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MOVIE Shutter Island - Scorsese/DiCaprio

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Aber genau so ein Film der ja von der Auflösung lebt, lohnt sich nicht wirklich find ich. Gibt ja ein paar Filme die man besser 20 Jahre nicht sehen sollte damit man alles wieder vergessen hat.
 
Das knall ich doch glatt nochmal hier rein, grad erst den Thread hier gesehen.


Grad aus dem Kino zurück, irgendwie weiß ich nicht so Recht :? Das gegen Ende war alles nicht so recht eindeutig und irgendwie hab ich verzweifelt darauf gewartet, dass

doch noch aufgelöst wird, dass er in Wirklichkeit nicht verrückt war.

Aber es kam nicht :motz:


4/7


The Perfect Dark schrieb:
4. Auf dem Boot am Anfang sah es aus wie in einer Zelle (als er kotzend über dem Klo hing)


Ich würde eher mal sagen, dass es auf dem Boot so aussah, wie auf einem Boot, das vor allem/auch dafür da ist, um Gefangene zu transportieren :D Zumindest wüsste ich spontan jetzt nicht, warum in so ner Gefängniszelle (die für sagen wir mal 1-4 Insassen ausgelegt wäre) nen halbes Dutzend Ketten von der Decke runterhängen - die bräuchte man eher, um Gefangene bei ner Überfahrt zu sichern.


Ich finde darüber hinaus aber auch einige Dinge komisch, wenn man davon ausgeht,
dass er verrückt ist und dieses "Rollenspiel" stattfindet.

1. Warum macht sich sein "Partner" unnötig verdächtig, ihn in Wirklichkeit gar nicht zu unterstützen?

2. Warum lässt man ihn nach der "Stromausfall" Geschichte im Block C da willenlos rumrennen, er wäre immerhin um ein Haar von nem anderen Hansel gekillt worden und hätte den anderen Hansel dann wiederum fast gekillt - das wirkte nicht so sonderlich solide durchgeplant.

3. Warum lässt sich sein Partner an der Stelle, als sie in der Nähe des Leuchtturms sind, so leicht abwimmeln? Klar, okay, er konnte ihn damit erst recht dazu bringen, zu glauben, dass da irgendwas abläuft, aber so hätte sich alles viel besser "steuern" lassen, als wenn man den Kerl einfach mal frei in der Wildbahn rumwuseln lässt und nebenbei auch riskiert, dass er diese Klippen runterstürzt.


Ja, und außerdem ist das eh alles wurscht, wenn man glaubt, dass er verrückt ist, kann man ja eh alles hindrehen wie man will :D Der Sturm hat offensichtlich nich stattgefunden, vielleicht hat das ALLES nicht stattgefunden, es gibt keinen vernünftigen Beweis in die eine oder andere Richtung, sofern man annimmt, dass einem die Geschichte von einem vollkommen Geisteskranken erzählt wurde.
 
Steffko schrieb:
Das knall ich doch glatt nochmal hier rein, grad erst den Thread hier gesehen.


Grad aus dem Kino zurück, irgendwie weiß ich nicht so Recht :? Das gegen Ende war alles nicht so recht eindeutig und irgendwie hab ich verzweifelt darauf gewartet, dass

doch noch aufgelöst wird, dass er in Wirklichkeit nicht verrückt war.

Aber es kam nicht :motz:


4/7


The Perfect Dark schrieb:
4. Auf dem Boot am Anfang sah es aus wie in einer Zelle (als er kotzend über dem Klo hing)


Ich würde eher mal sagen, dass es auf dem Boot so aussah, wie auf einem Boot, das vor allem/auch dafür da ist, um Gefangene zu transportieren :D Zumindest wüsste ich spontan jetzt nicht, warum in so ner Gefängniszelle (die für sagen wir mal 1-4 Insassen ausgelegt wäre) nen halbes Dutzend Ketten von der Decke runterhängen - die bräuchte man eher, um Gefangene bei ner Überfahrt zu sichern.


