Die Leute ticken einfacher als man das jetzt wieder vielleicht wahrhaben möchte. Es sind Ängste, die die Menschen auf die Straße treiben. Existenzängste, die sie auf Ausländer und Asylanten projezieren. Das neoliberale System sorgt weiterhin für große Anspannungen gerade auf dem Arbeitsmarkt. Leute, die im unteren Segment um's tägliche Überleben kämpfen, fühlen sich da genauso bedroht wie die Mittelschicht, die um ihre Arbeitsplätze fürchtet. Gerade in solchen Gebieten, wo nun die größten Demonstrationen abgehalten werden, sieht man so eine "Asylantenschwemme" eben mit Unbehagen. Man fürchtet quasi die Konkurrenz und damit noch mehr Druck auf dem Markt.