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Hm ok, scheint dann nur bei mir zu gehen. Geht jedenfalls darum, dass in manchen Gemeinden angeblich nur Bleistifte zum Unterzeichnen vorhanden waren.^^
 
die polnische regierung hat echt den schuss nicht gehört!

Am Freitag hielt Regierungschefin Szydlo im Parlament eine Rede, in der sie Brüssel einen Angriff auf Polens Souveränität vorwarf und erklärte, sich niemals einem EU-Ultimatum zu beugen.
http://www.spiegel.de/politik/ausla...t-verfahren-wegen-justizreform-a-1093639.html

dann verpisst euch aus der EU, ihr nationalistischen spinner... aber nee, dann fehlt ja geld und es geht alles den bach runter... keine handhabe um einen staat aus der EU zu werfen einzubauen war echt ne schnapsidee...
 
Diese Versäumnisse werden letztendlich auch den Untergang besiegeln. Irgendwann werden alle die Fresse dick haben. Das ist auch der Punkt ab dem es dann wieder richtig gefährlich wird in Europa.
 
Das Wahlergebnis 50/50 in Österreich zeigt deutlich wie gespalten und unversöhnlich die Gesellschaft in Europa ist und sich gegenübersteht - die einzige Frage die sich für mich daraus ergibt ist "Qui Bono?", geblendet von unserem Ego laufen wir alle in unser Unglück und solange wir nicht zu Einigkeit Recht und Freiheit zurückfinden und uns endlich mal wieder aufeinander zubewegen und bereit sind diesen entfesselten Hass von rechts und links beiseite zu legen (wer schürt den eigentlich die ganze Zeit?!?) sehe ich Schwarz für unsere Gesellschaft und den Frieden in Europa.
 
Joar... noch haben wir Zeit uns nen Bunker im Garten zu graben... auf gehts!

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Das Wahlergebnis 50/50 in Österreich zeigt deutlich wie gespalten und unversöhnlich die Gesellschaft in Europa ist und sich gegenübersteht - die einzige Frage die sich für mich daraus ergibt ist "Qui Bono?", geblendet von unserem Ego laufen wir alle in unser Unglück und solange wir nicht zu Einigkeit Recht und Freiheit zurückfinden und uns endlich mal wieder aufeinander zubewegen und bereit sind diesen entfesselten Hass von rechts und links beiseite zu legen (wer schürt den eigentlich die ganze Zeit?!?) sehe ich Schwarz für unsere Gesellschaft und den Frieden in Europa.

Agree.

Ich finde, es ist doch vor allem diese Arroganz und Überheblichkeit, die in weiten Teilen der Gesellschaft herrscht und die uns wirklich spaltet. Sieht man auch sehr schön hier im Forum.
"Wer XY wählt, ist ein dummer Vollidiot" ist ja nun eine Aussage, die man nicht selten liest. Und die mediale Empörung, die jeden Siegeszug bestimmter Parteien und Personen begleitet, tut ihr Übriges dazu. Statt sich endlich mal hinzusetzen, und die Ursachen und Gründe für ein derartiges Wählerverhalten herauszuarbeiten, zeigen wir lieber mit dem Finger auf die Wähler und sprechen ihnen die Intelligenz ab.
 
Agree.

Ich finde, es ist doch vor allem diese Arroganz und Überheblichkeit, die in weiten Teilen der Gesellschaft herrscht und die uns wirklich spaltet. Sieht man auch sehr schön hier im Forum.
"Wer XY wählt, ist ein dummer Vollidiot" ist ja nun eine Aussage, die man nicht selten liest. Und die mediale Empörung, die jeden Siegeszug bestimmter Parteien und Personen begleitet, tut ihr Übriges dazu. Statt sich endlich mal hinzusetzen, und die Ursachen und Gründe für ein derartiges Wählerverhalten herauszuarbeiten, zeigen wir lieber mit dem Finger auf die Wähler und sprechen ihnen die Intelligenz ab.
ich fühle mich mal angesprochen, weil ich das in großen teilen tue.

