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Solange sich der Staat/die Staaten eben nicht "vor Ort" um irgendwas kümmert/kümmern (und damit meine ich jetzt keine Deals mit libyschen Menschenhändlern) müssen die NGOs weitermachen dürfen. Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung mit tausenden Todesfolgen. Bzw. eigentlich ist es das ja auch so schon, und die privaten Seenotretter springen lediglich in die Bresche. Und es fällt mir persönlich sogar schwer, es nicht als Totschlag oder schlimmer zu bezeichnen, besonders wenn ich darüber nachdenke, dass es angeblich auch in meinem Namen oder in der angeblichen Fürsorge der Politiker um mich geschieht.

Ein Freund von mir war jetzt zweimal auf einem Sea-Watch-Schiff dabei, ist im normalen Leben Rettungssanitäter. Dritter Einsatz stünde eigentlich bevor. Was der an Eindrücken oder Aufnahmen mitgebracht hat, ich muss ganz ehrlich sagen: Ich wäre dem psychisch nicht gewachsen, weswegen ich bei all den Söders und Seehofers und den noch radikaleren Rechten da draußen nur das blanke Kotzen bekomme. Er hat aber meinen allergrößten Respekt. Diese Leute sind alles andere als Schlepper oder Taxifaher. Die wirklich Kriminellen in dieser Angelegenheit, werden aber auf keiner Anklagebank landen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Länder, in welchen rechtspopulistische Parteien stärker wurden, geht einher mit der Verschiebung der politischen Agenda (welche Parteien springen auf den Zug mit auf; welche Akteure spielen eine entscheidende Rolle beim gesellschaftlichen Diskurs; wie ist die Parteienlandschaft schon zuvor geprägt; wie steht es um die (sozio)ökonomische Lage des Landes etc.). und nicht mit dem Steigen der Flüchtlingszahlen

Oder kurz gesagt: Es gibt wenige wirkliche Anhaltspunkte, dass mehr rechtspopulistische Parteien gewählt, weil mehr Geflüchtete kommen.
Es gibt aber wesentlich deutlichere Anhaltspunkte, dass mehr rechtspopulistische Parteien gewählt werden, je mehr Stimmung und Politik gegen Geflüchtete gemacht wird (durch alle Parteien hindurch) und ob der Diskurs sich eher auf der Pro- oder auf der Contra-Seite befindet (völlig unabhängig von der tatsächlichen Anzahl an Geflüchteten).

Du magst es lustig finden, aber bisher konnte die These nicht widerlegt werden, dass private (!) Seenotrettung mehr Opfer schafft oder dass die Geflüchteten sich durch das Wegfallen dieser Rettung nicht mehr in Boote setzen würden.
Zu Punkt 2. Ich finde es nicht lustig und wenn Du hättest auch lesen können, dass ich das aus dem NYT Artikel zitiert habe und das dazu geschrieben habe.
'Es gibt also keinen Anhaltspunkt dass die Leute nicht auch ohne Retter versuchen würden über das Meer nach Europa zu kommen und ein davon Teil würde trotzdem ertrinken.' Also wissen das sowohl ich als auch die Autorin.

Zu Punkt 1. Deine Aussagen waren öfters: Es kommen eben Menschen zu uns und dann geschehen eben mehr Verbrechen. Es sind vor allem junge Männer , also werden durch sie auch mehr Verbrechen begangen als von der Durchschnittsbevölkerung. Alles richtig.
Aber eben diese Verbrechen werden von den rechten Parteien benützt um Stimmung gegen die Flüchtlinge zu machen.
Einfach gesagt: Sebastian Kurz wäre nicht Bundeskanzler von Österreich ohne die Flüchtlinge und Strache nciht sein Vize. Ich finde es seltsam dass Du als Politwissenschaftler zu einem anderen Schluss kommst.
Mit der deutschen Politik kenne ich mich nicht genug aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
die flüchtlinge sind also schuld und nicht der hysterische umgang der politiker, die seit jahren eigentlich nur rausschreien, dass das abendland unter den massen untergeht und islamisiert wird. nicht die verweigerungshaltung der menschen, die eher auf ein dumpfes (angst-)gefühl, als auf statistiken und fakten hören. nicht die offensichtlichen egoismen einer gesellschaft, die angst hat, man könne ihr etwas wegnehmen (wobei ich immer noch auf denjenigen warte, dem es wegen der flüchtlinge wirklich schlechter geht).

