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Das war in der Tat ein Fehler. Oder es war zumindest ein Fehler, die Griechen seitdem so weiter werkeln zu lassen. Gut, war anfangs politisch motiviert und hinterher hat sich halt keiner drum gekümmert. Haben ja inzwischen auch alle kapiert und der Fehler wird auch nicht mehr vorkommen. Hinterher ist man eben immer schlauer.
 
Die Sinnhaftigkeit der Bankenschließung ergibt sich mir noch nicht ganz. Die Panik der privaten Einleger vergrößert sich dadurch doch nur. Der Bank Run am Dienstag wird gigantisch, Obergrenzen sorgen dann auch noch für Tumulte.

Oder es kommt alles anders. Egal wie, das Thema finde ich wirklich spannend.
 
Einfache Sache: wenn die Griechen weiterhin, wie in den letzten Monaten, Geld abziehen, dann kollabieren die Banken. Die werden aktuell eh nur mit Notkrediten über Wasser gehalten. Und wenn die Banken kollabieren, geht die verbleibende griechische Wirtschaft mit über den Jordan. Abhebesperren und Kapitaltransfersperren haben in Zypern gut funktioniert, hätten die Griechen schon längst machen sollen...
 
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Die privaten Einlagen haben sich in den letzten Jahren halbiert. Würde man das auf Deutschland anwenden währen das rund 1,5 Billion €, vollkommen verrückt :ugly:
 
Jepp. Im Januar sind alleine 27 Mrd € abgeflossen, ins Ausland oder unter das Kopfkissen. Bei einem kleinen Ländchen mit gerade mal 11 Mio Einwohnern und nach dem Syriza-Sieg hat das nochmal ordentlich angezogen (die wissen schon, warum). Sowas hält kein Land auf Dauer aus...
 
Haben ja inzwischen auch alle kapiert und der Fehler wird auch nicht mehr vorkommen. Hinterher ist man eben immer schlauer.

Da bist du aber Optimist :D. Wenn nicht bei den Griechen, dann wird bei irgendjemand anderem wieder irgendeine Scheiße passieren, für die die Europäischen Politiker zu feige sein werden, sie richtig anzugehen. Allem voran Merkel, der wir diese Scheiße zu nem guten Teil zu verdanken haben.

Und sie hatte immer noch Angst davor, den Wählern zu sagen, dass die Bürgschaftsmilliarden weg sind - dabei war das der Mehrheit in diesem Land schon längst klar, lange bevor die Lage weiter eskaliert ist.
 
Optimisten sind Träumer, ich sehe die Dinge so, wie sie sind Und zwar nicht so ewig trübe wie die Pessimisten, die sich ständig den Untergang herbeireden - ich bin Realist.

Man kann ja von Mutti halten was man will (ich bin ja nun wahrlich kein Fan), aber man muß sagen, daß sie die ganze Geschichte recht gut gemacht hat bisher. Ohne sie wäre uns die ganze Scheiße schon um die Ohren geflogen, soviel Respekt muß man ihr schon zollen! Und das hätte sonst niemand (!) in Europa geschafft, vielleicht Schröder, wenn er noch da gewesen wäre.
 
Sehe ich ehrlich gesagt nicht so. Sie hat das gemacht, was sie immer macht, sie hat versucht die Sache auszusitzen, mit ein paar Anpassungen der Rahmenbedingungen, um ja niemandem zu sehr zu verärgern. Sie hätte die historische Chance gehabt, Dinge durchzusetzen, die durchgesetzt hätten werden müssen, sie hätte eine Führungsrolle einnehmen können ohne dass halb Europa wieder Angst vor uns bekommt. Stattdessen hat sie dafür gesorgt, dass das alles viel viel teurer für uns geworden ist, als es hätte sein müssen. Sie hat indirekt dafür gesorgt, dass die europäische Parteienlandschaft möglicherweise auf Jahre hinaus zerstört ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal gucken, wie sich das alles entwickelt. Ich fand die Herangehensweise der EU an dieses "Rettungsprogramm" von Grund auf falsch. Da flossen Milliarden an Euro nur dafür, dass Griechenland die Zinslast der Schulden wieder tilgen kann. Das in Kombination mit einer unfähigen griechichen Regierung sorgt dafür, dass die Griechen nicht wieder auf die Beine kommen können. Sparen alleine reicht nicht.

