Ich versteh die Frage gar nicht?!
Ich persönlich kann keine rechte Friedensbewegung ausmachen. Die Friedensbewegung und die Mahnwachen sind meiner Meinung nach eindeutig links, auch wenn das dem linken Establishment nicht passt.
Was ich da sehe, bzw. was ich da in den Anfangstagen der Mahnwachen gesehen habe, war eine junge, relativ bunte Bewegung in der sich alle möglichen Menschen zusammenfanden. Sicherlich waren da auch mal Rechte mit dabei. Sicherlich waren da auch viele naive Leute dabei, die sich zum ersten Mal politisch zu Wort gemeldet haben. Natürlich sind da auch einige Verschwörungstheoretiker mit dabei gewesen. Aber darüber konnte ich wohlwollend hinwegsehen. Was meinste denn, was in den 80er Jahren alles für seltsame Vögel bei der Friedensbewegung mitmischten? So etwas gehört dazu, genauso wie es dazugehört denen Zeit zu geben, sich zu professionalisieren, sich zu sortieren und zu sehen, wer sich da durchsetzt .Das ist ein ganz normaler Vorgang.
Was mich angeht, ich bin Individualist und immer für Opposition. Ich bin aber von meiner Natur her überhaupt kein Gruppenmensch. Ich mag keine Demos und ich fühl mich auch im Fußballstadion nicht dazugehörig. Ich bin einfach niemand, der in Gruppen aufgehen kann. Das ist mir völlig fremd und ehrlich gesagt, sogar etwas zuwider. Mein Problem ist aber wohl eher, dass es bei mir auch einfach nicht funktioniert, was bei anderen fast reflexartig passiert.
Die Mahnwachen sind und waren für Frieden und haben die offensichtliche, einseitige Berichterstattung der Medien zur Ukraine kritisiert. Das hat mir von Beginn an gefallen. Mein Sicht auf Ken Jebsen kennste ja bereits, wie ich ihn seit vielen Jahren wahrnehme. Das und die Art und Weise, wie in den Medien auf diese Mahnwachen reagiert wurde (bis zuletzt, als 4000 Leute vor dem Schloss Bellevue demonstrierten), das hat für mich als Fan von Opposition den Ausschlag gegeben, dieser Bewegung wohlwollend gegenüber zu stehen. Ohne mich als Teil dieser Bewegung zu sehen.