enix schrieb:
Übertrieben... ich halte es eher für
Weltfremd...
MouseMan schrieb:
Osa-chan schrieb:
Ich glaube über die Wichtigkeit des Juristenberufs für eine moderne Zivilisation brauchen wir gar nicht diskutieren.
Ohne Juristen gäbe es die nämlich schlicht nicht. Es gäbe kein Internet, keine Autos, kein modernes Gesundheitssystem etc.
Daher kann ich über Anflüge von Geringschätzung gegenüber diesem Studium immer nur müde lächeln, gäbe es ohne Juristen doch keinerlei andere Studiengänge. Auch die meisten anderen Berufe die wir heute kennen, gäbe es ohne Juristen nicht.
Das ist ja sowas von
weltfremd, das glaubt man ja gar nicht
Ohne euch beiden zu nahe treten zu wollen, aber eure Ansicht, dass meine Aussagen "weltfremd" wären, zeigt nur, dass ihr beide nicht wirklich versteht, wie die Welt funktioniert in der ihr lebt.
Eine moderne Gesellschaft die ohne Gesetze funktioniert (und genau das wäre notwendig, soll sie ohne Juristen entstehen oder aufrecht erhalten werden) ist in etwa so gut möglich, wie einen modernen PC ohne Betriebssystem bestimmungsgemäß zu benutzten: Nämlich gar nicht.
Man muss sich nur vorstellen, es würden morgen alle Juristen einfach mal die Arbeit einstellen. Keine Gerichte mehr (Strafgericht, Verwaltungsgericht, Zivilgericht...), also auch keine Justiz mehr, etc.
Bis das totale Chaos ausbricht ist es eher eine Frage von Tagen als von Wochen.
Stromnetz versagt, Lebensmittelversorgung fällt aus, etc.
Und dabei gehen wir noch von dem günstigen Fall aus, dass es die komplexen und speziellen Rechtsgrundlagen die es für das Funktionieren unserer komplexen modernen Zivilisationen braucht, bereits gibt, und es nur keine Spezialisten mehr gibt, die sie fachgerecht anwenden können.
Wären diese Rechtsgrundlagen (Normen, Gesetze) nie von Juristen entwickelt worden, dann hätte sich auch die Zivilisation und Technik nie so weit entwickeln können. Was glaubt ihr denn, wie viele Verträge geschlossen werden müssen, damit ein modernes Kraftwerk zur Stromerzeugung gebaut werden kann? Was glaubt ihr denn, wie viele Verträge geschlossen werden müssen, damit die Fabriken gebaut werden können, in denen die Bestandteile eines PCs produziert werden?
Glaubt ihr echt, ohne zumindest rudimentäre
Rechtssicherheit würden Menschen dazu in der Lage sein, komplexere Handungen der Zusammenarbeit zu setzen, als primitivste Tauschgeschäfte?
Habt ihr schon mal überlegt, dass das gesamte Geldsystem niemals hätte entstehen können, ohne die notwendigen Regelungen, also ohne Juristen? Und wo unsere Zivilisation heute ohne "Geld" als Tauschmittel stehen würde könnt ihr euch vielleicht selbst denken.
Wenn also der Begriff
weltfremd auf jemanden angewendet werden kann, dann wohl auf euch beide.
MouseMan schrieb:
Osa-chan schrieb:
Mich hat ein Physiker mal gefragt, ob das Jus-Studium nicht langweilig ist, weil man da "immer nur Gesetze auswendig lernen muss".
Ich hab mit der Gegenfrage geantwortet, ob sein Studium nicht auch langweilig ist, wenn er immer nur physikalische Gesetze auswendig lernen muss.
Die Erinnerung an sein indigniertes Gesicht daraufhin... unbezahlbar.
Weißt du warum der Physikstudent dich so komisch angeschaut hat? Weil er keine physikalischen Gesetze auswendig lernen muss

Somit darfst du dich über deine eigene Unwissenheit selbst auslachen, aber nicht ihn.
Der Teil des Auswendiglernens ist im Physikstudium vernachlässigbar klein.
Ach, echt? Stell dir mal vor, das war mir schon bewusst.
Er hat deswegen so indigniert geschaut, weil ich ihm mit meiner Aussage die Falschheit seiner eigenen Aussage vor Augen geführt habe. Stell dir vor, der Teil des Auswendiglernens ist auch beim Jus-Studium vernachlässigbar klein.
Mir ist schon klar, dass das bei Physik auch so ist.
Aber schön, dass du die Pointe nicht verstanden hat.