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MOVIE Only God Forgives (mit Gosling, von Refn)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mingo schrieb:
Erwischt.
Darf ich interessehalber nach deinem Alter fragen?

Fragen darfst du. Darauf antworten muss ich jedoch nicht. :D Ich überlege es mir allerdings, wenn du auf meine gestellte Frage eingehst und mir noch zusätzlich beantwortest, was genau mein Alter mit dem Thema hier zu tun hat.

MfG
 
Richter schrieb:
Mingo schrieb:
Richter schrieb:
Homosexualität wird in dem Film nicht einmal angedeutet... Er wurde auf irgendeine Art und Weise von seiner Mutter sexuell misshandelt.

Ach, Homosexualität wird also nicht einmal angedeutet, aber dass er von seiner Mutter sexuell misshandelt wurde ist also Fakt? :ulgy:

Warum? Weil das irgendwelche YT-Videos so sagen?

Wo wird denn Homosexualität deiner Meinung nach angedeutet? Etwa als er in der Bar sitzt, und sich vorstellt wie seine Hand von der einen zwischen ihre Beine geführt wird? Wüsste nicht, dass Homosexuelle von so etwas fantasieren.

Im Gegensatz hierzu, gibt es haufenweise Momente im Film, alleine bestimmte Aussagen als auch Handlungen der Mutter, welche auf sexuelle Übergriffe in der Kindheit/Jugend hindeuten.

Also hierfür brauchts wirklich keine YT-Videos.

Aber ich kann mir schon deinen Gedankengang vorstellen. "Hej, der fällt nicht gleich über die Braut her, muss schwul sein." :ulgy:

Sehe ich ähnlich. Er hat definiert eine gestörte Sexualität. Wurde gesagt, wieso er seinen Vater umgebracht hat? Bestimmt ist da was. Und seine Mutter behandelt ihn auch nicht gerade mütterlich, sondern erniedrigt ihn sexuell. Dass er dann die Nutte nicht ficken will, sondern sich auch nur vorstellt, wie er sie von ihr geführt mit der Hand befriedigt bzw. auch nur zusieht, zeigt, dass er sich sexuell unterwirft, was ja dann auch super zu der Beziehung zu seiner Mutter passt.

Ist aber imo alles auch überdeutlich und nicht sonderlich komplex, aber interessanter als die meisten anderen Filme und ich mochte die Regiearbeit, wobei sie sich auch etwas abnutzte.
 
Habe es mal in Spoiler gepackt. Für mich sind Film-Threads irgendwie für die Diskussion und um kurz seine Meinung kundzutun gibt es den "Gesehen"-Thread. Aber stimmt schon.
 
Ok, hier die Überlegungen, die zu meiner These geführt haben:

Es waren verschiedene Facetten, die mir während des Films den Eindruck gegeben haben, dass Goslings Figur schwul sein könnte.

In der Tat war die Szene in der Bar, in der er seine "Freundin" beim Tanzen beobachtet, für diese Überlegung ausschlaggebend. So wie ich die Szene im Kopf habe, will ein weiterer Gast ihn auf einen Drink einladen, worauf Julian diesem das Glas ins Gesicht schlägt. Für mich ein Hinweis darauf, dass er seine Homosexualität leugnet und nicht mit einer direkten Konfrontation seiner Sexualität umgehen kann.
Dass er seine Neigung nicht ausleben will, dürfte bei dieser Mutter außer Frage stehen.

Ihr will er gefallen und zeigen, dass er das Leben eines heterosexuellen Mannes lebt. Deshalb ist ihm so viel daran gelegen, dass er Mai seiner Mutter als die Frau an seiner Seite vorstellt. Begehren kann er sie jedoch nicht, auch wenn er sich noch so sehr in sexuelle Handlungen mit ihr phantasiert.

Nach dem Essen mit seiner Mutter kommt es zu der Situation, dass er Mai auffordert ihr Kleid abzulegen. Als sie dann nur in Unterwäsche bekleidet vor ihm steht, kann er sie nicht einmal anschauen sondern blickt nur noch zu Boden.

Ansonsten gab es noch einige Einstellungen, die als Phallussymbol verstanden werden können. Ich erinnere mich an eine langsam in das Bild kommende, geschlossene Faust, die schließlich von einem Schwert abgeschlagen wird. Ähnliche Einstellungen gibt es auch noch von dem Schwert des Polizisten.

Das alles waren für mich Puzzleteile, die sich zu dem Bild des schwulen Julian zusammengefügt haben.

Ich habe bereits erwähnt, dass ich behaupte den Film nicht verstanden zu haben. Außerdem habe ich auch keine Videos gesehen oder andere Meinungen gelesen, die für mir irgendwie die Interpretation "erleichtern" würden.

