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Verzichtet Ihr, in Zeiten der Maßlosigkeit?

  • Ersteller Ersteller Urgs
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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Urgs schrieb:
Alexicious schrieb:
Vor einigen Jahren war das noch anders, aber der übermäßige Konsum war da bei mir zum Großteil nur Frustshopping, weil ich mit meinem alten Job und mit wenig Freunden im fremden Land so unglücklich war.

Ich finde, das ist ein interessanter Gedanke.
Ist das Kaufen von Luxusartikeln nicht meist eine Art Ersatzbefriedigung? Wenn der Jahresabstand zwischen den Fernsehern immer kürzer wird? Wenn sich die Klamotten im Schrank stapeln und man 10 Hosen hat? Wenn das Kinderzimmer vor Spielzeug überquillt? Kompensiert man mit diesem aggressiven Konsum nicht die eigene Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben?

Um das nochmal aufzugreifen:
Ich stimme da absolut zu. In meinem Fall war das tatsächlich so. Am Anfang war es auch noch richtige Freude, wenn ich mir dann was besonderes geleistet habe (teures Sammlerpüppchen, extrem teure, ausgefallene japanische Markenkleidung) und dann kriegt man plötzlich eine gewisse Aufmerksamkeit, positiv, wie negativ, aber es ist Aufmerksamkeit. Letztendlich hab ich beispielsweise dann nur immer mehr, besondere limitierte Dinge gekauft, um dazuzugehören, bzw. noch besser dazustehen als die anderen im selben Hobbykreis. Wer da besonders viel Geld reinkloppt, "lebt" das Hobby, gilt als besonders erfahren und angesehen. Das war auf Dauer totaler emotionaler Stress, aber jedes mal, wenn ich was neues bestellt und regelrecht "erbeutet" habe, hab ich mich kurze Zeit wieder gut gefühlt, das hielt aber auch nicht lange an...
Nach einem blöden, oberflächlichen Streit ist dann mein beinahe kompletter Freundeskreis aber weggebrochen und da haben mir die teuren Sachen im Schrank absolut nichts mehr gebracht, wirklich gefallen hat mir das auch nicht (mehr) und um mehr als ein paar Püppchen kann ich mich fototechnisch auch nicht kümmern.

Das entsorgen, verkaufen, entrümpeln und aussortieren, was man wirklich noch "braucht", mag und behalten will, war wie ein Aufräumen der Seele. :)
 
Das, was Alexicious beschreibt, ist interessanterweise auch das Ergebnis einiger Studien.
Geld und der damit einhergehende Materialismus sollen Stress und Angstzustände verursachen. Laut dieser Studien sehen Menschen mit Geld Besitz und Wohlstand als eine Art Wettkampf und wollen die Mitmenschen übertrumpfen. Das führt auch dazu, dass man sich langfristig alleine wohler fühlt als in der Gesellschaft, um Probleme zu vermeiden. Menschen, deren Gedanken nicht so oft um Luxusgüter kreisen, suchen hingegen vorrangig den Kontakt.

Es gibt dazu auch eine aktuelle Abhandlung mehrerer Sozialpsychologen. Meine Freundin beschäftigt sich damit aktuell im Studium. Auch wenn es da leider darum geht, wie man dem Menschen so das Geld aus der Tasche ziehen kann (Marketing) und weniger um Psychologie. :D
 
Ich weiss garnicht so recht, was ich schreiben soll.

Wir leben immernoch ganz gut. Wir müssen aber seit dem Haus und dem Kind schon auf einiges verzichten. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden.

Hier im Forum wird ja oft so getan, als wäre ich der "Krösus" (Kommentare Gewinnspiel), weil ich ein Haus habe. Aber das muss halt auch bezahlt werden. Und bei einer halbwegs kurzen Laufzeit fehlt dieses Geld an anderen Stellen. Und ein Kind will auch vernünftig leben...

Aber ich denke, wir haben vorher halbwegs masslos gelebt. Heute guck ich halt etwas genauer, ob das neue Spiel noch in die Finanzen passt. Und wenn nicht, dann eben nicht.
 
Ich hatte mit 12 Jahren so ein Schlüsselerlebnis als ich mir von meinem gesparten Taschengeld mal wieder ein Spielzeug gekauft hatte. Damals habe ich gemerkt, dass dieses Glücksgefühl des Kaufens und "was neues haben" sich sehr schnell abnutzt.