nein, die flüchtlinge sind schuld. wenn wir die nicht hätten gebe es ja keinen grund für fremdenhass, die rechten würden nicht gewählt und unsere länder wären alle noch durch und durch demokratisch und wir könnten uns weiter einreden, ach wie sozial zu sein.

was uns fehlt sind (idealerweise charismatische) politiker die nicht in panik ausbrechen, die nicht die "massenhysterie" bedienen, sondern die mit klarer aussage für dieses thema kämpfen, werben, den wählern erklären was wie und warum passiert. was uns fehlt sind ganz offensichtlich bessere bildung, insbesondere im bereich politik und geschichte. was uns fehlt ist die bereitschaft, sich mit fakten auseinanderzusetzen und nicht jedesmal in geschrei auszubrechen, wenn wieder irgendwo irgendwas passiert... und was uns fehlt ist eine europäische lösung.
 
Zu Punkt 2. Ich finde es nicht lustig und wenn Du hättest auch lesen können, dass ich das aus dem NYT Artikel zitiert habe.
'Es gibt also keinen Anhaltspunkt dass die Leute nicht auch ohne Retter versuchen würden über das Meer nach Europa zu kommen und ein davon Teil würde trotzdem ertrinken.' Also wissen das sowohl ich als auch die Autorin.

Zu Punkt 1. Deine Aussagen waren öfters: Es kommen eben Menschne zu uns und dann geschehen eben mehr Verbrechen. Es sind vor allem junge Männer , also werden durch sie auch mehr Verbrechen begangen als von der Durchschnittsbevölkerung. Alles richtig.
Aber eben diese Verbrechen werden von den rechten Parteien benützt um Stimmung gegen die Flüchtlinge zu machen.
Einfach gesagt: Sebastian Kurz wäre nicht Bundeskanzler von Österreich ohne die Flüchtlinge und Strache nciht sein Vize. Ich finde es seltsam dass Du als Politwissenschaftler zu einem anderen Schluss kommst.
Mit der deutschen Politik kenne ich mich nicht genug aus.
Zu Punkt 2: Das war an Mondknallschlumpf gerichtet, sollte durch das Zitat eigentlich deutlich sein.

Zu Punkt 1: Ich (bzw. nicht nur ich) komme aber zu einem anderen Schluss.
Politiker wie Kurz sind an der Macht, Parteien wie die AfD so stark, nicht weil Flüchtlinge hier sind oder weil Flüchtlinge auch Straftaten begehen. Sie sind an der Macht (oder zumindest im Parlament und bestimmten z.T. die Debatten), weil sie diese Themen instrumentalisieren, Profit aus der eigentlich nicht großen Causa Flüchtlinge schlagen, weil der Zeitgeist und der Diskurs in der Gesellschaft sich durch viele Variablen seit Jahren am Ändern ist.

Natürlich kann man jetzt sagen: "All das könnten die Politiker und Parteien gar nicht, wenn die Geflüchteten nicht hier wären."
Richtig. Aber sie sind hier. Und sie werden bleiben. Und es werden weitere kommen. Und wir müssen diesen Menschen helfen.

Also wer ist nun Schuld? Die Geflüchteten, die darunter zu leiden haben, dass ein paar Straftäter dabei sind? Oder die Politiker, die die Debatte auf dem Rücken der Geflüchteten austragen und als Sündenböcke darstellen?
 
VIELE der Leute haben auch völlig ohne Flüchtlinge früher denselben Stuss gesabbelt, den sie heute Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik in die Schuhe schieben. Als ich im Soz vor 15 Jahren noch ganz allein für alle Asylbewerber der Region von A-Z zuständig war, was heute ein undenkbarer Zustand wäre, haben dieselben Leute denselben Quatsch geredet.

