System: PS2 PAL
Spieler: 1
Sprache: komplett deutsch
Entwickler: Sony
Publisher: Sony
USK: ab 12 Jahren
gezockt auf: altem Röhrenfernseher
Besonderheiten: Standardversion erschien im Pappschuber mit 4 Postkarten.
Einzigartig und gigantisch…
Wanda erreicht nach langer Reise mit seinem treuen Pferd Agro eine einsame, unbekannte Welt. Auf dem Rücken des Pferdes befindet sich neben dem Reiter ein totes Mädchen… Wanda hörte von Legenden, nachdem es in diesem verbotenen Land möglich sein soll, verlorene Seelen wiederzuerwecken. Er passiert also den einzigen Zugangsweg und findet sich am Ende der ewig langen Brücke in einem Tempel wieder, in dem ein Wesen namens „Dormin“ haust. Diesem Wesen ist es möglich, dass junge Mädchen zum Leben zu erwecken, doch verlangt es dafür, dass Wanda 16 Kolosse tötet. Ohne zu zögern streckt er also sein legendenumwobenes Schwert in die Höhe und bündelt darin das Licht, um den Aufenthaltsort des ersten Kolosses zu finden…
Story-Zusammenfassung:
„Shadow of the Colossus“ (SotC) ist ein bemerkenswertes Spiel. Ein Spiel, dass sich wohltuend von dem gros der Masse abhebt, denn es ist einfach kein Spiel wie viele andere. In SotC müsst ihr nur die 16 Kolosse finden, indem ihr dorthin reitet, und diese dann töten, nachdem ihr ihre Schwachstellen gefunden habt… mehr nicht.
Das mag sich nach verdammt wenig anhören, funktioniert aber, zumindest im zweiten Teil verdammt gut. Der Beginn einer Koloss-Vernichtung, also die Reise dahin, ist dagegen mehr Krampf als Spaß. Euer Pferd Agro ist so unglaublich stur und bockig, sodass es wirklich anfängt zu nerven. Im späteren Spielverlauf bin ich an kniffligen Stellen sogar abgestiegen, zu Fuß gelaufen und habe dann Agro zu mir zurück gepfiffen. Auch habe ich irgendwann zu einer Lösung gegriffen, weil ich die Wege zu nervig fand. Sicherlich positiv, dass die Welt von SotC wirklich riesig ist, und es gibt durchaus markante Stellen, teils sogar atemberaubende, allerdings ist die Welt so groß, dass man sich Wege gar nicht einprägen kann oder will. Wanda hat zwar immer eine grobe Richtungsanzeige durch sein Schwert und auch eine (viel zu unpräzise) Karte, aber es kam oft bei mir vor, dass ich minutenlang in die falsche Richtung geritten bin und dann riesige Umwege machen musste… ausgerechnet mit den nervigen Esel, denn bei den großen Entfernungen hat man keine andere Wahl.
Auch die Landschaft hilft nicht unbedingt den Missmut zu vertreiben. Sie ist zwar durch ihre Anordnung und die Architektur der Gebäude teilweise wirklich grandios, aber nicht wirklich spannend, da die Welt wie ausgestorben ist. Es gibt lediglich Eidechsen und Vögel zu „bestaunen“, sonst keine Lebewesen oder gar Ruinen (, die nicht zu den Kolossen gehören). Das macht die Welt für mich nicht wirklich rund, oder sind Reptilien und Vögel Symbole für den Tod? Ich denke nicht…
Kommen wir zu etwas Erfreulicherem: Die Kämpfe gegen die Kolosse. Sie sind wirklich weltklasse. Spannend, taktisch und abwechslungsreich. Nicht ohne Grund huldigt Twilight Princess dieses Spiel. Jeder Koloss wird durch eine sehr kurze Zwischensequenz eingeleitet. Das Besondere ist, dass wirklich keiner wie der andere ist. Einige sind angelehnt an Tiere, wie Stier oder Vogel, andere sind einfach nur monströs groß. Auch ihr Verhalten unterscheidet sich grundlegend. Während euch der „Stier-Kolosss“ bei Sichtkontakt angreift, agieren andere erst wenn ihr ihm Schaden zufügt. Wie bei der Wegfindung, müsst ihr auch bei den Kolossen das Licht in eurem Schwert bündeln, um ihre Schwachstellen zu finden. Dann gilt es den Koloss zu besteigen oder seine Panzerung zu zerstören, um die Schwachstellen mit dem Schwert zu malträtieren. Auch die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Koloss. Einige müsst ihr erst dazu bewegen ihre Position zu verändern, in dem ihr beispielsweise besondere Stellen angreift, bei anderen müsst ihr in bester Jump and Run – Manier über die Ruinen hüpfen, um den Koloss dazu zu bewegen Säulen umzustürzen. Oder ihr springt auf dem Koloss hin und her. Einfach Genial!