Dieses Erlebnis hat mich dazu gebracht, nachzudenken was mir eigentlich wirklich was gibt im Leben. Freie Zeit war da schnell ein wichtiger Punkt und da der im Gegensatz zu viel arbeiten (wenig Zeit) und viel Geld verdienen (für Dinge die einem im Grunde nichts bedeuten) stehen, versuche ich seitdem mein Leben entsprechend auszurichten.

Manchmal klappts besser, manchmal schlechter. Aber im Grunde bin ich zufrieden.

Ich kaufe mir nur sehr überlegt was und dann eben auch genau das was ich haben möchte und mein Leben auch wirklich bereichert. Die meisten Dinge möchte ich aber glücklicherweise auch gar nicht haben. Nicht mal geschenkt. :I
 
Nunja imo muss sich das in der Waage halten.

Wenn man eine gewisse Zeit arbeitet und gut verdient kann man dafür seine Freizeit umso mehr aufwerten.
 
Alexicious schrieb:
Urgs schrieb:
Alexicious schrieb:
Vor einigen Jahren war das noch anders, aber der übermäßige Konsum war da bei mir zum Großteil nur Frustshopping, weil ich mit meinem alten Job und mit wenig Freunden im fremden Land so unglücklich war.

Ich finde, das ist ein interessanter Gedanke.
Ist das Kaufen von Luxusartikeln nicht meist eine Art Ersatzbefriedigung? Wenn der Jahresabstand zwischen den Fernsehern immer kürzer wird? Wenn sich die Klamotten im Schrank stapeln und man 10 Hosen hat? Wenn das Kinderzimmer vor Spielzeug überquillt? Kompensiert man mit diesem aggressiven Konsum nicht die eigene Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben?

Um das nochmal aufzugreifen:
Ich stimme da absolut zu. In meinem Fall war das tatsächlich so. Am Anfang war es auch noch richtige Freude, wenn ich mir dann was besonderes geleistet habe (teures Sammlerpüppchen, extrem teure, ausgefallene japanische Markenkleidung) und dann kriegt man plötzlich eine gewisse Aufmerksamkeit, positiv, wie negativ, aber es ist Aufmerksamkeit. Letztendlich hab ich beispielsweise dann nur immer mehr, besondere limitierte Dinge gekauft, um dazuzugehören, bzw. noch besser dazustehen als die anderen im selben Hobbykreis. Wer da besonders viel Geld reinkloppt, "lebt" das Hobby, gilt als besonders erfahren und angesehen. Das war auf Dauer totaler emotionaler Stress, aber jedes mal, wenn ich was neues bestellt und regelrecht "erbeutet" habe, hab ich mich kurze Zeit wieder gut gefühlt, das hielt aber auch nicht lange an...
Nach einem blöden, oberflächlichen Streit ist dann mein beinahe kompletter Freundeskreis aber weggebrochen und da haben mir die teuren Sachen im Schrank absolut nichts mehr gebracht, wirklich gefallen hat mir das auch nicht (mehr) und um mehr als ein paar Püppchen kann ich mich fototechnisch auch nicht kümmern.

Das entsorgen, verkaufen, entrümpeln und aussortieren, was man wirklich noch "braucht", mag und behalten will, war wie ein Aufräumen der Seele. :)

In welchem Alter warst du denn da? Das klingt für mich sehr nach pubertärer Phase. Wobei ich dieses Sammeln von Puppen etc. auch eher ins Alter zwischen 5-12 einordnen würde.
Interessant jedenfalls deine Reflektion und dein Standpunkt heute.

Ich würde zwar einerseits behaupten, dass Geld nicht glücklich macht, aber (und jetzt wird mich der alter Philosophen Dow wahrscheinlich in der Luft zerreissen), was ist denn überhaupt Glück? Für mich ist Glück ein Empfinden, das sowieso nur maximal 5-10 Minuten anhält und danach ists halt wieder "normal" oder wie immer. Besonders wenn wir nun von dem Glück sprechen, das aufkommt, wenn wir etwas konsumieren.
Ich hab mir jetzt neulich nen Kindle gekauft ... hab mich 5 min dran gefreut und jetzt ists halt da ...
Viel häufiger freue ich mich zum Beispiel daran, wenn ich meine eigens erbrachte Leistung betrachte (Abnehmen, Sport etc.). Oder Freundschaften, die schon lange anhalten.
 
Ist vielleicht von Person zu Person verschieden. Ich hatte jedenfalls früher kein/kaum Geld und kann deshalb behaupten, mit einem ordentlichen finanziellen Polster bin ich viel glücklicher.
 
