Wenn man ganz objektiv ist, könnte man nüchtern sagen: endlich hat Sony zu den besseren PCVR Headsets aufgeschlossen.
Nein, es ist auf den allerersten Blick kein neuer Meilenstein der VR Technik, wenn man im VR-Bereich schon etwas Erfahrung gesammelt hat. Aber: es ist ein verdammt gutes VR Headset. Wenn man darüber nachdenkt sogar preislich, denn auf dem PC musst du dafür teilweise noch mehr Scheine in die Hand nehmen und hast dann nicht mal einen entsprechend leistungsfähigen PC.
Horizon lädt noch, deswegen nur einige Stages/Songs in Pistol Whip und Synth Riders gespielt. Ja, ist leider geil. VR halt.
Da flasht dann selbst ein (wohlgemerkt sehr gut gemachter) Auto-Runner Shooter wie Pistol Whip. Würde ich in "2D" mit herkömmlicher Stick-Steuerung wahrscheinlich keine fünf Minuten spielen, aber wenn du in dieser neonfarbenen Cyberpunk-Welt steckst und zu treibenden Beats einen auf John Wick machst (so fühle ich mich jedenfalls, von außen betrachtet sehe ich wahrscheinlich eher aus wie der betrunkene Sepp beim Tontaubenschießen

), dann gibt es kein halten mehr.
Bei Synth Riders genau so. Rhythmus Games? Kannst du mich am Controller mit jagen. Knöpfchen im Takt drücken, schnarch. Aber wenn du da in einer abstrakten Welt mit dem ganzen Körper zur Musik abgehst, dann kannst du einfach nur grinsen. War gerade schon kurz davor mir für 75€ das komplette DLC-Song Paket zu kaufen.
Ich glaube, dass VR nie den Massenmarkt erreichen wird. Dafür macht das bei "klassischen" Spielen meiner Meinung nach zu wenig Sinn. Ich hätte auch keine Lust 30+ Stunden mit Headset auf dem Kopf und am besten noch im Stehen irgendwas zu zocken. Filmreife AAA Games oder textlastige RPGs genieße ich lieber gemütlich auf der Couch und bewege dabei maximal die Finger am Controller.
Aber diese ganzen Bewegungs-, Rhythmus- und Actiongames sind einfach brillant in VR. Ist damit eigentlich auch eine ganz schöne Ergänzung zur Heimkonsole. Was ich in 2D niemals spielen würde, gebe ich mir in VR und für das ausufernde Blockbustergame bleibe ich lieber beim Fernseher. Ganz nach dem Meme Motto: Why Don't We Have Both?
Ob sich dafür 600+ Euro lohnen, muss jeder für sich entscheiden. Mein rationales Ich würde sagen: nein, das ist zu teuer, nur um zwischendurch irgendeine "Experience" erleben zu können. Für das Geld kannste dir auch ein Dutzend der God of Wars, Starfields und Zeldas unserer Zeit kaufen und dann hunderte Spielstunden Spaß bekommen.
Aber mein Kind gebliebenes Technik-Ich sagt: natürlich lohnt sich das! Wofür sonst, wenn nicht für eine Erfahrung, die schlichtweg einzigartig und mit keinem anderen Videospielprodukt vergleichbar ist.
Bin auf den ersten Blick jedenfalls sehr angetan, auch wenn PSVR2 eigentlich nur "aufgeholt" hat, anstatt wirklich etwas zu revolutionieren. Aber es sind Kleinigkeiten, die es ausgezeichnet und meistens sogar besser als die Konkurrenz macht:
das Headset sitzt super und es dunkelt dermaßen gut ab, ohne dabei aufs Gesicht zu drücken. Kein Vergleich zu den Licht-Spaltmaßen, die ich da sonst so kenne. Der Effekt des Headset-Rumbles ist glaube ich ziemlich cool. Hab es aber auch nur kurz in den Einstellungen gespürt und noch nicht in einem Spiel.
Die Einrichtung ist kinderleicht und die ein-Kabel-Lösung einwandfrei. Natürlich wäre kein-Kabel immer noch besser, aber es ist für mich ausreichend lang und man spürt es nahezu gar nicht. Das Spielgefühl ist, jetzt ohne mich wie irre im Kreis zu drehen, das geht damit logischerweise nicht, ähnlich dem einer Quest. Sehr leicht und gefühlt "ohne" Kabel.
Die Controller sind gut. Angenehme Passform und einwandfreie VR-Funktionalität. Finde sie ehrlich gesagt nur viel zu leicht und dadurch auch etwas "billig" - ist aber auch nur meine persönliche Meinung, ich hab lieber schwerere Controller.
Erkennung ist prinzipiell super. Läuft alles geschmeidig. Nur habe ich genau in meiner Zock-Ecke recht auffällige Kamera-Probleme. Weiß noch nicht genau, woran es liegt, tippe auf die Lichtverhältnisse, aber die Kameras erkennen regelmäßig den Raum nicht, wodurch die Position nicht eindeutig ermittelt werden kann und das Bild anfängt zu "springen". Das geht hart auf die Augen. Wie wenn der 3D Effekt im Kino nicht richtig eingestellt ist. Komischerweise hatte ich damals im selben Raum weder Probleme mit der HTC Vive (ok, die wurde auch über externe Sensoren getrackt) noch mit der Quest. Bisschen blöd, weil ich nun wahrscheinlich etwas "umbauen" muss.
Insgesamt aber ein tolles Stück VR-Hardware. Preis-Leistungs-technisch sicher eins der besten auf dem Markt. Für erprobte VR-Enthusiasten natürlich etwas weniger "aufregend", weil es dann doch "nur" ein weiteres VR Headset mit meist schon bekannter Software ist. Wer VR aber nur von der PSVR1 oder sogar noch gar nicht kennt, dürfte hier sein wahres Wunder erleben.
