Weil sich hier viele echauffieren:
1. Wenn ich mich um den Baum oder einen Brückenpfeiler wickeln sollte irgendwann wegen überhöhter Geschwindigkeit, erwarte und will ich auch kein Mitleid. Bin beim Ausleben einer Passion draufgegangen, sollte es so weit kommen. Sehe ich ähnlich, wenn einer Fallschirmspringen oder Skateboard-Fahren oder Ski Alpin als Hobby hat.
2. Ich habe nie behauptet, der Hengst am Steuer zu sein. Trotzdem traue ich mir in aller Bescheidenheit zu, ein Fahrzeug besser im Griff zu haben und den Verkehr vorausschauender zu überblicken als so manche tattrige Omi oder eine Mutti, der man anmerkt, dass Autofahren nicht zu ihren Stärken gehört (gilt auch für männliche Pendants).
3. Auf die Klientel, die ich in Punkt 2 beschrieben habe, muss ich als versierterer Autofahrer eben mehr Rücksicht nehmen und diese so wenig wie möglich gefährden. So bin ich halt individuell in vielen anderen Dingen den anderen Menschen unterlegen und in den dortigen Bereichen auf deren Verständnis und Rücksicht angewiesen.
Wie erwähnt muss niemand damit rechnen, dass ich auf der Landstraße mit plus 140 fahre (ist ja auch kein Dauerzustand, sondern gelegentlich), also muss ich mein Fahrverhalten darauf anpassen.
Wenn eure Freundin beim Zocken nicht so gut spielt wie ihr, weil ihr mehr Erfahrung habt, länger trainiert habt, oder schlicht und einfach mehr Talent habt, dann nehmt ihr auch auf sie Rücksicht, oder? Und trotzdem werdet ihr, weil ihr euch mehr für euer Hobby interessiert, mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach "besser" sein und bleiben als eure Freundin.
4. Brauche ich nicht ein Forum als Kommunikationsmittel, um aktuell mitzuteilen, dass ich "mal wieder" flott über Landstraßen oder Autobahnen gefahren bin. Diese Form des Prahlens, wenn die Kritiker es als solches verstehen wollen, ist nicht mein Ding.
Ich fahre schnell, wenn die Verhältnisse es zulassen, weil ambitioniertes Autofahren für mich eine Form von Glücksempfinden ist. Ich kann, obwohl ich sehr konzentriert in solchen Momenten unterwegs bin, herrlich abschalten, mein inneres Ich kann von Sorgen los lassen in diesen Momenten. Irgendeine Art von Stolz, wie ach so toll ich doch sein mag, ich hätte das Auto gebändigt, hätte die Grenzen ausgelotst, mich selbst bewiesen, blabla, habe ich dabei noch nie empfunden.
Diese Form von Glückseligkeit spüren andere beim Zocken, auf ihrer Mutti oder bei adrenalin-fördernden sportlichen Betätigungen, jeder nach seinem eigenen Gusto.
5. Wenn ich nun weitestgehend alleine unterwegs bin, einen guten Überblick über die vor mir liegende Straße habe, warum akzeptiert man dann nicht einfach, dass ich alles Mögliche getan habe, um andere von dadurch ausgehenden potenziellen Gefahren auszuschließen?
Nochmal: Wenn ich mich wegen überhöhter Geschwindigkeit verabschiede, kein Mitleid!
6. Traue ich anderen Leuten zu, ähnlich zu handeln, bevor sie sich auf solche "Abenteuer im Alltag" einlassen.
7. Plötzliche Ereignisse wie Reifenplatzer oder Ölspur; nun, irgendwo sehe ich es in letzter Konsequenz dann einfach fatalistisch, denn sowas lässt sich nicht ausschließen, und in letzter Konsequenz dürfte man dann gar nicht mehr fahren und auch nicht in Busse einsteigen.
8. Gibt es in Deutschland vielerorts bestens ausgebaute und einsehbare Landstraßen, die es einem erlauben, in verkehrsarmen Zeiten flotter als Richtgeschwindigkeit zu fahren. Man muss halt sein Hirn einschalten und viel Selbstdisziplin besitzen, und die Pauschalaussage "Alles über 120 km/h ist immer lebensmüde und verantwortungslos" kann ich so nicht verstehen.