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Ist das nicht auch wieder nur eine komplett subjektive Wahrnehmung.

Wahrscheinlich hat man vor 70 Jahren das gleiche gesagt, als man mit 30 km/h durch die Straßen getuckert ist, täglich sein Extrablatt mit Nachrichten von der ganzen Welt zu lesen bekommen hat für aberwitzige 2 Cents.
Früher, ja früher musste man nur seine Kartoffeln ernten und das war es dann.

Der Mensch findet wohl in jeder Zeit, in der er lebt, die Welt zu schnell/unübersichtlich/whatever.

Und weil man ständig arbeiten muss und gezwungen ist, Dinge zu tun: Der Mensch hatte wohl noch nie so viel Freizeit, wie jetzt. Und die kann man noch mit immer mehr Dingen füllen. Ist doch super. :dhoch:

Sicherlich. Trotzdem stellt die Informationsflut durch Digitalisierung und Vernetzung einen besonderen Sprung dar. Allein was das damit einhergehende Starren auf künstlich beleuchtete Bildschirme angeht, um nur ein Beispiel zu nennen. Man weiß heute, dass der Blauanteil im Licht viele Leute Schlafschwierigkeiten bereitet. Zusammen mit dem Zwang zur ständigen Verfügbarkeit, der generellen Tendenz vieler moderner Berufe, die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben aufzulösen und auch der Tatsache, dass wir unsere sogenannte Freizeit aus der Perspektive als Verbraucher betrachten und uns durch ein immenses Angebot konsumieren wollen/müssen, sorgt bei vielen Menschen für Stress. Immer mehr betrachten wir die Freizeit ganz bewusst als Phase der Regeneration zur Selbstoptimierung, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten am besten noch zu steigern. Letztlich ist die Motivation dahinter auch immer Angst. Angst davor, nicht mehr schritthalten zu können. Schlafprobleme, Depressionen, Burnout sind eben auch in den 80ern bei uns noch keine so bekannten Krankheiten gewesen.
Natürlich haben wir uns daran gewöhnt und wollen die Vielfalt nicht mehr missen. Nichtsdestotrotz bringt die schöne neue Welt halt auch einige Nebenwirkung mit sich. Wir kennen das doch alle, dass wir kaum noch einen Film in Ruhe zuende schauen können, ohne zwischendurch aufs Handy starren zu müssen. Filme aus den 70/80ern wurden in einem heute oftmals kaum noch erträglichen Erzähltempo geschnitten. Unsere Aufmerksamkeitsspannen sind geringer geworden. Die Dinge, die nach unserer ständigen Aufmerksamkeit verlangen, immens gewachsen. Junge Menschen können kaum noch konzentriert längere Texte lesen. Sie lesen nur noch quer. Jemand sagte mir auch mal, dass dieses Forum, mit ihren Walls of Text innerhalb von Diskussionen, eine regelrecht exotische Ausnahme im Internet darstellt. Das jemand einen Beitrag wie diesen sich durchliest, das gibt es nur hier. Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine intellektuelle Ausnahmeerscheinung, wenn du hier angekommen bist! :D
 
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@Cale :es ist aber eben auch so, das immer mehr nur digital funktioniert und damit muss eben zukünftig JEDER zurecht kommen.... ich versteh Ekka da schon.
 
@Urgs : Schöner Text. Ich sehe aber das Problem nicht. Sicher kann das Alles Streß sein, aber den macht man sich ja selbst. Habe ich ja auch zu Ekka gesagt: wenn man jeden Trend und jeden Blödsinn mitmachen will und das bitte auch sofort, dann ist man natürlich schnell überfordert. Aber das war auch schon früher so, das ist kein Problem der der letzten Jahre und auch nicht der Informationsgesellschaft. Ich hatte als Kind auch diverse Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und wenn ich es darauf angelegt hätte, wäre mir keine freie Minute geblieben. Was ist daran anders, als heute?

