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Darf ich mich mal melden, und zwar aus einer evtl Sicht des Kindes?
Es hat den einfach Hintergrund, dass ich selber ein "Scheidungskind" bin. Meine Eltern haben sich geschiede, da war ich etwa 3 Jahre alt. Und ganz ehrlich? Ich bin groß geworden ohne ein Trauma, schlechte Erfahrung etc. pp.
Weder bin ich ein Psycho geworden, noch hat mich das zu einem schlechten Menschen gemacht.
Klar wird dein Kind am Anfang die Situation nicht ganz verstehen und auch erst mal leiden, das steht außer Frage. Aber nur wegen dem Kind zusammenbleiben? Das Kind wird merken, wenn etwas nicht stimmt. Das Kind wird diese ständige Anspannung spüren. Und irgendwann kommt der Punkt, da werdet ihr euch richtig heftig Zoffen wenn du nun alles in dich hineinfrisst und zuhause "Heile Welt" spielst.
Warum bin ich damit klar gekommen? Meine Eltern haben die ganze "Streitsache" vor mir ferngehalten. Sie haben mir erklärt, dass Mama und Papa sich nicht mehr verstehen und Papa auszieht. Vor mir wurde kein Rosenkrieg ausgetragen, im Gegenteil. Mir zuliebe haben sie sich in meiner Gegenwart wie 2 normale Erwachsene verhalten. Das fiel ihnen sicher nicht immer leicht. Alle 2 Wochenende war dann Papawochenende und auch zwischendurch wurde mir die Möglichkeit offen gehalten, dass ich, wann ich möchte, Papa besuchen kann. Und hey, es war eine gute Lösung. Ich hatte eine glückliche Kindheit.
Mach es doch nicht so schlimm für dich.
Du hast natürlich Recht! Damit das funktioniert müssen beide Elternteile an einem Strang ziehen und dass es oft nicht so läuft ist klarIch will Dein Plädoyer nicht entkräften, aber muss doch mal kurz ein bisschen Wasser in den Wein schütten:
Du kannst Dich glücklich schätzen, dass Du so vernünftige Eltern hattest. Aber aus eigener schmerzlicher Erfahrung (als Vater) und auch einigen Fällen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis kann ich Dir sagen, dass das eher die Ausnahme ist.
Nach einer Trennung mit Kindern zeigen die Ex-Partnerinnen oft ihr wahres Gesicht. Da wird das Kind dann als Hebel zur Erreichung aller möglichen Ziele oder einfach als Rachemittel (z.B. für die Trennung) eingesetzt.
Beim Jugendamt und vor Gericht gilt es zudem immer noch in vielen Fällen als gesetzt, dass die Kinder zur Mutter gehören und dort besser aufgehoben sind. Das betrifft auch die Umgangsregelungen bis zum Sorgerechtsstreit. Um dann zu beweisen, dass das Kind oder die Kinder bei Dir besser aufgehoben sind (in meinem Fall wegen Selbstmordgedanken der Mutter), Du andere Regelungen willst etc., kämpfst Du ohne die ansatzweise Kooperation der Mutter gegen Windmühlen.
Ehrlichkeit muss aber auch hier Grenzen gesetzt werden. "Mama und Papa verstehen sich nicht mehr bla bla bla" ist voll in Ordung. Aber "Mama hat einen anderen Mann gebummst" ist eher weniger zielführend. Da braucht es halt echt feingefühl und als Kind muss man nicht alle Einzelheiten wissen. Ich weiß bis heute nicht, warum sich meine Eltern genau getrennt haben und hey, ich will es auch nicht wissen. Sie hatten ihre Gründe und sie sind/waren beide alt genug. Manche Dinge muss man als Koten auch nicht wissen...naja, eine Scheinbeziehung zu führen bzw. diese nur des Kindes wegen aufrecht zu erhalten, ist imo auch fragwürdig.
Für mich wäre auch die Ehrlichkeit dem Kind gegenüber wichtig (jetzt mal unabhängig vom Alter).
In beiden Fällen (Trennung oder Zusammenraufen) muss man sich wohl Gedanken machen, welche Auswirkungen das auf die Entwicklung des Kindes hat. Eine ehrliche Trennung ist einem schlechtem Schauspiel vorzuziehen, so sehe ich das.
Wie auch immer man das handhabt: Mit dem Elternwerden haben sich beide daran beteiligten Personen dem Kind gegenüber verpflichtet, schade das die Realität so oft ein anderes Bild zeigt...