Und ich denke viele von denen die "seit" 2015 Angst vor dem Moslem in der Nacht haben, hatten sie auch 2003. Das Internet bzw. dessen (technischer) Fortschritt und Verbreitung hat die Wahrnehmung lediglich verändert.

Dass solche Leute zu Parteien, wie der AfD rennen, ist natürlich auch für sie persönlich fatal. Denn selbst, wenn sie alle ihre verhassten Ausländer los sind und nur noch Biodeutsche für per Definition deutsche Kinder sorgen würden, wären sie mit der Ausgrenzung ja noch lange nicht fertig.
 
und noch eines in eigener sache:
am ende muss sich jeder selber überlegen, in welcher welt, in welcher EU, in welchem land er leben möchte.

ich für meinen teil bin mit den freiheitlichen werten der EU und deutschlands aufgewachsen. ich halte große stücke auf demokratie, freiheit und solidarität. ich sehe eine moralische verantwortung für uns, dass wir uns um menschen kümmern, denen es weit schlechter geht als uns. dafür bin ich bereit ein risiko zu gehen und im endeffekt einen preis zu zahlen. sei es finanziell oder von mir aus auch was kriminalität angeht.
ich selber will nicht in einer welt leben, die von mauern umgeben ist, damit "die" auch ja draußen bleiben. denn eines ist auch klar: irgendwann werden wir auf sie schießen müssen.
 
So seh ich das auch. Wir leben wahrscheinlich an einem der sichersten Flecken der Erde und einige Teile der Bevölkerung schreien sehnsüchtig nach dem Polizeistaat, in dem Irrglauben, sie wären aufgrund von Pass und Hautfarbe ja eh fein raus, selbst wenn es ihn gäbe.

P.S.: Ich bin gern für jeden da, um ihm seine irrationale Angst zu nehmen, aber ich lass mir keine eintrichtern :)
 
Politiker wie Kurz sind an der Macht, Parteien wie die AfD so stark, nicht weil Flüchtlinge hier sind oder weil Flüchtlinge auch Straftaten begehen. Sie sind an der Macht (oder zumindest im Parlament und bestimmten z.T. die Debatten), weil sie diese Themen instrumentalisieren, Profit aus der eigentlich nicht großen Causa Flüchtlinge schlagen, weil der Zeitgeist und der Diskurs in der Gesellschaft sich durch viele Variablen seit Jahren am Ändern ist.

Natürlich kann man jetzt sagen: "All das könnten die Politiker und Parteien gar nicht, wenn die Geflüchteten nicht hier wären."
Richtig. Aber sie sind hier. Und sie werden bleiben. Und es werden weitere kommen. Und wir müssen diesen Menschen helfen.

Also wer ist nun Schuld? Die Geflüchteten, die darunter zu leiden haben, dass ein paar Straftäter dabei sind? Oder die Politiker, die die Debatte auf dem Rücken der Geflüchteten austragen und als Sündenböcke darstellen?

Meiner Meinung nach widersprichst Du dich selbst in den ersten Sätzen. Mal sagst Du sie sind nicht deswegen so stark und dann letztlich doch?
Es geht nicht um eine Schuldzuweisung. Oder was moralisch richtig ist oder nicht. Letztendlich werden die Wahlen die Zukunft entscheiden. Wir sind uns doch auch weitgehend einig dass der Brexit ein Unsinn ist, aber das war nun mal der Wählerwille.
Und wenn mehr Geflüchtete kommen, werden die Rechtspopulisten quer durch Europa noch stärker werden. Da hat die Lau nicht unrecht.
 
Meiner Meinung nach widersprichst Du dich selbst in den ersten Sätzen. Mal sagst Du sie sind nicht deswegen so stark und dann letztlich doch?
Es geht nicht um eine Schuldzuweisung. Oder was moralisch richtig ist oder nicht. Letztendlich werden die Wahlen die Zukunft entscheiden. Wir sind uns doch auch weitgehend einig dass der Brexit ein Unsinn ist, aber das war nun mal der Wählerwille.
Und wenn mehr Geflüchtete kommen, werden die Rechtspopulisten quer durch Europa noch stärker werden. Da hat die Lau nicht unrecht.
Ich widerspreche mir in keinster Weise. BitByter hat den Nagel mit seinem Post eigentlich schon auf den Kopf getroffen.

