Dow Jones
ASCEND TO ULTRA
Walter Isaacson - Steve Jobs - Das Review
Vorüberlegungen
Ich habe vor eine kleine Review zu diesem Buch zu schreiben. Es wird euch nicht entgangen sein, dass ich einer der größten Apple-Fans hier bin und deshalb fürchte ich ein wenig um meine Objektivität, weshalb ich das Review auch in zwei Teile aufteilen muss und werde. Ich war ein Fan von Steve Jobs und seiner Produkte. Ich lasse mich immer noch gerne von seinen Keynotes und Ansprachen faszinieren und ich finde es mehr als nur bedauerlich, dass er gestorben ist.
Zudem habe ich nicht viel Erfahrungen mit Biographien oder Büchern aller Art, die nicht philosophischer Natur sind. Ich las schon einmal eine Biographie von Steve Jobs, lukte in die Bill Clinton hinein und habe mir die letzte Schwarzenegger-Biographie in Vollständigkeit vor die Augen geführt. Wer also Empfehlungsqualität zu schätzen weiß, der kann nur hoffen, dass Alexious das Buch in die Finger kriegt und es liest. Sie hat da wesentlich mehr Kompetenz und auch das größere Bücherregal, wovon ich mich ja auch persönlich überzeugen durfte.
Ich habe das Buch in Deutsch gelesen. Für Englisch habe ich keine Zeit.
Walter Issacson
Ich möchte dem Biographen mehrere Dinge hoch anrechnen. Zum einen hat er mit Jobs mehrmals persönlich gesprochen und hat es trotzdem geschafft sich nicht von ihm einnehmen zu lassen. Das merkt man an einigen Stellen. Nicht nur, dass er immer Jobs‘ Aussagen zu einem Thema und Jobs‘ tatsächliche Handlungen zu diesem Thema kontrastiert auch stellt er bei mehreren Versionen eines Events die Ansicht Jobs‘ neben die der anderen Teilnehmer. Der Leser darf sich nun aussuchen, welcher Interpretation er folgen mag. Auf der anderen Seite lässt er Steve Jobs aber auch nie dämlich aussehen, und versucht ihn zu verreißen. Es mag das schwerste gewesen sein, alle Facetten von Jobs‘ Persönlichkeit gerecht und gerechtfertigt (großer Unterschied) hervorzubringen, aber meiner Meinung nach gelang das sehr gut. Man erkennt die Muster, nach denen sich Jobs bewegt und hört alle Pros und Cons, die verfügbar sind.
Da mag es helfen, dass sowohl Jobs persönlich zu Wort kommt, auch all seine Freunde, seine Familie und seine Konkurrenten und Mitstreiter, ob nun Bill Gates, John Sculley oder die versammelte Truppe von Disney.
Man bekommt einen Einblick in die Unternehmenswelt und den Apple-Kosmos, wird behutsam in die Debatte um geschlossene Systeme, den Desktopkrieg, die Diskussion um Flash oder auch die iCloud, eingeführt, ohne dass es von Jobs zu sehr ablenkt.
Nur in der Mitte des Buches musste ich ein wenig kämpfen, als es um seine Zeit bei NeXT ging. Aber das mag mich inhaltlich einfach nicht interessiert haben.
Der Stil ist, ich verweise noch einmal darauf, dass ich nur die Übersetzung las, praktikabel und zweckgerichtet. Zwei bis Drei Mal musste ich schmunzeln, aber das kann auch so gewollt sein. Es ist nicht trocken wie eine Apothekenzeitung, aber auch nicht besonders einprägsam. Ist vielleicht auch nicht die Aufgabe eines Biographen.
