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MOVIE The Hateful Eight (Western von Tarantino)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Hab ihn gestern gesehen und bin eher geteilter meinung . Einerseits ist der Film ein recht unterhaltsames und blutiges Kammerspiel, aber auf der anderen Seite haben mir irgendwie die Tarantino typischen Dialoge gefehlt die halt doch immer einen großen Teil seiner Filme erst reizvoll machen. Würde mal ne 6/10 vergeben und ihn in meiner persönlichen Liste hinter Kill Bill als (für mich) schlechtesten Tarantino Streifen einordnen.
 
TH8 ist für mich ein unterdurchschnittlicher Tarantino geworden. Die erste Filmhälfte zieht sich zu sehr, der typische Tarantino-Markensoundtrack fehlt fast komplett. Was bleibt ist ein stylishes und unterhaltsames Kammerspiel, das es nicht schafft die unglaublichen Gewaltausbrüche mit einer stichhaltigen Story aufzuwiegen. Da fehlte mir einfach die Substanz.
 
@cubeikon: Würde ich Dir sogar fast zustimmen bzw. kann ich die Kritikpunkte gut nachvollziehen, nur insgesamt kommt der Film bei mir dann doch besser weg. Die 3 Stunden sind überraschend schnell vorbeigegangen, auch wenn man wohl locker eine halbe Stunde hätte kürzen können - und das meiner Meinung nach auch, ohne die Atmospähre zu zerstören (allein die langen Einstellungen auf Kutsche und Co. hätte man kürzen können, um nicht viel Dialog wegzulassen). Drei Sachen noch:
1. Denke, dass man als US-Amerikaner den Film noch ein bisschen anders sieht. Für mich ist der Bürgerkrieg bzw. Nord- gegen Süd-Staaten einfach nicht so präsent bzw. sind die Konflikte dort eher bekannt/verwurzelt als hier. Das war bei IB für uns natürlich anders und auch mit Django und der Sklaven-Geschichte als "allgemein Böses" besser nachvollziehen meiner Meinung nach.
2. Mich hat gestört, dass
Channing Tatum im Vorspann zu lesen war. So habe ich die ganze Zeit auf ihn gewartet und mir spätestens nach einer Stunde gedacht: Da muss doch jetzt gleich noch was Großes passieren, der Channing muss doch irgendwann noch in einer größeren Rolle auftauchen.
3. Was ich im Nachhinein noch sehr cool fand: Auch wenn der Film zu 90 Prozent in einem Raum stattfand, haben mich die Bilder und Einstellungen nie gelangweilt. Sehr cool gedreht!
 
Gestern gesehen und er hat sowohl mir,wie auch dem Rest unserer Gruppe ziemlich gut gefallen. Gut, meiner Frau war am Ende vielleicht etwas viel Gore, aber sonst alles gut.

Mir geht es für gewöhnlich so, daß ich bei Tarantinofilmen immer etwas Anlaufzeit brauche. Der einzige, der mir auf Anhieb gefallen hat (und auch immer einer meiner All-Time-Favorites bleiben wird) ist natürlich Pulp Fiction.

In Jackie Brown bin ich dann mit einer solchen Vorfreude reingerannt, weil ich einen neuen Pulp Fiction erwartet habe und war dann erstmal enttäuscht. Mittlerweile ist das auch einer meiner Lieblingstarantinos.

Und so könnte ich das auch für vermutlich jeden seiner Filme durchexerzieren, was ich mir aber spare (oder wir machen einen Tarantino-Thread auf). [wobei mir Death Proof auch auf Anhieb gefallen hat]

Der Film hat mir auf Anhieb schonmal gefallen und ich freue mich schon darauf ihn noch ein weiteres Mal zu sehen. Aber ich würde ihn keinesfalls bedingungslos weiterempfehlen. Es wird wohl nicht mein Lieblingstarantiono (nach PF) werden, aber um in richtig einzuordnen will ich ihn erst nochmal sehen.
 
Tjo, eben gesehen. Erste Hälfte hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Ganz coole Dialoge, netter Aufbau, typisches Tarantino-Gelaber. Allerdings, trotz aller Anspielungen und historischer Referenzen, hat man von Anfang an das Gefühl, dass ist kein historischer Film, sondern er spielt, völlig losgelöst von der Zeit, in der er angesiedelt ist, in einem 1-Raum-Tarantino-Mikrokosmos. Bei Django Unchained empfand ich das anders. Das war für mich weitesgehend ein Roadmovie in das Herz der Sklaverei, das sich lediglich am Ende dekonstruiert. Hier nun Tarantino pur, der seiner Leidenschaft für ausschweifende Dialoge freien Lauf lässt.
Man muss dem Film zugute halten, dass er trotzdem nicht wirklich langatmig wird. Er hat sein eigenes Tempo und daran gewöhnt man sich recht schnell und die Zeit vergeht auch dementsprechend.
In der zweiten Hälfte allerdings, da nimmt er noch mehr an Tempo heraus und gefühlt spielt der Film nun nicht mehr nur in einer Hütte, sondern in einem Bett. Was dazu führte, dass ich tatsächlich eingepennt bin. Weiß nicht, wann mir das das letzte Mal im Kino passiert ist. Am Ende hing da eine Person an der Decke, ich habe keine Ahnung, wie die dort hingekommen ist.

