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Snowden, NSA & Co

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Snowden enthüllt Namen der spähenden Telekomfirmen

Bislang geheime Powerpoint-Folien, die der SZ vorliegen, zeigen, was der britische Geheimdienst GCHQ alles kann: Installation von Trojanern, Desinformation, Angriffe auf Netzwerke. Vor allem offenbaren sie, wie der Dienst jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren hat - und welche privaten Internetanbieter beim Ausspähen behilflich sind. Es ist die Crème de la Crème der Branche, mit Macht über große Teile der weltweiten Internetstruktur.

Die Präsentation, das wird schnell klar, soll zeigen, was der Geheimdienst alles drauf hat: Angriffe auf Netzwerke etwa, gezielte Desinformation, das Installieren von Trojanersoftware. Das volle Programm eines Nachrichtendienstes eben. Das britische Government Communications Headquarters (GCHQ) kann alles, zumindest präsentiert sich der Geheimdienst so in jenen Powerpoint-Folien, an die der Whistleblower Edward Snowden gelangt ist. Die Süddeutsche Zeitung und der NDR bekamen jetzt Einblick in die Dokumente.

Seite für Seite offenbaren sie das Selbstverständnis eines Dienstes, der jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren hat, dem Digital-Wahn verfallen ist und mit seinem amerikanischen Partner, der National Security Agency (NSA), weltweit Millionen Menschen abhört und ausspäht. Vor allem aber liefert die Präsentation das, was Snowden zu Beginn seiner Enthüllungen die "Kronjuwelen" nannte: die Namen jener Telekomfirmen, die den geheimen Diensten beim Ausspähen helfen oder helfen müssen.

In den internen Papieren des GCHQ aus dem Jahr 2009 stehen sie nun aufgelistet: Verizon Business, Codename: Dacron, British Telecommunications ("Remedy"), Vodafone Cable ("Gerontic"), Global Crossing ("Pinnage"), Level 3 ("Little"), Viatel ("Vitreous") und Interoute ("Streetcar").

Manche Firmen entwickelten eigene Späh-Software

Es ist die Crème de la Crème jener Firmen, die große Teile der weltweiten Internet-Infrastruktur beherrschen. Sie besitzen Unterseekabel, ihnen gehören sogenannte Backbone-Netze - die das Rückgrat des Internets sind - und sie unterhalten riesige Rechenzentren. Mit ihrer (manchmal unfreiwilligen) Hilfe steht den Spähern vom Dienst das gesamte Internet offen. Ein Programm der GCHQ heißt "Mastering the Internet" und das ist kein leerer Slogan: Das Internet beherrschen sie.

Einige Firmen, so legen es die GCHQ-Dokumente nahe, entwickelten eigens eine Software zum Ausspähen und wurden dafür vom GCHQ entlohnt. Sie ließen sich also dafür bezahlen, dass sie ihre eigenen Kunden ausspionierten. Alle geben sich unschuldig und sind verschwiegen. British Telecommunications (BT) beispielsweise will auf Anfrage nicht Stellung nehmen. Ähnlich hatte das Unternehmen schon vor fünf Wochen reagiert, als erstmals bekannt wurde, dass BT für die Spione Ihrer Majestät Daten vom Überseekabel TAT-14 abzapft, das Deutschland mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Amerika verbindet. Die interne GCHQ-Präsentation zeigt nun: Private Telekommunikationsanbieter sind deutlich stärker in die Abhöraktionen ausländischer Geheimdienste verwickelt als bislang angenommen.

Jede der sieben Firmen ist demnach für das Abhören eines eigenen Teils des weltweiten Glasfasernetzes verantwortlich. Da sind Ulysses 1 und Ulysses 2, mit einem Namen, den die Welt vorher nur aus der großen Literatur kannte. Die beiden Glasfaserkabel verbinden das französische Calais mit Dover sowie Ijmuiden in den Niederlanden mit Lowestoft in Großbritannien. Betreiber ist Verizon Business. Die Firma teilt mit: "Die Gesetze eines jeden Landes, auch in Großbritannien und Deutschland, erlauben den Regierungen, ein Unternehmen unter bestimmten Umständen zur Herausgabe von Informationen zu verpflichten." Soll wohl heißen: Wenn britische Gerichte es anordnen, muss Verizon die Geheimen an die Daten seiner Kunden lassen.

Bereits Anfang Juni war bekannt geworden, dass Verizon vom amerikanischen Geheimgericht Foreign Intelligence Surveillance Court gezwungen wurde, dem US-Geheimdienst National Security Agency "eine elektronische Kopie" sämtlicher Verbindungsdaten zu übergeben. Auffällig war schon damals: Die Court-Order hatte die laufende Nummer 13-80, war also womöglich schon die Order an das 80. Unternehmen allein im Jahr 2013.
http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-ueberwachung-snowden-enthuellt-namen-der-spaehenden-telekomfirmen-1.1736791
 
Glod schrieb:
Was mit Meta-Daten so alles möglich ist

Schönes Beispiel und auch irgendwo ziemlich erschreckend.

