PS4 The Order 1886

Dieses Thema im Forum "KT Reviews" wurde erstellt von Trekkie2063, 27. Dezember 2016.

  1. Trekkie2063

    Trekkie2063

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    System: PS4
    Spieler: 1
    Sprache: dt. Sprachausgabe
    Entwickler: Ready at Dawn, SCE Santa Monica Studio
    Publisher: Sony
    USK: ab 18 Jahren


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    Ein alternatives London im Jahr 1886.

    Halbblüter und Menschen bekriegen sich seit langer Zeit. Der Ritterorden bietet den Monstern Einhalt.
    Derweil lodert eine Rebellion auf, deren Ziele unklar sind. Als Ritter des Ordens ist es eure Aufgabe für Ruhe und Sicherheit zu sorgen.

    Galahad wird gefoltert, kann später aber schwer verletzt aus dem Gefängnis entkommen.

    Cut.
    Sir Galahad, diesmal in einer Uniform und komplett fit, muss in Westminster Rebellen jagen und vertreiben. Dabei trifft er auch auf Lykaner, sogenannte Halbblüter. Seine Mitstreiter vom Ritterorden sind Isabeau D´Argyll, Marquis de Lafayette und Sebastian Malory. Isabeau und Sebastian tragen auch noch einen Ritternamen; Lady Igraine und Sir Percival.

    Der Ritterorden, auch Rat genannt, steht unter Führung des Lord-Kanzlers, dessen Tochter Isabeau ist. Einen Sohn hat er auch noch; Lucan. Lucan und Isabeau wurden vom Kanzler adoptiert.
    Der Kanzler denkt, dass die Halbblüter und die Rebellen zusammenarbeiten. Sebastian glaubt nicht daran und zieht sich so den Zorn des Kanzlers zu. Auch seine Geheimnisse stoßen im Rat sauer auf.
    Sebastian möchte in White Chapel, dem Stützpunkt der Rebellen, auf eigene Faust ermitteln. Lucan gibt ihm die Erlaubnis, fordert aber Zurückhaltung.

    Wir rüsten uns bei Nikola Tesla aus, der in Konkurrenz zu Thomas Edison steht. Anschließend dringen wir zu viert in ein Krankenhaus in White Chapel ein. Dort finden wir nicht nur Waffen, die eigentlich dem Ritterorden gehören, sondern auch einen sehr alten Lykaner, der uns ordentlich zu schaffen macht und Isabeau schwer verletzt. Dennoch können wir ihn töten.

    Die Psychiatrie dient als Lager der Rebellen. Wir finden dort Informationen über Lord Hastings und die Ost-Indien Kompanie, sowie deren Flaggschiff, die Agamemnon. Der Zeppelin soll Hastings nach Amerika bringen, wurde aber von den Rebellen unterwandert. Auf Sebastians Order dringen wir in den Zeppelin ein und retten Hastings vor einem Anschlag, Lucan ist ebenfalls an Bord und sauer wegen unserem Vorgehen. Eine Bombe explodiert. Hastings und Lucan können evakuiert werden. Wir suchen die zweite Bombe und die Anführer der Rebellen.
    Zusammen mit Sebastian stellen wir einen der Anführer. Sebastian versucht sein Vertrauen zu gewinnen. Er sagt, dass er den Rebellen glaubt. Die zweite Bombe explodiert, das Schiff stürzt ab. Galahad ist schwer verletzt. Er kann Sebastian nur noch tot vorfinden.

    Zwei Tage später sind wir wieder beim Rat. Tesla hat Sebastians Sachen an sich genommen. Lord Hastings ist auf dem Weg zum Rat.
    Allister Lucan führt uns zur Zeremonie. Der Marquis wird zum Ritter geehrt, er bekommt Sebastians Ritternamen; Sir Percival. Außerdem kriegt er das Schwarzwasser, ein heiliges Wasser, das Wunden heilt und das Leben verlängert.
    Der Kanzler rügt Sebastians Vorgehen, nachdem dessen Leichnam in die Krypta gebracht wurde. Galahad und der Kanzler geraten aneinander.
    Plötzlich Explosionen. Lord Hastings Kutsche wurde auf der Brücke vor dem Ratsgebäude von Rebellen angegriffen. Wir bergen den Lord lebend, aber Galahad missachtet den Befehl zum Rat zurück zu kehren. Er hat die indische Rebellin gesehen, die auch auf dem Schiff war. Wutentbrannt folgt er ihr.