du hast recht: der königsweg wäre, sich mit den menschen hinzusetzen, zu reden, zu überzeugen und sie damit auf den (mmn) pfad der tugend zurückzubringen. nur ist das in vielen fällen nicht (mehr) möglich. das sieht man doch schon hier im forum. da kann man reden/schreiben und argumentieren wie man will. man liefert fakten und quellen und am ende ist man der gutmensch, der naiv durch die welt rennt und alle retten will.
ganz ehrlich: da bin ich raus. da hab ich keinen bock (mehr) drauf.

nehmen wir die afd als partei und ihre wähler. aus meiner sicht gibt es 2 gruppen von menschen, die diese partei wählen: die überzeugten rechten und die protestwähler.
die überzeugten rechten hohle ich nicht mehr, da ist hopfen und malz verloren.
und die protestwähler? tja. wenn die wirklich denken es sei ne super idee ne rechte partei zu wählen um ihren unmut und protest auszudrücken dann sind sie einfach dumm. so leid es mir tut. unsere geschichte hat gezeigt, wohin sowas führen kann. polen und ungarn zeigen uns ganz konkret wo sowas hinführen kann. und trotz dieser beispiele soll das ne gute sache sein. nein, tut mir leid, da muss ich für mich zwangsläufig an der intelligenz dieser menschen zweifeln.

natürlich ist das nicht gut. und eine diskussion wird nicht dadurch erfolgreich, wenn ich meinem gegenüber das gefühl gebe, er sei oder ich hielte ihn für blöd. aber ich kann mir da leider nicht helfen. bei vielem dieses derzeitigen rechten bullshits den manche leute so raushauen werd ich aggressiv und tu mich mit einer sachlichen diskussion schwer. das hab ich lange versucht und es hat nicht gefruchtet (siehe oben).

abgesehen davon denke ich, dass jeder mensch auch irgendwo selbst eine verantwortung hat, sein hirn einzusetzen und mal zu reflektieren, was er/sie da so tut. insbesondere wenn er die fakten und quellen nachsehen kann. wenn er nur mal 1 und 1 zusammenzählen muss, statt auf den kollegen zu hören, der nen polizisten kennt, der weiß das alle ausländer verbrecher sind. der lügenpresse krakelt (in unterschiedlichsten schwere graden. das fängt ja mit "linksgerichteter presse" schon an) und irgendwelchen verschwörungstheorien hinterherrennt. das problem ist natürlich, dass das im moment so viele sind, dass man die nicht einfach ignorieren und/oder sich selbst überlassen kann.

die politik hat in der vergangenheit sicher viel falsch gemacht. sie hat die menschen nicht mitgenommen und die rechten lange unterschätzt. sie hat die jugend (grade im osten) perspektivlos allein gelassen und gleichzeitig nicht darauf reagiert, dass rechte gruppen diese leere füllen und die jugend für sich gewinnen. viele politiker (allen voran unsere freunde der csu) betätigen sich noch dazu als geistige brandstifter, die die situation für ihre zwecke auszunutzen versuchen und die dabei so skrupellos vorgehen, dass alles nur noch schlimmer wird.

kurz gesagt ist die situation derzeit zum kotzen. und ich hoffe, dass die politik ihre lehren draus zieht. auch und grade aus dem, was in österreich passiert. gleichzeitig hoffe ich, dass ich es auch wieder schaffe, ne sachliche diskussion zu führen und dabei auf menschen treffen, die zumindest mal bereit sind, über das was ich so sage nachzudenken und vielleicht etwas davon anzunehmen.
das wäre toll.
 
Guter Beitrag. :dhoch:

Ich beschäftige mich im Rahmen einer Hausarbeit auch genau mit dieser Thematik und komme bisher zum folgenden, auf einen Satz heruntergebrochenem "Ergebnis".
Aus rein subjektiver Sicht ist das Verhalten vieler Wähler einfach als "dumm" zu bewerten.
Objektiv führt das leider nur zu einem Verstärkungseffekt, der Angegriffene fühlt sich durch sowas noch mehr angegriffen und führt zu genau dem Gegenteil, was eigentlich erwünscht ist.

Als Beispiel ist Gabriels Ausdruck des "Packs" zu nennen. Auf einen Teil trifft das völlig zu und entspricht der Wahrheit, nur angesprochen fühlen sich davon alle, deswegen war's einfach unklug. Ist einfach ein Ritt auf dem Rasiermesser, wo man eigentlich nur verlieren kann.

