2005 erschien mit Need for Speed: Most Wanted ein sehr gelungener Ableger der langjährigen Reihe. Für viele war Most Wanted sogar das beste Need for Speed der „Neuzeit“. Eine vermeintlich offene Spielwelt, harte Rennen und Polizeiverfolgungen haben dem Spiel eine besondere Note gegeben.
Sieben Jahre später versucht Criterion Games mit seinem zweiten Need for Speed-Ableger, das Grundrezept aufzugreifen und zu verfeinern. Ob es gelingt?
Offen für alles!
Das Spiel startet mit einem Rennen im neuen Porsche Carrera S gegen einen Aston Martin. Es ist ein kurzes Rennen, keine anderthalb Minuten. Der erste Kontakt mit Stadt und Steuerung sind positiv. Die Steuerung ist gewohnt Need for Speed, erreicht aber nicht die Präzision aus Hot Pursuit, welches ebenfalls von Criterion kam. Dafür ist die Stadt definitiv ein Highlight. Sie ist wirklich (!) offen, es gibt unzählige Abzweigungen, Hinterhöfe, befahrbare Parkhäuser, Baustellen, Bahngleise, Flugzeugfriedhöfe, Nebenstrassen, Industriegebiete, usw. Man kann fast sagen, wenn man es sieht, kann man hinfahren. Grafisch ist das Spiel sehr gelungen. Zwar gibt es sichtbare Treppchenbildung und alles wirkt weniger „polished“ als beispielsweise bei Forza Horizon, dafür ist alles sehr schön modelliert, es gibt viel Verkehr, die Wassereffekte auf der Strasse sehen super aus, die Lichteffekte ebenfalls. Zudem läuft das Spiel sehr schnell, die Engine kommt nur gelegentlich aus dem Tritt und verlässt die 30fps. Bei allem Drumherum wird man das aber kaum merken.
Auch der Sound steht auf der Habenseite. Die Motoren klingen kernig, Tunnelfahrten erzeugen Gänsehaut. Die Auswahl des Soundtracks gefällt mir, man kann aber zusätzlich eigene Wiedergabelisten ins Spiel integrieren.
Bisher klingt alles noch sehr positiv? Richtig, aber wir sprechen hier noch vom Anfang des Spiels...
Das Credo von Most Wanted scheint zu sein: Mach was du willst, wann du willst, wie du willst.
Autos... wohin man blickt
So wie die Karte offen ist, so ist auch der komplette Spielablauf offen. In anderen Rennspielen muss man sich neue Fahrzeuge entweder durch Siege erkämpfen oder durch erspielte Credits kaufen. Nicht so bei Most Wanted. Die 31 normal verfügbaren Autos stehen einfach in der Gegend rum. Wenn man eins sieht, gehört es einem. Einzig die 10 Blacklist-Fahrzeuge muss man sich im direkten Duell „erkämpfen“. Was am Anfang noch lustig ist, da man schnell an neue Fahrzeuge kommt, schlug bei mir schnell ins Gegenteil um. Es ist unbefriedigend, wenn man neue Autos einfach so bekommt.
Jedem Auto sind fünf Rennen zugeordnet. Meistens eins auf Leicht, zwei auf Mittel, zwei auf Schwer. Trotz relativ ausgeprägtem Gummibandeffekt ist es aber fast unauslässlich, die Rennen in der richtigen Reihenfolge zu spielen. Denn für jeden zweiten und ersten Platz bekommt man spezielle Modifikationen für sein Auto, ohne die die mittleren und schweren Rennen fast nicht zu schaffen sind.
Hier kommt der zweite Designfehler von Criterion. 41 Fahrzeuge mal fünf Rennen ergibt die stattliche Gesamtzahl von 205 Rennen. Das Spiel hat aber effektiv nur 61 unterschiedliche Events, wovon immerhin 10 die Rennen gegen Blacklist-Autos sind. 144 Rennen fährt man also mindestens zwei Mal, möchte man alle Rennen fahren. Nach gut 10 Stunden Spielzeit hatte ich dazu schon nicht mehr die nötige Motivation...