Einer der Agenten, der für den Kontakt zwischen dem Entführungsteam und dem örtlichen CIA-Quartier zuständig war, hatte dabei seinen richtigen Namen genutzt. Cole findet ihn später im US-Bundesstaat North Virginia. "Ich kann nicht empfehlen, bei ihm zu Hause an die Tür zu klopfen. Er reagiert etwas empfindlich auf seine Enttarnung", sagt Cole. Einen Schlag ins Gesicht habe er abbekommen.

Klasse :D
 
Die CIA-Agenten nehmen nicht die Akkus aus den Handys

Mehr als ein Jahr nach der Entführung können die italienischen Behörden nachvollziehen, wie die Operation abgelaufen war. "Sie konnten sehen, wie die CIA-Agenten Abu Omar observierten. Nach einem Acht-Stunden-Tag nahmen die Agenten nicht etwa den Akku aus den Telefonen, sondern sie gingen schlafen."

Die Telefone lagen eingeschaltet über Nacht mehrere Stunden an einem Ort.
"Also gingen die Ermittler los, fanden Hotels und fragten nach amerikanischen Gästen."

DAS ist schon selten dämlich. :lol:

Ansonsten freu ich mich schon auf die nächsten Ausreden von Merkel, Profalla und Co. :hurra:
 
Glod schrieb:
Un-fucking-believable. :fp:
Was soll man dazu noch sagen? :staun:

Da ist mir auch erstmal die Kinnlade runtergeklappt.
Bei diesen "Partnern" von "Mastering the Internet" zu sprechen ist mehr als nur berechtigt.

Klar, PRISM ist schon ein heftiges Stück, aber das hier (besonders in Kombination mit ihren Mitteln) ist bisher imo der härteste Leak. :staun:
 
Aber ist ja alles legal. Muss man wissen. :frubfrab:
Und falls das mit der Legalität nicht zieht, gibt es ja immer noch die Russ...äh...Terroristen. Jawollja.
 
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=_A3C5OPxQL4[/vid]

Höchstens 1 Anschlag konnte durch die Spionage verhindert werden...

Das kommt mir alles wie eine Neuverfilmung von 1984 vor, nur schlimmer.
 
Glod schrieb:
Aber ist ja alles legal. Muss man wissen. :frubfrab:
Und falls das mit der Legalität nicht zieht, gibt es ja immer noch die Russ...äh...Terroristen. Jawollja.

Lass den Rassismus doch einfach raus. Das hast du doch gar nicht nötig ;)
 
Ich find's ja auch süss, wie man jetzt der SPD ans Bein pissen will, sie hätten schliesslich von allem gewusst, hätten es aus deutscher Sicht sogar erst möglich gemacht. Was hat die ganze Welt denn nach dem 11.09.2001 gemacht? Alle waren in Schockstarre, alle wollten den Terror bekämpfen, den Amerikanern helfen. 2002 war ganz sicher noch nicht bekannt, was sich daraus entwickelt. Und seit 2009 (afair) läuft PRISM so richtig, und wer kam 2009 an die deutsche Regierung (alleine)?

Davon haben Frau Merkel, Herr Profalla und Herr Rösler nichts gewusst?

Anscheinend wirklich nicht, denn wie kann es sonst sein, dass erst fast zwei Monate (!!!!) nach den Enthüllungen bekannt wird, dass es sich bei den 500 Millionen abgegriffenen Kommunikationsdaten "aus" Deutschland nicht um deutsche Verbindungen handelte, sondern um Verbindungen, die der BND im Ausland abgehört hat. :ugly: Am Ende ist der BND noch schlimmer als die NSA. :lol:

Da muss sich dann leider erst ein Herr Steinbrück in die Nesseln setzen, bevor unsere Regierung Klarheit schaffen kann. Da darf man sich aussuchen, was schlimmer ist. Hat Frau Merkel uns alle getäuscht, oder noch schlimmer, hat sie wirklich nichts davon gewusst?

Drecksbande!
 
Zimtzicke schrieb:
Hat Frau Merkel uns alle getäuscht, oder noch schlimmer, hat sie wirklich nichts davon gewusst?

Ist beim Pofalla das selbe. Als Vorsitzender des Kontrollgremiums der Geheimdienste MUSS er über diese Angelegenheiten bescheid wissen.
Da gibt es also auch die beiden Möglichkeiten: Entweder er hat es gewusst, dem Gremium und dem Bundestag verschwiegen, was eine grobe Verletzung seiner Pflichten wäre. Oder er hat es nicht gewusst, sich also folglich an der Nase rumführen lassen und hat bei seiner Aufgabe in diesem Amt grandios versagt. Was gleichzeitig eindrucksvoll demonstrieren würde, wie unnötig ein Kontrollgremium ist, das auf die gutwillige Kooperation der Geheimdienste aufgebaut ist...

Und dass das jetzt im Wahlkampf mit "die anderen warens aber!!" missbraucht wird, war ja klar.
Ist gleichzeitig ein schöner Widerspruch zu den bisherigen Aussagen, nach denen dieses VOrgehen ja absolut notwendig für unsere Sicherheit ist. Also sollen wir uns jetzt bei der SPD dafür bedanken, da es aus Sicht der Regierung ja begrüßenswerte Maßnahmen sind? :?
Verwirrte Argumentation da...
 
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