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Das ja, aber imo sollte es grundsätzlich ausgeschlossen sein, vor allem weil es allzu oft auch von persönlichen Einschätzungen von Psychologen abhängt. Da ist dann die Frage, was man höher wertet, das öffentliche Interesse an Sicherheit oder die Möglichkeiten eines offenen Vollzugs. Aber selbst wenn es in 9 von 10 Fällen funktioniert kann der eine Fall, der schiefläuft, schon einer zu viel sein.
naja. das ist imo irgendwie eine milchmädchenrechnung. klar kann man sagen, der eine fall ist einer zu viel. für das dann opfer in jedem fall.
wenn aber dieses vorgehen hilft, 2 oder mehr von den straftätern vernünftig zu resozialisieren kann es doch wiederum durchaus wertvoll sein. vielleicht bewahrt es dann am anderen ende eben 2 leute davor opfer zu werden.

und was du in deinem zweiten post schreibst ist leider immer noch nichts anderes als rache. das deutsche strafrecht ist aber nicht dazu da, dinge aufzuwiegen sondern entweder die gesellschaft zu schützen und/oder jemanden zu resozialisieren.

natürlich sind das dinge, die aus opfersicht nicht wirklich wünschenswert erscheinen, aber genau deshalb spricht das opfer auch kein recht über den täter. das ziel ist also nicht, jemanden wegen einer straftat möglichst lange wegzusperren, sondern einen weg zu finden (und ihm zu zeigen), dass er das nie wieder tut und darüber hinaus ein "wertvolles mitglied der gesellschaft" wird. davon haben wir alle am ende mehr, als wenn er in einer zelle vor sich hin vegetiert und uns nur geld kostet.
 
Es geht nicht um Rache, sondern um das Durchsetzen einer Strafe, die eine Person sich durch ihre Taten verdient hat. Fühlt sich für Opfer von Verbrechen vermutlich auch sehr gut an, wenn man durch ein Strafmaß bzw. dessen Abschwächung/Aussetzung geradezu verhöhnt wird.
Die alte Leier also, ok.

Die Strafe, die eine Person nach dem StGB verdient hat und durch ein Gericht festgestellt wird, ist halt bindend und nicht das emotionale Empfinden des Opfers oder der Angehörigen gibt den Ausschlag für die Bestrafung.

Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei.

Am Ende des Tages geht es darum, dass ein Straftäter keine weiteren Straftaten mehr begeht.
Dazu bedient man sich verschiedener Mittel und anscheinend funktioniert die (deiner Meinung nach) laxe Auslegung mit niedrigeren Strafmaßen (gepaart mit Therapien und Programmen) deutlich besser, als die mit möglichst hohen und harten Strafen.

Mag sich vielleicht besser anfühlen, wenn ein Straftäter härter bestraft wird, sinnvoll ist es allerdings nicht.
Und das soll es doch sein, oder etwa nicht.
 
Ich hab vor Jahren öfters einen alten Klassenkameraden in der JVA Essen besucht, fand ich nicht sonderlich gemütlich dort und auch die Geschichten von meinem Kumpel hörten sich nicht nach Urlaub oder Herberge an. Später kam er dann in einen Knast in der Nähe von Castrop glaub ich, da war der Zustand der Anlage wesentlich besser und es gab auch nicht soviel Schlimmes zu erzählen (lag etwas außerhalb). Dennoch will ich in keinem der beiden Beispiele einsitzen. Hatte auf mich schon eine abschreckende Wirkung. Da kommt man dann gar nicht mehr auf die Idee etwas krummes zu planen. :ulgy:

Ich vermute, daß gerade die Gefängnisse in Großstädten schlechter erhalten und härter sind als welche in ländlichen Gebieten. In Ballungsräumen fehlt oft das Geld für Sanierung oder Neubauten, durch Überfüllung und mangelhaftem Zustand kommt es automatisch zu mehr Konflikten.
 
Die alte Leier also, ok.

Die Strafe, die eine Person nach dem StGB verdient hat und durch ein Gericht festgestellt wird, ist halt bindend und nicht das emotionale Empfinden des Opfers oder der Angehörigen gibt den Ausschlag für die Bestrafung.

Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei.

Am Ende des Tages geht es darum, dass ein Straftäter keine weiteren Straftaten mehr begeht.
Dazu bedient man sich verschiedener Mittel und anscheinend funktioniert die (deiner Meinung nach) laxe Auslegung mit niedrigeren Strafmaßen (gepaart mit Therapien und Programmen) deutlich besser, als die mit möglichst hohen und harten Strafen.

Mag sich vielleicht besser anfühlen, wenn ein Straftäter härter bestraft wird, sinnvoll ist es allerdings nicht.
Und das soll es doch sein, oder etwa nicht.

Ich finde schon, dass je nach Tat, die Angehörigen der Opfer mit berücksichtigt werden sollten. Das zeichnet uns immerhin aus.
 
Mensch mit Biographie, Familie etc.

Nicht falsch verstehen, ich bin sicher nicht für ein höheres Strafmaß. Musste aber gerade daran denken und finde, dass das ein Argument ist.
 
Die alte Leier also, ok.

Die Strafe, die eine Person nach dem StGB verdient hat und durch ein Gericht festgestellt wird, ist halt bindend und nicht das emotionale Empfinden des Opfers oder der Angehörigen gibt den Ausschlag für die Bestrafung.

Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei.

Am Ende des Tages geht es darum, dass ein Straftäter keine weiteren Straftaten mehr begeht.
Dazu bedient man sich verschiedener Mittel und anscheinend funktioniert die (deiner Meinung nach) laxe Auslegung mit niedrigeren Strafmaßen (gepaart mit Therapien und Programmen) deutlich besser, als die mit möglichst hohen und harten Strafen.