Vorhin ein gutes Interview gelesen, warum sich auch vermehrt junge, bildungsferne Männer von solchen Parteien angesprochen fühlen und wie diese es schaffen, so eine Anziehung zu schaffen:
http://www.jetzt.de/was-ist-rechts/warum-waehlen-junge-maenner-so-gerne-rechts
 
ich fühle mich mal angesprochen, weil ich das in großen teilen tue.

du hast recht: der königsweg wäre, sich mit den menschen hinzusetzen, zu reden, zu überzeugen und sie damit auf den (mmn) pfad der tugend zurückzubringen. nur ist das in vielen fällen nicht (mehr) möglich. das sieht man doch schon hier im forum. da kann man reden/schreiben und argumentieren wie man will. man liefert fakten und quellen und am ende ist man der gutmensch, der naiv durch die welt rennt und alle retten will.
ganz ehrlich: da bin ich raus. da hab ich keinen bock (mehr) drauf.

nehmen wir die afd als partei und ihre wähler. aus meiner sicht gibt es 2 gruppen von menschen, die diese partei wählen: die überzeugten rechten und die protestwähler.
die überzeugten rechten hohle ich nicht mehr, da ist hopfen und malz verloren.
und die protestwähler? tja. wenn die wirklich denken es sei ne super idee ne rechte partei zu wählen um ihren unmut und protest auszudrücken dann sind sie einfach dumm. so leid es mir tut. unsere geschichte hat gezeigt, wohin sowas führen kann. polen und ungarn zeigen uns ganz konkret wo sowas hinführen kann. und trotz dieser beispiele soll das ne gute sache sein. nein, tut mir leid, da muss ich für mich zwangsläufig an der intelligenz dieser menschen zweifeln.

natürlich ist das nicht gut. und eine diskussion wird nicht dadurch erfolgreich, wenn ich meinem gegenüber das gefühl gebe, er sei oder ich hielte ihn für blöd. aber ich kann mir da leider nicht helfen. bei vielem dieses derzeitigen rechten bullshits den manche leute so raushauen werd ich aggressiv und tu mich mit einer sachlichen diskussion schwer. das hab ich lange versucht und es hat nicht gefruchtet (siehe oben).

abgesehen davon denke ich, dass jeder mensch auch irgendwo selbst eine verantwortung hat, sein hirn einzusetzen und mal zu reflektieren, was er/sie da so tut. insbesondere wenn er die fakten und quellen nachsehen kann. wenn er nur mal 1 und 1 zusammenzählen muss, statt auf den kollegen zu hören, der nen polizisten kennt, der weiß das alle ausländer verbrecher sind. der lügenpresse krakelt (in unterschiedlichsten schwere graden. das fängt ja mit "linksgerichteter presse" schon an) und irgendwelchen verschwörungstheorien hinterherrennt. das problem ist natürlich, dass das im moment so viele sind, dass man die nicht einfach ignorieren und/oder sich selbst überlassen kann.

die politik hat in der vergangenheit sicher viel falsch gemacht. sie hat die menschen nicht mitgenommen und die rechten lange unterschätzt. sie hat die jugend (grade im osten) perspektivlos allein gelassen und gleichzeitig nicht darauf reagiert, dass rechte gruppen diese leere füllen und die jugend für sich gewinnen. viele politiker (allen voran unsere freunde der csu) betätigen sich noch dazu als geistige brandstifter, die die situation für ihre zwecke auszunutzen versuchen und die dabei so skrupellos vorgehen, dass alles nur noch schlimmer wird.

kurz gesagt ist die situation derzeit zum kotzen. und ich hoffe, dass die politik ihre lehren draus zieht. auch und grade aus dem, was in österreich passiert. gleichzeitig hoffe ich, dass ich es auch wieder schaffe, ne sachliche diskussion zu führen und dabei auf menschen treffen, die zumindest mal bereit sind, über das was ich so sage nachzudenken und vielleicht etwas davon anzunehmen.
das wäre toll.


