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November 2015 Paris attacks

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Naja, was willst du denn mit zerstörten Städten groß machen?

Denen reicht es ja wenn sie die anderen vertreiben/ausrotten. Und Strukturen haben sie alleine durch Angst geschaffen. Wer da ausschert wird eben auch geköpft. Also braucht man sich um sonstige staatliche Strukturen auch keine Gedanken machen. Die braucht es solange Geld und neue Rekruten ständig nachkommen auch nicht.

Stellvertretend für alle Posts:

Das halte ich für zu kurz gedacht. Wenn das eine reine Terrororganisation wäre, dann hätte der IS nicht so einen weltweiten Zulauf. Es steckt ja schon im Namen, das Versprechen auf einen Staat, das Kalifat. In Syrien und im Irak hat man solche Strukturen teilweise auch schon aufgebaut. Wie das irgendwann mal aussehen soll, das steht auf nem anderen Blatt. Aber das mit solchen Gebieten, von dem Moment an wenn man sie besetzt, auch ganz reale Anforderungen zusammenhängen, das wird wohl niemand bezweifeln. Und sei es nur eine halbwegs funktionierende Infrastruktur, oder die Kontrolle der Bevölkerung.

Und wenn du Recht hast und die das alles gar nicht interessiert, dann um so besser. Denn dann hätten die wirklich keine lange Halbwertzeit.
 
Ich antworte dir mal stellvertretend.

Erstmal weiss ich selbst nicht, was man machen kann.

Tatsache ist, dass man selbst den IS als "territorale Organisation" kaum zerschlagen kann mit militärischen Mitteln. Wir müssten in wieviele Länder einmarschieren? 5? 6?

Was ist mit den indirekten "Mitstreitern", den Verbündeten und Finanzieren des IS? Gehen wir da auch rein?

Braucht der IS* ein Territorium, um weiter zu terrorisieren? Nein!

*ersetzbar durch andere islamistische Vereinigungen

Es gibt 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt. Ein Grossteil lebt bereits im Westen, unter uns. Alle unter Generalverdacht stellen?

Wieviel engmaschiger will man ein Raster noch machen, um wirklich alles zu überprüfen? Wollen wir so leben? Und was bringt es? Die Attentäter von Paris haben schon überwiegend privat und per Post kommuniziert, haben auf elektronische Medien weitestgehend verzichtet. Ein Attentäter war ja geheimdienstlich bekannt, aber er war komplett unauffällig.

Dieser Terror findet im Kopf statt. Ich könnte mir in kürzester Zeit eine Bombe bauen, mit Nägeln versehen und damit ins nächste Kaufhaus laufen. Niemand würde etwas mitbekommen, nichtmals meine Frau, wenn ich es wollte. Organisation mit mehreren Attentätern funktioniert auch noch ganz altmodisch.

Und dann? Wollen wir vor jedes Kaufhaus, vor jeden Bahnhof, vor jede Discothek, vor alles Wachpersonal stellen, die jeden und alles kontrollieren? Wollen wir so leben oder ist es nicht genau das, was die Terroristen bezwecken wollen?

Was ist in den letzten 14 Jahren passiert seit 9/11? Ist die Welt sicherer oder unsicherer geworden? Haben wir gewonnen, wenn wir den IS besiegen könnten? Oder gibt es nicht 1000de Islamisten, die garkeinen IS brauchen, um Menschen zu töten. Immer und überall. Ist es nicht der Hass auf uns, der sie motiviert?

Und mit jedem Luftangriff mehr schürt man diesen Hass gegen uns. Und was machen wir mit Boko Haram oder Al Shabaab? Die töten bisher ja nur im eigenen Gebiet, ist nicht so wichtig...

Diese Art des Terrors lässt sich nicht besiegen, ich bleibe dabei.


Nichts machen ist aber auch keine Option, also sollte man zusehen, dass man so viele wie möglich erwischt.
 
Nichts machen ist aber auch keine Option, also sollte man zusehen, dass man so viele wie möglich erwischt.

