Definitiv nicht eingeladen werden dazu die olympischen Volunteers im Whistler Olympic Park. Die blauen Jacken der freiwilligen Helfer sind für Magdalena Neuner in den letzten zehn Tagen zu einem roten Tuch geworden. "Als Sportler hat man hier das Gefühl, dass einem überhaupt kein Respekt mehr entgegengebracht wird", nannte Neuner einige Stunden nach ihrem Massenstart-Sieg einen Grund dafür, warum der Genuss bei ihr in Kanadas Wäldern noch nicht zu seinem Recht gekommen ist: "Wenn man ins Ziel kommt, wird man einfach am Arm gepackt, gezogen. Das finde ich wirklich unmöglich."
Ein Thema, bei dem sie sich gar nicht beruhigen wollte. "Wenn ich mich hier, verschwitzt wie ich bin, nach dem Rennen umziehen will, um nicht krank zu werden, gibt es bei den Leuten dafür überhaupt kein Verständnis. Man wird einfach oft grob behandelt", schimpfte Neuner - und Simone Hauswald ergänzte: "Das ist alles super kompliziert hier. Bei den Dopingkontrollen bekommt man einen Megatext vorgelesen, da ist es ganz egal, ob man zuhört oder nicht. Die würden auch gegen eine Wand reden. So etwas wie hier, das gab es noch nie. Da wird man teilweise nicht als Mensch behandelt."
Neuner kann es sogar noch deftiger. "Das ist schlimmer", zürnte sie, "als wenn ein Schaf zum Schlachten geführt wird."