Vorab möchte ich sagen, dass ich politisch wohl völlig auf deiner Linie bin (gemessen an deinen Beiträgen, die ich hier bisher so verfolgt habe). Ich habe in deinem Beitrag aber mal einige Passagen markiert, die genau das widerspiegeln, was ich meine. Du sagst ja selbst, du kannst eine sachliche Debatte gar nicht mehr führen. Und das ist auch okay, Emotionalität gehört sicherlich auch dazu. Aber sie vergiftet eben die aktuelle Stimmung ganz massiv. Und wenn du deinen Diskussionspartner als dumm bezeichnest oder ihm unterschwellig das Gefühl gibst, du hältst ihn für dumm, wird dir auch entsprechender Wind entgegenschlagen. Ich mag die AfD auch nicht (die CSU sehe ich da übrigens genauso), aber mit dem Finger auf ihre Wähler zu zeigen und ihnen die Intelligenz abzusprechen, wird nicht helfen.

Ich glaube, dass Problem fängt schon da an, dass jeder Mensch von seiner eigenen Denke und Meinung überzeugt ist. Ich glaube, ein Udo Pastörs (NPD) kämpft nicht gegen Einwanderung, Migration, die Aufnahme von Flüchtlingen etc., weil er sich davon Geld oder sonst was erhofft. Er macht das aus Überzeugung. Er ist ebenso von seiner Sache überzeugt, wie ich zum Beispiel davon überzeugt bin, dass wir aus Gründen der Menschlichkeit so vielen Flüchtlingen wie möglich helfen müssen und dass eine Aufnahme vieler Flüchtlinge Deutschland gut tun kann. Und da fängt das Problem schon an. Es treffen Überzeugungen aufeinander, die nicht miteinander vereinbar sind. Und niemand ist bereit, von seinem Standpunkt abzurücken (ich ja auch nicht btw).

Dein Beitrag liest sich für mich zumindest so, dass es dich nervt, dass du andere nicht von deiner Sache überzeugen kannst. Bist du denn bereit, dich von einem AfD'ler, von einem Neonazi oder einer anderen dir fremden politischen Ausrichtung überzeugen zu lassen? Nicht, dass ich das will, keineswegs! Aber wir alle mauern uns in unserem eigenen Überzeugungsfestungen ein, gehen damit in die Diskussion und haben dabei die ganze Zeit über im Hinterkopf "mein Gegenüber ist sowieso doof und hat es nicht verstanden". Wie soll das überhaupt funktionieren? Ehrlich, ich weiß es nicht.

Und dann vielleicht noch eine andere Sache: Für uns ist es recht leicht, aus unserem Elfenbeinturm heraus die anderen zu kritisieren. Ich habe hier zumindest das Gefühl, dass die Masse der User eher auf der Sonnenseite des Lebens sitzt. Siehe Frisch-gekauft-Thread und Ähnliches. Kein Vorwurf! Ich habe auch das Gefühl, dass die Masse der User, die sich hier tummeln, überdurchschnittlich gebildet ist. Viele von uns scheinen aus einem guten Elternhaus zu stammen und mit gewissen Privilegien ins Leben gestartet zu sein. Privilegien wie Eltern, die einem Werte vermitteln, die darauf achten, dass man in der Schule gut ist, die den nötigen finanziellen Background haben, dass man Arzttermine nicht skippen muss etc. Das sind kleine Dinge, aber die machen einen riesigen Unterschied aus.

Ich hab auch lange in meinem Elfenbeinturm gesessen und von oben auf die Leute herabgeschaut und sie für dumm gehalten. Ist mir auch recht leicht gefallen. Mein Vater hatte einen guten Job, sodass wir immer ausreichend Kohle hatten. Er hat dafür gesorgt, dass ich meinen Schulkram erledige und es aufs Gymnasium schaffe. Diese Schule war wiederum ein lebensfremdes Biotop für sich, nur Kinder "wohlhabenderer" Eltern, keine sozial Abgehängten. Da fängt man schnell an zu denken, das eigene Leben ist Standard in Deutschland. Und dann wiederum fängt man schnell an über andere zu denken "Wie kann man nur so dumm sein?", bezogen auf alles Mögliche.

Ich habe erst später gemerkt, dass es auch ganz andere Schicksale und Lebenswege in unserem Land gibt. Und aus diesem Grund mag ich auch niemanden als dumm bezeichnen. Ungebildet, ja. Aber da können die meisten nicht einmal etwas für.

