Nasreddin schrieb:Ja, ich weiss. Es ist auch nur mein Problem, wenn ich L.A. Noire noch immer nicht in den Himmel lobe, wo doch ausser mir schon jedes Kind weiss, dass es ein fehlerfreies GotG wird.
Nein, aber es könnte womöglich ein Problem sein, dass du interessante Schritte von Spieleentwicklern nicht ausreichend würdigst. Du gehörst zu den Leuten im Forum, die vehement Neues fordern. Wenn dann aber Spiele neues wagen, kommt von dir mit die schärfste Kritik bei kleineren Unzulänglichkeiten.
Es ist doch klar, dass der nächste AAA-Shooter und das nächste Rennspiel perfektioniertere und ausgereiftere Produkte sind als Projekte, die in bestimmten Bereichen Neuland betreten. Wer nichts wagt, hat auch kaum etwas zu verlieren.
Wer neue Spielerlebnisse will, der muss auch mal hin und wieder Offenheit gegenüber Designentscheidungen zeigen, die einem missfallen. Ansonten verpasst man das schönste.
Moooooment. Ich sehe gerne über Unzulänglichkeiten hinweg, wenn ein Spiel mir grundsätzlich gefällt. Und ich würdige auch neue Ideen.
Aber es muss passen (und ja, es muss MIR halt auch gut gefallen, das kann ja nicht bei jedem Spiel der Fall sein).
Im Falle von L.A. Noire würde ich es z. B. "verzeihen", wenn man GTA-typisch erstmal minutenlang fahren / laufen muss, um überhaupt mal dahin zu kommen, wo ich dem eigentlichen Spiel nachgehen kann. WEIL das Konzept mich interessiert. DU würdest es sicherlich kritisieren, wenn man nicht fahren / laufen müsste. Selbst die vermeintlichen Shootouts würden mich nicht stören, auch wenn sie vielleicht nicht zum Spiel passen, aber wohl rein müssen.
Aber, und DAS ist das entscheidende für mich: ist es abwechslungsreich, kann die Story rund um die Fälle begeistern, wird es nicht langweilig? Was bringt es, wenn man 15 Fälle auf immer wieder die gleiche Art lösen muss, was bringt es, wenn sich die Fälle letztlich alleine lösen, was bringen die Mimiken, wenn man bei jeder Person immer nur die drei gleichen Antwortmöglichkeiten hat? Das muss nachher alles passen, stimmig sein. Ansonsten sind die löblichen Ideen und Ansätze leider nutzlos.
Genau wie bei Mirrors Edge. Die Idee ist genial. Das Art-Design ist genial. In die Steuerung konnte man sich nach ein paar Minuten gut einarbeiten, trotzdem, und da fing es für mich an, war die Steuerung für viele Tode verantwortlich (wenn man mal wieder nicht genau den einen Millimeter Kante erwischt hatte, den das Spiel wollte). Auch wenn das Spiel einem durch die farblichen Markierungen den Weg quasi zeigte, musste man viele Wegpunkte suchen. Und da kam für mich die Tatsache hinzu, dass man oftmals nichtmals eine Sekunde Zeit hatte, sich zu orientieren, weil man sonst von Kugeln erwischt wurde.
Hätte man die Steuerung / Kollissionsabfrage nur einen Tick "verzeihender" gemacht und den teils abartigen Zeitdruck nur einen Tick weniger schlimm gemacht, dann hätte das dem Spiel IMO nicht geschadet, es hätte den Flow nicht beeinträchtigt, es hätte aber vielleicht ein bisschen weniger Frust und Trial & Error bedeutet. Dann wäre ich zufrieden gewesen und du sicherlich auch noch.