Zimtzicke schrieb:
Ich weiss garnicht so recht, was ich schreiben soll.

Wir leben immernoch ganz gut. Wir müssen aber seit dem Haus und dem Kind schon auf einiges verzichten. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden.

Hier im Forum wird ja oft so getan, als wäre ich der "Krösus" (Kommentare Gewinnspiel), weil ich ein Haus habe. Aber das muss halt auch bezahlt werden. Und bei einer halbwegs kurzen Laufzeit fehlt dieses Geld an anderen Stellen. Und ein Kind will auch vernünftig leben...

Aber ich denke, wir haben vorher halbwegs masslos gelebt. Heute guck ich halt etwas genauer, ob das neue Spiel noch in die Finanzen passt. Und wenn nicht, dann eben nicht.

Finde ich übrigens auch ein ganz interessanten Gedankenansatz. Ich weiß in welche Richtung du da denkst. Ich selbst mache mir da auch seit ein paar Monaten so meine Gedanken. Für einen Außenstehenden mag das alles "blöd" klingen, aber wenn man eben ein Haus und damit im Normalfall ein Darlehen ab zu zahlen hat, verzichtet man zwangsläufig an anderer Stelle. Man hat zwar dafür ein schönes Eigenheim aber dies wertet für sich ja auch wieder jeder anders.

Bei mir z.B. ist es zwar auch immer ein Traum mal ein eigenes Haus zu haben, aber in letzter Zeit hinterfrage ich den immer mal wieder. Ich habe das Glück eine gemütliche Eigentumswohnung zu haben in der meine Freundin und ich uns wohl fühlen. Ist auch in der Stadt, wo seit jeher mein Lebensmittelpunkt ist. Dazu hab ich ein paar Ersparnisse, so dass wir normal eigentlich ganz ordentlich leben könnten ohne große Zukunftsängste. Wenn jetzt aber ein Haus auf dem Plan stände, wären alle Ersparnisse weg und dafür noch Schulden dazu. Gedanklich würde ich sicher wesentlich verkrampfter an Ausgaben heran gehen als ich es jetzt mache. Die Frage ist dann, ist es mir das wert? Oder verzichte ich darauf um andere Dinge mehr geniesen zu können?
 
Zimtzicke schrieb:
Ich weiss garnicht so recht, was ich schreiben soll.

Wir leben immernoch ganz gut. Wir müssen aber seit dem Haus und dem Kind schon auf einiges verzichten. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden.

Hier im Forum wird ja oft so getan, als wäre ich der "Krösus" (Kommentare Gewinnspiel), weil ich ein Haus habe. Aber das muss halt auch bezahlt werden. Und bei einer halbwegs kurzen Laufzeit fehlt dieses Geld an anderen Stellen. Und ein Kind will auch vernünftig leben...

Aber ich denke, wir haben vorher halbwegs masslos gelebt. Heute guck ich halt etwas genauer, ob das neue Spiel noch in die Finanzen passt. Und wenn nicht, dann eben nicht.

da ich mich auch gerade in der hausbau-phase befinde, denke ich ganz genauso.

bezüglich spiele muss ich sogar eine gewisse übersättigung feststellen. tut ganz gut, wenn man plötzlich wieder bewusster zockt (und nicht einen stapel abarbeitet...).

@geld: unsere gesellschaft zwingt uns zu einem gewissen standard. also ja, geld macht in gewisser weise glücklich.
 
Das trifft ja nichtmal auf unsere Gesellschaft zu. Geld macht eigentlich nur Probleme. Allein dass du nun behauptest, dass du früher weniger hattest und jetzt mehr, zeigt ja schon, wie beschränkt die ganze Sache ist.
Das ganze klingt jetzt schon ziemlich extrem, aber ich glaube man muss die einzelnen Faktoren erstmal klar definieren. Was ist Geld? Was ist Glück? Und ich glaube, dass da wenig bis kein Zusammenhang (weder kurz-, mittel- noch langfristig) zu finden ist.
 
Ich denke, Du machst das komplizierter, als es eigentlich ist. Geld ist mein finanzieller Verfügungsrahmen und Glück spiegelt meine Zufriedenheit mit meinem Leben wider. Und da ist es nun mal so: mit mehr Geld bin ich glücklicher, als mit weniger Geld. Kann sich vielleicht auch irgendwann umdrehen, aber in diese Regionen bin ich bisher nicht vorgestossen.