Also sollte man alles stringenter machen, weil es irgendwem in die Hände spielen könnte? Na dann viel Spaß.

Und Frau Lau stellt Hypothesen auf, die durch Falsifikation schon ein Jahr zuvor ausgehebelt wurden.
 
Ich widerspreche mir in keinster Weise. BitByter hat den Nagel mit seinem Post eigentlich schon auf den Kopf getroffen.

Also sollte man alles stringenter machen, weil es irgendwem in die Hände spielen könnte? Na dann viel Spaß.

Und Frau Lau stellt Hypothesen auf, die durch Falsifikation schon ein Jahr zuvor ausgehebelt wurden.

'Politiker wie Kurz sind an der Macht, Parteien wie die AfD so stark, nicht weil Flüchtlinge hier sind oder weil Flüchtlinge auch Straftaten begehen.'

und

'Natürlich kann man jetzt sagen: "All das könnten die Politiker und Parteien gar nicht, wenn die Geflüchteten nicht hier wären." Richtig.'

Wenn Kurz das nicht instrumentalisiert hätte, wäre er auch nicht an der Macht. Ich habe den Wahlkampf in Österreich mitverfolgt. Ohne die Flüchtlinge hätte Kurz niemals die ÖVP auf seinen Kurs gebracht , umgefärbt (Türkis, ha,ha) und dann die Wahl gewonnen. Die Grünen wären niemals als dem Parlament geflogen. Ok die haben sich auch noch gespalten.
Es geht nicht um Spass oder Moral, es geht um Politik. Wahlen muss man auch gewinnen.
Wenn Du nur auf einen einzelnen Zug schaust kannst Du in Schach nicht das Spiel gewinnen. Stell Dir vor man hätte irgendwie demokratisch verhindern können, dass Hitler an die Macht gekommen wäre.

Ich würde gerne sehen wie Du die Hypothesen der Lau jetzt aushebelst. Nicht weil ich auf Ihrer Seite stehe sondern weil es mich interessiert. Der NYT Times Artikel war interessant.
 
nochmal: nicht die flüchtlinge sind das problem, sondern politiker, die sie instrumentalisieren und den leuten einreden, sie müssten angst vor ihnen haben. denn angst ist immer einfacher zu verbreiten als zuversicht. wenn ich einen feind definieren kann, kann ich auch so tun, als könnte ich ihn bekämpfen und dann muss ich "nur noch" laut genug brüllen.

das video wurde schon mal gepostet, aber verhofstadt bringt es auf den punkt:
"it's a political crisis on the back of migrants"

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Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
nochmal: nicht die flüchtlinge sind das problem, sondern politiker, die sie instrumentalisieren und den leuten einreden, sie müssten angst vor ihnen haben. denn angst ist immer einfacher zu verbreiten als zuversicht. wenn ich einen feind definieren kann, kann ich auch so tun, als könnte ich ihn bekämpfen und dann muss ich "nur noch" laut genug brüllen.

das video wurde schon mal gepostet, aber verhofstadt bringt es auf den punkt:
"it's a political crisis on the back of migrants"

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Und wie willst Du das in einer Demokratie verbieten? Wie gross stehen die Chancen dass Parteien wie die Afd oder FPÖ nicht mehr zur Wahl zugelassen werden?
 
'Politiker wie Kurz sind an der Macht, Parteien wie die AfD so stark, nicht weil Flüchtlinge hier sind oder weil Flüchtlinge auch Straftaten begehen.'

und

'Natürlich kann man jetzt sagen: "All das könnten die Politiker und Parteien gar nicht, wenn die Geflüchteten nicht hier wären." Richtig.'

