Dass man sie mal aus den Augen verliert, liegt, wie bei GTA auch daran, dass so ein Open World Game so viele Möglichkeiten bietet, die man abseits der Hauptgeschichte zur Beschäftigung findet. Natürlich läuft es in den meisten Missionen darauf hinaus, irgendetwas für irgendeinen Spinner zu tun. Aber ich habe den Faden der Story bisher noch nicht verloren, ich weiß worum es geht, denn in den Dialogen wird viel darüber gesprochen. Das macht für mich den ganzen Reiz und Charme von RDR (Genau so wie bei GTA) aus. Nicht nur, dass ich eine fast grenzenlose Freiheit verspüre, wenn ich auf mein Pferd steige, sondern Teil der Geschichten der einzelnen Personen werde, deren Mist ich erledigen muss; eben Teil einer so brutalen Welt. Man hangelt sich von Kleinvieh zu Kleinvieh und irgendwann spielt alles im Großen und Ganzen zusammen. So empfinde ich das zumindest und bin deshalb weitab davon zu sagen, die Story wäre schlecht.
Und dass die Auftraggeber gesichtslose Niemande sind, kann ich so auch nicht unterschreiben. West Dickens... Mann der "Wissenschaft", eigentlich Betrüger, Feigling, der mich benutzt, um sein Wunderelixier an den Mann zu bringen und mich laufend in Schwierigkeiten bringt. Sympathisch? Irgendwie schon, aber auch wichtig, denn er kennt die Leute, die mir zu meinem eigentlichen Zeil verhelfen. Seth... Kaum ein anderer Charakter bringt das Thema Nekrophilie mal so rüber, wie dieser Gollum-verschnitt. Ständig auf der Suche nach seinem Schatz, wird er enttäuscht und in die harte Realität zurückgeholt und will mich dann unterstützen. Irish... Ständig besoffener Typ, der mir später zu einer wichtigen Waffe verhilft. Der Marshall? Ein Mann des Gesetzes, der einem die Moral und Mentalität des Westens näher bringt und zeigt wie es läuft. etc etc.
Und alles wird gespickt mit Satire und Witz. Das ist für mich nicht farblos...
85!*