Und dann?

IMO ist die traurige Logik, dass wenn du einen tötest, mindestens zwei nachkommen.

Für unser Ego wär's vielleicht noch gut, aber es löst das Problem nicht, macht es vielleicht noch schlimmer. Ich glaube kaum, dass die sich dadurch abschrecken lassen und irgendwann die weisse Flagge hissen.

Aber gut, es wird darauf hinauslaufen und der entsprechende Blutzoll wird auf beiden Seiten gezahlt werden, dessen sollten wir uns bewusst sein.
 
Und dann?

IMO ist die traurige Logik, dass wenn du einen tötest, mindestens zwei nachkommen.

Für unser Ego wär's vielleicht noch gut, aber es löst das Problem nicht, macht es vielleicht noch schlimmer. Ich glaube kaum, dass die sich dadurch abschrecken lassen und irgendwann die weisse Flagge hissen.

Aber gut, es wird darauf hinauslaufen und der entsprechende Blutzoll wird auf beiden Seiten gezahlt werden, dessen sollten wir uns bewusst sein.

Wie kommst du auf die Idee, dass auf einen getöteten, zwei nachkommen? Die Logik erschließt sich mir nicht.

Ein großer Schwachpunkt des Westens ist die Uneinigkeit.

Wie kann es sein, dass es eine Zeitung für Terrorristen gibt? Mit Hochglanzfotos und Interviews der Szene Stars!

http://www.bild.de/politik/ausland/terror-paris/so-tickt-der-drahtzieher-43422888.bild.html

Das ist doch der Hammer. :motz:
 
Sind arabische Leben weniger wert?

Elie Fares ist 26 Jahre alt und Arzt in Beirut.


Als ein Freund mir nach Mitternacht sagte, ich solle mir die Nachrichten aus Paris ansehen, hatte ich erst einmal keine Ahnung, dass ich den Stadtplan einer Stadt sehen würde, die ich liebe, nur dass er die Tatorte mehrerer gleichzeitiger Terrorangriffe zeigte. Ich zoomte näher heran. Einer der Tatorte lag genau dort, wo ich 2013 gewohnt hatte, auf demselben Boulevard.

Je länger ich las, desto höher stieg die Zahl der Toten. Es war schrecklich; es war entmenschlichend; es war völlig und unwiderruflich hoffnungslos: 2015 endete so, wie es begonnen hatte - mit Terroranschlägen, die im Libanon und in Frankreich beinahe zur selben Zeit stattfanden - ausgeführt von verrückten Kreaturen, die Hass, Angst und Tod verbreiteten, wohin sie auch gingen.

Heute Morgen bin ich aufgewacht und zwei Städte waren zerbrochen. Meine Freunde in Paris, die noch gestern gefragt hatten, was denn in Beirut passiert sei, lernten nun plötzlich die andere Seite kennen. Unsere beiden Hauptstädte waren zerbrochen und vernarbt. Für uns hier waren das vielleicht alte Nachrichten, für sie aber Neuland.


Mehr als 128 unschuldige Zivilisten aus Paris sind nicht länger bei uns. Am Tag zuvor waren 45 unschuldige Zivilisten aus Beirut nicht länger bei uns. Die Opferzahlen steigen, aber wir lernen offenbar nie dazu.

Wir sind nicht wirklich wichtig
In all dem Chaos und der Tragödie nagte ein Gedanke an mir und wollte meinen Kopf nicht verlassen. Es ist derselbe Gedanke, der in meinem Schädel nach jedem dieser Ereignisse widerhallt, die mittlerweile leider immer wieder passieren: Wir sind nicht wirklich wichtig.

Als meine Leute am 12. November auf den Straßen Beiruts in Stücke gesprengt wurden, lautete die Schlagzeile: "Explosion in Hisbollah-Hochburg", als könnte der politische Hintergrund einer urbanen Gegend den Terror irgendwie in einen Kontext einordnen.

