Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Piratenpartei - Freiheit und Bürgerrechte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

@Rancid

Mir ist es lieber, wenn ein Politiker Sachverstand in seinem Gebiet zeigt - ob er sämtliche braune Schmierblätter oder Neonazi-Gestalten aufzählen und auf Anhieb erkennen kann ist mir nicht so wichtig - wäre zwar ungelogen ein netter Bonus, aber man kann nunmal nicht alles haben. Nach Kinderschänder, Raubmordkopierer, Sexistenschweine ist der aktuelle wiedererstarkte "Braun-Blind" Vorwurf doch erfrischend. So wie auf Piraten eingeknüppelt wird, scheinen wir trotz allen Fettnäpfchen auf gutem Kurs zu sein.

Das Problem Rechtsradikalismus wird durch totschweigen und ignorieren im Übrigen auch nicht gelöst. Ich mache auch keinen Unterschied zwischen Rechts- und Linksradikalen. Oder Bibelklopfer, von denen es hier in DE zum Glück nur wenig gibt. Teilweise werden die Piraten aufgrund ihrer Naivität durchaus auch von ganz Links instrumentalisiert. Mir gehts primär sowieso um Themen, nicht um Ideologien.

Aber hey, mag daran liegen, dass meine politischen Interessen derzeit sowieso auf 3,5 Themen reduziert sind und wir Piraten im Vergleich zu manch anderer Partei nicht mit völlig utopischen Hirngespinsten auftreten wollen. "Reichtum für alle". "rechtsfreie Räume" "Vollbeschäftigung 2010", "Steuersenkungen nach der Wahl" und "sofort raus Afghanistan".. das finde ich z.b. mehr beängstigend, als ein gutes Interview in einem schlechten Schmierblatt.

Da trag ich die neue Uniform, schwinge den Kleisterpinsel, steh mir die Füße platt und red mir den Mund fusselig - sogar mit einem gewissen bissl Stolz - wohl Wissend, einen Beitrag zu leisten für die paar Themen, die mir Wichtig sind. Und es ist mir erstmal egal, ob der Typ, der mich am Infostand anspricht links oder rechts ist.

:-)
 
altersack schrieb:
@Rancid

Mir ist es lieber, wenn ein Politiker Sachverstand in seinem Gebiet zeigt - ob er sämtliche braune Schmierblätter oder Neonazi-Gestalten aufzählen und auf Anhieb erkennen kann ist mir nicht so wichtig -

Die muss man gar nicht kennen. Man sollte sich nur mal kurz informieren, wenn man ne Interviewanfrage bekommt. Da hätte wahrscheinlich schon ne 10 Sekunden-Suche in Wikipedia genügt...
 
altersack schrieb:
@Rancid

Mir ist es lieber, wenn ein Politiker Sachverstand in seinem Gebiet zeigt - ob er sämtliche braune Schmierblätter oder Neonazi-Gestalten aufzählen und auf Anhieb erkennen kann ist mir nicht so wichtig - wäre zwar ungelogen ein netter Bonus, aber man kann nunmal nicht alles haben. Nach Kinderschänder, Raubmordkopierer, Sexistenschweine ist der aktuelle wiedererstarkte "Braun-Blind" Vorwurf doch erfrischend. So wie auf Piraten eingeknüppelt wird, scheinen wir trotz allen Fettnäpfchen auf gutem Kurs zu sein.

Das Problem Rechtsradikalismus wird durch totschweigen und ignorieren im Übrigen auch nicht gelöst.

Indem man Publikationen, die eher rechtslastig ausgerichtet sind, Interviews gibt, wird das Problem erst Recht nicht gelöst. Ich finde es erschreckend, wie dieser Vorfall abgehandelt wird. Zum einen erschrecken mich die Kommentare der Piraten selber (nicht nur hier, sondern generell im Netz), wo das ganze als Fauxpas runtergeredet wird, garniert mit dem bitteren Nachgeschmack, das für Wählerstimmen eigentlich ja jedes Mittel Recht ist. Machen wir halt ein Interview mit den Rechten, There is no such thing as bad PR. Diesen Pragmatismus halte ich gelinde gesagt für idiotisch, weil er auch wunderbar offenbart, wie wenig Substanz das Programm fernab von Internetsperren und Urheberrechten hat. Links, rechts, scheißegal, solange man gegen Internetsperren vorgeht. Das mag aus Sicht derjenigen ausreichen, die sich fernab des PP Programms wenig für Politik interessieren und ihren Fokus darauf ausgerichtet haben, für andere Wähler spielt das aber sehr wohl eine Rolle, wie denn politische Weltbild der PP so aussehen soll, wie und vor allem mit wem man im Bundestag an Kompromissen arbeiten möchte. Und es sollte eigentlich auch ein Warnzeichen sein, dass die PP mittlerweile zunehmendes Feedback von Rechts erfährt.

Und apropos Sachverstand. Der Vize-Chef einer Partei, die sich Internetkompetenz auf die Fahnen geschrieben hat, ist nicht in der Lage etwas über seinen Interviewpartner zu "ergooglen"?
 
