imo liegt das nicht nur an der selbstdarstellung auf PR-ebene sondern auch in der ausbildung der beamten begründet. insbesondere beim thema deeskalation ist da noch viel zu tun. geh mal zu einem bundesligaspiel (egal ob 1. oder 2.). am besten als auswärtsfan. der umgang der hundertschaften mit den fans ist häufig wirklich ausbaufähig. dass du dann auf dauer nen hals auf polizisten bekommst ist doch kaum verwunderlich.Die Gerichte machen das. Aber das hängt ja dann auch wieder davon ab. Sitzt du vor dem Richter der mit dem Polizeipräsidenten schon in einer Grundschulklasse war und jeden Mittwoch Mittag gemeinsam Golf spielen geht oder vor dem Richter der genervt ist weil jede Woche 5 Strafanträge von Beamten verhandelt werden denen man "du bist doch doof" entgegen geblubbert hat.
Das Ziel der Strafschärfung war wohl die, nicht von der Hand zu weisende, Tendenz der sich verschlechternden allgemeinen Stimmung gegenüber der Polizei entgegen zu wirken. Ich glaube aber nicht das es auf diesem Wege funktioniert. Ein Umdenken in der Gesellschaft mit einhergehender Anerkennung für den Dienst der Beamten wäre mE mit einer anderen Selbstdarstellung der Polizei zu erreichen. Damit will ich nicht der Poizei die Schuld für die Entwicklung geben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der moderne Stadtbürger in seiner grenzenlosen Arroganz von sich aus wieder Demut lernt. Da gibt es ja auch die ein oder andere Veranstaltung der Polizei, die in diese Richtung geht.
Der Blick der Gesellschaft hat sich aber gewandelt. Das romantische Bild vom Dorfpolizisten der mit Jugendstreichen zu kämpfen hat, hat sich ja auch medial zu dem Juggernaut beim Bundesliga-Problem-Spiel gewandelt. Früher war der Uniformierte Freund und Helfer. Hat dir den Weg erklärt und der alten Oma über die Straße geholfen. Heute beschleicht dich, sobald du jemanden in Uniform siehst, das ungute Gefühl du könntest gleich etwas falsch machen und ein Problem bekommen. Frag heute mal nach dem Weg, da wirste ignoriert. Hier müssen beide Seite wieder zu einander finden. Das wird aber nicht durch das Diktat der Strafschärfung geschehen.