    In einem Bordell in White Chapel finden wir sie und ihre Mutter, die reden möchte. Sie sagt, dass die Kompanie Geheimnisse hat in den Docks. Sie kontrollieren bereits mehr als Galahad ahnt, u.a. auch den Ritterorden. Galahad ist misstrauisch, will sich aber selbst ein Bild machen. Igraine beobachtet, wie er und die Inderin aus dem Bordell gehen. Sie ist Rahni Lakshmi, eine berühmte Kriegerin.
    Lakshmi sagt, dass die Reinblüter Vorfahren der Halbblüter seien. Hastings befinde sich an den Docks. Die dortige Ware dürfe niemals nach Amerika gelangen.
    Nach einigen Scharmützeln finden wir Vampire in den Kisten, die verladen werden sollen. Die Halbblüter wollen ihre Macht festigen. Wir zünden die Lager an, Lykaner tauchen auch auf.
    Nach getaner Arbeit verabschieden wir uns von Lakshmi und ihrer Tochter.

    Im Rat konfrontiert Igraine Galahad. Der ist aber nicht zum Reden aufgelegt. Der Kanzler glaubt unseren Anschuldigungen nicht. Lucan ist zumindest offen, wenn wir Beweise präsentieren können. Zusammen mit ihm brechen wir ins Hauptgebäude der Kompanie ein.
    Wir trennen uns zunächst und treffen Lakshmi. Sie sucht auch nach Beweisen. Ihre Tochter darf nicht mit hinein. Sollte ihr was zustoßen, soll sie die Rebellion anführen.
    Drinnen treffen wir Lucan wieder. Zusammen kämpfen wir uns bis zur Bibliothek vor, in der wir die Schiffsrouten der Kompanie finden. In sechs Wochen soll das nächste Schiff nach Amerika auslaufen.
    In einem Hinterzimmer wird einer der Rebellenkämpfer von Lord Hastings ausgesaugt. Er gibt sich als Jack the Ripper zu erkennen. Lucan erscheint und befiehlt Hastings Lakshmi und uns zu töten. Er greift an, Lakshmi kann mit unserer Hilfe fliehen. Wir springen aus dem Fenster. Kurze Zeit später treffen wir auf Lucan, den wir schwer verwunden können. Er ist ebenso ein Halbblut. Lucan entkommt.
    Igraine und der Marquis erscheinen und nehmen uns unter Hastings Anwesenheit fest.

    20. Oktober 1886
    Im Rat fordert der Kanzler unseren Tod. Es werden die Beweise gehört. Auch Lord Hastings gibt seine Aussage ab. Anschließend stimmen die Ritter einstimmig für Galahads Tod. Die Antwort des Marquis lässt am längsten auf sich warten. Igraine ist überzeugt, dass wir mit den Rebellen konspirieren.
    Nun sehen wir, wie wir uns am Anfang des Spiels aus dem Verließ gekämpft haben. Galahad springt vom Gebäude ins Wasser. Nikola Tesla und ein Unbekannter ziehen den schwer verletzten Galahad aus dem Wasser. In einer Baracke gibt uns Nikola das Schwarzwasser.

    2 Tage später; der Unbekannte will uns rufen, falls wir überleben. Er verschwindet.
    Am 26. Oktober bringt Nikola Lakshmi zu uns. Vier Tage später wirft sie ihn raus. Erst am 02. Dezember erwacht Galahad aus seiner Bewusstlosigkeit. Lakshmi begleitet ihn nach White Chapel. Sie sagt, dass ihnen ein Ritter das Schwarzwasser gab.
    Igraine findet kurz darauf das Versteck. Sie ist wütend und befiehlt, dass jeder Ritter nach Galahad in White Chapel suchen soll.
    Galahad will Nikola aus dem Palast holen, Lakshmi evakuiert derweil White Chapel. Der Marquis überrascht uns. Er warnt uns, falls wir nicht für die Freiheit kämpfen, lässt uns aber ziehen.