Bei vielen Kolossen kommt es vor, dass ihr euch an ihnen festhalten müsst. Habt ihr sie dann einmal verletzt, schütteln und rütteln sie euch kräftig durch und ihr müsst aufpassen, dass eure Griffkraft nicht gegen null geht, denn sonst stürzt ihr eventuell in die Tiefe. Also heißt es erstmal eine Position finden auf der ihr euch ausruhen könnt. So wird der Spieler gezwungen taktisch vorzugehen und Geduld zu zeigen. Habt ihr es dann irgendwann mal geschafft den Koloss zu töten, fühlt ihr euch wie der König der Welt und ich verspreche euch, ihr werdet es kaum abwarten können, den nächsten Koloss zu finden!
Die technische Seite von SotC ist relativ schwach. Klar, die Welt ist riesig und es gibt keine Ladezeiten, aber die Landschaft ploppt weit entfernt ins Bild, die Texturen sind ein hässlicher Mischmasch aus braun, grün und grau Tönen und es flimmert wie Sau… Die Animationen passen dagegen und sind bis auf die Laufanimationen sogar sehr gut. Die sehr seltenen Zwischensequenzen ruckeln wenn die Kamera weit schweift, die Effekte sind recht hübsch und das Wasser ist akzeptabel. Ob die gute alte PS2 zu mehr im Stande ist, bleibt offen, ich denke aber schon. Wirklich unterirdisch ist allerdings die Kameraführung. Der Spieler merkt ziemlich schnell, dass die Entwickler die Spielfigur in ein möglichst gutes Licht rücken wollen, das funktioniert aber absolut nicht. Wenn ich Wanda über die Schulter gucken will um mir eine Übersicht über die Umgebung zu verschaffen, wandert die Kamera unverständlicherweise mit seinem Kopf, den er wie beim Tennis ständig hin und her bewegt. Und auch sonst macht die Kamera was sie will… Bildschirmtode sind aus diesem Grund zwar selten, aber nervig bleibt es allemal. Toll gelungen ist der Soundtrack, der die einsame Stimmung des Spiels und die Kämpfe gegen die Kolosse perfekt untermalt.
Überhaupt ist die gesamte Atmosphäre, die Stimmung des Spiels sehr gelungen. Ihr seid der einsame Krieger, der nur eins will, komme was wolle; das Mädchen retten. Dazu die leere Landschaft und der schöne Soundtrack und fertig ist ein tolles Szenario. Und würde man jetzt auch noch irgendeine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, hätte ich beim stimmigen Abspann vielleicht auch noch eine Träne verdrückt. So bleibt leider ein fader Nachgeschmack, bei einem eindrucksvollen Erlebnis.
Spielzeit: ca. 10 bis 15 Stunden
Pro/Contra Übersicht:
+ einzigartiges Erlebnis
+ ambitioniertes Projekt
+ tolle Atmosphäre
+ grandiose musikalische Untermalung
+ abwechslungsreiche, teils gigantische Kolosse
+ … deren Niedergang unglaublich motiviert
+ riesige Welt, tolle Weitsicht
+ wundervolle Architektur
+ Spiel ist im schönen Pappschuber
+ Time-Attack Modus nach dem Durchspielen
- völlig belanglose Story
- keine Charakterbindung
- unschöne Grafik, hässliche Pop-Ups
- katastrophale Kameraführung
- störrischer Gaul
- … der bei den langen, unspannenden Wegen nervt
Fazit: Einzigartig geniales Spielerlebnis mit einigen deutlichen Schwächen. Definitiv ein Must-Have, definitiv keine Referenz.
(Schulnote 2+ / 12 / 15 Pkt. / 80%)
Test vom Mai 2008.
Spieler: 1
Sprache: komplett deutsch
Entwickler: Sony
Publisher: Sony
USK: ab 12 Jahren
gezockt auf: altem Röhrenfernseher
Besonderheiten: Standardversion erschien im Pappschuber mit 4 Postkarten.
