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Ich finde die Ansätze der Linken auch gut. Wenn wir über mehr Gerechtigkeit in unserem Land sprechen, müsste man die Linken wohl mit ins Boot holen. Die Probleme nennen sich aber Realpolitik. Machbarkeit. Konsequenzen.

Die Linken hätten eine Agenda 2010 sicher niemals mitgetragen. Selbst die SPD wollte sie in weiten Teilen nicht und Schröder war nicht beliebt bei seinen Parteigenossen. Heute wissen wir aber, dass (harte) Einschnitte nunmal auch nötig sind. Die treffen die unteren Schichten immer mehr als die Oberen. Wie es läuft, wenn man einfach so weiter macht, kann man ja schön in Frankreich sehen, wo das Volk ja schon Amok läuft, wenn irgendjemand an der 35 (!!!!) Stunden-Woche rütteln will... :ugly:

Innenpolitisch ist da sicher viel Utopie dabei. Lt. der Linken könnte die SPD ja auch einige Ihrer Wahlkampf Themen direkt umsetzen, da die Linke und Grüne dafür stimmen würden im Bundestag (Längeres Arbeitslosengeld bevor man in Hartz4 rutscht z.b.). Der Koalitionsvertrag wäre damit zwar aufgelöst, aber der hätte 1 Monat vor der Wahl eh keinen Zweck mehr.


Außenpolitisch finde ich die Linken aber zu 100% überzeugend.
 
Innenpolitisch ist da sicher viel Utopie dabei. Lt. der Linken könnte die SPD ja auch einige Ihrer Wahlkampf Themen direkt umsetzen, da die Linke und Grüne dafür stimmen würden im Bundestag (Längeres Arbeitslosengeld bevor man in Hartz4 rutscht z.b.). Der Koalitionsvertrag wäre damit zwar aufgelöst, aber der hätte 1 Monat vor der Wahl eh keinen Zweck mehr.


Außenpolitisch finde ich die Linken aber zu 100% überzeugend.

Doch der hat auch dann noch seinen Zweck. Wer will mit jemanden koalieren der einem das Messer in den Rücken rammt wenn es ihm passt?
Wäre ganz schön hoch gepokert wenn man annimmt dadurch eine Wahl zu gewinnen. Grad wenn davon auszugehen ist das man bei der Wahl jetzt eh nur wieder Nummer 2 werden würde.
 
Aber man hätte etwas umgesetzt wofür man jetzt Wahlkampf macht. Stichwort Glaubwürdigkeit undso..
Die Gefahr ist eben, das von den SPD Punkten nachher nix übrig bleibt wenn man wieder die große Koalition fährt.
 
Innenpolitisch ist da sicher viel Utopie dabei. Lt. der Linken könnte die SPD ja auch einige Ihrer Wahlkampf Themen direkt umsetzen, da die Linke und Grüne dafür stimmen würden im Bundestag (Längeres Arbeitslosengeld bevor man in Hartz4 rutscht z.b.). Der Koalitionsvertrag wäre damit zwar aufgelöst, aber der hätte 1 Monat vor der Wahl eh keinen Zweck mehr.


Außenpolitisch finde ich die Linken aber zu 100% überzeugend.
au weia:

http://www.sueddeutsche.de/politik/...-fdp-chef-lindners-haltung-zur-krim-1.3620235
https://www.greenpeace-magazin.de/t...urteilung-der-krim-annexion-durch-russland-ab
http://www.spiegel.de/politik/ausla...will-verstaendnis-fuer-russland-a-963673.html
 
Aber man hätte etwas umgesetzt wofür man jetzt Wahlkampf macht. Stichwort Glaubwürdigkeit undso..
Die Gefahr ist eben, das von den SPD Punkten nachher nix übrig bleibt wenn man wieder die große Koalition fährt.
das problem der spd ist weniger, dass sie keine erfolge vorzuweisen hat, sondern dass sie es nicht gebacken bekommt, diese für sich zu nutzen. siehe z.b. mindestlohn. da stellt sich die merkel in interviews hin und lobt den, dabei hat sie ihn selber abgelehnt und nur auf druck der spd kam er zustande. oder agenda 2010, es ist ja (bei aller berechtigten kritik) unstrittig, dass diese dafür gesorgt hat, dass sich das land in den vergangenen jahren ordentlich entwickelt hat. der spd fliegen aber nur die negativen seiten um die ohren. die postive entwicklung bspw. auf dem arbeitsmarkt schreibt sich die cdu auf ihre fahne obwohl sie damit recht wenig zu tun hat außer, dass es in ihre amtszeit gefallen ist.
 