    Lakshmis Tochter rüstet uns am Palast aus. Sie drückt uns die Daumen, denn wir gefallen wohl ihrer Mutter.
    Durch die Katakomben dringen wir in Nikolas Labor ein. Wir tragen den Verletzten raus aus dem Raum. Anschließend stellen wir uns Lucan, der seine wahre Gestalt annimmt.

    Schwer verletzt versucht sich Lucan zu rechtfertigen. Der Kanzler erscheint. Er bittet um Vergebung. Er rettete Lucan aus seiner Familie als Diese mordete. Der Kanzler will in der Öffentlichkeit nicht die Wahrheit sagen. Er kann Lucan nicht töten. Der Kanzler fordert uns auf dies zu übernehmen und dann zu gehen. Wir werden kein Ritter mehr sein.
    Wir töten Lucan.

    Wenige Wochen später befindet sich London unter Kriegsrecht. Kämpfe toben. Nikola will Lakshmi aus der Stadt folgen.


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    The Order 1886 beginnt ziemlich vielversprechend, aber im Laufe der Zeit ärgerte ich mich zunehmend mehr über die Story. Sie erscheint zunächst geheimnisvoller, als sie in Wirklichkeit ist. Im Nachhinein würde ich sie als unnötig verwirrend und aufgeblasen bezeichnen. Der Spieler findet immer nur winzig kleine Puzzlestücke und bleibt dabei oft mit Fragen zurück. Eine einführende Übersicht über die Geschichte und Charaktere hätte ich hilfreich gefunden. Andererseits hätte man damit auch die Hälfte des Spiels vorweggenommen.
    Ein richtiger Schlag ins Gesicht ist das Ende des Spiels. Ein Faden wird beendet und bietet damit zumindest etwas Genugtuung. Das große Ganze dagegen bleibt leider offen. Offensichtlich hatte man mit einem Nachfolger geplant, der wohl nicht kommen wird.

    Präsentation und audiovisuelle Umsetzung sind vorzüglich. Vom ersten Moment an wirkt es, als seid ihr in einem spielbaren Film. Massenhaft Cutscenes, die fließend in das Spiel übergehen - oder umgekehrt. Garniert mit einer grandiosen Grafik und unterlegt von einer exzellenten Klangkulisse.
    Leider gleicht der spielerische Gehalt auch mehr einem Film, als einem Spiel. Ihr könnt genau vier Sachen machen. Schießen, in Deckung gehen, klettern oder mit der Umwelt interagieren.
    Das Schießen ist durchaus gelungen. Unterschiedliche Waffen, die ganz unterschiedlich reagieren, und ein ausreichendes Treffer-Feedback. Die Gegner reagieren aber nur nach erkennbaren Mustern.
    Das Deckungsfeature geht auch in Ordnung, wenn es auch für meinen Geschmack manchmal etwas hakelig ist. Klettern ist enorm eingeschränkt, denn ihr dürft nur an ganz bestimmten Stellen kraxeln. Auch wenn die schönen, aber schlauchartigen Level mehr Möglichkeiten bieten würden.
    “Interagieren“ geht im Fall von The Order auch etwas an der Bedeutung vorbei. Meist dürft ihr lediglich eine Zeitung aufheben und die Titelgeschichte lesen, oder euch ein Foto angucken. Unverständlicherweise sind die Schriften nicht untertitelt, obwohl das Spiel eine hervorragende Synchronisation bietet.
    Das Einzige was noch hinzukommt, sind jede Menge Quick-Time Events (QTE) und wenige Knobelspiele, z.B. zum Öffnen von Türen. Für jemanden wie mich, der den Dualshock schon immer skeptisch gegenüber stand, sind die QTEs teilweise durchaus knifflig. Zum Glück kann man im Menü jederzeit die Schwierigkeit ändern. Dennoch kam es häufig zu frustrierenden Momenten.

    Besonders nervig, aber nicht an die Events gebunden, waren ein paar Abschnitte in denen man gegen mehrere Lykaner gleichzeitig kämpfen musste. Extrem uninspirierend. Die Abschnitte sahen optisch sogar identisch aus.