Also sucht man sich raus, welches Auto wirklich neue Rennen bereit hält, guckt, welchen Schwierigkeitsgrad dieses für das jeweilige Auto hat. Ist das Rennen auf Schwer, muss man also trotzdem die vorherigen Rennen fahren, damit man die nötigen Modifikationen am Auto hat. Es gibt keine Übersicht, welche Rennen man bereits gefahren hat, welche Rennen einem noch fehlen und mit welchem Auto man diese Rennen auf welchem Schwierigkeitsgrad bestreiten kann. Man kann es nur herausfinden, wenn man schaut, welche Rennen man über EasyDrive direkt anwählen kann und welche man via Navigationssystem manuell ansteuern muss.
Mach dies, mach das... mach irgendwas
Das Spiel hat absolut keinen roten Faden. Selbst die Blacklist-Rennen kann man in beliebiger Reihenfolge, zum beliebigen Zeitpunkt spielen. Einzige Voraussetzung ist, dass man sich genügend SpeedPoints erspielt hat. Das letzte Blacklist-Rennen erreicht man nach 1 Million SpeedPoints, das hat bei mir keine 9 Stunden gedauert. Da hatte ich aber nichtmals 25 normale Rennen gefahren.
A propos Blacklist-Rennen... sie sind einfach verdammt leicht. Zu leicht! Das allerletzte Rennen gegen den Koenigsegg Agera R ging zwar über 17 Kilometer (Hallo? Das letzte Event bei Hot Pursuit ging über 70 (!!!) Kilometer), aber das Rennen war im wahrsten Sinne des Wortes eine Angelegenheit von nichtmals fünf Minuten. Verdammt, das war eigentlich der Endgegner, da erwarte ich lautes Fluchen meinerseits, 20 Versuche, schweissnasse Hände und Adrenalin, bis die Hoden platzen. Nichts da. Ein Versuch, ein Sieg. Und: ich bin gegen den Koenigsegg Agera R gefahren. Nicht gegen einen Fahrer mit Gesicht und Namen, wie es noch beim ersten Most Wanted, oder auch The Run der Fall war. Für manche ist das ein unwichtiges Detail, mir ist das gänzliche Fehlen einer Story eher bitter aufgestossen.
Aber hey, Need for Speed hat ja Autolog. Sollte ich also irgendwann genug von Rennen gegen die KI haben, messe ich mich mit den Zeiten meiner Freunde. Was bei Hot Pursuit und The Run für richtige Motivationsschübe gesorgt hat und für mich eine der besten Erfindungen bei Rennspielen ist, lässt mich hier kalt. Denn Autolog ist in Fairhaven zwar allgegenwärtig, aber verdammt unübersichtlich und unstrukturiert.
Beispiel: Ich beende ein Rennen auf Platz sechs der Speedwall. Das Spiel zeigt mir meine Position an und die, die direkt vor mir sind. Aber Platz 1 kann ich z. B. zum Verrecken nicht sehen. Es gibt auch keine Möglichkeit zu scrollen. Möchte ich mich also z. B. mit meinem Freund indierocker messen, muss ich hoffen, dass seine Zeiten irgendwo in meiner Nähe sind. Wenn nicht, hab ich halt Pech gehabt.
Wir beherrschen das Chaos... ganz bestimmt!
Ok, Autolog ist doof, dann widme ich mich eben dem Multiplayer. Schliesslich kann ich mich hier direkt mit meinen Freunden messen. Gefahren wird in Speedlists, eine Abfolge von fünf Rennen, die man sogar selbst erstellen kann. Zu den einzelnen Rennen muss man selbst fahren, sogar die Fahrt zum Treffpunkt wird so zum kleinen Rennen, da es für den Ersten SpeedPoints gibt.
Leider haben sie aber auch den Multiplayer in meinen Augen versemmelt. Da möchte ich aber betonen, dass das wohl sehr stark Geschmacksache ist! Mir ist es viel zu chaotisch, es wird nur gerempelt und gecrasht. Was zu tun ist, kann man in einem kleinen Ticker am unteren Bildschirmrand lesen. Mir liegt der Multiplayer bisher noch nicht, vielleicht ändert sich das noch, wenn ich mal mehr Zeit darin investiert habe. Von geordneten Rennen kann aber keine Rede sein.
Noch ein paar grundsätzliche Dinge. Die Polizei ist in Fairhaven überall anzutreffen. Auch in der freien Fahrt sollte man in der Nähe eines Polizeiautos nicht die Sau markieren. In den späteren Rennen ist sie fast immer vertreten. Wie im ersten Most Wanted gibt es mehrere Fahndungsstufen. Je höher die Stufe, desto schwerere Geschütze fährt die Polizei auf. Ab Stufe 4 kommen die Corvettes mit Nagelbändern hinzu, ebenfalls die schweren SUVs, die einen rammen. Für meinen Geschmack hat Criterion damit in den eigentlichen Rennen etwas übertrieben. Kaum ein Rennen kommt später ohne Polizei aus.