Ich finde darüber hinaus aber auch einige Dinge komisch, wenn man davon ausgeht,
dass er verrückt ist und dieses "Rollenspiel" stattfindet.

1. Warum macht sich sein "Partner" unnötig verdächtig, ihn in Wirklichkeit gar nicht zu unterstützen? Weil er nur schauspielert? :ugly:

2. Warum lässt man ihn nach der "Stromausfall" Geschichte im Block C da willenlos rumrennen, er wäre immerhin um ein Haar von nem anderen Hansel gekillt worden und hätte den anderen Hansel dann wiederum fast gekillt - das wirkte nicht so sonderlich solide durchgeplant. Du weißt ja nicht, was er sich da zusammengereimt hat, und ob die Irren, die da rumliefen auch wirklich irre waren?!

3. Warum lässt sich sein Partner an der Stelle, als sie in der Nähe des Leuchtturms sind, so leicht abwimmeln? Klar, okay, er konnte ihn damit erst recht dazu bringen, zu glauben, dass da irgendwas abläuft, aber so hätte sich alles viel besser "steuern" lassen, als wenn man den Kerl einfach mal frei in der Wildbahn rumwuseln lässt und nebenbei auch riskiert, dass er diese Klippen runterstürzt.
Ist er wirklich die Klippen runter? Ich hab da meine Zweifel. DIe Frau in der Höhle war auch erfunden. DIe Höhle gab es wahrscheinlich gar nicht. Die ganze Szene wirkte sehr surreal. Ich glaube nicht, dass er die Klippen runter- und wieder hochgeklettert ist

Ja, und außerdem ist das eh alles wurscht, wenn man glaubt, dass er verrückt ist, kann man ja eh alles hindrehen wie man will :D Der Sturm hat offensichtlich nich stattgefunden, vielleicht hat das ALLES nicht stattgefunden, es gibt keinen vernünftigen Beweis in die eine oder andere Richtung, sofern man annimmt, dass einem die Geschichte von einem vollkommen Geisteskranken erzählt wurde.
So siehts aus, deswegen kann es helfen, den Film mehrmals zu sehen. Man entdeckt einfach mehr!
 
wiki triffts halt doch auf den Punkt:

Das Ende des Films belegt nicht ganz eindeutig, dass die Wendung der Handlung im Leuchtturm wirklich die Auflösung der ganzen Geschichte um Andrew Laeddis und Shutter Island war.

Zum einen lassen ein Pflaster von Beginn der Filmhandlung und eine später sichtbare, stark an einen chirurgischen Eingriff erinnernde Narbe an seiner linken Schläfe vermuten, dass an ihm bereits ein Eingriff am Kopf durchgeführt worden war. Zum anderen ist die Szene mit Rachel Solando in der Höhle eine der wenigen sachlich-nüchternen und nicht durch Halluzinationen, Albträume, psychotisches oder offensichtlich gespieltes Verhalten bestimmten Passagen des Films und ihre Erklärung gibt eine weiterhin plausible zweite Erklärung für eine mögliche inhumane Psychiatrie auf Shutter Island. Des Weiteren kommen in der Handlung des Öfteren Gegenstände vor, welche nicht in das Bild einer zivilen Nervenheilanstalt passen. So zum Beispiel eine Feldflasche der Army aus der Rachel Solando trinkt, ein Funkgerät der Army auf dem Schreibtisch des Professors im Leuchtturm oder der Jeep des sich sehr militärtypisch gebenden Klinikleiters.

Dessen Satz: "Würden Sie sich wehren, wenn ich meine Zähne in Ihre Augen schlage, bevor Sie erblinden?" beschreibt nach der Verschwörungs-Interpretation genau das Vorgehen der Ärzte in Leuchtturm.