Wenn Kurz das nicht instrumentalisiert hätte, wäre er auch nicht an der Macht. Ich habe den Wahlkampf in Österreich mitverfolgt. Ohne die Flüchtlinge hätte Kurz niemals die ÖVP auf seinen Kurs gebracht , umgefärbt (Türkis, ha,ha) und dann die Wahl gewonnen. Die Grünen wären niemals als dem Parlament geflogen. Ok die haben sich auch noch gespalten.
Es geht nicht um Spass oder Moral, es geht um Politik. Wahlen muss man auch gewinnen.
Wenn Du nur auf einen einzelnen Zug schaust kannst Du in Schach nicht das Spiel gewinnen. Stell Dir vor man hätte irgendwie demokratisch verhindern können, dass Hitler an die Macht gekommen wäre.

Ich würde gerne sehen wie Du die Hypothesen der Lau jetzt aushebelst. Nicht weil ich auf Ihrer Seite stehe sondern weil es mich interessiert. Der NYT Times Artikel war interessant.
Ach es wurde doch bereits alles geschrieben.
Vielleicht hätte ein Kurz ohne die Instrumentalisierung der Flüchtlingsthematik nicht Kanzler werden können.
Aber ich sehe hier die Schuld bei Kurz, bei den Parteien und bei den Leuten, die sich von diesen Rattenfängern umgarnen lassen. Als letztes sehe ich die Schuld bei den Geflüchteten.
Oder soll ich später ins Café Asyl gehen und sagen: "Sorry, Mädels und Jungs, wir müssen euch zwar eigentlich schützen, aber es wäre besser, wenn ihr wieder geht, weil manche rechten und idiotischen Politiker daraus Profit schlagen und rechtspopulistische Parteien damit ins Parlament kommen. Sorry."?

Ich finde deine Herangehensweise einfach krude.
Ohne PKWs/LKWs/Züge etc. gäbe es auch keine Verkehrsunfälle. Trotzdem behalten wir diese Objekte und versuchen diese sicherer zu machen.
Warum nicht auch bei den Geflüchteten? Warum keine ordentliche Politik machen, die den Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln nimmt? Warum nicht mehr Unterstützung für die Geflüchteten?
Aber nein, indirekt werden sie dafür verantwortlich gemacht, dass Rechtspopulisten stärker werden.

Und weil du den Vergleich mit Hitler bringst: Hätte man Hitler also z.B. verhindern können, wenn man vorher alle Juden zwangsausgesiedelt hätte? Dann hätte Hitler ja kein Thema mehr gehabt.
In die gleiche Kerbe schlägt auch deine These "Geflüchtete machen Rechtspopulisten stark".
 
Und wie willst Du das in einer Demokratie verbieten? Wie gross stehen die Chancen dass Parteien wie die Afd oder FPÖ nicht mehr zur Wahl zugelassen werden?
es geht nicht darum, irgendwas zu verbieten. eine demokratie muss imo auch so etwas aushalten.

es geht für mich um die ansätze, die ich oben schon mal genannt habe: wir brauchen mehr bildung in politik und geschichte, da offenbar vielen gar nicht bewusst ist, wohin so etwas führen kann und wie dankbar wir jeden tag sein können, in einer demokratie zu leben. wir brauchen mehr engagierte politiker wie verhofstadt, die sich der EU und allem wofür sie steht verschrieben haben. leute, die sich nicht nur "die taschen voll" machen, sondern wirklich was bewegen wollen. für etwas, was aus meiner sicht auch moralisch unterstützenswert ist, natürlich. leute, die daher nicht den einfachsten, populistischsten weg gehen. sondern bei denen klar ist, wofür sie stehen, die das rückgrat besitzen, dafür zu kämpfen und die die geduld aufbringen, die menschen auch mitzunehmen (imo eines der größten probleme: viele menschen fühlen sich doch von den aalglatten politikern, die es derzeit gibt weder ernst- noch mitgenommen...).

und wir brauchen die bereitschaft in der bevölkerung zumindest mal den versuch zu unternehmen, vorurteilsfrei und basierend auf fakten zu urteilen und zu handlen. miteinander zu reden, statt zu hetzen. wir brauchen die bereitschaft der bevölkerung so demokratiefeindliche idioten, wie sie in der csu anscheinend zu hauf existieren abzustrafen und einem seehofer, dobrindt, söder, scheuer mal deutlich zu machen, was sie davon halten, dass dort demokratische grundrechte und -prinzipe ausgehölt werden sollen.
 