Ich will Dein Plädoyer nicht entkräften, aber muss doch mal kurz ein bisschen Wasser in den Wein schütten:
Du kannst Dich glücklich schätzen, dass Du so vernünftige Eltern hattest. Aber aus eigener schmerzlicher Erfahrung (als Vater) und auch einigen Fällen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis kann ich Dir sagen, dass das eher die Ausnahme ist.
Nach einer Trennung mit Kindern zeigen die Ex-Partnerinnen oft ihr wahres Gesicht. Da wird das Kind dann als Hebel zur Erreichung aller möglichen Ziele oder einfach als Rachemittel (z.B. für die Trennung) eingesetzt.
Beim Jugendamt und vor Gericht gilt es zudem immer noch in vielen Fällen als gesetzt, dass die Kinder zur Mutter gehören und dort besser aufgehoben sind. Das betrifft auch die Umgangsregelungen bis zum Sorgerechtsstreit. Um dann zu beweisen, dass das Kind oder die Kinder bei Dir besser aufgehoben sind (in meinem Fall wegen Selbstmordgedanken der Mutter), Du andere Regelungen willst etc., kämpfst Du ohne die ansatzweise Kooperation der Mutter gegen Windmühlen.
Meine Eltern haben sich nicht getrennt und man merkt hier schon ganz deutlich, dass meine emotionale Intelligenz derer, von Euch Scheidungskindern spürbar überlegen ist.
Ich fühle z.B. mit meinen Nachbarn, die aufgrund Fehlverhalten (u.a. offene Garagentore) dritter Personen frieren müssen.

Danke für eure Berichte. Man bekommt solche Geschichten im echten Leben immer zu wenig mit. Und meist hört man ja dann nur eine Partei und das ist oft ein Elternteil. Die sind natürlich befangen. So wie ich derzeit auch ;-)
Ich bin und bleibe gespannt, wie es weitergeht. Es ist natürlich noch immer so, dass jeder Tag ein Auf und Ab ist. Ein paar Stunden gibt der Kopf und der Bauch Ruhe und man kann sich ablenken, dann kommt plötzlich und ohne Vorwarnung irgendein Auslöser, der einen sofort ins Tal stürzen lässt. Das Tollste ist, dass man diese Auslöser nicht mal rational zu dem eigentlichen Vorfall verbinden kann. Das ist für mich als grundsätzlich rationalen Menschen, der seine Gefühle die meiste Zeit sehr gut im Griff hat, ziemlich verstörend.
Zumindest haben wir aber erste Schritte unternommen, um einen etwas neuen Weg zu gehen. In den letzten zwei Jahren waren wir nur 1 oder 2 Mal gemeinsam ohne Kind unterwegs. An Abenden sowieso nie, da konnte immer nur einer gehen. Wir haben gestern die ersten Babysitter angeschrieben, die wir in Zukunft wöchentlich einen Abend da haben möchten, damit wir das ändern können. Mal wieder gemeinsam Essen gehen, ins Kino, Theater o.ä. Mal wieder gemeinsam einen Sonnenuntergang am Havelstrand verbringen. Mal wieder Party mit Freunden machen. Ich hoffe, wir finden da schnell jemanden. Man merkt da wieder, wie blöd die heutige Zeit mit über das Land verteilten Familien ist. Wenn Oma und Opa, Geschwister, Onkel und Tanten alle mind. 300km entfernt wohnen, fehlt einfach was.
Parallel hab ich Kontakt mit einer Familienhilfsstelle aufgenommen, die mich heute für Termine etc. anrufen wollen. Es geht also weiter.
Ich hatte in meiner Vorstellung von Ehrlichkeit auch eher an eine nette Begründung gedacht.Ehrlichkeit muss aber auch hier Grenzen gesetzt werden. "Mama und Papa verstehen sich nicht mehr bla bla bla" ist voll in Ordung. Aber "Mama hat einen anderen Mann gebummst" ist eher weniger zielführend. Da braucht es halt echt feingefühl und als Kind muss man nicht alle Einzelheiten wissen. Ich weiß bis heute nicht, warum sich meine Eltern genau getrennt haben und hey, ich will es auch nicht wissen. Sie hatten ihre Gründe und sie sind/waren beide alt genug. Manche Dinge muss man als Koten auch nicht wissen

Parallel hab ich Kontakt mit einer Familienhilfsstelle aufgenommen, die mich heute für Termine etc. anrufen wollen. Es geht also weiter.
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