Es bleibt auch offen, ob Laeddis die Bekehrung und seinen anschließenden Rückfall in seine Marshal-Rolle womöglich nur vorspielt, um das Rätsel um Shutter Island und vor allem den Leuchtturm endgültig aufzuklären. Ebenfalls bleibt offen, ob er sich am Ende eventuell bewusst und freiwillig der Lobotomie unterzieht, um (auf Kosten seiner Gesamtheit als Mensch) nicht länger mit der Realität, dem Mord an seiner Frau, konfrontiert zu werden. Im abschließenden Gespräch sagt Laeddis/Daniels zu Chuck/Dr. Sheehan: „An diesem Ort frage ich mich, was wäre schlimmer, zu leben wie ein Monster oder als guter Mann zu sterben?“

Da die Erzählperspektive von zahlreichen Wahnvorstellungen durchsetzt und somit unzuverlässig ist, wird jedoch eine sinnvolle Interpretation des tatsächlichen Hintergrunds der Handlung unmöglich.
 
Über eine lange Zeit hinweg ein spannender Film. Das Ende hat es mir persönlich vermasselt. Zu viel wurde im Endeffekt auf eine psychische Krankheit geschoben. Schade eigentlich.
 
Blabla, wenn du den Film gesehen hast,
solltest du wissen, dass das kein wirklicher Spoiler war. Als würde man da wissen, was jetzt real und was Halluzination war. Der Film spielt ja von Anfang an damit
Und wenn du den Film nicht gesehen hast, wirst du in den ersten 5min merken, dass der Film mit diesen Real/Hallu-Mischmasch spielt. Und wenn du den Trailer gesehen hast, wirst du dann noch deutlich übler "gespoilert".
Also mach mal keine Panik. Habe es trotzdem in so 'ne Spoilerbox getan.

Haha, jetzt habe ich zwei Mal exakt dieselbe Aussage gemacht und einmal in Spilerdingens gepackt.
 
Die Wiki-Erläuterung ist aber auch nicht das Wahre.
Wurden doch die Marshalls direkt drauf hingewiesen, das bei einem möglichen Stromausfall der ganze Block, incl. C, lahm liegt. Wieso sollte man sowas in so einer Ausführlichkeit den beiden erzählen, wenn sie nicht einmal die Akten einsehen durften. (Womöglich, weil Laeddis dort selbst gelistet ist). Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, damit er seine Geschichte durchspielen kann.

Und wenn Laeddis nicht verrückt ist, muss sein Partner aber konvertiert (gegen Ende hin) sein bzw. von vorn herrein gestellt gewesen sein. Das würde nur in sofern Sinn machen, wenn Leaddis wirklich nen Marshall ist. Dann müsste aber ein ganzes Department in die Verschörung eingewiesen worden sein, weil Leaddis wusste, dass er einen Partner bekommt. :ugly:

Und ausgemusterte Army-Technologie ist zu spotpreisen zu erhalten, genau so wie ausgediente Offiziere, die in privaten Einrichtungen einen ruhigen Lebensabend verbringen, anstatt mit 40 noch in den Irak wandern zu müssen.

Alles in allem ist der Film aber schon interessant und regt zum grübeln an. Den kann man sich durchaus angucken. Auch gut ein zweites oder drittes mal. Anders als bei solchen Filmen, die man sich kein 2. mal antun braucht, wenn man das Ende gesehen hat, macht diese Uneinigkeit, auf den ersten Blick Ungereimtheiten, es Wert, den Film öfter zu gucken.

Ich muss unbedingt aufhören so lange Sätze zu schreiben.
 
ach, was ist schon ein Acht Monate alter Thread? :D

Gerade den Film zum 3. Mal seit langer Zeit wieder geguckt und ich bin fast noch geflashter als beim 1./2. mal. :dhoch: Einfach ein grandioses Werk von Scorsese, wenn man sich dann mal auf eine Version der Geschichte eingeschossen hat - und ich bin mittlerweile überzeugt (auch durch die Bonus-Beiträge auf der DVD) die richtige Version zu kennen - sieht man einfach viel viel mehr, da machen winzige Details plötzlich Sinn und der Film wirkt komplett neu. Für mich ist Shutter Island fast auf dem Niveau von Inception anzusiedeln.
 
