Ich faste ja selbst seit 5 oder 6 Jahren. Es hat halt den Vorteil des konstanten Blutzuckerspiegels und der größeren Mahlzeiten nach dem Fasten. Ist nicht schlechter oder besser als Nichtfasten - aber für mich auf jeden Fall angenehmer.
Wegen Kohlenhydrate und Lethargie kommt halt wie immer auf verschiedene Faktoren an. Die Menge, die Aktivität, das Timing etc.
Was stellst dir anstrengend vor? Die Diät? Hmm, für mich ist es die größte Herausforderung, die ich je hatte. Man kann eigentlich niemanden genau beschreiben wie es sich anfühlt, wenn man es noch nie erlebt hat. Natürlich ist dieses Erlebnis auch ein individueller Faktor aber ab einem Zeitpunkt "erwischt" es jeden, sofern er auch wirklich einen niedrigen KFA erreichen möchte. Eine Bodybuildingdiät ist was ganz anderes als eine Sommerdiät. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Besonders die letzten zwei Wochen waren das Schlimmste, was ich mir je mitunter angetan habe. Den ganzen Tag keine Energie und ich meine wirklich keine Energie! Man hat das Gefühl wenn man kurz die Augen zu macht, das man sofort umkippt. Jeder Schritt meiner mindestens 10.000 Schritte am Tag ist reine Arbeit, seine Schuhe in der Früh zu zumachen eine extreme Herausforderung und im Alltag keinen Menschen anzupissen ist eigentlich fast schon wahnsinnig. Man vergisst oftmals Dinge oder gar Dialoge. Es klingt bizarr, es klingt übertrieben aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen. Aber ich mag diese Herausforderung und wie ich verschiedene Situation meister.
Bis jetzt bin ich froh über:
- die Qualität der verlorenen Masse
- ich bin im Plan
- Gewichte und Volumen bis jetzt nicht reduziert (!!!)
- Sexdrive noch vorhanden (das ist bei meinem KFA und Dauer der Diät eher eine absolute Ausnahme)
- meine Ernährung je nach Bedarf gekonnt umgestellt und angepasst (z.B. Omega 6 zu 3 Verhältnis wegen Entzündungen geändert und beeinflusst)
Ich verstehe jetzt auch warum viele Bodybuilder asoziale A.löcher in der Diät sind. Ich hab vor ein paar Wochen meine Freundn bitten müssen einen zweiten Einkaufswagen zu benutzen, da ich es mental nicht mehr ausgehalten hätte. Natürlich klingt das für sie total bescheuert und ich verstehe das - aber ich kann hier nur so ehrlich und transparent wie möglich sein. Auch musste ich mich vor kurzem wegen der starken Erschöpfung in der Arbeit auf die Toilette zurückziehen. Das war bis jetzt der einzige Moment wo ich sagen würde, da hat die Arbeit etwas unter meiner Diät gelitten, was ich sonst nie zulasse. Ich arbeite übrigens jeden Tag mit knapp 25 Leuten im sozialen Bereich (Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen).
Es gibt genug positive Aspekte, für die ich dankbar bin, aber eine Wettkampfdiät darf nie den Anschein wahren als wäre es was leichtes oder gar etwas, was man ohne Konsequenzen machen kann. Der Preis dafür ist verdammt hoch.