Tjo, eben gesehen. Erste Hälfte hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Ganz coole Dialoge, netter Aufbau, typisches Tarantino-Gelaber. Allerdings, trotz aller Anspielungen und historischer Referenzen, hat man von Anfang an das Gefühl, dass ist kein historischer Film, sondern er spielt, völlig losgelöst von der Zeit, in der er angesiedelt ist, in einem 1-Raum-Tarantino-Mikrokosmos. Bei Django Unchained empfand ich das anders. Das war für mich weitesgehend ein Roadmovie in das Herz der Sklaverei, das sich lediglich am Ende dekonstruiert. Hier nun Tarantino pur, der seiner Leidenschaft für ausschweifende Dialoge freien Lauf lässt.
Man muss dem Film zugute halten, dass er trotzdem nicht wirklich langatmig wird. Er hat sein eigenes Tempo und daran gewöhnt man sich recht schnell und die Zeit vergeht auch dementsprechend.
In der zweiten Hälfte allerdings, da nimmt er noch mehr an Tempo heraus und gefühlt spielt der Film nun nicht mehr nur in einer Hütte, sondern in einem Bett. Was dazu führte, dass ich tatsächlich eingepennt bin. Weiß nicht, wann mir das das letzte Mal im Kino passiert ist. Am Ende hing da eine Person an der Decke, ich habe keine Ahnung, wie die dort hingekommen ist.
Trotz allem hätte ich keine Lust mir den Film nochmal anzuschauen.
Schlecht ist er nicht. Wäre das ein Film eines unbekannten Regisseurs und man würde ihn zufällig im Nachtprogramm entdecken, wäre man wahrscheinlich irgendwie fasziniert. Aber so, als Tarantino-Event isses einfach ein bisschen zu wenig. Eher sowas wie ein etwas müdes und selbstverliebtes Alterswerk.
Ach so. Stichwort Western. Richtiges Western-Feeling kommt irgendwie auch nicht auf.