Die linke scheitert doch schon regelmäßig daran zu erklären, wie sie ihre Utopien finanzieren möchte.

Das finde ich immer sehr interessant, wie linke Politik als realitätsfremd und unfinanzierbar gebrandmarkt wird.
Aber die Finanzkrise und die Bankenrettung, die Milliarden nach Milliarden verschlungen hat und weiterhin tut, der Rattenschwanz an (finanziellen) Kosten, der an einer Politik unbeschränkten (Wirtschafts-)Wachstums hängt, der ist natürlich problemlos finanzierbar. Denn der globale Kapitalismus findet ja statt und ist real, per definitionem also nicht realitätsfremd.
 
Das finde ich immer sehr interessant, wie linke Politik als realitätsfremd und unfinanzierbar gebrandmarkt wird.
Aber die Finanzkrise und die Bankenrettung, die Milliarden nach Milliarden verschlungen hat und weiterhin tut, der Rattenschwanz an (finanziellen) Kosten, der an einer Politik unbeschränkten (Wirtschafts-)Wachstums hängt, der ist natürlich problemlos finanzierbar. Denn der globale Kapitalismus findet ja statt und ist real, per definitionem also nicht realitätsfremd.
Und was ist die Alternative? Alles den Bach runter gehen zu lassen und zusehen, wie Millionen von Existenzen zu Grunde gehen?
 
Die Alternative wäre gewesen, so ein System erst gar nicht entstehen zu lassen. Zumindest nicht in diesem Ausmaß, dass ganze Staaten, Wirtschaftssysteme/Währungen und verschiedenste Märkte (siehe Rohstoff- und Rohölpreise) komplett davon abhängig sind.

Edit: Weil du um die Existenz von Millionen bangst: Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat schon Millionen von Existenzen zerstört. Nur halt die, die man eh nicht sieht (Menschen in afrikanischen und asiatischen/pazifischen Staaten) oder die eh schon nicht gut betucht sind (viele, viele Europäer z.B.).
 
Das finde ich immer sehr interessant, wie linke Politik als realitätsfremd und unfinanzierbar gebrandmarkt wird.
Aber die Finanzkrise und die Bankenrettung, die Milliarden nach Milliarden verschlungen hat und weiterhin tut, der Rattenschwanz an (finanziellen) Kosten, der an einer Politik unbeschränkten (Wirtschafts-)Wachstums hängt, der ist natürlich problemlos finanzierbar. Denn der globale Kapitalismus findet ja statt und ist real, per definitionem also nicht realitätsfremd.
man kann, so denke ich zumindest, sowohl der meinung sein, dass die linken keine idee haben wie sie ihre vorstellungen finanzieren und trotzdem kritisch gegenüber dem umgang mit der bankenkrise. großer fan bin ich davon nämlich auch nicht.

Die Alternative wäre gewesen, so ein System erst gar nicht entstehen zu lassen. Zumindest nicht in diesem Ausmaß, dass ganze Staaten, Wirtschaftssysteme/Währungen und verschiedenste Märkte (siehe Rohstoff- und Rohölpreise) komplett davon abhängig sind.

Edit: Weil du um die Existenz von Millionen bangst: Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat schon Millionen von Existenzen zerstört. Nur halt die, die man eh nicht sieht (Menschen in afrikanischen und asiatischen/pazifischen Staaten) oder die eh schon nicht gut betucht sind (viele, viele Europäer z.B.).
ich bitte dich... wie weit soll eine utopie denn in die realität reinspielen? man hat sich jetzt nicht grade gestern für eine kapitalistische grundordnung entschieden, diese ist in jahrhunderten entstanden. jetzt mit "man hätte nicht" zu kommen ist doch keine basis für eine ernsthafte alternative...
 
ich bitte dich... wie weit soll eine utopie denn in die realität reinspielen? man hat sich jetzt nicht grade gestern für eine kapitalistische grundordnung entschieden, diese ist in jahrhunderten entstanden. jetzt mit "man hätte nicht" zu kommen ist doch keine basis für eine ernsthafte alternative...
Richtig.
Das war eben das Problem, dass man sich vor knapp 100 Jahren dazu entschlossen hat, sich vom System so abhängig machen zu lassen.

