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Und im Gegenzug will (Vorsicht, gefährliche Pauschalisierung) keiner mehr für sein Essen oder seine Kleidung bezahlen. Viel schlimmer noch, die, die das tun, werden auch noch belächelt und müssen sich rechtfertigen.

Ein großer Teil unseres Wohlstands fußt auf der Ausbeutung anderer und wer dieses Spiel nicht mitspielen will, kann (zumindest in Teilen) etwas dafür bzw. gegen das Ausbeutertum unternehmen. Gerade bei Lebensmitteln ist das heutzutage gar nicht mehr so schwer.

Wundern braucht sich niemand, wenn der Fischer, dessen Meer leerfischt wird oder der Kakaobauer, dessen Bohnen zu lächerlichen Preisen abgekauft werden sich ein neues Ziel suchen.
Wer ganze Ökonomien und Strukturen zerstört, braucht sich nicht über die Abwanderung beschweren.
Gab es, gibt es und wird es immer geben.
 
Deswegen sollte man trotzdem Menschen auf See retten (über die komplette Flucht brauchen wir gar nicht zu sprechen, die Überfahrt ist nur der letzte, kleine Teil einer unfassbar elenden Reise) und ihnen die Hilfe geben, die sie brauchen. Egal wo.
Es könnte theoretisch viel, viel besser funktionieren. Man will es nur nicht.
Gibt halt ab und an warme Worte und ein paar Euro, wenn auf Lampedusa die Kindersärge aufgereiht stehen oder das Leichenhaus mal wieder aus den nähten platzt.

Es gibt halt leider Politiker und Menschen, denen Geld wichtiger ist oder das tolle Abendland verteidigen wollen.
 
Für viele ihrer Wähler sollen sie halt auch dafür zu sorgen, dass diese Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen fliehen, möglichst nicht hier ankommen. Auf lange Sicht bestenfalls indem man ihnen in ihren Heimatländern eine Perspektive bietet. Kurzfristig aber auch durch Abschreckung, bis die Hoffnung auf eine erfolgreiche Reise gen Europa mit Hilfe von Schleppern zunichte gemacht ist. Für die, die es trotzdem schaffen müsste man allerdings auch den Ländern, die die A-Karte haben, wie jetzt wieder Italien, viel mehr unter die Arme greifen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Absolut, Griechenland und Italien wurden jahrelang sträflich alleine gelassen bzw. werden sie ja immer noch.

Das "Problem" an der Sache ist nur: Die Menschen werden weiterhin flüchten. Das wirst du weder durch Abschreckung oder sonst was erreichen.
Klar, Europa könnte sich abschotten wie z.B. Australien. Aber was würde das ändern? Den Menschen, die fliehen, geht es dadurch weder besser, noch ändert man damit irgendwas an den Umständen. Ganz im Gegenteil.

Und bei so einem Handeln könnte man die EU und für alles was sie steht auch gleich abschaffen und die Menschenrechte über Bord werfen (no pun intended).
 
Vielleicht wird die EU aber irgendwann an einem Punkt sein, wo ihr gar keine andere Möglichkeit mehr bleiben wird. Aktuell sammelt man jeden ein, den man kriegen kann, Italien und Griechenland stehen weiterhin allein da, Urteile zu Asylverfahren werden nicht durchgesetzt, Verwaltungsgerichte machen nichts anderes mehr, als Einsprüche gegen Ayslbescheide zu prüfen, jeder der seinen Pass verbrennt hat nen Freifahrtschein, weil sein alter Staat ihm eh keinen neuen mehr ausstellt und ob die Integration der bereits bestehenden Flüchtlinge je gelingen wird steht auch in den Sternen.

Ich persönlich denke, es wäre besser, eine gemeinsame, teils auch harte und abschreckende Linie zu finden, um die Situation in Europa vielleicht auch in Zukunft handeln zu können. Läuft es so weiter wie bisher kommt man irgendwann automatisch an den Punkt, wo man über das Ziel hinausschießen wird und den Leuten aus Frust die Konsequenzen scheiß egal sein werden.
 
Und ich sehe es eben völlig anders. Wenn man wollte, könnte man selbst die doppelte, dreifache oder vierfache Menge an Menschen aufnehmen und besser versorgen.