Hier vielleicht noch ein Beispiel: Eine Mutter aus unserem Kindergarten muss jeden Cent viermal umdrehen. Sie geht 25 Stunden die Woche arbeiten, mehr ist als Alleinerziehende mit dem Kind nicht drin. Und muss daher aufstocken, um überhaupt irgendwie klar zu kommen. Sie ist nicht besonders gebildet, hatte nie ein gutes Elternhaus, geschweige denn überhaupt ein Elternhaus gehabt. Sie ist daher früh an Drogen geraten, hat die falschen Freunde gefunden etc. Der Vater des Kindes ist übrigens Drogendealer und untergetaucht. Yeah.
Jetzt sagst du, jeder ist selbst verantwortlich sich zu informieren. Da sprichst du auch schon wieder sehr aus deiner Perspektive heraus, eine Perspektive die viele Menschen gar nicht haben, weil sie ihnen nie gezeigt worden ist. Die Mutter, die ich angesprochen habe, ist eine herzensgute Frau, aber den Zweiten Weltkrieg könnte sie nicht einmal auf das richtige Jahrzehnt datieren. Und du verlangst von ihr jetzt, sich zu informieren? Und daraus auch noch die richtigen Schlüsse zu ziehen? Wo soll sie sich denn informieren? Womit soll sie anfangen? Ihr sagt immer "Die Vergangenheit hat doch zu genüge gezeigt, dass ...". Ja natürlich hat sie das. Das wisst ihr, dass weiß ich. Aber ihr scheint euch keine Vorstellung davon zu machen, wie verkürzt der Horizont von unglaublich vielen Menschen ist. Ihr macht euch keine Vorstellung davon, dass ihr da Unmögliches von vielen verlangt. Ich weiß gar nicht, wie ich das weiter in Worten ausführen soll. Bin nicht so der Schreiber-Typ. Ich hoffe, es wird ein wenig klar, was ich meine.
Viele Menschen leben in unserem System, ohne es auch nur im Ansatz zu begreifen. Weil sie nie gelernt haben, Dinge zu reflektieren. Die wissen nicht, was ein Soli ist, der da jeden Monat vom Gehalt abgezweigt wird. Die kennen die (aus unserer Sicht) einfachsten Dinge nicht oder verstehen sie nicht. Ihr macht euch einfach keinen Begriff davon, wie einfach sehr viele Menschen sind. Gerade @CandleWaltz mit seinen Studien etc. Du hast ja recht mit vielem, was du hier schreibst. Aber wenn du allen Ernstes verlangst, die Leute sollen sich informieren und ihnen dann diese Studien um die Ohren knallst, dann bist du einfach unglaublich weit von einem Großteil unserer Gesellschaft entfernt. Und anstatt das zu merken, bezeichnest du die, die dich vermeintlich nicht verstehen wollen, lieber als dumm. Toll.

Um auf die alleinerziehende Mutter zurückzukommen. Würde sie AfD wählen? Ja! (hat sie mir selbst gesagt)
Warum? Weil sie aus ihrem kleinen Erfahrungsschatz heraus gelernt hat, dass Zeit ihres Lebens die üblichen Parteien an der Macht waren und sich nichts geändert hat. Sie muss wie gesagt aufstocken, muss wie eine Bittstellerin immer wieder beim Amt klingeln und um Geld betteln, obwohl sie arbeiten geht, soviel es eben geht. Sie kann kein Geld für das Kind zurücklegen, hat überall Privatschulden. Und sie lebt keinen überschwänglichen Lebensstil, hat kein iPhone, keinen großen Fernseher, nichts. Ihr Geld geht einfach für das essentiell Nötigste drauf (gerade Kindersachen sind sauteuer, Kindersitz und und und. 140€ sind für so jemanden eine Katastrophe). Sie fühlt sich im Stich gelassen, darum wählt sie AfD. Nicht weil sie versteht, was ein Sieg dieser Partei bedeuten würde. Wie sollte sie das auch verstehen?
 