Das magere Programm ist durchaus einer der großen wunden Punkte. Ich habs hier ja schon oft gesagt: Mehr wie Protest springt hier jetzt nicht raus. Dazu brauch ich heute noch kein Vollprogramm, das erwarte (oder auch nicht) ich für 2013.. Am Vollprogramm wirds imho eh scheitern - wenns die nicht vorher an meinem immer noch größten Knackpunkt spaltet, der Selbstbedienung im Netz.

Ein leichter brauner Geruch schwebt zwar auch über dem Ganzen, die Gefahr der Unterwanderung durch Rechts sehe ich jetzt nicht so, dazu ist die Basis zu bunt gemischt und die Position zu sehr Kontra. Mehr Sorgen machen mir da Teile des Vorstandes, die teils erschreckend wenig Geschick extern wie intern an den Tag legen - ja, ich hätte vorm Interview auch erst mal gegoogled.

Ich denke nicht, dass eine Partei wegen eines (ok eigentlich 2 - der Oberpirat hat ja auch) Interviews bei der falschen Zeitung bei der Masse unwählbar wird. Als was statt eines Fauxpas soll ichs denn sonst bezeichnen. Ich sehs nicht als Drama an. Persönlich finde ich ja, dass zum Teil etwas arg dramatisiert wird, was "Rechts" angeht. Ich hätte auch den Parteiausschluss unseres Geschichtsrevisionisten nicht mit getragen, wenn ich gefragt worden wäre, der Verzicht auf Ämter hätte mir erst mal gereicht.

Weitere große Verfehlungen in Richtung "Piraten == Rechts" sind mir bislang nicht aufgefallen. Von dem her muss ich jetzt wegen den Interviews nicht Mordio und Zeter schreien.. auch wenn mir beim Lesen des Vorfalls auch ein kleines "dat war nun etwas doof" entfleuchte..
 
EnterDenRaab_Entwurf01.png


http://piratig.de/enterdenraab/
http://piratig.de/2009/09/13/plakat-und-banner-wettbewerb-enterdenraab/
 
Mondknallschlumpf schrieb:
Die muss man gar nicht kennen. Man sollte sich nur mal kurz informieren, wenn man ne Interviewanfrage bekommt. Da hätte wahrscheinlich schon ne 10 Sekunden-Suche in Wikipedia genügt...

Bei wikipedia steht dann folgendes:
Die Junge Freiheit ist eine deutsche Wochenzeitung für Politik und Kultur. Sie versteht sich als unabhängiges, konservatives Medium. Einige Politikwissenschaftler ordnen sie als Sprachrohr der „Neuen Rechten“ mit einer „Scharnier-“ oder „Brückenkopf“-Funktion zwischen demokratischem Konservatismus und Rechtsextremismus ein.

Die Verfassungsschutzbehörden einiger Bundesländer führten die Zeitung bis 2005 in der Rubrik Rechtsextremismus. Das Bundesverfassungsgericht untersagte dies am 25. Mai 2005, da keine ausreichenden Anhaltspunkte für diese Einordnung vorlägen.


Warum sollte man also so einer Zeitung keine Interviews geben? Erinnert mich an den "Amazon" Skandal. Am besten gleich alles verbieten und verbrennen, was nur einen braunen Hauch hat. :wand:
 
Wer redet den von Verbrennen? Das ist doch eher deren Metier! Wenn man aber solchen Leuten ein Interview gibt, muß man damit leben, daß man selbst einen "braunen Hauch" annimmt....
 
Sisaya schrieb:
Warum sollte man also so einer Zeitung keine Interviews geben? Erinnert mich an den "Amazon" Skandal. Am besten gleich alles verbieten und verbrennen, was nur einen braunen Hauch hat. :wand:

Reicht sowas?

So dürfen in der JF unter anderem die antisemitischen Unabhängigen Nachrichten, die rechtsextreme Deutsche Partei, die Republikaner oder die ebenfalls im Visier des Verfassungsschutzes stehende Münchner Burschenschaft „Danubia“ für sich werben

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/junge-freiheit

Immerhin auf Rang 7 bei der Googlesuche.
 
ich will sie ja wählen können... aber ich hab immer bauschnerzen dabei. zu viel is ungeklärt, zu viel scheint hype, zu wenig substanz. einer partei, die sich klar positioniert kann ein solches interview egal sein. aber durch ihre riesenlücken isses zu wenig für mich... da gibts parteien, die darüber hinaus auch eine vorstellung von politik haben und zusätzlich gegen zensur, bevormundung und datenmissbrauch sind.
 
So sehe ich das auch. Ich wähle keine Partei bei der ich selber nicht weiß was ich bekomme da sie selbst nicht wissen wie ihre Standpunkte in einem Monat sind ;)
Außerdem bin ich sehr skeptisch was diese Revolutionierung von Wissen angeht, also Urheberrecht und so. Da bin ich nicht deren Meinung und sehe sogar durch deren Programm massive Probleme für unsere Wirtschaft und damit den Verlust sehr vieler Arbeitsplätze.
 
Zurück
Oben