Ich kann es einfach nicht ertragen, dass es dieser unsägliche ZEIT-Artikel es tatsächlich geschafft hat, dass hier nun wieder eine Debatte darüber entfacht wurde, wer denn nun zu uns kommen dürfte und wer nicht, wie man es schafft "Migration" zu begrenzen und zu lenken. Und so weiter und so fort.

Mir wurde ja von @Cale vorgeworfen meine Empörung wäre unangebracht, weil ich den Inhalt des Pro/Contra-Artikels nicht kennen würde.
Abgesehen davon, dass der Vorwurf nach wie vor ins Leere läuft, fühle ich mich nun fast schon gezwungen doch mal auf den Inhalt des Artikels einzugehen.
Denn wenn schon die bloße Debatte über die private Seenotrettung als Meinungsstück eine Ungeheuerlichkeit ist, dann sind die Positionen von Lau eine Ungeheuerlichkeit im Quadrat.

Argument1.jpg


Hier werden zwei Kategorien vermischt. Selbstverständlich trägt die Seenotrettung nichts zur Lösung des politischen Problems bei. Die Seenotrettung bewahrt Menschen vor dem Ertrinken, ein Ertrinken dass offensichtlich politisch gewollt oder aber zumindest billigend in Kauf genommen wird.
Die Seenotretter*innen sind nicht da draußen um Politik zu machen, sie sind da draußen um Menschenleben zu retten. Punkt.

Argument2.jpg


Das ist ein Feigenblatt. Natürlich sollte es es so sein, dass die Rettung staatlich erfolgt. Tut sie aber offensichtlich nicht. Also springen private Retter*innen dort ein, wo die Staaten versagen.

Argument3.jpg


Der schlimmste und verrohteste Satz, "Ihr Verständnis von Menschenrechten ist absolut kompromisslos". Man muss sich das mal vor Augen halten: hier wird offensichtlich dafür argumentiert, dass Menschenrechte nicht kompromisslos gelten sollten. Wenn wir Menschenrechte nicht mehr für unverhandelbar halten und der Meinung sind, dass man da ja vielleicht doch auch situativ entscheiden muss wieviel Menschenrechte welchen Menschen zu welcher Zeit eingestanden werden sollten, ja dann können wir den Laden hier zumachen!

Argument4.jpg

und
Argument5.jpg

Das ist unglaublich perfide: na gut, lassen wir die Menschen mal ersaufen weil die innenpolitische Lage in Italien jetzt vielleicht erst mal wichtiger ist als das Leben dieses Nigerianers oder dieser Äthiopierin.
"Hör mal, wollen wir die Menschen wirklich aus dem Wasser ziehen? Ich kann mir vorstellen, dass wir damit vielleicht die italienische Regierung in Erklärungsnot bringen."
WTF?

Argument6.jpg

Der Spaziergang durch Rom wäre natürlich viel angenehmer, wenn die Flüchtlinge nicht lebend in den Straßen rumhängen würden sondern tot im Mittelmeer treiben würden. Entschuldigt an diesem Punkt meine Polemik.

Argument7.jpg


Stellvertretend für die Argumentation am Ende des Artikels, wo wieder der Fehler gemacht wird die Seenotrettung auf einer politischen Ebene zu verhandeln.
Es ist vollkommen witzlos darüber zu fabulieren, wie toll es doch wäre wenn Europa sich doch einfach aussuchen könnte, wer denn nun rein darf und wer nicht.
Selbst wenn dann nur noch die Hälfte der Menschen die Flucht übers Mittelmeer wagen würde wie jetzt: was machen wir mit denen? Können wir die dann endlich reines Gewissens ersaufen lassen weil wir dann ja mit absoluter Sicherheit wissen, dass wir die bei uns ohnehin nicht haben wollen?