Wenn Du natürlich Glück im Sinne von Glück beim Lotto interpretierst, dann hat Geld damit sicher nichts zu tun.
 
maXX schrieb:
Zimtzicke schrieb:
Ich weiss garnicht so recht, was ich schreiben soll.

Wir leben immernoch ganz gut. Wir müssen aber seit dem Haus und dem Kind schon auf einiges verzichten. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden.

Hier im Forum wird ja oft so getan, als wäre ich der "Krösus" (Kommentare Gewinnspiel), weil ich ein Haus habe. Aber das muss halt auch bezahlt werden. Und bei einer halbwegs kurzen Laufzeit fehlt dieses Geld an anderen Stellen. Und ein Kind will auch vernünftig leben...

Aber ich denke, wir haben vorher halbwegs masslos gelebt. Heute guck ich halt etwas genauer, ob das neue Spiel noch in die Finanzen passt. Und wenn nicht, dann eben nicht.

da ich mich auch gerade in der hausbau-phase befinde, denke ich ganz genauso.

bezüglich spiele muss ich sogar eine gewisse übersättigung feststellen. tut ganz gut, wenn man plötzlich wieder bewusster zockt (und nicht einen stapel abarbeitet...).

@geld: unsere gesellschaft zwingt uns zu einem gewissen standard. also ja, geld macht in gewisser weise glücklich.

Beschäftige mich auch gerade mit dem Thema ein Haus zu bauen (lassen).auf der einen Seite bin ich es leid jemand anderes seine Immobilie zu finanzieren(Miete) auf der andern Seite bin ich sehr flexibel und habe keinerlei Schulden.....
 
KakaoKoala schrieb:
Ich würde zwar einerseits behaupten, dass Geld nicht glücklich macht, aber (und jetzt wird mich der alter Philosophen Dow wahrscheinlich in der Luft zerreissen), was ist denn überhaupt Glück? Für mich ist Glück ein Empfinden, das sowieso nur maximal 5-10 Minuten anhält und danach ists halt wieder "normal" oder wie immer. Besonders wenn wir nun von dem Glück sprechen, das aufkommt, wenn wir etwas konsumieren.
Ich hab mir jetzt neulich nen Kindle gekauft ... hab mich 5 min dran gefreut und jetzt ists halt da ...
Viel häufiger freue ich mich zum Beispiel daran, wenn ich meine eigens erbrachte Leistung betrachte (Abnehmen, Sport etc.). Oder Freundschaften, die schon lange anhalten.

Quark, ich zereiße gar keinen in der Luft. Alles was ich versuche zu tun, ist Begriffsklärung. Dabei geht aber die Alltagsintuition nicht verloren. Es scheint mehrere Phänomene zu geben, die den Begriff Glück "verdienen." Fehler haben nur die alten Philosophen gemacht. Die hatten folgendes Problem:

Jede Paraphrase des Begriffes war in deren Augen eine Reduktion des Begriffes Glück. Und durch die Reduktion ging eine wichtige Komponente verloren. Sie wollten ja schließlich DAS Glück suchen, und nicht nur irgendeines. Aber das ist metaphysischer Unsinn.

Wer Glück oder glücklich als Emotion ausbuchstabiert, der kann das ruhig als starke Freude bezeichnen. So wie das der Koala gemacht hat. Jemand, der das glückliche oder gute Leben im Fokus hat, wird mit der emotionalen Bestimmung von starker Freude nicht zufrieden sein. Das ist zu atomistisch und zu kurz gefasst. Diese Leute suchen eher einen Weg zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Es gibt wohl schwerlich ein Ausgeglichenheitsgefühl. Viel mehr könnte man das als Abwesenheit von etwas bezeichnen. Seis drum. Long story short: es gibt mehere Wege Glück zu fassen. Es scheint sich aber abzuzeichnen, dass die kurze Freude über etwas schlichte Konsumgut nicht das ist, was die Leute ausgeglichener und zufriedener macht.
Scheint also mindestens zwei grobe Unterscheidungen zu geben. Wenn man es weiter fasst, dann kann auch die Redewendung "da habe ich ja nich mal Glück gehabt" noch viele weitere Bedeutungen ins Spiel bringen.

Cale schrieb:
Ich denke, Du machst das komplizierter, als es eigentlich ist. Geld ist mein finanzieller Verfügungsrahmen und Glück spiegelt meine Zufriedenheit mit meinem Leben wider. Und da ist es nun mal so: mit mehr Geld bin ich glücklicher, als mit weniger Geld. Kann sich vielleicht auch irgendwann umdrehen, aber in diese Regionen bin ich bisher nicht vorgestossen.