Steve Jobs
Steve, wo soll ich nur bei dir anfangen? Es ist wahrlich nicht leicht, sich mit dir anzufreunden, selbst wenn man dich und deine Leistung wirklich zu schätzen weiß. Du konntest ungeheuer charmant sein, und im selben Moment ein Ungeheuer - und manchmal nur, weil du es konntest. Im Verlaufe des Buches habe ich dich für vieles gehalten und es schwankt ganz ordentlich - wie ein Schiffchen im See, welches mehrmals droht zu kentern. Würde sich nur die Kluft zwischen charmant und böse auftun, wäre es viel einfacher, doch so einfach machst du es einem nicht. Du bist stellenweise, so deutlich muss ich es sagen (es wäre in deinem Sinne), ein Idiot. Schlicht und ergreifend ein Idiot. Ein Idiot, der alles ausgeblendet hat, dass ihm nicht passte. Das brachte tolle Produkte hervor und hat dich und Apple groß gemacht, doch ein toller Vater warst du nicht. Ein toller Ehemann sicher auch nicht. Ich hoffe, du hast erkannt, was du an deiner Familie hattest und ich bin mir irgendwo auch sicher, dass du es wusstest.
Doch ich nehme das einfach mal als Notwendigkeit so hin, eine Notwendigkeit, die es dir ermöglicht hat, all diese tollen Dinge zu erfinden. Als Ikone des digitalen Zeitalters. Und dafür kann man dich nur bewundern. Zwei Seiten einer Medaille. Talent, Konzentration, Perfektion, Kunst, Technik, Begeisterung, Konsequenz, und das wichtige von allem: Mut zum Ausdruck. Genau das lässt sich von dir sagen.
Was nehme ich von dir mit? Wichtige Erkenntnisse, die sich wieder in mir erneuern. Vielleicht genau zwei Dinge: Wer sich für etwas begeistern kann, etwas riskiert und hart dafür arbeitet wird a) sein Leben nicht verschwendet haben und b) wird davon leben können. Wobei mir das erste, genauso wie dir, wichtiger ist. Als Philosophiestudent geht es einem um alles, aber nicht um Profit. Stellenweise hat es mich sehr ergriffen, stellenweise war ich sehr verärgert, dass mein Idol mich enttäuscht hat. Manchmal verwundert und manchmal erheitert. Ich habe es nicht bereut, dass Buch gelesen zu haben, und ich danke dir und dem Autor, dass ich meine Zeit sinnvoll verbrachte.
Es stimmt mich versöhnlich.
Vorüberlegungen
Ich habe vor eine kleine Review zu diesem Buch zu schreiben. Es wird euch nicht entgangen sein, dass ich einer der größten Apple-Fans hier bin und deshalb fürchte ich ein wenig um meine Objektivität, weshalb ich das Review auch in zwei Teile aufteilen muss und werde. Ich war ein Fan von Steve Jobs und seiner Produkte. Ich lasse mich immer noch gerne von seinen Keynotes und Ansprachen faszinieren und ich finde es mehr als nur bedauerlich, dass er gestorben ist.
Zudem habe ich nicht viel Erfahrungen mit Biographien oder Büchern aller Art, die nicht philosophischer Natur sind. Ich las schon einmal eine Biographie von Steve Jobs, lukte in die Bill Clinton hinein und habe mir die letzte Schwarzenegger-Biographie in Vollständigkeit vor die Augen geführt. Wer also Empfehlungsqualität zu schätzen weiß, der kann nur hoffen, dass Alexious das Buch in die Finger kriegt und es liest. Sie hat da wesentlich mehr Kompetenz und auch das größere Bücherregal, wovon ich mich ja auch persönlich überzeugen durfte.
Ich habe das Buch in Deutsch gelesen. Für Englisch habe ich keine Zeit.
Walter Issacson
Ich möchte dem Biographen mehrere Dinge hoch anrechnen. Zum einen hat er mit Jobs mehrmals persönlich gesprochen und hat es trotzdem geschafft sich nicht von ihm einnehmen zu lassen. Das merkt man an einigen Stellen. Nicht nur, dass er immer Jobs‘ Aussagen zu einem Thema und Jobs‘ tatsächliche Handlungen zu diesem Thema kontrastiert auch stellt er bei mehreren Versionen eines Events die Ansicht Jobs‘ neben die der anderen Teilnehmer. Der Leser darf sich nun aussuchen, welcher Interpretation er folgen mag. Auf der anderen Seite lässt er Steve Jobs aber auch nie dämlich aussehen, und versucht ihn zu verreißen. Es mag das schwerste gewesen sein, alle Facetten von Jobs‘ Persönlichkeit gerecht und gerechtfertigt (großer Unterschied) hervorzubringen, aber meiner Meinung nach gelang das sehr gut. Man erkennt die Muster, nach denen sich Jobs bewegt und hört alle Pros und Cons, die verfügbar sind.