glaub nicht, dass da etwas großartig neues bei ist, steckt teilweise auch in der Version von Wiki, aber:

ich denke, Teddy ist tatsächlich seit knapp zwei Jahren in Behandlung bei Dr. Sheehan (den er in seiner Welt für seinen Partner Chuck hält) und auch seitdem konstant unter medikamentösen Einfluss. Auf der Insel soll er eben in einem groß aufgesetzten Rollenspiel (angeleiert durch Dr.Cawley, der an eine wirksame Heilung der Krankheit ohne Medikamente oder Lobotomie glaubt) aus seiner selbst aufgebauten Parallelwelt, die er aufgrund seiner Persönlichkeitsspaltung aufgebaut hat, befreit werden. Ursache für diesen psychischen Knacks und der daraus entstandenen Schizophrenie war einerseits Teddys Mitwirken im Krieg (Befreiung KZ Dachau), andererseits ganz entscheidend die Tatsache, dass er seine Frau erschossen hat, nachdem diese seine Drei Kinder im See ertränkt hatte. (Da gibt er sich ja indirekt auch die Schuld dran.) 1954 war ja in Sachen Behandlungsweise von psychisch schwer Kranken entscheidend, da zu dem Zeitpunkt neben den großen Verfechtern der Lobotomie (im Film vertreten durch Dr.Naehring (den Deutschen)) und Pharmazeutik (so wird Teddy bis zu dem Zeitpunkt auf der Insel behandelt, da er am Ende auf Entzug ist bekommt er Halluzinationen/Anfälle) der "menschliche" Ansatz (siehe Dr.Cawley) hinzu kam, dem Patienten respektvoll und helfend entgegenzutreten und so Besserung herbeizurufen.
Genau das wird auf der Insel mit Teddy, dem schwersten Fall auf der Insel probiert. Ich denke, dass Cawley Dr.Naehring beweisen möchte, dass dies der bessere Weg ist. Als es bei Teddy gegen Ende im Leuchtturm klick macht und Cawleys Methode tatsächlich angeschlagen ist, realisiert er, dass er in einer Phantasiewelt gelebt hat. Die gesamte Klippen Szene mit Chucks angeblichem Selbstmord, den Ratten, dem Höhlengespräch mit "Rachel" etc war beispielsweise reine Fiktion, weil er da auf dem Höhepunkt seines Entzugs ist.
Cawley beschwört ihn, dass er bereits einmal soweit war, aber damals rückfällig geworden ist. Sollte dieser letzte Versuch scheitern, könnte er das Experiment nicht nocheinmal durchziehen, vermutlich auch finanziell etc nicht, weswegen er dann (gegen seinen Willen) Naehring Recht geben müsste: sprich Teddy würde zum "Zombie" gemacht.
In der letzten Einstellung (Teddy&"Chuck" auf der Treppe) ist das denke ich eindeutig. Teddy ist ganz klar, hat keinerlei Zuckungen/Zittern oder nervöse Ticks. Im Prinzip ist er von seinen Wahnvorstellungen befreit und weiß genau, dass neben ihm sein behandelnder Arzt sitzt, und nicht sein Partner. Als dieser dann die finale Prüfung (ob sein Patient erneut Rückfällig geworden ist) aufsetzt, spielt Teddy absichtlich den Rückfall ins alte Krankheitsmuster vor und entscheidet sich vollkommen bewusst gewissermaßen für den Freitod. (bzw ein Leben ohne Bewusstsein durch Lobotomie) Mit der Rückkehr der Erinnerung an seine toten Kinder und dem Mord an seiner Frau (und die WWII Geschehnisse) möchte er nicht mehr konfrontiert werden müssen. Ich denke nur so ist Leos letzter Satz richtig zu werten: "you know, this place makes me wonder: Which would be worse, to live as a monster or to die as a good man?"

Uh, ziemlich lang geworden, sorry. ;)
 
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