Es mag keine Lösung für das Gesamtproblem geben, aber Teilaspekte können angegangen werden und müssen imo auch angesprochen werden. Dazu würde gehören, dass Vertretungen der Muslime endlich eingestehen, dass sie teilweise durchaus Probleme mit religiösem Fanatismus haben, und nicht ständig betonen, dass das mit ihnen überhaupt nichts zu tun hätte.
Solange es in Europa Moscheen gibt, in denen ungestraft der Dschihad gepredigt wird und Unterstützer oder gar Kämpfer für Nahost angeworben werden, solange ist es auch das Problem der Muslime. Um dafür entsprechend gegenzusteuern müsste man sich das nur erst mal eingestehen. Dann könnte man vielleicht auch mal Erfolge in der Hinsicht erzielen, auch in Zusammenarbeit mit den Behörden, um die berüchtigten, abgeschotteten Hinterhofmoscheen zu reduzieren und vielleicht mehr Akzeptanz zu erreichen. Letzteres ist dann eine Bringschuld der Nicht-Muslime.
Das liest man jetzt (oder zumindest in ähnlicher Form) auch seit gestern Mittag in Dauerschleife, dass Probleme angesprochen werden müssen und dass die friedliebenden Muslime de facto in einem Akt der Beweislastumkehr erst einmal für fehlgeleitete Spinner geradestehen sollen (am Besten vor Gerris Haus, sonst übersieht man es womöglich). Da mag man mich jetzt gerne sozialromantisch nennen o.ä., aber das ist auch nicht das was ich mir von einer freien Gesellschaft (die man bedroht sieht) erwarte. Zumal ich es immer noch auf gut Deutsch gesagt unfair finde dass ein Moslem sich gewissermaßen für Fehler von Verbrechern erklären soll. Ein Moslem der sich in erster Linie als Bürger des Staates und nicht als Anhänger einer Religion sieht ist doch eigentlich der Idealfall derer die Probleme bei der Integration ankreiden, nur in solchen Fällen erwartet man dann wieder die Rolle rückwärts und man soll sich proaktiv von den Taten von Wildfremden distanzieren um nicht selbst in den Verdacht zu geraten?
Kein Mensch bei Sinnen wird abstreiten dass es Probleme mit Fanatikern gibt. Ich komme ursprünglich aus einer Stadt die als Hochburg der Salafisten zählt und wo es zu Aktionen kam, die nun alles andere als angenehm waren. Und der Tenor bei Muslimen- wie Nicht-Muslimen war da gleich, nämlich dass diese Steinzeit-Bärte eben nicht stellvertretend für diesen Glauben stehen sondern für einen besonders rückständigen Ausläufer.
Die Moscheen sind gewissermaßen das Dilemma unseres Rechtsstaates. Auch hier wird kein rationaler Mensch Hasspredigten oder Werbung für den heiligen Krieg gutheißen, anderseits wie will man dagegen vorgehen? Das der Staat nicht einfach Kirchen/ Moscheen/ Synagogen schließen kann ergibt sich aus unserem GG und unserer Geschichte. Die Behörden sind in ihren Möglichkeiten zumindest an dem Thema dran. Mein Nachbar arbeitet beim Staatsschutz und seine Erzählungen sind... nun ja, teils verheerend, teils wiederum relativierend. Denen sind diese Hinterhofmoscheen durchaus präsent, nur auf Verdacht allein hat man halt wenig Handhabe.
Ich hab auch keine Lösung, so viel dazu. Mir dreht sich nur der Magen um wenn in mehr oder weniger ausgeprägter Form eine ganze Religion in Sippenhaft genommen wird. Nehmen wir mal Hamlets Aussage von eben. Seine türkischen Arbeitskollegen verhalten sich so dass er das als nicht integriert betrachtet und das einfach mal pi mal Daumen für eine Mehrheit ansetzt, meine türkischen Kollegen saufen, rauchen und kriegen auch keinen Hals bei Schweinefleisch. Die sehen sich in erster Linie als Deutsche bzw. als jemand der in Deutschland lebt und fügen sich dem ein. Die sind zwar Moslems aber in etwa so religiös wie die meisten Deutschen christlich sind nachdem sie die Geschenke bei der Kommunion/ Konfirmation eingesackt haben: Null. Soll ich denen jetzt sagen dass sie mal für ihre fernen Glaubensbrüder eintreten sollen? Wenn man über einen Lösungsansatz spekulieren möchte, dann vielleicht noch am ehesten wie man diese Jungs aus der Situation rausbekommt, dass ihr Leben so am Arsch zu sein scheint dass sie den wirren Ausführungen eines Hasspredigers mehr Bedeutung beimessen als gesund ist.
Der islamistische Terror ist ganz zweifelsfrei eine der akuten Sicherheitsbedrohungen unserer Zeit, der Islam ist es nicht. Ein Breivik konnte sich trotz vernünftigem sozialem Hintergrund, trotz dem skandinavischem Wohlfahrtsstaat im Rücken und relativ guter Bildung ganz alleine radikalisieren. Der Terror in der neueren Geschichte der BRD ist ebenso (leider) kein unbekanntes Phänomen, angefangen bei Wahnsinnigen die Schulklassen mit dem Flammenwerfer attackieren, Bombenanschlag auf das Oktoberfest, RAF und schließlich auch der NSU. In anderen Ländern (Nordirland) haben sich Christen aufs Blut bekämpft, die ETA in Spanien braucht zur ideologischen Rechtfertigung ihrer Bomben nicht einmal den Glauben, da reichen Territorialansprüche. Der KKK beruft sich auf Christus und wer einmal einen Gottesdienst in einer amerikanischen Erweckungskirche live erlebt hat der kann nur müde darüber schmunzeln dass Moslems viel gläubiger als Christen sind. Aktuell haben übrigens die Hell's Angels im Nachbarort ein neues Clubhaus aufgemacht, diesselbe Fraktion die im bewaffneten Clinch mit einem anderen Chapter liegt und hier jeden Tag durch die Straßen fährt.
TL;DR: Islamismus ist scheiße, aber Fanatiker sprengen sich und andere auch aus viel "dürftigeren" Gründen in die Luft.