Schlussfolgerung: Die Alternative wäre, ums mal ganz platt zu formulieren, die Banken komplett einzuschränken und sich bei der sozialen Marktwirtschaft mehr auf das "sozial" als auf das "Markt" zu besinnen.
Da dies aber solche großen und unvorhersehbaren Konsequenzen hätte, durch die brutale Abhängigkeit (keine Ahnung, was da alles kollabieren würde, aber die Welt würde wohl erstmal im Chaos versinken), ist es so gesehen alternativlos und man buttert lieber alles an Kohle hinein, was man hat und klebt Pflaster auf jede Stelle, die der Riese sich selbst zufügt.

Im Prinzip weiß jeder, dass das System so nicht überleben kann. Ob es nun in 10 Jahren oder in 100 Jahren zu Ende ist, das kann wohl nur keiner sagen. Und deswegen lässt man es auch bleiben, da irgendwas groß ändern zu wollen.
 
man kann, so denke ich zumindest, sowohl der meinung sein, dass die linken keine idee haben wie sie ihre vorstellungen finanzieren und trotzdem kritisch gegenüber dem umgang mit der bankenkrise. großer fan bin ich davon nämlich auch nicht.

Es ist die Krux der politischen Linken, dass ihre Forderungen stets mit den Maßstäben einer Ideologie gemessen werden, die sie mit ebendiesen Forderungen in Frage stellen.
Das ist - so gesehen - natürlich und zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.

Das kapitalistische System ist die Realität, nicht zuletzt qua normativer Kraft des Faktischen.
 
Richtig.
Das war eben das Problem, dass man sich vor knapp 100 Jahren dazu entschlossen hat, sich vom System so abhängig machen zu lassen.

Schlussfolgerung: Die Alternative wäre, ums mal ganz platt zu formulieren, die Banken komplett einzuschränken und sich bei der sozialen Marktwirtschaft mehr auf das "sozial" als auf das "Markt" zu besinnen.
Da dies aber solche großen und unvorhersehbaren Konsequenzen hätte, durch die brutale Abhängigkeit (keine Ahnung, was da alles kollabieren würde, aber die Welt würde wohl erstmal im Chaos versinken), ist es so gesehen alternativlos und man buttert lieber alles an Kohle hinein, was man hat und klebt Pflaster auf jede Stelle, die der Riese sich selbst zufügt.

Im Prinzip weiß jeder, dass das System so nicht überleben kann. Ob es nun in 10 Jahren oder in 100 Jahren zu Ende ist, das kann wohl nur keiner sagen. Und deswegen lässt man es auch bleiben, da irgendwas groß ändern zu wollen.
das glaube ich nicht. wenn man von faktoren wie krieg einmal absieht wird es regelmäßig einbrüche wie 2008 geben und alles wieder etwas zusammendampfen. danach gehts weiter.
 
das glaube ich nicht. wenn man von faktoren wie krieg einmal absieht wird es regelmäßig einbrüche wie 2008 geben und alles wieder etwas zusammendampfen. danach gehts weiter.

Wachstum ist endlich.
Es ist eine absolute Gewissheit, dass es eben nicht unendlich weitergehen kann. Irgendwann gibt es kein "danach" mehr. Und das ist ausnahmsweise keine realitätsfremde Dystopie. Das ist die Realität des Sytems, in dem wir leben und mit dem wir uns arrangiert haben.
 
