Der Hilbrecht ist ja nicht auszuhalten. Wie kann man so einen Idioten ins Fernsehen schicken? Leider scheint mir der Typ nach dem Studium der Piratenseite auch sehr repräsentativ für seine Partei zu sein.
Bei den Themen Videospielen und Internetsperren waren die Piraten bisher ein wichtiges Instrument, um für Öffentlichkeit zu sorgen. Was bisher fehlt sind politische Konzepte und Alternativen. Solange es darum geht, gegen Verbote (von Killerspielen, Internetseiten...) zu argumentieren schlagen sich die Piraten ganz ordentlich. Wenn es aber darum geht Alternativen zu entwickeln, kommt wenig.
Stichwort Urheberrecht: Da wird unterm Strich das Legalisieren von freiem Kopieren von Daten im Internet gefordert. Schön und gut. Was schlagen nun die Piraten vor? Wie sollen in Zukunft Menschen von geistiger und kreativer Arbeit leben?
1) alternative Geschäftsmodelle ala Evins Vorschläge: Ja, es gibt Menschen, die freiwillig die kreative, künstlerische, wissenschaftliche Arbeit anderer finanziell unterstützen. Aber: Es kann doch niemand ernsthaft behaupten, dass grundsätzlich in den Bereichen Film, Musik, Spiele, andere Medien mehr oder gleich viel Budget zur Verfügung stehen würde, wenn man nur auf freiwillige Modelle setzt. Alle Versuche in die Richtung haben doch bisher das Gegenteil bewiesen. Kultur, Medien und Wissenschaft wären dadurch verstärkt auf Mäzene angewiesen und noch weiter von den Interessen der Mächtigen (Wohlhabenden) durchdrungen!
2) Kulturflatrate (befindet sich momentan wenn ich das richtig sehe noch nicht mal im Parteiprogramm!): In meine Augen kann die Abschaffung des Urheberrechts nur dann überhaupt irgendwie funktionieren, wenn die Allgemeinheit ihre Denker bezahlt. Das hieße jeder Bürger bezahlt und dann wird dieses Geld an die Kreativen verteilt. Aber: An welche Kreativen? Nach welchem Schlüssel? Wer entscheidet das? Planwirtschaft ist schon in der Landwirtschaft schwierig umzusetzen, wie sieht das dann erst bei Kreativen aus? Man braucht sich nur die deutsche Filmförderung oder die öffentlich-rechtlichen Sender anschauen, um eine Vorstellung zu bekommen, was uns dann blüht.
Oft wird ja gesagt, man solle das Geld aus der Kulturflatrate über die Downloadzahlen verteilen. Wie sollen die bitteschön ermittelt werden? Eine solche Erfassung wäre eigentlich nur über einen verfassungsfeindlichen Eingriff in die Privatsphäre der Internetnutzer möglich. Künstler könnten die Statistiken manipulieren, indem sie künstlich Dateien kopieren. Und und und...
-> Das Piratenprogramm ist nicht zu Ende gedacht. Man kann nicht das Urheberrecht faktisch abschaffen und dann die Kreativen weiterhin der Marktlogik überlassen, nachdem man ihnen die Grundlage für den Markt entzogen hat.
Die Piraten sind Antworten auf die von mir aufgeworfenen Fragen schuldig. Wenn man den Parteivorsitzenden reden hört, darf man daran zweifeln, dass sie überhauot Antworten haben. Bisher sind sie unwählbar!