@Gerri Dann mal Butter bei die Fische: welche digitale Hürden gibt es denn, welche die Gesellschaft an den Rand der Verzweiflung bringt? Ich sehe da kein existenzielles Problem, auch nicht zukünftig. Wer den digitalen Teil der Welt natürlich kategorisch ablehnt, der wird irgendwann einfach vor der geschlossenen Tür stehen, klar. Aber das war bei unflexiblen Menschen immer so.
 
Naja, normalerweise schreibt man jetzt so einen inhaltlosen Satz, dem alle zustimmen könnten. Jede Generation hat seine eigene Konflikte und Probleme, das war damals nicht anders als heute. Könnte man ja so unterschreiben.


Es gibt, mit der modernen Technik, eben andere Herausforderungen. Eine davon ist sicherlich, dass man mal abschalten kann und sich selbst genießt, ohne dass man ständig mit anderen in Kontakt ist. Gibt ja auch hier Erscheinungen, dass sich Leute unter Druck gesetzt fühlen, weil sie nicht 24/7 erreichbar sind/sein können. DIESES Problem gab es früher nicht. Dafür gab es früher eben andere Probleme. Studien würden jetzt demonstrieren, dass es heutzutage mehr Burnouts gibt, als früher. Mag sein, ob man das vor 20 Jahren überhaupt so diagnostiziert hätte, ist eine andere Frage.

Aus meiner Perspektive sind die grundlegenden Herausforderungen an das menschliche Leben seit Beginn der Antike für das Individuum (Abseits von Krieg und Krankheit) bis heute oft die selben, auch wenn sie sich immer wieder neu darstellen. Alle versuchen nach ihren Fähigkeiten so selbstzufrieden wie möglich über den Erdball zu springen, bis sie tot sind.

Subjektiv kann man für sich natürlich auswählen, gegen welche Hindernisse man lieber angeht. Einer erträgt es eben kaum, wenn er immer 24/7 erreichbar sein muss, dafür hätte er wohl nichts dagegen für seine Hütte Holz zu hacken und Kohle zu schleppen, damit seine Bude warm wird und vice versa.

Das Problem, welches ich persönlich mit der heutigen Gesellschaft habe, ist wirklich die Definition über (übermäßigen) Konsum. Geht mir voll auf die Eier. Als wäre man mehr wert und ein besserer Mensch, weil man ein schnelles, neueres Auto hat, ein iPhone oder sich Grundstücke kauft. Nichts daran ist prinzipiell verwerflich, aber wenn mir einer so kommt und einen auf dicke Hose macht, roll ich nur mit den Augen. Es gibt eben Bevölkerungsschichten mit denen komme ich überhaupt nicht mehr klar: Das Proletariat (das sind die ekligsten ), und die BWL-PrepSchool-Wirtschaftsasse (das sind die schlimmsten). Kann ich überhaupt nichts mit anfangen. Die gabs aber zugegeben vor 2500 Jahren auch schon.
 
Ich hab grad 300 Wörter geschriebeb und dachte mir dann ach das liest eh keiner. Ich bin aber voll bei euch. Man sollte nicht immer vorne dabei sein müssen aber hey Psychologen werden dafür bezahlz, die Massen das denken zu lassen. Wir sind Übel und Lösung des Konsums.
 
@Urgs : Schöner Text. Ich sehe aber das Problem nicht. Sicher kann das Alles Streß sein, aber den macht man sich ja selbst. Habe ich ja auch zu Ekka gesagt: wenn man jeden Trend und jeden Blödsinn mitmachen will und das bitte auch sofort, dann ist man natürlich schnell überfordert. Aber das war auch schon früher so, das ist kein Problem der der letzten Jahre und auch nicht der Informationsgesellschaft. Ich hatte als Kind auch diverse Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und wenn ich es darauf angelegt hätte, wäre mir keine freie Minute geblieben. Was ist daran anders, als heute?

