Violet & Daisy
Violet und Daisy (zauberhaft: Alexis Bledel und Saoirse Ronan) sind zwei junge Frauen, fast noch Teenager, beste Freundinnen und tun das, was Mädchen eben so tun. Beispielsweise für das Pop-Sternchen Barbie Sunday schwärmen, die gerade eine neue Modekollektion auf den Markt gebracht hat. Doch woher das Geld für die teuren Kleider nehmen? Ganz einfach: Auftragsmorde. So unscheinbar und hilfsbedürftig ist das liebenswerte Gespann nämlich nicht. Die beiden sind knallharte Killerinnen, die sich ihren Teenager-Alltag mit Auftragsmorden finanzieren.
Violet & Daisy ist ein außergewöhnliches Killer-Drama, ein Film irgendwo zwischen Tarantino, schwarzer Komödie und fast schon melancholischer Tragödie. Einerseits frisch und frech, was vor allem am sympathisch aufspielenden Hauptdarstellerduo bzw. -Trio, wenn man den leider viel zu früh verstorbenen James Gandolfini dazu zählt, liegt, andererseits aber auch unheimlich herzlich, ergreifend und einfühlsam. Im einen Moment kann man noch herzhaft über den Innere-Blutungen-Tanz lachen, während man gleich danach den Tränen nahe ist, nur um daraufhin wieder von einer surreal anmutenden Szenerie verwirrt zu werden.
Violet & Daisy ist nicht unbedingt der klassische Unterhaltungsfilm, sondern vielmehr eine eigenwillige Genrebesonderheit. Irgendwie zäh und ruhig, aber dennoch nie langweilig. Manchmal witzig, dann wieder absurd und tragisch-schön. Getragen von einem überschaubaren, aber grandios spielenden Cast, hypnotisierenden Aufnahmen und einer pointierten, in Kapitel eingeteilten und daher motivierenden, Erzählweise. Ein wenig wie die frühen Werke Tarantinos, nur nicht so blutig und abgehoben. Nichts für Blockbusterfetischisten und sicherlich auch kein moderner Genreklassiker, aber ein absolut sehenswertes und, im positiven Sinne, "besonderes" (Regie)Erstlingswerk von Regisseur und Drehbuchautor Geoffrey Fletcher.
7/10 Innere Blutungen