Darf ich dir meine Reklametafel-Sammlung zeigen?
Ein relativ grosser Eckpfeiler in Most Wanted sind Sammelaufgaben. Jedes Auto hat auf der Karte drei Wechselstellen verteilt. Findet man alle 123 Stück, gibt es dafür einen Erfolg. Desweiteren muss man weit über 100 Reklametafeln finden und durchspringen (auch hier werden die Sprungweiten via Autolog verewigt), über 100 Sicherheitszäune sind ebenfalls in der Stadt verteilt. Auch hierfür gibt es jeweils einen Erfolg. Ach ja, 66 Radarkameras gibt es auch noch. Für den Erfolg müssen alle gefunden und durchfahren werden. Die schnellsten Geschwindigkeiten werden... via Autolog gespeichert und während der Fahrt angezeigt.
Die meisten Blitzer, Reklametafeln und Zäune findet man während des Spiels automatisch. Die letzten fehlenden Puzzleteile gleichen dann später aber einer Sisyphusarbeit, es sei denn, man hat Spass daran oder gleicht seine Karte mit Bildern und Videos aus dem Internet ab.
So wie es meinem Review wohl diesmal an Struktur fehlt, so fehlt diese auch dem Spiel. Nirgends wird man als Spieler wenigstens etwas an der Hand genommen, Criterion hat einen Haufen teils guter, teils weniger guter Ideen einfach in das Spiel „geklatscht“. Mir fehlt es an einem Handlungsstrang, fest definierten Eventabläufen, Belohnungen für Siege. Irgendwann kommt man an den Punkt, dass man die Rennen einfach nur noch fährt, um sie zu fahren und irgendwann fertig zu werden.
So negativ das alles klingt... Spass machen tut es trotzdem. Knappe 20 Stunden habe ich bis jetzt in das Spiel investiert, einige wenige Rennen fehlen mir noch. Die Sammelaufgaben werde ich nicht erledigen, auch wenn ich dafür Platin abschreiben muss. Sollte mich der Multiplayer allerdings nicht bald überzeugen können, wird Most Wanted schon bald im Regal landen. An The Run kommt es somit nicht ansatzweise heran.
Sieben Jahre später versucht Criterion Games mit seinem zweiten Need for Speed-Ableger, das Grundrezept aufzugreifen und zu verfeinern. Ob es gelingt?
Offen für alles!
Das Spiel startet mit einem Rennen im neuen Porsche Carrera S gegen einen Aston Martin. Es ist ein kurzes Rennen, keine anderthalb Minuten. Der erste Kontakt mit Stadt und Steuerung sind positiv. Die Steuerung ist gewohnt Need for Speed, erreicht aber nicht die Präzision aus Hot Pursuit, welches ebenfalls von Criterion kam. Dafür ist die Stadt definitiv ein Highlight. Sie ist wirklich (!) offen, es gibt unzählige Abzweigungen, Hinterhöfe, befahrbare Parkhäuser, Baustellen, Bahngleise, Flugzeugfriedhöfe, Nebenstrassen, Industriegebiete, usw. Man kann fast sagen, wenn man es sieht, kann man hinfahren. Grafisch ist das Spiel sehr gelungen. Zwar gibt es sichtbare Treppchenbildung und alles wirkt weniger „polished“ als beispielsweise bei Forza Horizon, dafür ist alles sehr schön modelliert, es gibt viel Verkehr, die Wassereffekte auf der Strasse sehen super aus, die Lichteffekte ebenfalls. Zudem läuft das Spiel sehr schnell, die Engine kommt nur gelegentlich aus dem Tritt und verlässt die 30fps. Bei allem Drumherum wird man das aber kaum merken.
Auch der Sound steht auf der Habenseite. Die Motoren klingen kernig, Tunnelfahrten erzeugen Gänsehaut. Die Auswahl des Soundtracks gefällt mir, man kann aber zusätzlich eigene Wiedergabelisten ins Spiel integrieren.
Bisher klingt alles noch sehr positiv? Richtig, aber wir sprechen hier noch vom Anfang des Spiels...
Das Credo von Most Wanted scheint zu sein: Mach was du willst, wann du willst, wie du willst.
