So ein paar Sachen möchte ich nun doch sagen, nachdem ich diese Diskussion scheinbar angestoßen habe:
1.) Ob Marx die folgen seiner Werke vorausgesehen hat, ist doch völlig egal. Auch ob er mit der "Diktatur des Proletariats" die er für notwendig gehalten hat, eine "Diktatur" im heutigen Sinne gemeint hat, ist unerheblich. Fakt ist, dass der Sozialismus (als der "Weg zum Kommunismus") die Verstaatlichung der Produktionsmittel fordert. Die Verstaatlichung der Produktionsmittel bedeutet immer extreme Misswirtschaft (Realitycheck: Blick nach Venezuela -> Jupp, stimmt immer noch.) sodass selbst wenn die Sozialisten/Kommunisten demokratisch an die Macht gekommen sind, sie spätestens dann diktatorisch werden müssen, wenn die von der Misswirtschaft und dem damit einhergehenden Mangel betroffene Bevölkerung sie doch abwählen möchte.
Daher wird ein längerfristiges sozialistisches/kommunistisches System immer zwangsweise in die Diktatur abgleiten, mal mehr und mal weniger brutal.
2.) Der Kapitalismus hat in Verbindung mit der Verbesserung der Technologie (diese beiden bedingen sich gegenseitig) Millionen von Menschen weltweit aus der Armut geholt. Auch hier sollten sich manche vielleicht einlesen, wie früher die Lebenserwartung, Lebensbedingungen, Wohlstand etc. waren.
3.) Dass der Kapitalismus "schuld" an der Armut der Dritten Welt wäre, ist absurd. Das Problem dort ist ja gerade, dass dort zu wenige gute Unternehmen sind, die gute und hochwertige Waren und Dienstleistungen verkaufen, und dass etwa die Staaten in Afrika nicht
zu viel sondern
zu wenig Handelsströme mit anderen Staaten dieser Welt haben. Was aber auch klar ist, wenn diese Staaten außer Rohstoffen (die sie billig verkaufen müssen) kaum etwas zu bieten haben.
4.) Dass der Kapitalismus auf nicht-erneuerbaren Energieträgern und der Zerstörung der Umwelt aufbaut, stimmt nicht. Wenn wir einmal Fusionsenergie haben bzw. andere erneuerbare Energieformen so entwickelt, dass sie einfach billiger sind als nicht-erneuerbare Energien, wird sich der Kapitalismus freudig auf diese stürzen und genauso gut funktionieren wie vorher.
Der Kommunismus war übrigens keinen Deut besser, oder was glaubt ihr, wie in der Sowjetunion die Fabriken betrieben wurden und wie die Umwelt dort ausgesehen hat? Oder in der DDR? Kommunismus ist umweltfreundlicher als Kapitalismus? Ich glaube kaum.
Achja und versucht mal in einer Diktatur Umweltschützer zu sein und von den Regierenden Änderungen zu verlangen. LeL.
5.) Im Sozialismus/Kommunismus wurden Millionen ermordet, gefoltert und versklavt, oder sind einfach verhungert, Mao und Stalin sind da nur die beiden größten Beispiele, alle kommunistischen Staaten waren Unrechtsregime. Gerade haben die Sozialisten in Venezuela, wo die Bevölkerung aufgrund der großartigen staatsgelenkten Wirtschaft kaum noch Lebensmittel und Medikamente hat, das vom Volk gewählte Parlament ausgeschaltet, weil das Volk es gewagt hat, dort die (bisherige) Opposition mit einer Mehrheit auszustatten, weil es die Sozialisten wieder loswerden will. Und was macht die deutsche Partei "Die Linke" während Maduro Venezuela zu einer Diktator umbaut?
Die fordern "Solidarität mit Venezuela!" und schreiben:
"DIE LINKE erklärt sich solidarisch mit der bolivarianischen Revolution, wie sie von Hugo Chavez eingeleitet wurde, um die demokratischen und sozialen Errungenschaften in Venezuela zu bewahren und zu entwickeln. Es müssen Maßnahmen zur Überwindung der Wirtschaftskrise unternommen werden, weil dadurch die Errungenschaften der bolivarianischen Revolution bedroht werden.
DIE LINKE steht an der Seite aller linken Kräfte in Lateinamerika, einschließlich der sozialistischen Regierung in Venezuela."
https://www.die-linke.de/partei/par...resolutionen/news/solidaritaet-mit-venezuela/
Was mit Deutschland passieren würde, wenn "die Linke" einmal wirklich an die Macht käme, darf sich jeder selber ausmalen.
I rest my f*cking case...