Vorab möchte ich sagen, dass ich politisch wohl völlig auf deiner Linie bin (gemessen an deinen Beiträgen, die ich hier bisher so verfolgt habe). Ich habe in deinem Beitrag aber mal einige Passagen markiert, die genau das widerspiegeln, was ich meine. Du sagst ja selbst, du kannst eine sachliche Debatte gar nicht mehr führen. Und das ist auch okay, Emotionalität gehört sicherlich auch dazu. Aber sie vergiftet eben die aktuelle Stimmung ganz massiv. Und wenn du deinen Diskussionspartner als dumm bezeichnest oder ihm unterschwellig das Gefühl gibst, du hältst ihn für dumm, wird dir auch entsprechender Wind entgegenschlagen. Ich mag die AfD auch nicht (die CSU sehe ich da übrigens genauso), aber mit dem Finger auf ihre Wähler zu zeigen und ihnen die Intelligenz abzusprechen, wird nicht helfen.

Ich glaube, dass Problem fängt schon da an, dass jeder Mensch von seiner eigenen Denke und Meinung überzeugt ist. Ich glaube, ein Udo Pastörs (NPD) kämpft nicht gegen Einwanderung, Migration, die Aufnahme von Flüchtlingen etc., weil er sich davon Geld oder sonst was erhofft. Er macht das aus Überzeugung. Er ist ebenso von seiner Sache überzeugt, wie ich zum Beispiel davon überzeugt bin, dass wir aus Gründen der Menschlichkeit so vielen Flüchtlingen wie möglich helfen müssen und dass eine Aufnahme vieler Flüchtlinge Deutschland gut tun kann. Und da fängt das Problem schon an. Es treffen Überzeugungen aufeinander, die nicht miteinander vereinbar sind. Und niemand ist bereit, von seinem Standpunkt abzurücken (ich ja auch nicht btw).

Dein Beitrag liest sich für mich zumindest so, dass es dich nervt, dass du andere nicht von deiner Sache überzeugen kannst. Bist du denn bereit, dich von einem AfD'ler, von einem Neonazi oder einer anderen dir fremden politischen Ausrichtung überzeugen zu lassen? Nicht, dass ich das will, keineswegs! Aber wir alle mauern uns in unserem eigenen Überzeugungsfestungen ein, gehen damit in die Diskussion und haben dabei die ganze Zeit über im Hinterkopf "mein Gegenüber ist sowieso doof und hat es nicht verstanden". Wie soll das überhaupt funktionieren? Ehrlich, ich weiß es nicht.

Und dann vielleicht noch eine andere Sache: Für uns ist es recht leicht, aus unserem Elfenbeinturm heraus die anderen zu kritisieren. Ich habe hier zumindest das Gefühl, dass die Masse der User eher auf der Sonnenseite des Lebens sitzt. Siehe Frisch-gekauft-Thread und Ähnliches. Kein Vorwurf! Ich habe auch das Gefühl, dass die Masse der User, die sich hier tummeln, überdurchschnittlich gebildet ist. Viele von uns scheinen aus einem guten Elternhaus zu stammen und mit gewissen Privilegien ins Leben gestartet zu sein. Privilegien wie Eltern, die einem Werte vermitteln, die darauf achten, dass man in der Schule gut ist, die den nötigen finanziellen Background haben, dass man Arzttermine nicht skippen muss etc. Das sind kleine Dinge, aber die machen einen riesigen Unterschied aus.

Ich hab auch lange in meinem Elfenbeinturm gesessen und von oben auf die Leute herabgeschaut und sie für dumm gehalten. Ist mir auch recht leicht gefallen. Mein Vater hatte einen guten Job, sodass wir immer ausreichend Kohle hatten. Er hat dafür gesorgt, dass ich meinen Schulkram erledige und es aufs Gymnasium schaffe. Diese Schule war wiederum ein lebensfremdes Biotop für sich, nur Kinder "wohlhabenderer" Eltern, keine sozial Abgehängten. Da fängt man schnell an zu denken, das eigene Leben ist Standard in Deutschland. Und dann wiederum fängt man schnell an über andere zu denken "Wie kann man nur so dumm sein?", bezogen auf alles Mögliche.