Naja, kommt drauf an. Mit viel (mehr) Geld hat man mehr kurzfristige Vergnügen, aber ich würde bezweifeln, dass sich damit die Ausgeglichenheit einstellt, die viele dabei im Auge haben. Freunde, Familie, Ausgeglichenheit etc kann man nun einmal nicht kaufen.
 
KakaoKoala schrieb:
Alexicious schrieb:
Urgs schrieb:
Alexicious schrieb:
Vor einigen Jahren war das noch anders, aber der übermäßige Konsum war da bei mir zum Großteil nur Frustshopping, weil ich mit meinem alten Job und mit wenig Freunden im fremden Land so unglücklich war.

Ich finde, das ist ein interessanter Gedanke.
Ist das Kaufen von Luxusartikeln nicht meist eine Art Ersatzbefriedigung? Wenn der Jahresabstand zwischen den Fernsehern immer kürzer wird? Wenn sich die Klamotten im Schrank stapeln und man 10 Hosen hat? Wenn das Kinderzimmer vor Spielzeug überquillt? Kompensiert man mit diesem aggressiven Konsum nicht die eigene Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben?

Um das nochmal aufzugreifen:
Ich stimme da absolut zu. In meinem Fall war das tatsächlich so. Am Anfang war es auch noch richtige Freude, wenn ich mir dann was besonderes geleistet habe (teures Sammlerpüppchen, extrem teure, ausgefallene japanische Markenkleidung) und dann kriegt man plötzlich eine gewisse Aufmerksamkeit, positiv, wie negativ, aber es ist Aufmerksamkeit. Letztendlich hab ich beispielsweise dann nur immer mehr, besondere limitierte Dinge gekauft, um dazuzugehören, bzw. noch besser dazustehen als die anderen im selben Hobbykreis. Wer da besonders viel Geld reinkloppt, "lebt" das Hobby, gilt als besonders erfahren und angesehen. Das war auf Dauer totaler emotionaler Stress, aber jedes mal, wenn ich was neues bestellt und regelrecht "erbeutet" habe, hab ich mich kurze Zeit wieder gut gefühlt, das hielt aber auch nicht lange an...
Nach einem blöden, oberflächlichen Streit ist dann mein beinahe kompletter Freundeskreis aber weggebrochen und da haben mir die teuren Sachen im Schrank absolut nichts mehr gebracht, wirklich gefallen hat mir das auch nicht (mehr) und um mehr als ein paar Püppchen kann ich mich fototechnisch auch nicht kümmern.

Das entsorgen, verkaufen, entrümpeln und aussortieren, was man wirklich noch "braucht", mag und behalten will, war wie ein Aufräumen der Seele. :)

In welchem Alter warst du denn da? Das klingt für mich sehr nach pubertärer Phase. Wobei ich dieses Sammeln von Puppen etc. auch eher ins Alter zwischen 5-12 einordnen würde.
Interessant jedenfalls deine Reflektion und dein Standpunkt heute.

Ich würde zwar einerseits behaupten, dass Geld nicht glücklich macht, aber (und jetzt wird mich der alter Philosophen Dow wahrscheinlich in der Luft zerreissen), was ist denn überhaupt Glück? Für mich ist Glück ein Empfinden, das sowieso nur maximal 5-10 Minuten anhält und danach ists halt wieder "normal" oder wie immer. Besonders wenn wir nun von dem Glück sprechen, das aufkommt, wenn wir etwas konsumieren.
Ich hab mir jetzt neulich nen Kindle gekauft ... hab mich 5 min dran gefreut und jetzt ists halt da ...
Viel häufiger freue ich mich zum Beispiel daran, wenn ich meine eigens erbrachte Leistung betrachte (Abnehmen, Sport etc.). Oder Freundschaften, die schon lange anhalten.

Na, das wird wohl nicht so lange her sein. Und mit Pubertät hat das nichts zu tun. Der Wettkampf um die meisten und besten materiellen Güter endet nicht mit 16. Im Gegenteil, wenn man damit anfängt, wird es immer schlimmer. Man definiert sich über das teure Hemd, das Auto, die Uhr und darüber, dass einem die anderen dazu Beglückwünschen.
 
Und wieso wird eigentlich "Mächtigster Jedi/ Sith aller Zeiten?" als verwandtes Thema angezeigt? :lachweg: Ein Jedi mäßigt sich und verzichtet, während ein Sith maßlos mit der Macht umgeht?
 

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