Aber das werden wir Deutschen vielleicht auch in ein paar Jahren merken. Die schwarze Null im Haushalt sehe ich auch eher bedenklich.
 
Wobei man ja aber sagen muss, dass die griechische Vorgängerregierung in vielen Bereichen schon finanzielle Fortschritte erreicht hat. Die waren natürlich für die Bevölkerung hart, haben aber schon den Weg geebnet gehabt. Durch den Führungswechsel im Rahmen der Wahlen und dem Zurücknehmen verschiedener Maßnahmen hat man es wieder schlimmer gemacht. Und ich muss sagen, dass es mir inzwischen schon auch stinkt, wie ganz offensichtlich die EU hier getrollt wird. Finde ich ein Unding. Es ist eben nur so, dass der "normale" Grieche letztlich nichts dafür kann in was für einem Schlamassel die da stecken. Und ich denke um ihn geht es bei den ganzen Bemühungen.
 
Wobei man ja aber sagen muss, dass die griechische Vorgängerregierung in vielen Bereichen schon finanzielle Fortschritte erreicht hat. Die waren natürlich für die Bevölkerung hart, haben aber schon den Weg geebnet gehabt. Durch den Führungswechsel im Rahmen der Wahlen und dem Zurücknehmen verschiedener Maßnahmen hat man es wieder schlimmer gemacht. Und ich muss sagen, dass es mir inzwischen schon auch stinkt, wie ganz offensichtlich die EU hier getrollt wird. Finde ich ein Unding. Es ist eben nur so, dass der "normale" Grieche letztlich nichts dafür kann in was für einem Schlamassel die da stecken. Und ich denke um ihn geht es bei den ganzen Bemühungen.

Ich möchte die EU nicht "trollen". Ich finde die Herangehensweise ist aber IMO falsch.

Es ist unbestritten, dass Griechenland (Regierung) bei vielen Dingen versagt hat. Teilweise sogar vorsätzlich. Bei sowas darf die EU sicher nicht tatenlos zusehen. Griechenland hat aber mehr Probleme als nur nicht versteuerte Vermögen. Das Land krebst bei ~25% Arbeitslosigkeit vor sich hin, Jugendarbeitslosigkeit bei ~50%. Hohe Arbeitslosigkeit = keine Steuereinnahmen, kein Konsum, noch weniger Steuereinnahmen, usw...

Wenn aber jeder Cent eines "Rettungspaketes" nur in die Tilgung von Schulden fliessen muss, dann bleibt eben nichts für Konjunkturmassnahmen. Deutschland konnte sich diesen Luxus vor 6 Jahren leisten, Griechenland nicht.

Da hätte ein EU-Paket auch (!) ansetzen müssen. Die ganzen Konjunkturprogramme der EU vor ein paar Jahren konnten in einem Land wie Griechenland nicht fruchten.

Und das werfe ich der EU dann auch vor.
 
...mit ein paar Anpassungen der Rahmenbedingungen, um ja niemandem zu sehr zu verärgern.

In der EU müssen eben alle mitspielen, sonst läuft gar nichts! Niemanden zu sehr zu verärgern und trotzdem den Laden am laufen zu halten, das ist die große Kunst. Und das hat sie geschafft und das respektiere ich. Wenn da jemand mit dem großen Hammer rumgelaufen wäre, ist das immer gut für Ego und für die Presse und den Stammtisch, aber erreichen tut man etwas damit nicht. Politik funktioniert so nicht. Hat man ja am "Erfolg" von Varoufakis-Superstar gut beobachten können.