Nach deinem Alter habe ich im übrigen deshalb gefragt, da deine Fixierung darauf, dass es nur eine wahre Interpretation gibt und du sie quasi als einziger in diesem Thread erfasst hast, auf mich einen sehr naiven Eindruck macht.
Ganz zu schweigen von deiner Konklusion, warum ich wohl darauf käme dass Julian schwul sei. Die ist nämlich bestenfalls auf Schulhofniveau.
 
Mingo schrieb:
Ok, hier die Überlegungen, die zu meiner These geführt haben:

Es waren verschiedene Facetten, die mir während des Films den Eindruck gegeben haben, dass Goslings Figur schwul sein könnte.

In der Tat war die Szene in der Bar, in der er seine "Freundin" beim Tanzen beobachtet, für diese Überlegung ausschlaggebend. So wie ich die Szene im Kopf habe, will ein weiterer Gast ihn auf einen Drink einladen, worauf Julian diesem das Glas ins Gesicht schlägt. Für mich ein Hinweis darauf, dass er seine Homosexualität leugnet und nicht mit einer direkten Konfrontation seiner Sexualität umgehen kann.
Dass er seine Neigung nicht ausleben will, dürfte bei dieser Mutter außer Frage stehen.

Ihr will er gefallen und zeigen, dass er das Leben eines heterosexuellen Mannes lebt. Deshalb ist ihm so viel daran gelegen, dass er Mai seiner Mutter als die Frau an seiner Seite vorstellt. Begehren kann er sie jedoch nicht, auch wenn er sich noch so sehr in sexuelle Handlungen mit ihr phantasiert.

Nach dem Essen mit seiner Mutter kommt es zu der Situation, dass er Mai auffordert ihr Kleid abzulegen. Als sie dann nur in Unterwäsche bekleidet vor ihm steht, kann er sie nicht einmal anschauen sondern blickt nur noch zu Boden.

Ansonsten gab es noch einige Einstellungen, die als Phallussymbol verstanden werden können. Ich erinnere mich an eine langsam in das Bild kommende, geschlossene Faust, die schließlich von einem Schwert abgeschlagen wird. Ähnliche Einstellungen gibt es auch noch von dem Schwert des Polizisten.

Das einzige Anzeichen für eine mögliche Homosexualität ist der erste Absatz. Der Rest deutet lediglich auf eine gestörte Sexualität hin. Beim ersten Absatz bin ich mir aber unsicher, ob das überhaupt so war.
 
eape schrieb:
Das einzige Anzeichen für eine mögliche Homosexualität ist der erste Absatz. Der Rest deutet lediglich auf eine gestörte Sexualität hin. Beim ersten Absatz bin ich mir aber unsicher, ob das überhaupt so war.

Ich gebe dir recht, wenig deutet eindeutig darauf hin. Aber auf der anderen Seite, es wird dadurch auch nicht ausgeschlossen.
Ich weiß ja selbst nicht, ob ich Fan meiner eigenen Theorie sein soll. Es war lediglich ein Gedankengang, der mir während des Films kam.
 
Ne, verstehe ich schon, wobei die Anzeichen halt kaum da sind für eine Homosexualität, sondern eher für andere sexuelle Probleme, die direkt mit dem Elternhaus zusammenhängen. Ich denke, dass du da die Ursache hineininterpretiert hast.

Aber wurde der Grund für den Vatermord genannt? Habe den Film auf englisch gesehen und bestimmt etwas verpasst.
 
Die Mutter hat afaik nur mal angedeutet, dass er sie schlecht behandelt hat. Aber explizit wurde darauf nicht eingegangen.
 
Mingo schrieb:
Nach deinem Alter habe ich im übrigen deshalb gefragt, da deine Fixierung darauf, dass es nur eine wahre Interpretation gibt und du sie quasi als einziger in diesem Thread erfasst hast, auf mich einen sehr naiven Eindruck macht.
Ganz zu schweigen von deiner Konklusion, warum ich wohl darauf käme dass Julian schwul sei. Die ist nämlich bestenfalls auf Schulhofniveau.

Ich bin halt der Meinung, dass der Film recht wenig Interpretationsspielraum bietet. Anhand von Bildern und ganz wenigen Worten wird in dem Film eigentlich alles genau erklärt. Und abgesehen davon, erwähne ich sogar, dass es hier und da Stellen gab, welche mir nicht aufgefallen sind, welche für mich nicht ganz einleuchtend waren. Also habe ich mich etwas mit dem Film beschäftigt und habe im Internet recherchiert. Tut man hin und wieder, wenn einen etwas in seinen Bann zieht.