Einzigartig und gigantisch…
Wanda erreicht nach langer Reise mit seinem treuen Pferd Agro eine einsame, unbekannte Welt. Auf dem Rücken des Pferdes befindet sich neben dem Reiter ein totes Mädchen… Wanda hörte von Legenden, nachdem es in diesem verbotenen Land möglich sein soll, verlorene Seelen wiederzuerwecken. Er passiert also den einzigen Zugangsweg und findet sich am Ende der ewig langen Brücke in einem Tempel wieder, in dem ein Wesen namens „Dormin“ haust. Diesem Wesen ist es möglich, dass junge Mädchen zum Leben zu erwecken, doch verlangt es dafür, dass Wanda 16 Kolosse tötet. Ohne zu zögern streckt er also sein legendenumwobenes Schwert in die Höhe und bündelt darin das Licht, um den Aufenthaltsort des ersten Kolosses zu finden…
Story-Zusammenfassung:
Wanda tötete 15 Kolosse, brach nach jedem Sieg zusammen und wachte, mehr und mehr durchsetzt von einer unbekannten Macht, im Tempel wieder auf. Während Wanda den 16. Koloss niederstreckte, erreichten noch mehr Menschen den Tempel des verbotenen Landes. Lord Emon und seine Gefolgschaft mussten mit ansehen wie Wanda erneut im Tempel erwachte und waren bestürzt, dass Dormin von Wanda Besitz ergriffen hat. Emon ist sich bewusst, dass das verbannte Geschöpf Dormin zurück zu alter Stärke gefunden hat, da Wanda seine Einzelteile, die Essenzen der 16 Kolosse, zusammengetragen hat. Außerdem erkannte Emon das von Wanda gestohlene Schwert und bemerkte, dass der „verbotene Spruch“ von ihm gesprochen worden sein muss. Er versuchte Wanda zu töten, öffnete ein Portal, welches Dormin und Wanda einsaugte, und flüchtete. Unter den Hufen der Pferde brach der einzige Zugangspunkt zusammen.
Das ehemals tote Mädchen erwachte und das verletzte Pferd Agro erschien. Agro war auf dem Weg zum 16. Koloss eine Klippe hinab gestürzt. Das Mädchen findet ein kleines Baby in dem nun geschlossenen Portal, welches Wanda verschluckte. Zusammen machen sich die drei auf die Spitze des Tempels, wo sie Tiere, wie Eichhörnchen und Rehkitz vorfinden.
Das ehemals tote Mädchen erwachte und das verletzte Pferd Agro erschien. Agro war auf dem Weg zum 16. Koloss eine Klippe hinab gestürzt. Das Mädchen findet ein kleines Baby in dem nun geschlossenen Portal, welches Wanda verschluckte. Zusammen machen sich die drei auf die Spitze des Tempels, wo sie Tiere, wie Eichhörnchen und Rehkitz vorfinden.
„Shadow of the Colossus“ (SotC) ist ein bemerkenswertes Spiel. Ein Spiel, dass sich wohltuend von dem gros der Masse abhebt, denn es ist einfach kein Spiel wie viele andere. In SotC müsst ihr nur die 16 Kolosse finden, indem ihr dorthin reitet, und diese dann töten, nachdem ihr ihre Schwachstellen gefunden habt… mehr nicht.
Das mag sich nach verdammt wenig anhören, funktioniert aber, zumindest im zweiten Teil verdammt gut. Der Beginn einer Koloss-Vernichtung, also die Reise dahin, ist dagegen mehr Krampf als Spaß. Euer Pferd Agro ist so unglaublich stur und bockig, sodass es wirklich anfängt zu nerven. Im späteren Spielverlauf bin ich an kniffligen Stellen sogar abgestiegen, zu Fuß gelaufen und habe dann Agro zu mir zurück gepfiffen. Auch habe ich irgendwann zu einer Lösung gegriffen, weil ich die Wege zu nervig fand. Sicherlich positiv, dass die Welt von SotC wirklich riesig ist, und es gibt durchaus markante Stellen, teils sogar atemberaubende, allerdings ist die Welt so groß, dass man sich Wege gar nicht einprägen kann oder will. Wanda hat zwar immer eine grobe Richtungsanzeige durch sein Schwert und auch eine (viel zu unpräzise) Karte, aber es kam oft bei mir vor, dass ich minutenlang in die falsche Richtung geritten bin und dann riesige Umwege machen musste… ausgerechnet mit den nervigen Esel, denn bei den großen Entfernungen hat man keine andere Wahl.
