Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

RIP - rest in peace

  • Ersteller Ersteller Urgs
  • Erstellt am Erstellt am

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich muss das beim nächsten mal beim Hausarzt genau ansprechen. Ich fühle mich als ginge ich kaputt.

Große Trauer kann sich sogar in körperlichen Symptomen äußern, nicht nur seelisch.
Durfte ich am eigenen Leib erfahren. Nach der Beerdigung glaubte ich das gröbste überwunden zu haben. Doch dann stellte ich fest, dass mein Ruhepuls immer > 100 war. Auch wenn ich abends im Bett lag. Das Herz schlug ständig viel zu schnell. Mein Arzt meinte, ob ich in letzter Zeit großen Stress gehabt hätte. Erst nach ca. einem halben Jahr normalisierte es sich wieder.

Meine Mutter bekam vom Doc auch ein paar Mittelchen, um die Trauer besser bewältigen zu können.

Was ich sagen möchte: Hole Dir ruhig medizinische Hilfe, Trauer kann wirklich sehr sehr stark wirken, auch wenn man es in dieser Zeit nicht glauben kann. Die Zeit heilt wirklich die größten Wunden und man empfindet wieder sehr große Freude am Leben. Und wenn Dir einmal das Glück gegeben wird, selbst Vater sein zu können, betrachtest Du den Tod als natürlichen Bestandteil des Lebens, damit Platz für Neues entsteht.
 
Gleich gehts los zur Bestattung. Wenigstens konnte ich was schlafen.

Ich kann gar nicht beschreiben was ich fühle. Ich weiss es nicht.

Weiss noch wie ich mich 2010 fertig machte für die Bestattung meines Vaters, wie ich mit meiner Mutter zum Friedhof fuhr, und wie wir dann wieder heimfuhren und nirgends mehr hin wollten außer nach Hause. Trotz des Schicksalsschlages war es dann eine "gute Zeit", weil wir uns so zusammengerauft haben. Gemeinsam haben wir das sehr gut bewältigt.

Aber heute... kein Vergleich. Jetzt ist die Mutter weg. Heute vor drei Wochen habe ich mich das letzte mal mit ihr unterhalten können. Meine Güte was fehlt sie mir. :|

Naja, bis später im Forum dann.
 
Muss es ja irgendwie schaffen. Irgendwie überstehen. Aber als Abschied will ich das nicht verstehen. Ich muss einfach daran glauben dass meine Mutter auf irgendeine Art immer bei mir sein wird. Auch wenn ich nicht religiös bin.

Natürlich wird sie das sein. Uns Menschen verbindet mehr als nur die äussere Hülle. In deinem Herz wird sie immer bei dir sein. Liebe geht über den Tod hinaus.
 
So, Bestattung "hinter mich gebracht". Ich war wie neben mir, ich war völlig leer, als wären alle Emotionen tot. Danach noch Kaffee trinken gegangen, und bis gerade eben war ein Kumpel bei mir. Haben Rises of the Tomb Raider gezockt. Leider musste er nun heim wegen seinem Sohn.

Jetzt wo ich allein bin setzt natürlich sofort wieder die Verzweiflung ein. Und die Einsamkeit die ich ohne meine Mutter verspüre. Oh man Leute, ich kann es einfach nicht begreifen dass heute meine Mutter bestattet wurde. Sie liegt etwa 4-5 Meter weg vom Grab meines Vaters.

Ich komme mir vor wie einem schlechten Film, wenn du mit 38 an den Gräbern deiner geliebten Eltern vorbeigehst. :nein:
 
Im Prinzip bin ich ein wenig neidisch auf Dich @Freezi Das Du so viel Liebe und ja auch Gegenliebe bis zum bitteren Ende mit Deinen Eltern hattest. Meine leben physikalisch noch, sind aber für mich vor über 22 Jahren gestorben. Damals auch sehr hart gewesen los zu lassen (übrigens auch mit neutraler Hilfe), aber es ging nicht anders (hatte es das ein oder andere mal erwähnt - Sekte etc pp.). Dazu noch eine Schwester und einen Bruder (der mittlerweile auch physikalisch nicht mehr da ist). Klar, je enger die Bindung um so größer der Verlust. Will es mit Deiner Situation nicht vergleichen aber der Verlust vorletztes Jahr unserer Hündin war echt hart (kann man auch gar nicht vergleichen, weil unser Carlos uns dann neuen Lebensmut und Kraft gegeben hat), so was würde ich nun für meine leiblichen Vorfahren niemals mehr empfinden können, ganz im Gegenteil, habe eher Angst das irgendein amtliches Schreiben kommt, das ich als Sohn für irgendwelche Kosten meiner Eltern aufkommen muss.