Mehr kann und will ich zu dem Thema auch gar nicht sagen. Wo vielen die Situation von Europa angeblich am Herzen liegt, welches man retten muss (In welchem Sinn eigentlich, warum sieht man die Flüchtenden als solche Gefahr, wieso "zerstören" diese Europa? Da würden mir zig andere Dinge einfallen.), liegt mir die Situation der Flüchtenden am Herzen.

Ich würde meine beiden Hände ins Feuer legen und Gift darauf nehmen, dass es keine einzige flüchtende Person gibt, die das gerne oder "aus freien Stücken" macht, nur um mal zu sehen, ob es hier nicht vielleicht etwas besser.
Jede Person hat einen ernsten Grund, ob man diesen aus hiesiger Sicht nun gut findet oder nicht.
 
Ich finde das auch immer sehr heuchlerisch. Da beutet unsere Gesellschaft seit Jahrzehnte/-hunderten den halben Planeten aus um einem perversen egomanischen Lebensstil zu frönen und dann haben wir allen Ernstes auch noch das Zeug dazu uns zu empören wenn unser (zu großen Teilen) verursachtes Elend plötzlich an die Tür klopft und auch was vom Kuchen abhaben will.

Und anstatt der Sache ins Gesicht zu schauen und zu begreifen was eigentlich angerichtet wurde werden halbherzige Ideen zusammen geschustert, zugeschaut wie die Leute auf ihrer Suche nach einem besseren Leben verrecken (bzw. das wissentlich in Kauf nehmen) und bereits nach der bestmöglichen Defensivtaktik geschaut um die Leute die aus dem brennenden Haus flüchten direkt wieder zurück zu schuppsen.
 
Was ist denn daran heuchlerisch? Das ist doch ein sehr klare Einstellung zum eigenen Egoismus. Da finde ich es eher heuchlerisch, wenn man so tut, als würde einem ihr Schicksal am Herzen liegen, im eigenen Handeln des täglichen Lebens aber all das indirekt unterstützen, was man eigentlich ablehnt und ihre Situation erst hervorruft. (Und das ist jetzt explizit nicht auf euch bezogen.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde meine beiden Hände ins Feuer legen und Gift darauf nehmen, dass es keine einzige flüchtende Person gibt, die das gerne oder "aus freien Stücken" macht, nur um mal zu sehen, ob es hier nicht vielleicht etwas besser.
Jede Person hat einen ernsten Grund, ob man diesen aus hiesiger Sicht nun gut findet oder nicht.

Gut. Du glaubst also das es keinen Unterschied zwischen Asyl und Einwanderung geben darf? Das jeder, dem es für sein empfinden nicht gut geht, sich woanders niederlassen darf ohne das es dafür belegbare Gründe gibt ? Und das jeweilige Land muss dem, ohne Prüfung, nachkommen und muss dann eben sehen wie es klar kommt?

Wer an das glaubt, mit dem muss man nicht, oder kann man nicht über das Thema neutral diskutieren.

https://www.welt.de/politik/deutsch...flichtig-Konnte-nicht-abgeschoben-werden.html

Die Anzahl solcher Meldungen ist in den letzten Jahren rapide angestiegen.
 
Gut. Du glaubst also das es keinen Unterschied zwischen Asyl und Einwanderung geben darf? Das jeder, dem es für sein empfinden nicht gut geht, sich woanders niederlassen darf ohne das es dafür belegbare Gründe gibt ? Und das jeweilige Land muss dem, ohne Prüfung, nachkommen und muss dann eben sehen wie es klar kommt?

Wer an das glaubt, mit dem muss man nicht, oder kann man nicht über das Thema neutral diskutieren.

https://www.welt.de/politik/deutsch...flichtig-Konnte-nicht-abgeschoben-werden.html

Die Anzahl solcher Meldungen ist in den letzten Jahren rapide angestiegen.
Wo hab ich das denn geschrieben? Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Migration und Exil.

Nach Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht, in anderen Ländern Asyl zu ersuchen.
Ob diesem Gesuch aber nachgekommen wird, das ist dann die Aufgabe der Behörden des aufnehmenden Landes.

Und genau so hab ich es auch geschrieben, wenn du also nicht auf der Grundlage von Menschenrechten diskutieren willst, bitte.