Ich habe erst später gemerkt, dass es auch ganz andere Schicksale und Lebenswege in unserem Land gibt. Und aus diesem Grund mag ich auch niemanden als dumm bezeichnen. Ungebildet, ja. Aber da können die meisten nicht einmal etwas für.

Hier vielleicht noch ein Beispiel: Eine Mutter aus unserem Kindergarten muss jeden Cent viermal umdrehen. Sie geht 25 Stunden die Woche arbeiten, mehr ist als Alleinerziehende mit dem Kind nicht drin. Und muss daher aufstocken, um überhaupt irgendwie klar zu kommen. Sie ist nicht besonders gebildet, hatte nie ein gutes Elternhaus, geschweige denn überhaupt ein Elternhaus gehabt. Sie ist daher früh an Drogen geraten, hat die falschen Freunde gefunden etc. Der Vater des Kindes ist übrigens Drogendealer und untergetaucht. Yeah.
Jetzt sagst du, jeder ist selbst verantwortlich sich zu informieren. Da sprichst du auch schon wieder sehr aus deiner Perspektive heraus, eine Perspektive die viele Menschen gar nicht haben, weil sie ihnen nie gezeigt worden ist. Die Mutter, die ich angesprochen habe, ist eine herzensgute Frau, aber den Zweiten Weltkrieg könnte sie nicht einmal auf das richtige Jahrzehnt datieren. Und du verlangst von ihr jetzt, sich zu informieren? Und daraus auch noch die richtigen Schlüsse zu ziehen? Wo soll sie sich denn informieren? Womit soll sie anfangen? Ihr sagt immer "Die Vergangenheit hat doch zu genüge gezeigt, dass ...". Ja natürlich hat sie das. Das wisst ihr, dass weiß ich. Aber ihr scheint euch keine Vorstellung davon zu machen, wie verkürzt der Horizont von unglaublich vielen Menschen ist. Ihr macht euch keine Vorstellung davon, dass ihr da Unmögliches von vielen verlangt. Ich weiß gar nicht, wie ich das weiter in Worten ausführen soll. Bin nicht so der Schreiber-Typ. Ich hoffe, es wird ein wenig klar, was ich meine.
Viele Menschen leben in unserem System, ohne es auch nur im Ansatz zu begreifen. Weil sie nie gelernt haben, Dinge zu reflektieren. Die wissen nicht, was ein Soli ist, der da jeden Monat vom Gehalt abgezweigt wird. Die kennen die (aus unserer Sicht) einfachsten Dinge nicht oder verstehen sie nicht. Ihr macht euch einfach keinen Begriff davon, wie einfach sehr viele Menschen sind. Gerade @CandleWaltz mit seinen Studien etc. Du hast ja recht mit vielem, was du hier schreibst. Aber wenn du allen Ernstes verlangst, die Leute sollen sich informieren und ihnen dann diese Studien um die Ohren knallst, dann bist du einfach unglaublich weit von einem Großteil unserer Gesellschaft entfernt. Und anstatt das zu merken, bezeichnest du die, die dich vermeintlich nicht verstehen wollen, lieber als dumm. Toll.

Um auf die alleinerziehende Mutter zurückzukommen. Würde sie AfD wählen? Ja! (hat sie mir selbst gesagt)
Warum? Weil sie aus ihrem kleinen Erfahrungsschatz heraus gelernt hat, dass Zeit ihres Lebens die üblichen Parteien an der Macht waren und sich nichts geändert hat. Sie muss wie gesagt aufstocken, muss wie eine Bittstellerin immer wieder beim Amt klingeln und um Geld betteln, obwohl sie arbeiten geht, soviel es eben geht. Sie kann kein Geld für das Kind zurücklegen, hat überall Privatschulden. Und sie lebt keinen überschwänglichen Lebensstil, hat kein iPhone, keinen großen Fernseher, nichts. Ihr Geld geht einfach für das essentiell Nötigste drauf (gerade Kindersachen sind sauteuer, Kindersitz und und und. 140€ sind für so jemanden eine Katastrophe). Sie fühlt sich im Stich gelassen, darum wählt sie AfD. Nicht weil sie versteht, was ein Sieg dieser Partei bedeuten würde. Wie sollte sie das auch verstehen?
möglicherweise überrascht dich das, aber ich verstehe deinen punkt und teile ihn auch. allerdings nicht zu 100%.
ich glaube trotz aller negativer voraussetzungen sind wir in einem land, in dem es relativ einfach (und kostengünstig) ist, bildung zu erlangen. für jeden. dies ist allerdings auch mein punkt mit "die politik hat viel falsch gemacht". viele menschen, grade aus bildungsschwachen schichten werden allein gelassen, mittel werden gekürzt und sie werden in der deutschen variante von perspektivlosigkeit sich selbst überlassen. das ist falsch und führt am ende zu ergebnissen, die man in einer freien demokratie nicht unbedingt haben will.