Wenn aber jeder Cent eines "Rettungspaketes" nur in die Tilgung von Schulden fliessen muss, dann bleibt eben nichts für Konjunkturmassnahmen. Deutschland konnte sich diesen Luxus vor 6 Jahren leisten, Griechenland nicht.

Das Problem ist doch, daß die gesamt griechische Wirtschaft schon seit Jahren von solchen "Konjunkturprogrammen" am Leben gehalten wurde. Schon weit vor der Krise. Was denkst Du denn, wo die Schulden herkommen? Die haben sich ihre Konjunktur und ihren Wohlstand mit Strohfeuern erkauft, die keine Substanz haben. Das willst Du weiterführen?

Ohne grundlegende Reformen in Staat und Wirtschaft und ohne eine funktionierende Verwaltung und Regierung braucht man da keinen Cent reinstecken. Da verpufft jedes Konjunkturprogramm sofort wieder.
 
Bevor Griechenland nicht generell erst mal vernünftige Strukturen schafft, kann glaube ich kein Geld der Welt langfristig was bewirken.
Das kommt mir so vor als wenn man einem Schuldner immer und immer wieder Geld gibt, der Empfänger damit aber Planlos weiter macht und gar nicht weiß, wie er sich aus dieser Misere befreien kann. Halt wie ein überschuldeter Bürger, der seine Post gar nicht mehr öffnet, weil er eh keinen Ausweg und keine Lösung sieht.
 
Das wirklich Spannende ist doch: Nie werden die es schaffen, binnen einer Woche eine den Wahlgrundsätzen in einer Demokratie entsprechende Volksabstimmung zu organisieren.

Nie und nimmer. Stimmzettel müssen in ausreichender Menge gedruckt werden, aktuelle Wählerverzeichnisse müssen erstellt werden.
Es fängt ja schon damit an, dass Menschen die nicht im Wählerverzeichnis als Wahlberechtigte aufscheinen, genug Zeit vor der Abstimmung haben müssten, um einen Einspruch einzulegen bzw. ihren Anspruch auf Aufnahme ins Wählerverzeichnis geltend zu machen.

Aber halt: Wissen die denn überhaupt schon, welche Frage sie dem Volk stellen wollen?

Treffender kleiner Beitrag aus dem Standard.at Liveticker:

Eine Volksbefragung innerhalb von nur einer Woche - wie sie derzeit in Griechenland geplant ist - wäre in Österreich undenkbar. Laut Robert Stein, Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, seien allein für die Organisation eine Vorlaufzeit von 53 Tagen notwendig.

Was heißt das? Ist der griechische Staat einfach um einiges effizienter als der unsrige, oder werden bei der Qualität Abstriche gemacht?

Man kann über die österreichische Regierung und Verwaltung ja viel sagen, aber Wahlen organisieren können die eigentlich ganz gut. Ist Griechenland darin nun so viel besser?

Würde mich nicht wundern, wenn die griechische Regierung die Abstimmung verschieben würde, weil sie es einfach in dieser Zeit nicht schaffen.

Oder sie machen es wirklich am 5. Juli und es wird ein Chaos. Naja, oder es läuft halbwegs glatt, dann will ich nichts gesagt haben. Es geschehen ja noch Zeichen und Wunder, ab und zu.
 
Vor allem dürfte die Regierungskoalition eigentlich gar keine Abstimmung wollen, weil da höchst wahrscheinlich eine Zustimmung zum Euro herauskommen würde, mit allen Konsequenzen (zumindest, was man so von den entsprechenden Fachleuten in Griechenland so hört).

Und damit wäre Syrizas bisheriger Kurs endgültig ad absurdum geführt und das diesmal sogar offiziell vom Volk abgesegnet. Die Regierung in ihrer derzeitigen Form wäre damit am Ende. Eigentlich ein Segen für Griechenland...
 
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