    Viel mehr kann man über das Spiel gar nicht sagen, denn es bietet nicht mehr.


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    Für wen ist The Order geeignet? Meiner Meinung nach für Spieler, die gerne anspruchslose Deckungs-Shooter spielen und sich dabei an einer exquisiten Optik ergötzen wollen.
    Ich finde es enttäuschend, wie wenig aus dem interessanten Setting gemacht wurde. Ja, das Spiel bietet eine überzeugende Atmosphäre. Aber warum nimmt man eine alternative Welt und zeigt so wenig davon? Genau ein Level zeigte Alternativen auf. Das ist einfach schwach.
    Mir hat das Spiel zwar meistens Spaß gemacht, aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack.



    Spielzeit: etwa 8-10 Stunden


    Pro/Contra:

    + tolle Präsentation
    + erstklassige Synchro
    + atemberaubend schön
    + starker Sound
    + überzeugende Atmosphäre
    + faire Checkpoints, Schwierigkeitsgrad jederzeit änderbar
    + interessantes Setting, aber...

    - ...zu wenig draus gemacht
    - spielerisch sehr übersichtlich
    - viele nervige Stellen
    - unnötig wirre Story
    - kein befriedigendes Ende
    - nicht alles übersetzt


    Fazit: Eher ein spielbarer Film, als ein guter Deckungs-Shooter. The Order ist keine Katastrophe, verschenkt aber enorm viel Potential und das Ende stößt sauer auf.

    6/10



    Quelle der Bilder: playstation.com, ign.com
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Dezember 2016
    DoK, magforce, para. und 3 anderen gefällt das.
  2. Bart Wux

    Bart Wux

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    Bei zweimaligem Durchspielen wohlgemerkt.
     
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    okst666

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    Ich hatte mir das mal vor ein paar monaten geholt und ne Stunde gespielt - haut irgendwie nicht rein.
     
  4. Trekkie2063

    Trekkie2063

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    Hab´s mal etwas angepasst, da es einen reine Schätzung von mir war. :) Sieht man ja leider nirgends, wenn es das Spiel nicht selbst anbietet.

    Ich muss aber sagen, nach den ganzen Unkenrufen im Vorfeld bin ich von einem deutlich kürzeren Spiel ausgegangen. Ja, man schafft es in etwa sechs Stunden, aber dafür muss man echt durchheizen. Von der netto-Spielzeit aufgrund der ganzen Sequenzen fangen wir besser erst gar nicht an :D
    Die Länge hat mich unterm Strich nicht gestört, das abrupte Ende schon.
     
  5. Bart Wux

    Bart Wux

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    Man kann doch gar nicht durchheizen, das Spiel schreibt einem die meiste Zeit doch die Laufgeschwindigkeit des Charakters vor.
     
    Screeny und Fuchs gefällt das.
  6. Trekkie2063

    Trekkie2063

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    Das schon, aber du hast ja noch die Wahl dir alles detailliert anzugucken oder wirklich stur grade aus zu gehen. Ich weiß, es gibt kaum Verzweigungen, aber ein paar Abzweigungen gibt es eben doch. Dazu kommt noch welchen Schwierigkeitsgrad du nimmst und wie lange du für die Gefechte benötigst. Ich habe definitiv mehr als 8 Stunden benötigt.
    Oder willst du sagen, dass jeder The Order in 6 Stunden durchspielt?
     
  7. magforce

    magforce

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    Fand das Spiel für zwischendurch eigentlich recht gut und kann die teilweise miesen Wertungen und Kommentare nicht ganz nachvollziehen.

    Das Gameplay ist solide von Uncharted abgekupfert und funktioniert wie es soll.
    Die Story war okay und die Optik war klasse, abgesehen von den dicken Balken, die mich hier und da dann doch des öfteren gestört haben.

    Hat mir Spass gemacht es durchzuspielen.
    Ich empfand die Spielzeit auch als angemessen.
    Einen Nachfolger brauche ich heute aber nicht mehr.
     
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  8. Jimmy_Bod

    Jimmy_Bod Dracarys!

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    Gibt es gerade für 8,99 € im PSN :)
     
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