Da mag es helfen, dass sowohl Jobs persönlich zu Wort kommt, auch all seine Freunde, seine Familie und seine Konkurrenten und Mitstreiter, ob nun Bill Gates, John Sculley oder die versammelte Truppe von Disney.
Man bekommt einen Einblick in die Unternehmenswelt und den Apple-Kosmos, wird behutsam in die Debatte um geschlossene Systeme, den Desktopkrieg, die Diskussion um Flash oder auch die iCloud, eingeführt, ohne dass es von Jobs zu sehr ablenkt.
Nur in der Mitte des Buches musste ich ein wenig kämpfen, als es um seine Zeit bei NeXT ging. Aber das mag mich inhaltlich einfach nicht interessiert haben.
Der Stil ist, ich verweise noch einmal darauf, dass ich nur die Übersetzung las, praktikabel und zweckgerichtet. Zwei bis Drei Mal musste ich schmunzeln, aber das kann auch so gewollt sein. Es ist nicht trocken wie eine Apothekenzeitung, aber auch nicht besonders einprägsam. Ist vielleicht auch nicht die Aufgabe eines Biographen.
Steve Jobs
Steve, wo soll ich nur bei dir anfangen? Es ist wahrlich nicht leicht, sich mit dir anzufreunden, selbst wenn man dich und deine Leistung wirklich zu schätzen weiß. Du konntest ungeheuer charmant sein, und im selben Moment ein Ungeheuer - und manchmal nur, weil du es konntest. Im Verlaufe des Buches habe ich dich für vieles gehalten und es schwankt ganz ordentlich - wie ein Schiffchen im See, welches mehrmals droht zu kentern. Würde sich nur die Kluft zwischen charmant und böse auftun, wäre es viel einfacher, doch so einfach machst du es einem nicht. Du bist stellenweise, so deutlich muss ich es sagen (es wäre in deinem Sinne), ein Idiot. Schlicht und ergreifend ein Idiot. Ein Idiot, der alles ausgeblendet hat, dass ihm nicht passte. Das brachte tolle Produkte hervor und hat dich und Apple groß gemacht, doch ein toller Vater warst du nicht. Ein toller Ehemann sicher auch nicht. Ich hoffe, du hast erkannt, was du an deiner Familie hattest und ich bin mir irgendwo auch sicher, dass du es wusstest.
Doch ich nehme das einfach mal als Notwendigkeit so hin, eine Notwendigkeit, die es dir ermöglicht hat, all diese tollen Dinge zu erfinden. Als Ikone des digitalen Zeitalters. Und dafür kann man dich nur bewundern. Zwei Seiten einer Medaille. Talent, Konzentration, Perfektion, Kunst, Technik, Begeisterung, Konsequenz, und das wichtige von allem: Mut zum Ausdruck. Genau das lässt sich von dir sagen.
Was nehme ich von dir mit? Wichtige Erkenntnisse, die sich wieder in mir erneuern. Vielleicht genau zwei Dinge: Wer sich für etwas begeistern kann, etwas riskiert und hart dafür arbeitet wird a) sein Leben nicht verschwendet haben und b) wird davon leben können. Wobei mir das erste, genauso wie dir, wichtiger ist. Als Philosophiestudent geht es einem um alles, aber nicht um Profit. Stellenweise hat es mich sehr ergriffen, stellenweise war ich sehr verärgert, dass mein Idol mich enttäuscht hat. Manchmal verwundert und manchmal erheitert. Ich habe es nicht bereut, dass Buch gelesen zu haben, und ich danke dir und dem Autor, dass ich meine Zeit sinnvoll verbrachte.
Es stimmt mich versöhnlich.