Ich weiß nicht ob Dich das trösten oder aufbauen kann, aber Liebe bis zum Tod und darüber hinaus ist bei Verlust schmerzhaft aber auch irgendwie schön.

Wünsche Dir viel Kraft!
 
Ich bin sicherlich hier der Letzte, der dir Trost spenden kann, aber ich möchte dir trotzdem mein Beileid aussprechen. Ich lese ja hier auch mit und auch mir tut das sehr leid, was dir da wiederfahren ist. Der heutige Tag ist sicherlich ein finsterer und am besten ist es vielleicht, einfach in's Bett zu gehen und zu schlafen und darauf hoffen, dass morgen ein besserer Tag wird. Und wenn sich der nicht minimal besser anfühlt, dann vielleicht auf den Frühling hoffen.

Ich finde, du solltest dir vielleicht auch klar vor Augen führen, dass du alles richtig gemacht. Menschen sterben nun mal, überall und jeden Tag. So beschissen der Tod auch ist, er ist nun mal das Normalste von der Welt. Und du hast dich in der Hinsicht vorbildlich verhalten und hast deine Mutter bis zuletzt begleitet. Das kostet viel Kraft und auch wenn dir das selbstverständlich erscheint, so ist das für viele Menschen nicht so. Viele Menschen ertragen das nicht und fliehen vor so einer Bürde. Für den Sterbenden ist es aber das Beste, was ihm passieren kann, wenn er in seinem privaten Umfeld jemanden hat, der dabei seine Hand hält. Die Aufopferungsbereitschaft sollte aber nicht so weit gehen, dass das eigene Leben plötzlich egal wird oder wertlos erscheint. Das hätten deine Eltern auch nicht gewollt. Sie wollten sicherlich, dass du ein glückliches Leben führst und nun, nachdem du so viel gegeben hast, auch wieder an dich und dein Leben denkst. Klar wirst du sie noch lange vermissen. Aber das geht vorbei, so ähnlich wie Liebeskummer. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. In der Regel fängt die richtige Trauerverarbeitung erst nach der Beisetzung an. Achte aber ein bisschen darauf, dass es eine Verarbeitung bleibt und das du in der Trauer nicht versumpfst. Treib dich selbst zur Aktivität an und dazu, ganz bewusst die positiven und schönen Dinge im Leben zu sehen, denn die gibt es, jeden Tag. Und vermeide Selbstmitleid, das zieht nur runter. Natürlich ist es hart, mit 38 keine Eltern mehr zu haben. Aber leider ist es auch nicht so ungewöhnlich. Da bist du sicher nicht der Einzige.

Mein Vater ist übrigens um Weihnachten gestorben. Ich hatte ihn seit 1987 nicht mehr gesehen. Ich wusste gar nicht so recht, was ich dabei fühlen sollte, als mich die Nachricht errreichte. "Leider" ist es bis heute nicht sehr viel. Es hat eigentlich keine Bedeutung für mich, obwohl er doch mein Vater war. Ich glaube aber auch, wenn ich nicht selbst ne Familie hätte, dann hätte ich viel mehr Zeit damit verbracht, mir darüber Gedanken zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...ich habe für meinen verstorbenen Papa einen kleinen Altar errichtet, mit meinem Lieblingsfoto, einer Kerze, Räucherstäbchen und ein paar Blümchen drauf, so wie es die Japaner machen. So kann ich ihm immer nahe sein und Zwiesprache mit ihm halten. Das gibt mir Mut und Kraft nach vorne zu schauen und die Widrigkeiten des Lebens besser zu ertragen. Mein Papa lebt in mir weiter, das weiß ich und gibt mir ein gutes Gefühl.
 
Nette Idee. Eine Kerze mache ich auch jeden Abend an. Hatte meiner Mutter ja wenige Wochen vor ihrem Tod eine Kerzenlaterne geholt. Die nutze ich jetzt und zünde jeden Abend die Kerze an.