Auch die Landschaft hilft nicht unbedingt den Missmut zu vertreiben. Sie ist zwar durch ihre Anordnung und die Architektur der Gebäude teilweise wirklich grandios, aber nicht wirklich spannend, da die Welt wie ausgestorben ist. Es gibt lediglich Eidechsen und Vögel zu „bestaunen“, sonst keine Lebewesen oder gar Ruinen (, die nicht zu den Kolossen gehören). Das macht die Welt für mich nicht wirklich rund, oder sind Reptilien und Vögel Symbole für den Tod? Ich denke nicht…
Kommen wir zu etwas Erfreulicherem: Die Kämpfe gegen die Kolosse. Sie sind wirklich weltklasse. Spannend, taktisch und abwechslungsreich. Nicht ohne Grund huldigt Twilight Princess dieses Spiel. Jeder Koloss wird durch eine sehr kurze Zwischensequenz eingeleitet. Das Besondere ist, dass wirklich keiner wie der andere ist. Einige sind angelehnt an Tiere, wie Stier oder Vogel, andere sind einfach nur monströs groß. Auch ihr Verhalten unterscheidet sich grundlegend. Während euch der „Stier-Kolosss“ bei Sichtkontakt angreift, agieren andere erst wenn ihr ihm Schaden zufügt. Wie bei der Wegfindung, müsst ihr auch bei den Kolossen das Licht in eurem Schwert bündeln, um ihre Schwachstellen zu finden. Dann gilt es den Koloss zu besteigen oder seine Panzerung zu zerstören, um die Schwachstellen mit dem Schwert zu malträtieren. Auch die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Koloss. Einige müsst ihr erst dazu bewegen ihre Position zu verändern, in dem ihr beispielsweise besondere Stellen angreift, bei anderen müsst ihr in bester Jump and Run – Manier über die Ruinen hüpfen, um den Koloss dazu zu bewegen Säulen umzustürzen. Oder ihr springt auf dem Koloss hin und her. Einfach Genial!
Bei vielen Kolossen kommt es vor, dass ihr euch an ihnen festhalten müsst. Habt ihr sie dann einmal verletzt, schütteln und rütteln sie euch kräftig durch und ihr müsst aufpassen, dass eure Griffkraft nicht gegen null geht, denn sonst stürzt ihr eventuell in die Tiefe. Also heißt es erstmal eine Position finden auf der ihr euch ausruhen könnt. So wird der Spieler gezwungen taktisch vorzugehen und Geduld zu zeigen. Habt ihr es dann irgendwann mal geschafft den Koloss zu töten, fühlt ihr euch wie der König der Welt und ich verspreche euch, ihr werdet es kaum abwarten können, den nächsten Koloss zu finden!
Die technische Seite von SotC ist relativ schwach. Klar, die Welt ist riesig und es gibt keine Ladezeiten, aber die Landschaft ploppt weit entfernt ins Bild, die Texturen sind ein hässlicher Mischmasch aus braun, grün und grau Tönen und es flimmert wie Sau… Die Animationen passen dagegen und sind bis auf die Laufanimationen sogar sehr gut. Die sehr seltenen Zwischensequenzen ruckeln wenn die Kamera weit schweift, die Effekte sind recht hübsch und das Wasser ist akzeptabel. Ob die gute alte PS2 zu mehr im Stande ist, bleibt offen, ich denke aber schon. Wirklich unterirdisch ist allerdings die Kameraführung. Der Spieler merkt ziemlich schnell, dass die Entwickler die Spielfigur in ein möglichst gutes Licht rücken wollen, das funktioniert aber absolut nicht. Wenn ich Wanda über die Schulter gucken will um mir eine Übersicht über die Umgebung zu verschaffen, wandert die Kamera unverständlicherweise mit seinem Kopf, den er wie beim Tennis ständig hin und her bewegt. Und auch sonst macht die Kamera was sie will… Bildschirmtode sind aus diesem Grund zwar selten, aber nervig bleibt es allemal. Toll gelungen ist der Soundtrack, der die einsame Stimmung des Spiels und die Kämpfe gegen die Kolosse perfekt untermalt.
Überhaupt ist die gesamte Atmosphäre, die Stimmung des Spiels sehr gelungen. Ihr seid der einsame Krieger, der nur eins will, komme was wolle; das Mädchen retten. Dazu die leere Landschaft und der schöne Soundtrack und fertig ist ein tolles Szenario. Und würde man jetzt auch noch irgendeine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, hätte ich beim stimmigen Abspann vielleicht auch noch eine Träne verdrückt. So bleibt leider ein fader Nachgeschmack, bei einem eindrucksvollen Erlebnis.
Spielzeit: ca. 10 bis 15 Stunden
Pro/Contra Übersicht:
+ einzigartiges Erlebnis
+ ambitioniertes Projekt
+ tolle Atmosphäre
+ grandiose musikalische Untermalung
+ abwechslungsreiche, teils gigantische Kolosse
+ … deren Niedergang unglaublich motiviert
+ riesige Welt, tolle Weitsicht
+ wundervolle Architektur
+ Spiel ist im schönen Pappschuber
+ Time-Attack Modus nach dem Durchspielen
- völlig belanglose Story
- keine Charakterbindung
- unschöne Grafik, hässliche Pop-Ups
- katastrophale Kameraführung
- störrischer Gaul
- … der bei den langen, unspannenden Wegen nervt
Fazit: Einzigartig geniales Spielerlebnis mit einigen deutlichen Schwächen. Definitiv ein Must-Have, definitiv keine Referenz.
(Schulnote 2+ / 12 / 15 Pkt. / 80%)
Test vom Mai 2008.