Die Unterschiede zu damals sind schon gravierend. Es fängt schon damit an, dass wir uns früher frei überlassen wurden und die Eltern mitunter gar nicht genau wussten, was man so trieb. Wenn du heute ein Kind ganz allein auf der Straße siehst, dann denkst du instinktiv, da muss was im Elternhaus nicht stimmen. Die Kinder heute wachsen zunehmend so auf, dass ihre Eltern von Anfang an ihre Freizeit mitbestimmen und steuern. Der freiste Moment ist, wenn du Glück hast, die 1000m Schulweg, wenn du nicht gefahren wirst. Und auf eine wahnwitzige Weise erscheint diese Erziehung ja sogar sinnvoll, als Vorbereitung auf eine Gesellschaft, in der alles und jeder vernetzt ist. Diese Kinder haben es ja nie anders kennengelernt.

Klar muss man nicht jeden Trend hinterherrennen. Früher musste man das nicht, heute ist es schlichtweg unmöglich, bei der schieren Masse. Es gab früher einfach nicht diese breit aufgestellte Verfügbarkeit.
 
Ich weiß ja nicht, wie das bei Euch gehandhabt wird, aber in meinem Bekanntenkreis (ich habe keine Kinder) läuft es genauso, wie bei mir früher. Die sind am Nachmittag genauso alleine unterwegs, wie ich früher auch. Da gibt es keine Unterschiede, außer daß sie ab einem gewissen Alter ein Handy haben und sich im Zweifelsfall zu Hause melden können. Ich sehe aber nicht, daß es ansonsten große Unterschiede gibt.

Helikoptereltern gab es übrigens auch schon zu meiner Zeit.
 
Wenn du in Berlin allein umherstreifende Kinder auf den Straßen siehst, dann sind das garantiert Kinder von Migranten.
 
Es kommt ja auch darauf an wo man wohnt und wie alt die Kinder sind. Ich bin in Hohenlimburg aufgewachsen, eine kleine gemütliche City mit einer netten Fußgängerzone. Das sind wir Kinder schon mit 6-7 Jahren alleine im Sommer mit den BMX Rädern unterwegs gewesen. Die Mama hat dann halt mal aus dem Fenster gebrüllt, dass wir rein müssen, wenn der große Zeiger unten ist. :D Da wurde es dann aber auch schon dunkel.
 
Also fändest du es auch okay, wenn jemand eingewickelt in eine Hakenkreuzfahne der NSDAP oder in Waffen-SS Uniform herumläuft? Ich meine wir wollen ja niemandem vorschreiben, was er anzuziehen hat...
Der Kram hat aber einen leicht anderen geschichtlichen Hintergrund, die Symbolik und auch das Verbreiten dieses Gedankenguts ist schon verboten.

Kann man also schlecht vergleichen.
 
Ich muss echt überlegen wann ich das letzte mal ne Muslime in einer Burka gesehen hab. Nicht ist mir egaler als sich voll einzumümmeln. Sommer loch ftw
 
Also fändest du es auch okay, wenn jemand eingewickelt in eine Hakenkreuzfahne der NSDAP oder in Waffen-SS Uniform herumläuft? Ich meine wir wollen ja niemandem vorschreiben, was er anzuziehen hat...

Nananana, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Da würde z.b. das zeigen verfassungsfeindlicher Symbole dagegen sprechen. Du hättest sagen können, eingewickelt in eine AFD Flagge mit Portrait von Frauke Petry. Genauso geschmacklos, aber legal. Und wenn er einer Irre genug ist so rumlaufen zu wollen...

Unabhängig davon bin ich auch der Meinung, in manchen Lebensbereichen hat Verschleierung nichts zu suchen. Als Lehramt in der Schule zum Beispiel. Die Schule sollte religionsneutral sein. Eine Lehrerin darf in meiner Welt in keinem Fall ein Kopftuch tragen. Aber Achtung, das gilt für mich auch für christliche Kopftücher. Nonnen bitte auch die Kopftücher ablegen in Klosterschulen. Denn zwischen islamischer und christlicher Verschleierung besteht für mich im Resultat kein Unterschied.
 
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