Unterm Strich bleibt eine zutiefst menschenverachtende Logik, in der Menschenleben als Mittel zum Zweck behandelt werden. Ekelhaft und der ZEIT absolut unwürdig.
Aber toll, dass sie dafür Platz in ihrer Zeitung bereitstellen. Weil dem Diskurs darf man sich ja nicht verschließen und so.

Edit: Hier gibt es den Text in seiner Gänze.
 
Ich kann es einfach nicht ertragen, dass es dieser unsägliche ZEIT-Artikel es tatsächlich geschafft hat, dass hier nun wieder eine Debatte darüber entfacht wurde, wer denn nun zu uns kommen dürfte und wer nicht, wie man es schafft "Migration" zu begrenzen und zu lenken. Und so weiter und so fort.

Mir wurde ja von @Cale vorgeworfen meine Empörung wäre unangebracht, weil ich den Inhalt des Pro/Contra-Artikels nicht kennen würde.
Abgesehen davon, dass der Vorwurf nach wie vor ins Leere läuft, fühle ich mich nun fast schon gezwungen doch mal auf den Inhalt des Artikels einzugehen.
Denn wenn schon die bloße Debatte über die private Seenotrettung als Meinungsstück eine Ungeheuerlichkeit ist, dann sind die Positionen von Lau eine Ungeheuerlichkeit im Quadrat.

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Hier werden zwei Kategorien vermischt. Selbstverständlich trägt die Seenotrettung nichts zur Lösung des politischen Problems bei. Die Seenotrettung bewahrt Menschen vor dem Ertrinken, ein Ertrinken dass offensichtlich politisch gewollt oder aber zumindest billigend in Kauf genommen wird.
Die Seenotretter*innen sind nicht da draußen um Politik zu machen, sie sind da draußen um Menschenleben zu retten. Punkt.

Anhang anzeigen 87649

Das ist ein Feigenblatt. Natürlich sollte es es so sein, dass die Rettung staatlich erfolgt. Tut sie aber offensichtlich nicht. Also springen private Retter*innen dort ein, wo die Staaten versagen.

Anhang anzeigen 87650

Der schlimmste und verrohteste Satz, "Ihr Verständnis von Menschenrechten ist absolut kompromisslos". Man muss sich das mal vor Augen halten: hier wird offensichtlich dafür argumentiert, dass Menschenrechte nicht kompromisslos gelten sollten. Wenn wir Menschenrechte nicht mehr für unverhandelbar halten und der Meinung sind, dass man da ja vielleicht doch auch situativ entscheiden muss wieviel Menschenrechte welchen Menschen zu welcher Zeit eingestanden werden sollten, ja dann können wir den Laden hier zumachen!

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und
Anhang anzeigen 87652
Das ist unglaublich perfide: na gut, lassen wir die Menschen mal ersaufen weil die innenpolitische Lage in Italien jetzt vielleicht erst mal wichtiger ist als das Leben dieses Nigerianers oder dieser Äthiopierin.
"Hör mal, wollen wir die Menschen wirklich aus dem Wasser ziehen? Ich kann mir vorstellen, dass wir damit vielleicht die italienische Regierung in Erklärungsnot bringen."
WTF?

Anhang anzeigen 87653
Der Spaziergang durch Rom wäre natürlich viel angenehmer, wenn die Flüchtlinge nicht lebend in den Straßen rumhängen würden sondern tot im Mittelmeer treiben würden. Entschuldigt an diesem Punkt meine Polemik.

Anhang anzeigen 87656

Stellvertretend für die Argumentation am Ende des Artikels, wo wieder der Fehler gemacht wird die Seenotrettung auf einer politischen Ebene zu verhandeln.
Es ist vollkommen witzlos darüber zu fabulieren, wie toll es doch wäre wenn Europa sich doch einfach aussuchen könnte, wer denn nun rein darf und wer nicht.
Selbst wenn dann nur noch die Hälfte der Menschen die Flucht übers Mittelmeer wagen würde wie jetzt: was machen wir mit denen? Können wir die dann endlich reines Gewissens ersaufen lassen weil wir dann ja mit absoluter Sicherheit wissen, dass wir die bei uns ohnehin nicht haben wollen?