Mag sich vielleicht besser anfühlen, wenn ein Straftäter härter bestraft wird, sinnvoll ist es allerdings nicht.
Und das soll es doch sein, oder etwa nicht.

Ich bin lediglich dafür, dass die gerichtlich festgestellte Strafdauer auch umgesetzt wird. Ohne vorzeitige Entlassungen und Freigänge. Täterschutz sollte nie vor Opferschutz gehen, aber während die Opfer in der Regel sehen können, wo sie bleiben, bekommen Täter nicht nur 2. Chancen, sondern auch gleich noch 3. und 4. dazu. Oder sie dürfen selbst bei schwersten Gewalttaten auf Bewährung draußen bleiben. Und wahrscheinlich ist Deutschland auch mit das einzige Land in dem Räuber und Betrüger ihre Beute behalten dürfen. Auch wenn letzterer Punkt jetzt vielleicht endlich gestopft wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin lediglich dafür, dass die gerichtlich festgestellte Strafdauer auch umgesetzt wird. Ohne vorzeitige Entlassungen und Freigänge. Täterschutz sollte nie vor Opferschutz gehen, aber während die Opfer in der Regel sehen können, wo sie bleiben, bekommen Täter nicht nur 2. Chancen, sondern auch gleich noch 3. und 4. dazu. Oder sie dürfen selbst bei schwersten Gewalttaten auf Bewährung draußen bleiben. Und wahrscheinlich ist Deutschland auch mit das einzige Land in dem Räuber und Betrüger ihre Beute behalten dürfen.
Also bist du am Ende doch für Rache und möglichst harte Strafen, ob es nun Sinn ergibt oder nicht.

Gibt es denn ein demokratisches Land, welches vorzeitige Entlassungen und Freigänge bzw. offenen Vollzug untersagt? Ist mir nicht bekannt.

Außerdem kommst du in den "Genuss" dieser Vorzüge auch nur unter gewissen Voraussetzungen (gute Führung, wurden (falls angeboten) Therapien und Programme angenommen und absolviert, Art und Dauer der Straftat, wie oft straffällig geworden etc.).

Und schauen wir doch auf die Länder, die besonders auf Resozialisierung setzen, also viel Straferlass, viele Freigänge, offener Vollzug, gute Programme und Therapien etc.
Die Entlassenen werden weniger rückfällig und gliedern sich besser wieder in die Gesellschaft ein.
Also entweder wollen wir genau das oder wir wollen unsere Gelüste nach Rache befriedigen. Kann man auch, ist halt nur nicht zielführend irgendwie.
 
Wenn jede Form von Strafe für dich Rache ist, dann ja, natürlich verdienen sie das. Aber da brauchen wir dann wie schon so oft gar nicht weiter diskutieren.
Ist es nicht, Strafe muss sein und ist wichtig. Egal ob nun für den Täter oder die Opfer.

Allerdings sehe ich es als "Rache" oder "Genugtuung" an, wenn ich einen Straftäter härter bestrafe oder noch mehr in seinen Freiheiten einschränke und es am Ende den genau gegenteiligen Effekt hat, das Potential einer Rückfälligkeit also höher ist und eine Resozialisierung sich schwieriger gestaltet.
Genau dafür gibt es ja Strafreduzierungen, Freigänge und offenen Vollzug.

Richtig angewandt ist das Paket aus Zuckerbrot und Peitsche einem ausgeglichenen Verhältnis ziemlich erfolgreich, siehe Skandinavien (auch England und USA) mit stationären und ambulanten Resozialisierungsprojekten.
Norwegen verzeichnet gerade mal eine Rückfallquote von 20%, in Deutschland sind es ca. 50%.

Dass harte Strafen helfen ist halt immer noch eine Mär.
 
Die aktuelle bundesweite Rückfalluntersuchung des Bundesjustizministeriums bestätigt seinen Eindruck: Jeder zweite Straftäter wird innerhalb von neun Jahren wieder rückfällig. Das bedeutet: die Resozialisierung funktioniert nicht. Dabei wurde sie per Bundesgesetz 1977 als oberstes Ziel des Strafvollzugs festgelegt. Das änderte sich jedoch im Jahr 2006 im Zuge der Föderalismusreform. Seither ist die Regelung des Strafvollzugs Ländersache. 14 von 16 Bundesländern haben nun ihre eigenen Regelungen. Die meisten Länder änderten den Fokus, weg von der Resozialisierung hin zum Schutz der Allgemeinheit. "Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden", sagt Kriminologe Helmut Kury. "Aber ewig wegsperren kann auch nicht die Lösung sein."
http://www.zeit.de/gesellschaft/zei...efaengnis-rueckfall-haftstrafe-rueckfallquote

fett von mir.
 
Ich denke nicht, dass man Skandinavien vollständig mit Deutschland vergleichen kann. Verglichen mit deutschem Großstädten ist das alles Provinz. Der Abschaum von außerhalb Europas kommt zwar teilweise auch bis in den Norden, aber die Mehrzahl stranded doch vorher in anderen Ländern vor Skandinavien. Das Problem mit der organisierten osteuropäischen Kriminalität, die quasi nicht resozialisierbar ist, liegt dort vermutlich ebenfalls nicht so akut vor. Dass resozialisierende Programme positive Effekte haben ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber zumindest für Deutschland gibt's da afaik keine belastbaren Studien mit Vergleichen zwischen den Rückfallquoten der einzelnen Bundesländer. Auch müsste es bedeuten, dass Law&Order Bundesländer wie Bayern eine völlig falsche Strategie fahren und doch sind sie seit Jahren sicherstes Bundesland und München die sicherste Großstadt in Deutschland.
 
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