Als meine Leute am 12. November auf den Straßen Beiruts starben, standen die Führer der Welt nicht auf und verurteilten das. Es gab keine Statements, in denen Sympathie mit dem libanesischen Volk ausgedrückt wurde (Anm. d. Red: UN und Barack Obamas Nationaler Sicherheitsrat äußerten sich allerdings sehr wohl). Es gab keine weltweite Empörung darüber, dass unschuldige Menschen, deren einziger Fehler war, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, nie so etwas passieren sollte oder dass ihre Familien niemals auf solche Weise zerstört werden sollten. Religion oder politischer Hintergrund eines Menschen sollten nicht darüber entscheiden, ob man erschrocken ist, dass sein Körper auf dem Zementboden verbrennt.

Obama gab keine Mitteilung dazu heraus, dass ihr Tod ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei; was ist Menschlichkeit überhaupt außer einem subjektiven Ausdruck, der den Wert eines bestimmten menschlichen Wesens bestimmen soll?

Stattdessen verkündete ein amerikanischer Möchtegern-Senator, wie glücklich er sei, dass meine Leute gestorben sind, dass die Hauptstadt meines Landes zerschmettert wurde, dass Unschuldige ihr Leben verloren und dass die Opfer Menschen aus allen möglichen Hintergründen gewesen waren.

Als meine Leute starben, hielt es kein Land für nötig, seine Sehenswürdigkeiten in den Farben seiner Flagge zu beleuchten. Nicht einmal Facebook hielt es für nötig, dass meine Leute sich als "sicher" markieren konnten, so banal das auch sein mag. Hier ist euer Facebook-Safety-Check: Wir haben, zum jetzigen Zeitpunkt, alle Terrorangriffe in Beirut überlebt.

Stellt euch auf Islamophobie ein

Als meine Leute gestorben sind, hat das die Welt nicht in Trauer gestürzt. Ihr Tod war nicht mehr als ein irrelevanter Tupfen im internationalen Nachrichtenzyklus, etwas, das eben in diesen Teilen der Welt passiert.

Und wisst ihr was, das ist okay für mich. Im vergangenen Jahr habe ich mich damit abgefunden, eines von den Leben zu führen, die egal sind. Ich habe gelernt, es zu akzeptieren und damit zu leben.

Stellt euch darauf ein, dass in den kommenden Tagen die Islamophobie in der Welt wieder ansteigt. Stellt euch auf Artikel darüber ein, dass Extremismus keine Religion hat und darüber, dass die Mitgleider des Islamischen Staates keine echten Muslime sind, und das sind sie sicher nicht, denn kein Mensch mit auch nur einem Funken Moral in sich würde solche Dinge tun. Der IS hat islamophobe Reaktionen eingeplant, die er dann benutzen kann, um seinen höllischen Finger auszustrecken und jedem empfänglichen Geist, der ihm zuhört, zu sagen: Schau, sie hassen uns.

Nur wenige sind fähig, darüber zu stehen.

Stellt euch darauf ein, dass Europa in den kommenden Tagen versuchen wird, mit wachsender Ablehnung gegen die Flüchtlinge klarzukommen, die in seine Länder strömen, mit den Fingern auf sie zeigen wird und sie beschuldigen wird, schuld an der Nacht des 13. November in Paris zu sein. Wenn Europa nur wüsste, dass für diese Flüchtlinge jede Nacht in den vergangenen zwei Jahren so war wie die Nacht des 13. November in Paris. Aber schlaflose Nächte sind nur wichtig, wenn dein Land es schafft, dass die ganze Welt in den Farben seiner Fahne erstrahlt.

Wenn das die Normalität ist, soll sie zur Hölle fahren
Noch schrecklicher an der Reaktion auf die Pariser Terrorangriffe war aber, dass manche Araber und Libanesen trauriger darüber waren, was dort passierte, als über das, was am Tag zuvor in ihrem eigenen Hinterhof passiert ist. Sogar unter meinen Leuten gibt es das Gefühl, dass wir nicht so wichtig sind, dass unsere Leben nicht so wertvoll sind und dass wir es, nicht einmal ein bisschen, verdient haben, dass unsere Toten kollektiv betrauert werden und für sie gebetet wird.

