinde sind dann nicht mehr in der Lage Angriffe zu blocken und stellen so ein leichtes Opfer dar. Die zum Fokus ausführende Energie wird durch gewonnene Kämpfe erhöht, die vorhandene Energie wird unterhalb der Lebensanzeige dargestellt.
Das Spiel ist übersät von Quick-Time-Events (QTE) die mich aber zu keiner Zeit gestört haben. Manchmal werden wichtige Kämpfe so besonders inszeniert und hervorgehoben. Die am meisten wiederkehrende QTE treten aber während der Hinrichtung, also dem „Finishing“, der Gegner auf. Gegner blinken während der Hinrichtung in zwei verschiedenen Farben auf: Gelb und Blau.
Während
̶ blau bedeutet, dass die „X“-Taste gedrückt werden soll und eine Aktion mit dem Schwert
̶ gelb bedeutet, dass die „Y“-Taste gedrückt werden soll und eine Aktion mit dem Schild
ausgeführt wird. Prinzipiell funktionieren die Hinrichtungen auch ohne drücken dieser Tasten, je schneller man jedoch die entsprechende Taste drückt desto mehr Erfahrungspunkte erhält man. Bei den Hinrichtungen werden Körperteile abgeschnitten, die Kehle durchtrennt… kurz gesagt: Es geht Blutig zur Sache! Die USK 18 Freigabe ist auf jeden Fall gerechtfertigt.
Durch Erfahrungspunkte (EXP) lassen sich alle Charaktereigenschaften upgraden, sowie weitere Hinrichtungsarten kaufen um mehr Abwechslung zu erreichen. Hierbei wird man immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich Upgrades statt mit EXP auch mit Gold kaufen kann, das Gold kann man mit Echtgeld erwerben. Das Spiel ist jedoch auch ohne Gold problemlos spielbar.
Mit dem Steuerkreuz lässt sich der aktive Bonus-Modi auswählen. Es gibt insgesamt 4 verschiedene Bonus-Modi, darunter u. a. das Aufladen der Lebensenergie oder das Erhöhen der vorhandenen Fokusenergie. Der aktive Bonus wird durch eine erfolgreich ausgeführt Hinrichtung ausgelöst.
Die Kampagne ist in 8 relativ kurze Missionen unterteilt. Die Umgebungen der Missionen sind abwechslungsreich so muss in Rom, am Strand, im Dschungel usw. gekämpft werden. Die Handlung war unterhaltsam und durch die Zwischensequenzen gut in Szene gesetzt. Die Bosskämpfe sind in zwei oder mehreren Abschnitten unterteilt, nach jedem Abschnitt erfolgt eine kurze Zwischensequenz und man darf gegen den Boss erneut kämpfen. Der Boss hat nach jedem Abschnitt wieder volle Energie und man muss gegen ihn die identische, stupide, Taktik anwenden.
Am Kampfende gegen den vorletzten Boss Commodus, als man vergiftet wurde und die letzten zwei Wachen ausschalten muss hab ich auch nach vielen Versuchen noch nicht verstanden warum das Drücken der „Y“-Taste (Schild-Angriff), die gewünschte Aktion nicht auslöst. Nach Googeln habe ich dann erfahren das man kurz davor noch die „A“-Taste (Angriff blocken) drücken muss. Das hätte ich nach einer gewissen Zeit bestimmt auch noch so herausgefunden, aber bei einem Spiel das einem sonst alle Anweisungen genau vorgibt bin ich einfach nicht auf die Idee gekommen etwas anderes als das Vorgegebene zu versuchen.
Optisch ist Ryse ein Hingucker, auch wenn sehr selten schlecht aufgelöste Texturen auffallen. Im Großteil sind aber alle Objekte in der Umgebung hoch aufgelöst und detailliert. Ebenfalls scheint es keine Texturen zu geben die erst nachträglich geladen werden. Framerate Einbrüche konnte ich auch in actionreichen Szenen nicht feststellen. Die Gesichtsanimationen der Figuren innerhalb der Zwischensequenzen sind gelungen, jedoch kein wirkliches Highlight. Einige Objekte wirken zu hochpoliert und reflektieren meiner Meinung nach zu stark.
Mir hat das Spiel dauerhaft Spaß gemacht, dazu wird auch die verhältnismäßig kurze Spieldauer von etwa 8 Stunden beigetragen haben. Meine Wertung für das Spiel ist eine 8,0/10 wobei ich hier nur die Singleplayer-Kampagne bewerte, da ich mich mit dem Mehrspielermodus kaum beschäftigt habe.




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