Und zu dem Vorfall in Hamburg: Was soll man dazu sagen? Wir hatten das Thema schon hundertmal und wer fähig ist, auch nur um eine Ecke zu denken, dem sollten seine eigenen Pauschalisierungen selbst auffallen.

Hast du denn auch auch einen Beleg für den "rapiden Anstieg" oder ist es nur dein subjektives Empfinden?
Ansonsten, nach Adam Riese und Eva Zwerg: Mehr Menschen = mehr Straftaten.
Dann schmeißen wir alle Polen raus, weil ein Pole straffällig wurde.
Alle Minderjährigen werden weggeschickt, weil ein 16-jähriger geklaut hat.
Und alle Deutschen müssen auch weg, weil ein Hesse sich geprügelt hat.
Dann bist nur noch du übrig und alle Menschen, die irgendwie böse sein könnten auch. Ein Traum, oder?

Aber im Ernst. Menschen (darunter natürlich Ausländer) begehen Straftaten, du projizierst diese Normabweichung einzelner auf eine komplette Gruppe von Menschen –> Uncool.
 
Hast du denn auch auch einen Beleg für den "rapiden Anstieg" oder ist es nur dein subjektives Empfinden?
Ansonsten, nach Adam Riese und Eva Zwerg: Mehr Menschen = mehr Straftaten.
Dann schmeißen wir alle Polen raus, weil ein Pole straffällig wurde.
Alle Minderjährigen werden weggeschickt, weil ein 16-jähriger geklaut hat.
Und alle Deutschen müssen auch weg, weil ein Hesse sich geprügelt hat.
Dann bist nur noch du übrig und alle Menschen, die irgendwie böse sein könnten auch. Ein Traum, oder?

Aber im Ernst. Menschen (darunter natürlich Ausländer) begehen Straftaten, du projizierst diese Normabweichung einzelner auf eine komplette Gruppe von Menschen –> Uncool

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Claus Strunz im SAT.1 Frühstücksfernsehen, seriously?

Nochmal, dass Ausländer/Geflüchtete Straftaten begehen ist (leider) normal. So wie jeder Mensch Straftaten begeht.
Dann sind manche dieser Personen natürlich anfälliger, Straftaten zu begehen (rein statistisch mehr Männer als Frauen in einem Alter, in dem rein statistisch die meisten Straftaten begangen werden).

Wie gesagt, man kann sich einen Beitrag von Strunz im Frühstücksfernsehen anschauen und dann "Ausländer raus" propagieren, oder einfach mal um die Ecke denken und vor allem nachdenken.
Dann kommt man eventuell zu einem anderen Schluss:
http://www.sueddeutsche.de/politik/...biner-die-kriminalstatistik-an-nein-1.3605516

Sei's drum, die Diskussion ist mir zuwider, weil diese Statistiken und Argumente nur dafür hergenommen werden, um komplette Ethnien in Sippenhaft zu nehmen.
Meist ist es doch ganz einfach: Ich will keine Ausländer hier haben –> kann man so nicht offen sagen, deswegen brauche ich "Argumente" –> Ausländer begehen Straftaten (wahlweise nehmen sie einem noch den Job weg oder stürzen das komplette Abendland in den Abgrund) –> Ausländer raus!

Ich finde Straftaten ebenso scheiße wie bestimmt jeder normal denkende Mensch, aber wenn man sich etwas damit befasst, sollte man erkennen, dass es nicht so einfach ist, wie man es gerne hätte.
 
Gut. Du glaubst also das es keinen Unterschied zwischen Asyl und Einwanderung geben darf? Das jeder, dem es für sein empfinden nicht gut geht, sich woanders niederlassen darf ohne das es dafür belegbare Gründe gibt ? Und das jeweilige Land muss dem, ohne Prüfung, nachkommen und muss dann eben sehen wie es klar kommt?

Was für belegbare Gründe? Warum muss es die überhaupt geben? Im Augenblick haben wir doch diese absurde Situation:

Einer wird in Flensburg geboren und zieht für ein duales Studium ins 800km entfernte München. Sprich, er verlässt seine Heimat aus wirtschaftlichen Gründen. Interessiert keine Sau.

Jetzt will ein Libyer, der in Europa sich eine bessere Zukunftsperspektive erhofft, ins 600 Kilometer entfernte Italien umziehen und soll das nicht dürfen. Ja, warum eigentlich nicht?
 
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