Es ergibt vielleicht Sinn, dass Libanesen, die eher Paris besuchen als Dahyeh(Dahieh oder Dahyeh: die südlichen Vororte, zu denen auch der Anschlagsort Bourj el-Barajneh gehört; Anm. d. Red.), sich mehr um Ersteres scheren als um Letzteres, aber viele der Leute, die ich kenne, die am Boden zerstört sind wegen des Chaos in Paris, geben einen Scheißdreck darauf, was 15 Minuten von ihrem Wohnort entfernt mit Menschen passiert, denen sie vielleicht schon einmal begegnet sind, als sie durch vertraute Straßen liefen.

Wir können darum bitten, dass die Welt doch Beirut für genauso wichtig halten soll wie Paris, oder dass Facebook für uns einen "Safety Check"-Button einführt, den wir jeden Tag benutzen können, oder darum, dass Menschen sich überhaupt um uns sorgen. Aber die Wahrheit ist, wir sind ein Volk, das sich nicht einmal um sich selbst sorgt. Wir nennen es Gewöhnung, aber das ist es nicht wirklich. Wir nennen es "neue Normalität", aber wenn das die Normalität ist, soll sie zur Hölle fahren.

In einer Welt, die sich nicht um arabische Leben schert, stehen Araber in der vordersten Frontlinie.

http://www.sueddeutsche.de/digital/...n-sind-arabische-leben-weniger-wert-1.2739151
 
Anstatt irgendwelche Stützpunkte anzugreifen sollen sie lieber deren Ölfelder im Irak zerfikken. Den Kackvögeln den Geldhahn ein wenig zuschnüren.

Wir können eigentlich nur hoffen dass die ISIS den Russen mal auf die Füße tritt. So btw
 
Eins der Schilde, die genutzt wurden um das Bataclan zu stürmen
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Das Problem ist doch derzeit das sie nur vor dem IS flüchten und nicht vor ihrer Religion. Dabei haben sie beides irgendwo gemeinsam.

Dann sind sie hier und man versucht ihnen zu erklären weshalb Haare ganz gerne gesehen sind.
 
Das Problem ist doch derzeit das sie nur vor dem IS flüchten und nicht vor ihrer Religion. Dabei haben sie beides irgendwo gemeinsam.

Dann sind sie hier und man versucht ihnen zu erklären weshalb Haare ganz gerne gesehen sind.


Und was willst du uns damit sagen?

Zwangsmissionierung? Flüchtlinge Werden nur aufgenommen wenn sie sich Allah abwenden?

IS und Islam haben weniger gemein als du denkst.
 
Es gibt 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt. Die meisten radikalisierten Islamisten gibt es in Syrien und dem Irak, zusammen geschätzt 30.000 (heute im DLF gehört). Wieviele werden es weltweit sein? 100.000? 200.000?

Einen Zusammenhang zwischen der Religion Islam und diesen fundamentalistischen Spinnern zu ziehen mag legitim klingen. Vielleicht sind es aber auch eher fundamentalistische Spinner, die ihre Religion vorschieben um das zu tun, was sie tun? Wer weiss das schon...
 
Alter, was habe ich eine Wut im Bauch, wenn ich so was lese:
Gewerkschaft: Polizei schlecht auf Terroranschlag vorbereitet
Die deutsche Polizei ist aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichend für den Kampf gegen Terroristen wie in Paris gerüstet.

„Auf eine direkte Konfrontation mit so schwer bewaffneten und auch kriegserfahrenen Attentätern sind wir denkbar schlecht vorbereitet”, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt

Klar, reisst doch noch weiter das Maul auf und ladet sie damit ein "endlich" mal in Deutschland die Waffen knallen zu lassen.
Manchmal ist echt weniger mehr...
 
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