Unterm Strich bleibt eine zutiefst menschenverachtende Logik, in der Menschenleben als Mittel zum Zweck behandelt werden. Ekelhaft und der ZEIT absolut unwürdig.
Aber toll, dass sie dafür Platz in ihrer Zeitung bereitstellen. Weil dem Diskurs darf man sich ja nicht verschließen und so.

Edit: Hier gibt es den Text in seiner Gänze.
schreib das mal der zeit...
 
Ach es wurde doch bereits alles geschrieben.
Vielleicht hätte ein Kurz ohne die Instrumentalisierung der Flüchtlingsthematik nicht Kanzler werden können.
Aber ich sehe hier die Schuld bei Kurz, bei den Parteien und bei den Leuten, die sich von diesen Rattenfängern umgarnen lassen. Als letztes sehe ich die Schuld bei den Geflüchteten.
Oder soll ich später ins Café Asyl gehen und sagen: "Sorry, Mädels und Jungs, wir müssen euch zwar eigentlich schützen, aber es wäre besser, wenn ihr wieder geht, weil manche rechten und idiotischen Politiker daraus Profit schlagen und rechtspopulistische Parteien damit ins Parlament kommen. Sorry."?

Ich finde deine Herangehensweise einfach krude.
Ohne PKWs/LKWs/Züge etc. gäbe es auch keine Verkehrsunfälle. Trotzdem behalten wir diese Objekte und versuchen diese sicherer zu machen.
Warum nicht auch bei den Geflüchteten? Warum keine ordentliche Politik machen, die den Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln nimmt? Warum nicht mehr Unterstützung für die Geflüchteten?
Aber nein, indirekt werden sie dafür verantwortlich gemacht, dass Rechtspopulisten stärker werden.

Und weil du den Vergleich mit Hitler bringst: Hätte man Hitler also z.B. verhindern können, wenn man vorher alle Juden zwangsausgesiedelt hätte? Dann hätte Hitler ja kein Thema mehr gehabt.
In die gleiche Kerbe schlägt auch deine These "Geflüchtete machen Rechtspopulisten stark".

Selbstverständlich ist es nicht die Schuld der Flüchtlinge. Das sagt die Laum auch nicht, es ist auch nicht die Schuld der Retter. Klar ist die Schuld bei Kurz und seinesgleichen, aber sie werden sich auch nicht ändern. Denn das ist ihr Job, sie heissen ja nicht umsonst Rechtspopulisten.

Hmm der Vergleich von Transportmitteln mit Flüchtlingen hinkt sehr.
'Warum keine ordentliche Politik machen, die den Rechtspopulisten den Wind aus den Segeln nimmt? Warum nicht mehr Unterstützung für die Geflüchteten?' Weil der Grossteil der Menschen eben nicht so ist wie Du. Menschen sind egoistisch und neidig und das ist nicht auf eine Region beschränkt.

Letztendlich hätten sich die Juden , die überlebt haben, wohl eine Zwangsaussiedelung gewünscht. Denn das wäre weit besser gewesen als das was danach kam. Deswegen ist politische Kurzsichtigkeit tödlich.
 
Kommt Ägypten eigentlich im Notfall als sicherer Hafen/sicheres Land in Frage bzw. gibt es dort ein Asylrecht?
Google sagt dass Ägypten wohl auch an die 5 Mio. Flüchtlinge im Land hat. Also da frag ich mich dann aber wirklich worüber sich hier in DE/Europa eigentlich beschwert wird? :ugly:

Und Seenotrettung natürlich immer und ausnahmslos. Völlig egal was auf der Contra Seite steht.
 
Google sagt dass Ägypten wohl auch an die 5 Mio. Flüchtlinge im Land hat. Also da frag ich mich dann aber wirklich worüber sich hier in DE/Europa eigentlich beschwert wird? :ugly:

Und Seenotrettung natürlich immer und ausnahmslos. Völlig egal was auf der Contra Seite steht.
Ja, aber die sind eh schon überwiegend ISLAMISTISCH gesprägt, da machen die 5 Millionen zusätzlichen Terroristen den Braten auch nicht mehr fett!!!
 
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