U
Urgs
Gast
Hier mein Urteil von damals:
Gestern endlich mal Snowpiercer gesehen!
Was für ein genialer Streifen! Amerikanischer Blockbuster trifft auf die Deepness, Radikalität und dem Einfallsreichtum des koreanischen Kinos! Das Ergebnis ist ein mitreissender Actionritt, der von vorne bis hinten ein Riesen-Kino-Spaß ist! Die Dramaturgie ist äussert clever und detailverliebt aufgebaut und sorgt mit konsequenter Unvorhersehbarkeit für eine angenehme Dauerspannung. Die Darsteller haben offensichtlich riesigen Spaß an dem Film und wirken nie wie eingezwängte Statisten einer großen Technik-Show, wie man das von Blockbustern mitunter gewohnt ist, sondern haben auch Luft für Ironie und Augenzwinkern. Genial-erwähnenswert wäre hier Tilda Swinton als durchgeknallte Repräsentantin des Systems. Tatsächlich spielen nur sehr wenige Koreaner in dem Film mit, die dafür aber in sehr coolen Rollen. Es gibt wunderbare Kampfszenen (einige leider in ner leicht nervigen Ruckelkamera) und jede Menge genialer Ideen und Details, die den Actionfilm zu einem besonderen Erlebnis machen.
Worum geht's?
Die letzten Überlebenden der Menschheit rasen 18 Jahre nach dem Beginn einer neuen, von menschenhand erzeugten Eiszeit, in einem Hightech-Zug um die Welt. Hinten leben die Armen und Unterdrückten, vorne die Priviligierten. Doch es bahnt sich ein weiterer Aufstand an und mit den Protagonisten erlebt man als Zuschauer eine Reise durch die einzelnen Waggons des Zuges, bis ganz nach vorne, wo der legendäre Führer ein geheimnisvolles Dasein fristet.
Es ist quasi ein Roadmovie innerhalb eines Zuges und viel von seiner Faszination ensteht vor allem durch den Entdeckungsfaktor, wie diese Gesellschaft funktioniert. Die anfangs absurde Vorstellung, die Welt in einem einzigen Zug unterzubringen, entwickelt sich recht schnell zu einer fabelhaften Metapher für das von begrenzten Ressourcen abhängige Leben auf der Erde. Der ironische, aber sehr genaue Blick des Regisseurs entlarvt dabei die Degeneriertheit der Fahrgesellschaft. Jede Szene sitzt auf den Punkt genau und dieser faszinierende Spirit ist heute nur im koreanischen Kino möglich. Dabei erinnert der Film, allein schon was seine Ausstattung angeht, durchaus an die Filme von Terri Gilliam. Ich könnte mir vorstellen, Gilliam hätte seinen Spaß an Snow Piercer.
Fazit: Der Film ist ein Muss, nicht nur für Fans des koreanischen Kinos. Ich war mit einer Freundin im Kino, die überhaupt nichts vom koreanischen Kino weiß und die war auch hin und weg.
Wir hatten uns die deutsche Synchronfassung angeschaut und die ist durchaus empfehlenswert. Stört überhaupt nicht, da der O-Ton eh englisch ist und die wenigen Koreaner eh sehr wortkarg sind, meistens durch einen Übersetzer sprechen oder untertitelt sind.
10/10
Gestern endlich mal Snowpiercer gesehen!
Was für ein genialer Streifen! Amerikanischer Blockbuster trifft auf die Deepness, Radikalität und dem Einfallsreichtum des koreanischen Kinos! Das Ergebnis ist ein mitreissender Actionritt, der von vorne bis hinten ein Riesen-Kino-Spaß ist! Die Dramaturgie ist äussert clever und detailverliebt aufgebaut und sorgt mit konsequenter Unvorhersehbarkeit für eine angenehme Dauerspannung. Die Darsteller haben offensichtlich riesigen Spaß an dem Film und wirken nie wie eingezwängte Statisten einer großen Technik-Show, wie man das von Blockbustern mitunter gewohnt ist, sondern haben auch Luft für Ironie und Augenzwinkern. Genial-erwähnenswert wäre hier Tilda Swinton als durchgeknallte Repräsentantin des Systems. Tatsächlich spielen nur sehr wenige Koreaner in dem Film mit, die dafür aber in sehr coolen Rollen. Es gibt wunderbare Kampfszenen (einige leider in ner leicht nervigen Ruckelkamera) und jede Menge genialer Ideen und Details, die den Actionfilm zu einem besonderen Erlebnis machen.
Worum geht's?
Die letzten Überlebenden der Menschheit rasen 18 Jahre nach dem Beginn einer neuen, von menschenhand erzeugten Eiszeit, in einem Hightech-Zug um die Welt. Hinten leben die Armen und Unterdrückten, vorne die Priviligierten. Doch es bahnt sich ein weiterer Aufstand an und mit den Protagonisten erlebt man als Zuschauer eine Reise durch die einzelnen Waggons des Zuges, bis ganz nach vorne, wo der legendäre Führer ein geheimnisvolles Dasein fristet.
Es ist quasi ein Roadmovie innerhalb eines Zuges und viel von seiner Faszination ensteht vor allem durch den Entdeckungsfaktor, wie diese Gesellschaft funktioniert. Die anfangs absurde Vorstellung, die Welt in einem einzigen Zug unterzubringen, entwickelt sich recht schnell zu einer fabelhaften Metapher für das von begrenzten Ressourcen abhängige Leben auf der Erde. Der ironische, aber sehr genaue Blick des Regisseurs entlarvt dabei die Degeneriertheit der Fahrgesellschaft. Jede Szene sitzt auf den Punkt genau und dieser faszinierende Spirit ist heute nur im koreanischen Kino möglich. Dabei erinnert der Film, allein schon was seine Ausstattung angeht, durchaus an die Filme von Terri Gilliam. Ich könnte mir vorstellen, Gilliam hätte seinen Spaß an Snow Piercer.
Fazit: Der Film ist ein Muss, nicht nur für Fans des koreanischen Kinos. Ich war mit einer Freundin im Kino, die überhaupt nichts vom koreanischen Kino weiß und die war auch hin und weg.
Wir hatten uns die deutsche Synchronfassung angeschaut und die ist durchaus empfehlenswert. Stört überhaupt nicht, da der O-Ton eh englisch ist und die wenigen Koreaner eh sehr wortkarg sind, meistens durch einen Übersetzer sprechen oder untertitelt sind.
10/10
