Bin jetzt im neunten Kapitel, habe also mehr als die Hälfte hinter mir.
Die Story wird gerade interessant. Ich habe es nicht ausgesprochen, aber ich habe von der Story nicht viel erwartet und wurde jetzt positiv überrascht. Sie ist super inszeniert, handwerklich mehr als ordentlich und inhaltlich spannend. Top! Freue mich schon sehr auf den weiteren Verlauf. Auch die Musikuntermalung ist übrigens klasse und über die optische Umsetzung müssen wir gar nicht mehr reden, denke ich. Dem Spiel gehört der Grafikaward und ich mache ständig Screenshots. Vielleicht poste ich später noch welche. Ach, und nicht nur die Grafik ist klasse, sondern auch das Art Design. Wundervolle Szenarien, die mich stellenweise an The Last of Us erinnerten. Englische Synchro ist super.
Gameplay ist vielleicht etwas zweischneidig, denn bis jetzt gab es kaum klassisches Gameplay. Shootouts sind relativ selten und Gefechte, die mehr als zwei luschige Gegner beinhalten, noch seltener. Bis jetzt gab es vielleicht drei "richtige" Schussgefechte, bei denen man nicht einfach durchgerannt ist, sondern Gegnerwellen aufgehalten hat. Das dritte war dabei auch das einzige etwas interessante, weil man einen stärkeren Gegner mit Arc Canon (oder wie das Ding heißt) hatte. Ansonsten sind die Shootouts wirklich absolut anspruchslos mit extrem schlechter Gegner-KI und ohne wirklich interessante Einfälle. Wobei die Thermite Gun halt ziemlich geil ist. Bockt schon irgendwie die Gegner damit abzufackeln.
Das Spiel spielt sich aber auch weniger wie ein Shooter. Würde schätzen, dass ca. 70% Cutscenes (inkl. QTEs) sind, 20% sind dann Erkundungspassagen und 10% Shootouts. Man kann also 3rd Person Shooter hassen und das Spiel trotzdem lieben. Irgendwo dazwischen gibt es noch Minispielchen im Stile eines Splinter Cells, also Schlößer knacken, Steuereinheiten hacken, Morsen, alles wirklich absolut anspruchslos ohne Zeitlimit oder Gefahr zu scheitern. Ganz nette Abwechslung irgendwo. Stealth gibt es auch etwas. Bis jetzt aber auch ohne großen Reiz, weil die Gegner sehr langsam laufen, sich nicht umdrehen und maximal zwei in einem Raum sind, die sich nicht mal decken. Man kann eigentlich gar nicht etwas falsch machen. Ähnlich läuft es bei den QTEs ab. Ach, bis jetzt hatte ich erst eine QTE, bei der ich mich zwischen zwei Aktionen entscheiden konnte, die aus der E3-Präsentation, wo man wählen konnte, wie man einen Gegner außer Gefecht setzt. Einen QTE-Bosskampf fand ich etwas blöd. Man tänzelte mit einem Werwolf im Kreis und immer wieder muss man QTE-mäßig zur Seite ausweichen und dazwischen konnte man mit L1, R1 und R2 drücken, die dann unterschiedliche Kampfaktionencutscenes auslösten. Das hat sich irgendwie sehr komisch und nicht sehr interaktiv angefühlt.
Jedenfalls sollte man nicht zu viel Gameplay im konservativen Sinn erwarten. Aber mal gucken, was noch so kommt. Im NeoGAF habe ich gelesen, dass es später weniger Cutscenes und deutlich mehr Schussgefechte gibt. Mir gefällt es aber eigentlich so wie es jetzt ist. Bin aber auch kein großer Shooterfreund.
Habe bis zum neunten Kapitel ca. 4h gebraucht. Ich denke, 8h für das ganze Spiel sind realistisch. Habe aber auch jede Ecke erkundet und alle Zeitungsartikel und so gelesen. Viel zu erkunden gibt es nicht. Aber da man in diesen Szenen nicht schnell laufen kann, zieht es sich schon, wenn man kurz gucken will, was sich 15m entfernt am Raumende befindet.
Ich würde ja gerne einen Vergleich anstellen, aber das ist schwer. Ich habe bis jetzt noch nie einen so linearen Shooter gespielt.
Da Punktewertungen out sind, ist mein Halbzeitfazit: Zwei Plus.
Morgen bin ich bestimmt durch.