Mir scheint als ob es dir lediglich missfällt, dass ich deine Version bezüglich Juliens Homosexualität strickt verneine. Der Annahmegrund ist hierbei deine Reaktion:

Mingo schrieb:
Ach, Homosexualität wird also nicht einmal angedeutet, aber dass er von seiner Mutter sexuell misshandelt wurde ist also Fakt? ugly

Warum? Weil das irgendwelche YT-Videos so sagen?

Soviel zum Thema Schulhofniveau.

Zum Thema:
Es tut mir leid, aber es gibt leider keine Anzeichen für Homosexualität in dem Film. Man kann sich natürlich alles zurechtbiegen wie man will.

Die Szene in der Bar in welcher der Gast das Glas ins Gesicht gedonnert bekommt, hier wurde Julien aus seiner Fantasie gerissen, weil die zwei Kerle lautstark über ihn gelacht haben.

Er wird sicherlich nicht ein und die selbe Prostituierte aufsuchen, nur damit er seiner Mutter beweist, er sei Heterosexuell. Er besucht in erster Linie immer ein und die selbe, weil er tatsächlich Gefühle für sie hat. Die Szene nach dem Essen machte auf mich mehr den Eindruck, dass er es bereut die Mai angeschrien zu haben. Und nicht weil er ein halbnackte Frau nicht ansehen kann.

Dass er immer wieder Seine Fäuste betrachtet, hat mit dem Mord an seinem Vater zu tun. Die Mutter erzählt dem Cop am Ende, dass Julien seinen Vater mit bloßen Händen ermordet hat. Julien sehnt sich nach Sühne.

@Jehuty: Sry wegen den Spoilern. Komplett drauf vergessen, wurde ausgebessert. ;)
 
Noch einmal zur Szene nach dem Essen mit Mai.

In der Szene hat er sich das erste mal über eine Frau gestellt, als er sie angeschrien hat und so wurden die Rollen getauscht. Dieses Mal war er nicht die sexuell erniedrigte Person, sondern der Erniedriger und dieser Umstand machte ihm Angst. Vielleicht erinnerte es ihn auch an die Beziehung zwischen seiner Mutter und ihm.
 
Eine Nacht drüber geschlafen und noch immer ein sehr, sehr widerspenstiger, schwer verdaubarer Film. Visuell absolut fantastisch und bestechend gefilmt - auf so was stehe ich ja grundsätzlich, da ich auf gekonnte Kameraführung, Bildkomposition und Lichtsetzung um Lichtjahre mehr gebe als auf CGI-Gewitter und Szenarien zum Schieß-Mich-Tot-Budget und hier punktet Refns neues Werk mit der höchstmöglichen Punktzahl.
Auch die eigenwillige, irgendwie hypnotisierend-elektrisierende Atmosphäre hat mich voll in seinen Bann gezogen und nicht einmal die ach so verpöhnte, explizite Gewaltdarstellung stieß mir sauer auf (da sie einfach in den Kontext passte und nie wirklich dem Selbstzweck diente, wie bei einem Splatter), aber auf inhaltlicher Ebene hat mich der Film schon ziemlich verwirrt und zwar so sehr, wie das zuletzt ein Inland Empire von Lynch tat. Ich zerbreche mir noch immer den Kopf darüber, aber mittlerweile kristallisiert sich schon soetwas wie ein vollständiges, für mich schlüssiges Bild heraus. Werde ihn mir aber deshalb mit Sicherheit noch ein zweites Mal ansehen - entweder im Kino oder sobald er auf Blu-ray zu haben ist.

Dass Only God Forgives nur oberflächlich sei und keine "Seele" besitzt, was ihm viele Reviewer und Kinogänger attestieren wollen, ist für mich aber ziemlicher Bullshit. Denen wäre gut daran geraten etwas genauer und aufmerksamer hinzusehen und auch mal die grauen Hirnwindungen anzustrengen. Der Film weiß schon eine Menge zur erzählen, aber die Art und Weise wie er dies tut, unterscheidet ihn grundsätzlich von den meisten anderen Filmen. Ob einem dies gefällt oder man etwas damit anzufangen weiß, steht natürlich auf einem anderen Blatt geschrieben, aber ihm Oberflächlichkeit und inhaltliche Leere anzukreiden ist Schwachsinn.

Insgesamt bin ich sehr angetan und bereue den Kinogang überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, 2013 ist mir bisher nur Stoker untergekommen, der mich ähnlich fasziniert hat, aber empfehlen kann ich ihn eigentlich kaum jemanden so recht. Sehr unangenehm, unkonventionell und fast schon ungenießbar, aber gerade das macht ihn unter anderem so faszinierend.

Deshalb eine große Warnung an alle Blockbuster Cineasten hier, denen auch Refns Drive gefallen hat: Only God Forgives ist definitiv ein "Arthouse"-Werk, welches selbst dort die Gemüter recht stark spaltet. Das ist aber auch gut so, denn Kunst soll auch polarisieren.
 
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