Gerade wurde ihr Pflegebett abgebaut bzw. abgeholt. Das war wieder ein Stich ins Herz. Klar, es musste weg, aber ich stand dann wieder nur dabei und konnte es nicht glauben. Alles große Scheiße. :|

Nachher gehts zum Friedhof, ganz allein.
 
Auch wenn es noch so abgedroschen klingt; die Zeit wird Deine Wunden heilen - nimm Dir Zeit für Deine Trauer das ist wichtig und vielleicht tut es Dir gut wenn Du jetzt nochmal alleine Abschied von Deiner Mutter nehmen kannst. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und denk dran, Dein KT ist immer für Dich da!

tumblr_mu8xmperQs1sgzjqno1_500.gif
 
Das Leben geht weiter! Trauer ist ja prinzipiell gut, aber du solltest nicht im Selbstmitleid versinken. Im Normalfall kommt jeder mal an den Punkt an dem die Eltern sterben, das ist der Lauf der Dinge. Je eher du wieder zum normalen Lebensalltag zurück kehrst umso besser! Ich weiß wovon ich spreche, ich hab meine (alleinerziehende) Mutter vor 3 Jahren auch zu Grabe tragen müssen als ich 32 Jahre alt war. Krebs... Und meine noch lebende Großmutter musste den Tod des eigenen Kindes betrauern. DAS ist hart...
 
mein Vater ist 2006 verstorben und ich trauere auch noch heute sehr um ihn. Aber wenn Du so willst hat sich der Aggregatszustand meiner Trauer im Laufe der Jahre verändert. Während in den frühen Trauerjahren die Verzweiflung über den Verlust überwiegte so ist dieses Gefühl der Verzweiflung heute der Erinnerung an die schönen Zeiten mit meinem Papa gewichen und so lebt er für immer in mir und in meinen Erinnerungen weiter.
So habe ich heute weitestgehend den Schmerz über den Verlust überwunden. Vor drei Wochen war ich an seinem Grab, da kam der Schmerz nochmal für kurze Zeit zurück - das lässt sich nicht vermeiden und das wird wohl so bleiben, bis wir uns eines Tages wiedersehen; wo immer das auch sein wird.
 
Selbstmitleid ist ein gutes Stichwort. Aber es ist ja nicht nur das... ich "beneide" auch jeden der sowas überstanden hat, und komme mir schon etwas dämlich vor, dass ich wie ein kleines Kind trauere und einfach nichts anderes mehr schreiben kann.

Nur glaubt mir bitte, ich habe in den vergangenen Jahren oft Stärke bewiesen, und musste einiges durchmachen. Aber ich habe das Gefühl, ohne meine Mutter kann ich diese Kraft nicht mehr aufbringen.
 
Selbstmitleid ist ein gutes Stichwort. Aber es ist ja nicht nur das... ich "beneide" auch jeden der sowas überstanden hat, und komme mir schon etwas dämlich vor, dass ich wie ein kleines Kind trauere und einfach nichts anderes mehr schreiben kann.

Nur glaubt mir bitte, ich habe in den vergangenen Jahren oft Stärke bewiesen, und musste einiges durchmachen. Aber ich habe das Gefühl, ohne meine Mutter kann ich diese Kraft nicht mehr aufbringen.



Niemand trauert für ne Woche und hat dann plötzlich den Kopf wieder oben, Freezi. Das dauert. Wochen, Monate, vielleicht Jahre. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und du musst dich nicht blöd fühlen - egal, wie lange es bei dir braucht. Aber _irgendwann_ wird es dir besser gehen. :)
 
Film-Designer Ken Adam gestorben

Der britische Filmarchitekt Sir Ken Adam ist tot. Der gebürtige Berliner hatte unter anderem sieben «James Bond»-Filme ausgestattet, von «Dr. No» bis «Moonraker». Er sei am Donnerstag im Alter von 95 Jahren in London gestorben, sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus in Berlin, Gereon Sievernich, der Deutschen Presse-Agentur. Adam hatte zwei Mal den Oscar gewonnen.

Adam erfand etwa James Bonds Unterwasser-Scooter, den Schleudersitz im Aston Martin und die Raumstation für «Moonraker» (1979). Aber auch der berühmte «War Room» aus Stanley Kubricks «Dr. Seltsam. Oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben» (1964) war eine Idee von Adam. Für die «Addams Family» entwarf er ein Gothic-Haus. (Quelle: nzz.ch)

arroom.jpg
 
Zurück
Oben