Du weißt doch genauso gut wie ich, wie oft man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und denkt: "Das hätte er doch wissen müssen". Spielsucht macht ebenfalls blind und ich kann mir auch bei H. vorstellen, dass er unter gnadenlosem Realitätsverlust gelitten hat. Anders kann ich mir den heutigen Tag nicht vorstellen.... Mir ist es ein Rätsel, wie seine Verteidiger die Arbeit erledigt haben. Der "Mandant" spricht gestern noch von einem viel niedrigeren Betrag als heute die Fahnderin. Das riecht für mich nach miserabler Vorbereitung par excellence - so was darf nicht passieren. Und denk nur an die Unterlagen der Schweizer Banken - da kannst Du teilweise keine korrekte StE abgeben.
Ich glaube, H. selbst wusste zu keinem Zeitpunkt wieviel tatsächlich "hinterzogen" wurde. Seine "Berater" wussten es ja bis heute nicht....
Ja klar, ich denke auch, daß hier viel Verdrängung im Spiel war. Keine Frage, vielleicht auch Spielsucht. Ist aber bestenfalls eine Erklärung, nie eine Entschuldigung. Und deswegen finde ich, ehrlich gesagt, deinen Text weiter oben auch ein wenig daneben. Uli hat vielleicht verdrängt und ihm ist das über den Kopf gewachsen, aber er hat die ganze Zeit gewußt, daß er nicht mehr im grauen, sondern im tiefschwarzen Bereich agiert! Er hat bewußt im großen Maß beschissen!
Über den Kopf gewachsen ist ihm das nur, weil er gedacht hatte, damit noch durch zu kommen und den Staat und die Justiz auszutricksen. Mag sein, daß ihm da auch seine Berater/Freunde/Banker einfach zu viel Mist erzählt haben, aber ich bin mir sicher, daß er wußte, daß das nicht mehr koscher ist. Nicht koscher sein kann! So blöd ist er dann nun auch nicht.
Das Steuererklärungen schwer sind, wenn man es mit ausländischen Kapitalvermögen zu tun hat, ist mir klar. Sowas mache ich täglich! Und ich bin mir auch im Klaren, daß bei meinen Erklärungen nicht immer alles richtig ist. Das kann in angemessener Zeit und mit den Unterlagen, die man idR bekommt, gar nicht klappen. Aber bei sowas reiche ich dann auch immer
Alles ein, was ich habe. Und ich setze mich ggf. mit dem Sachbearbeiter und Sachgebietsleiter zusammen. Vermutlich ist danach immer noch nichts richtig, weil die vom FA auch nicht durchblicken. Es stimmt immer nur so ungefähr. Aber ich
gebe zumindest eine Erklärung ab und ich habe noch nie Ärger mit dem FA gehabt. Natürlich auch, weil die das auch nicht nochmal anfassen, wenn es nicht sein muß.
Zugegeben, es handelt sich dabei idR nur um ein paar hunderttausend Euro. Wenn es sich hierbei um mehrstellige Millionenbeträge handelt, dann stelle ich doch einen Buchhalter und spezialisierten Steuerberater extra dafür ab, um nur meinen Shit zu protokollieren. Und sei es ein paar Jahre nachher. Uli wußte doch nicht erst vor einem Jahr, daß da etwas schiefläuft. Daß dann so eine Hauruck-Aktion nicht mehr funktionieren kann, war sonnenklar.