das meine art an die diskussion heranzugehen nicht wirklich förderlich ist, hab ich ja selbst geschrieben. ich tendiere durchaus zu arroganz in solchen situationen. das hilft nicht unbedingt. trotzdem denke ich, dass es auch immer mit eine frage des gegenübers ist. wenn ich mit jemandem diskutiere, der irgendwelche rechten parolen raushaut und ihm darstelle, warum das quatsch ist kann ich schon erwarten, dass das irgendeiner art und weise ankommt. tut es derzeit oft nicht. wird vermutlich aber auch an mir und meiner ausdrucksweise liegen können. keine ahnung.

und was rechthaben angeht: ja, ich glaube, dass ich im recht bin. ich glaube, dass meine meinung besser und richtiger ist, als die eines rechten/rassisten/nazis. warum? ganz einfach weil meine meinung zu unseren demokratischen grundsätzen passender ist. weil meine meinung zu einer freien, zivilisierten gesellschaft passt. weil sie auf humanität beruht und nicht auf abgrenzung durch hautfarbe, religion oder herkunft. du hast ganz recht: ich bin nicht bereit, mich von einem afd'ler/npd'ler in meiner meinung ändern zu lassen. weil ihre meinung (aus meiner sicht) einfach menschenverachtender quatsch ist. da gibt es keine diskussionsgrundlage.

und natürlich treffen da überzeugungen aufeinander, deshalb sage ich ja: überzeugte rechte sind für eine diskussion verloren. die protestwähler dagegen nicht unbedingt. die sind für mein verständnis einfach blöd und von mir aus wissen sie es nicht besser. aber wie gesagt: nach etwa einem jahr der diskussion sehe ich mich aktuell nicht mehr in der lage, diese menschen vernünftig beeinflussen zu können und mit ihnen eine sachliche, überzeugende diskussion zu führen.
 
Wie gesagt, ich habe da auch keine Lösungen für.

Und es stimmt natürlich, dass es relativ einfach ist, Bildung zu erlangen. Das Problem bei dem Schlag Mensch, den ich zu beschreiben versucht habe, sitzt aber tiefgreifender. Wie gesagt, viele können weder sich selbst noch ihre Umwelt reflektieren. Auf sich gestellt verstehen sie überhaupt nicht, was sie machen müssen, damit es ihnen irgendwann besser geht. Sie verstehen weder, dass sie sich bilden müssten, noch wüssten sie wie.

Die Mutter z.B., die ich beschrieben. Ich zum Beispiel habe einen gut bezahlten Job, ein Haus, eine Frau etc. Und sie krebst am Existenzminimum herum. Wo kommt dieser Unterschied her? Liegt es daran, dass ich schlichtweg besser bin als sie? Dass ich intelligenter bin? Dass sie dumm ist und ich nicht?

Das glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, es liegt an gewissen Privilegien, die seit meiner Geburt meinen Lebensweg bestimmen. Privilegien, die man auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennt.
 
Ich gehe auch davon aus, dass das Umfeld in den allermeisten Fällen den weiteren Lebensweg regelt und dazu gehören Eltern, Familie und Freunde. Wenn man ganz ehrlich ist, diese Geschichten, dass sich jemand aus prekären Verhältnissen nach oben kämpft und einen soliden Job und ein solides Umfeld hat, die sind aus dem eigenen Bekanntenkreis doch an einer Hand abzuzählen. Es wird schon etwas dran sein, dass das Erbe der eigenen Perspektive nirgends so statisch ist wie in Deutschland wenngleich die alte Mittelschicht natürlich nach unten wegbröckelt.
 
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