Trotz allem hätte ich keine Lust mir den Film nochmal anzuschauen.
Schlecht ist er nicht. Wäre das ein Film eines unbekannten Regisseurs und man würde ihn zufällig im Nachtprogramm entdecken, wäre man wahrscheinlich irgendwie fasziniert. Aber so, als Tarantino-Event isses einfach ein bisschen zu wenig. Eher sowas wie ein etwas müdes und selbstverliebtes Alterswerk.

Ach so. Stichwort Western. Richtiges Western-Feeling kommt irgendwie auch nicht auf.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich bin gestern mit meiner Frau im Kino gewesen und bin sehr begeistert. Meine Frau war nicht ganz so angetan wie ich, aber auch sie fand ihn gut.
Für mich ein wunderbarer Tarantino, mit schrägen / coolen Charakteren und Dialogen, einem grandiosen Soundtrack (Ennio Morricone ist und bleibt für ewig eine Legende) und einem furiosen Ende. Ein geniales Kammerspiel, das mich an seinen Erstling Reservoir Dogs und stellenweise an die alten Hercule Poirot Filme erinnert. Ich würde den Film auf jeden Fall weiterempfehlen.
Als reiner Western funktioniert Django besser, aber außer der groben Epoche, in der die beiden Filme spielen, haben sie aus meiner Sicht nichts gemeinsam. The Hateful Eight ist kein Western im eigentlichen Sinne, sondern eher ein klassisches Kammerspiel, in dem unterschiedlichste Charaktere mit ganz unterschiedlichen Motiven aufeinanderprallen, sich immer mehr eine unerträgliche Spannung aufbaut, die sich letztendlich in Gewalt entlädt und die Welt um die Akteure herum implodieren lässt. Ich würde sogar so weit gehen, dass das Wörtchen Western aus dem Threadtitel entfernt werden sollte.

PS: Ich liebe die Streifen von Quentin Tarantino, daher ist dieser Post rein subjektiv und enthält folgenden Warnhinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage und schlagen Sie ihren Arzt oder Apotheker.
 
Kopier es mal aus dem zuletzt gesehen Thread rein:


Die Stimmung ist klasse, die Sounduntermalung gefiel mir auch richtig gut. Diese ist oft sehr dramatisch und kündigt Unheil an. Die Darsteller fand ich allesamt klasse, wobei mir Tim Roth (zumindest am Anfang) zu sehr Waltz 2.0 war. Klasse war Walton Goggins) Allerdings fand ich die ersten Morde etwas daneben. Klar übertreibt es der Quentin immer wieder und wenn jemanden die Birne (herrlich übertrieben) abgeschossen wird macht mir das nichts aus. Aber diese Szene war dämlich und dazu noch verdammt voraussehbar. Das „Schlussbouquet“ dürfte wohl jeder geahnt haben… Daneben werden viele Dinge beredet. Man lässt sich wirklich viel Zeit, bis es zur Sache geht. Und wie in Django, wird zum Ende nochmals eine Extraschlaufe gedreht, die nicht unbedingt notwendig wäre. Dies macht eigentlich nichts, aber weil man zu diesem Zeitpunkt bereits Stunden im Kino sass, hofft man insgeheim schon, dass mal ein Ende kommt. Und dass Mr. Magic Mike im Intro erwähnt wird, macht leider einiges kaputt…
Alles in allem ein guter Tarantino, der aber hinter seinen letzten beiden Filmen zurück bleibt.

7/10
 
Warum muss so ein Film 2 Stunden 47 Minuten lang sein. Hätte man locker in 1 Stunde 45 Minuten packen können...
Ansonsten nen guter Tarantino.
 
TH8 in der Sky-Cinema-Rotation gesehen. Es ist ja bereits sehr viel zu diesem Film geschrieben worden.
Also fasse ich mich kurz:

TH8 hat mich abgeholt und unterhalten. Ein Western im Kammerspielgewand ? Ungewöhnlich, aber sehr solide in Szene gesetzt.
Hatte meine Freude, Kurt Russel mal wiederzusehen, immer noch ne coole Socke !!!

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