Autos... wohin man blickt
So wie die Karte offen ist, so ist auch der komplette Spielablauf offen. In anderen Rennspielen muss man sich neue Fahrzeuge entweder durch Siege erkämpfen oder durch erspielte Credits kaufen. Nicht so bei Most Wanted. Die 31 normal verfügbaren Autos stehen einfach in der Gegend rum. Wenn man eins sieht, gehört es einem. Einzig die 10 Blacklist-Fahrzeuge muss man sich im direkten Duell „erkämpfen“. Was am Anfang noch lustig ist, da man schnell an neue Fahrzeuge kommt, schlug bei mir schnell ins Gegenteil um. Es ist unbefriedigend, wenn man neue Autos einfach so bekommt.
Jedem Auto sind fünf Rennen zugeordnet. Meistens eins auf Leicht, zwei auf Mittel, zwei auf Schwer. Trotz relativ ausgeprägtem Gummibandeffekt ist es aber fast unauslässlich, die Rennen in der richtigen Reihenfolge zu spielen. Denn für jeden zweiten und ersten Platz bekommt man spezielle Modifikationen für sein Auto, ohne die die mittleren und schweren Rennen fast nicht zu schaffen sind.
Hier kommt der zweite Designfehler von Criterion. 41 Fahrzeuge mal fünf Rennen ergibt die stattliche Gesamtzahl von 205 Rennen. Das Spiel hat aber effektiv nur 61 unterschiedliche Events, wovon immerhin 10 die Rennen gegen Blacklist-Autos sind. 144 Rennen fährt man also mindestens zwei Mal, möchte man alle Rennen fahren. Nach gut 10 Stunden Spielzeit hatte ich dazu schon nicht mehr die nötige Motivation...
Also sucht man sich raus, welches Auto wirklich neue Rennen bereit hält, guckt, welchen Schwierigkeitsgrad dieses für das jeweilige Auto hat. Ist das Rennen auf Schwer, muss man also trotzdem die vorherigen Rennen fahren, damit man die nötigen Modifikationen am Auto hat. Es gibt keine Übersicht, welche Rennen man bereits gefahren hat, welche Rennen einem noch fehlen und mit welchem Auto man diese Rennen auf welchem Schwierigkeitsgrad bestreiten kann. Man kann es nur herausfinden, wenn man schaut, welche Rennen man über EasyDrive direkt anwählen kann und welche man via Navigationssystem manuell ansteuern muss.
Mach dies, mach das... mach irgendwas
Das Spiel hat absolut keinen roten Faden. Selbst die Blacklist-Rennen kann man in beliebiger Reihenfolge, zum beliebigen Zeitpunkt spielen. Einzige Voraussetzung ist, dass man sich genügend SpeedPoints erspielt hat. Das letzte Blacklist-Rennen erreicht man nach 1 Million SpeedPoints, das hat bei mir keine 9 Stunden gedauert. Da hatte ich aber nichtmals 25 normale Rennen gefahren.
A propos Blacklist-Rennen... sie sind einfach verdammt leicht. Zu leicht! Das allerletzte Rennen gegen den Koenigsegg Agera R ging zwar über 17 Kilometer (Hallo? Das letzte Event bei Hot Pursuit ging über 70 (!!!) Kilometer), aber das Rennen war im wahrsten Sinne des Wortes eine Angelegenheit von nichtmals fünf Minuten. Verdammt, das war eigentlich der Endgegner, da erwarte ich lautes Fluchen meinerseits, 20 Versuche, schweissnasse Hände und Adrenalin, bis die Hoden platzen. Nichts da. Ein Versuch, ein Sieg. Und: ich bin gegen den Koenigsegg Agera R gefahren. Nicht gegen einen Fahrer mit Gesicht und Namen, wie es noch beim ersten Most Wanted, oder auch The Run der Fall war. Für manche ist das ein unwichtiges Detail, mir ist das gänzliche Fehlen einer Story eher bitter aufgestossen.
Aber hey, Need for Speed hat ja Autolog. Sollte ich also irgendwann genug von Rennen gegen die KI haben, messe ich mich mit den Zeiten meiner Freunde. Was bei Hot Pursuit und The Run für richtige Motivationsschübe gesorgt hat und für mich eine der besten Erfindungen bei Rennspielen ist, lässt mich hier kalt. Denn Autolog ist in Fairhaven zwar allgegenwärtig, aber verdammt unübersichtlich und unstrukturiert.