Wachstum ist endlich.
Es ist eine absolute Gewissheit, dass es eben nicht unendlich weitergehen kann. Irgendwann gibt es kein "danach" mehr. Und das ist ausnahmsweise keine realitätsfremde Dystopie. Das ist die Realität des Sytems, in dem wir leben und mit dem wir uns arrangiert haben.
ja, wachstum ist endlich. deshalb gibt es krisen die eine rezssion beinhalten. das rad dreht sich dann von neuem.
 
das glaube ich nicht. wenn man von faktoren wie krieg einmal absieht wird es regelmäßig einbrüche wie 2008 geben und alles wieder etwas zusammendampfen. danach gehts weiter.
Hab wohl wieder zu viel Marx gelesen, Stichwort "Zusammenbruchstheorie". :D
Aber ja, ich stehe schon auf der Seite, die auf die prinzipielle Unmöglichkeit des ewigen Kapitalismus verweisen.

Mein Wissen reicht leider nicht über Zeitungswissen und zwei Semester Ökonomie hinaus, aber am Ende geht es ja immer um Wachstum. Bleibt es aus, helfen die Staaten aktuell bzw. in naher Vergangenheit mit Milliarden- und Billionenspritzen, um das System anzukurbeln. Wie man aus der Geschichte weiß, wird der Kapitalismus solche Finanzkrisen aber immer überstehen. Eine Finanzkrise wird wohl also nicht das Aus des Kapitalismus besiegeln.

Ich glaube, das Ende des Kapitalismus wird dann eingeleitet, wenn die Rohstoffe ausgehen und die Umwelt "aufgebraucht" ist.

Der Realkapitalismus (Produktion von Stühlen, Butter etc.) ist ja gar nicht das Problem, sondern der Geld- und Finanzkapitalismus. Der kann sich quasi "darüberlegen", sprich man nimmt Kredite auf, um sie nicht mehr in die reale Produktion zu investieren, sondern um damit zu spekulieren.
Es wird also nichts mehr damit produziert, sondern nur noch um vorhanden Vermögenswerte wie Immobilien und Aktien zu kaufen. Dadurch entsteht ein Überschuss an Geld, weil man, das ist ja das Absurde, Geld aus dem Nichts schöpfen kann.

Wenn man dieses "Geld aus dem Nichts" nun anfangen wollen würde zu realisieren, dann knallt's.

Alles schöne Theorie, ich weiß. Aber mehr bleibt einem halt auch nicht.
 
ja, wachstum ist endlich. deshalb gibt es krisen die eine rezssion beinhalten. das rad dreht sich dann von neuem.
Erschöpfte Ressourcen regenerieren sich nicht, gemachte Emissionen werden nicht rückgängig gemacht.
Das Rad dreht sich nicht von neuem, es dreht sich von einem bestimmten Punkt an weiter.

edit: Und wie du schon richtig bemerkst, das System ist darauf angelegt, dass es "selbstreinigende" Krisen gibt. Das zeigt eigentlich schon die gesamte Perversität dieses Systems.
Man könnte gar zynisch sagen, (Welt)Wirtschaftskrisen und (Welt)Kriege sind aus Systemsicht gar der größte Glücksfall, weil sie neben ihrer destruktiven Kraft auch immer Vorbote des nächsten Wachstumsbeschleunigers sind.
 
Erschöpfte Ressourcen regenerieren sich nicht, gemachte Emissionen werden nicht rückgängig gemacht.
Das Rad dreht sich nicht von neuem, es dreht sich von einem bestimmten Punkt an weiter.

edit: Und wie du schon richtig bemerkst, das System ist darauf angelegt, dass es "selbstreinigende" Krisen gibt. Das zeigt eigentlich schon die gesamte Perversität dieses Systems.
Man könnte gar zynisch sagen, (Welt)Wirtschaftskrisen und (Welt)Kriege sind aus Systemsicht gar der größte Glücksfall, weil sie neben ihrer destruktiven Kraft auch immer Vorbote des nächsten Wachstumsbeschleunigers sind.
dann gibt es andere dinge die wir herstellen, andere orte von denen wir unsere ressourcen holen. raumfahrt ist da ein thema. im übrigen auch etwas, was unser wachstum ankurbeln wird: fremde planeten kolonisieren. momentan noch science-fiction, klar, aber es wird kommen.

edit: ihr beide denkt einfach zu klein. glaubt, dass wir auf diesen planeten beschränkt sind. ich glaube das nicht.
 
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