Beispiel: Ich beende ein Rennen auf Platz sechs der Speedwall. Das Spiel zeigt mir meine Position an und die, die direkt vor mir sind. Aber Platz 1 kann ich z. B. zum Verrecken nicht sehen. Es gibt auch keine Möglichkeit zu scrollen. Möchte ich mich also z. B. mit meinem Freund indierocker messen, muss ich hoffen, dass seine Zeiten irgendwo in meiner Nähe sind. Wenn nicht, hab ich halt Pech gehabt.
Wir beherrschen das Chaos... ganz bestimmt!
Ok, Autolog ist doof, dann widme ich mich eben dem Multiplayer. Schliesslich kann ich mich hier direkt mit meinen Freunden messen. Gefahren wird in Speedlists, eine Abfolge von fünf Rennen, die man sogar selbst erstellen kann. Zu den einzelnen Rennen muss man selbst fahren, sogar die Fahrt zum Treffpunkt wird so zum kleinen Rennen, da es für den Ersten SpeedPoints gibt.
Leider haben sie aber auch den Multiplayer in meinen Augen versemmelt. Da möchte ich aber betonen, dass das wohl sehr stark Geschmacksache ist! Mir ist es viel zu chaotisch, es wird nur gerempelt und gecrasht. Was zu tun ist, kann man in einem kleinen Ticker am unteren Bildschirmrand lesen. Mir liegt der Multiplayer bisher noch nicht, vielleicht ändert sich das noch, wenn ich mal mehr Zeit darin investiert habe. Von geordneten Rennen kann aber keine Rede sein.
Noch ein paar grundsätzliche Dinge. Die Polizei ist in Fairhaven überall anzutreffen. Auch in der freien Fahrt sollte man in der Nähe eines Polizeiautos nicht die Sau markieren. In den späteren Rennen ist sie fast immer vertreten. Wie im ersten Most Wanted gibt es mehrere Fahndungsstufen. Je höher die Stufe, desto schwerere Geschütze fährt die Polizei auf. Ab Stufe 4 kommen die Corvettes mit Nagelbändern hinzu, ebenfalls die schweren SUVs, die einen rammen. Für meinen Geschmack hat Criterion damit in den eigentlichen Rennen etwas übertrieben. Kaum ein Rennen kommt später ohne Polizei aus.
Darf ich dir meine Reklametafel-Sammlung zeigen?
Ein relativ grosser Eckpfeiler in Most Wanted sind Sammelaufgaben. Jedes Auto hat auf der Karte drei Wechselstellen verteilt. Findet man alle 123 Stück, gibt es dafür einen Erfolg. Desweiteren muss man weit über 100 Reklametafeln finden und durchspringen (auch hier werden die Sprungweiten via Autolog verewigt), über 100 Sicherheitszäune sind ebenfalls in der Stadt verteilt. Auch hierfür gibt es jeweils einen Erfolg. Ach ja, 66 Radarkameras gibt es auch noch. Für den Erfolg müssen alle gefunden und durchfahren werden. Die schnellsten Geschwindigkeiten werden... via Autolog gespeichert und während der Fahrt angezeigt.
Die meisten Blitzer, Reklametafeln und Zäune findet man während des Spiels automatisch. Die letzten fehlenden Puzzleteile gleichen dann später aber einer Sisyphusarbeit, es sei denn, man hat Spass daran oder gleicht seine Karte mit Bildern und Videos aus dem Internet ab.
So wie es meinem Review wohl diesmal an Struktur fehlt, so fehlt diese auch dem Spiel. Nirgends wird man als Spieler wenigstens etwas an der Hand genommen, Criterion hat einen Haufen teils guter, teils weniger guter Ideen einfach in das Spiel „geklatscht“. Mir fehlt es an einem Handlungsstrang, fest definierten Eventabläufen, Belohnungen für Siege. Irgendwann kommt man an den Punkt, dass man die Rennen einfach nur noch fährt, um sie zu fahren und irgendwann fertig zu werden.
So negativ das alles klingt... Spass machen tut es trotzdem. Knappe 20 Stunden habe ich bis jetzt in das Spiel investiert, einige wenige Rennen fehlen mir noch. Die Sammelaufgaben werde ich nicht erledigen, auch wenn ich dafür Platin abschreiben muss. Sollte mich der Multiplayer allerdings nicht bald überzeugen können, wird Most Wanted schon bald im Regal landen. An The Run kommt es somit nicht ansatzweise heran.

